Gelegenheit soll bereits in Kürze das Reichsgericht beschäftigen. Nach derselben Quelle kommt der Meineidsprozeß gegen Moritz Levy in der nächsten Schwurgerichtsperiode, die Anfang März beginnt, zur Verhandlung.
* Kopenhagen, 29.Dezember. Der deutsche Dampfer „Pincus," der den Dampfer „Danebrog" angerannt hatte, ist hier mit Beschlag belegt worden. Die Weiterreise wurde dem Dampfer verboten, bis 26000 Kronen Entschädigung gezahlt sind.
* Zürich, 29. Dezember. Heute nacht 1 Uhr wurde das weltbekannte Hotel Aren st ein oberhalb Brunnen am Vierwaldstättersee ein Raub der Flammen. Punkt 1 Uhr brach mitten in dunkler Nacht im Dachstuhl das durch böswillige Hand angelegte Feuer aus, verbreitete sich bei rasendem Föhn mit ungeheurer Schnelligkeit über den ganzen gewaltigen Bau mit seinen 200 Fremdenzimmern. Das Hotel ist bis auf den letzten Stein niedergebrannt und das gesamte Hotelmobiliar vollständig verloren; nichts konnte gerettet werden. Von allen Ortschaften in der weiten Umgebung waren Spritzen herbeigeeilt, allein auf der Höhe fand sich kein Wasser, und den Hilfsmannschaften blieb nichts anderes übrig, als dem verheerenden Element das ganze berühmte Fremdenhotel zu überlassen. Die Versicherung soll eine Million Francs betragen.
* Bad Gastein, 29. Dezember. Der Besitzer des Hotels „Hirsch", Karl Lainer, und der Kaufmann Kindlinger aus Salzburg stürzten von den Anlagen des schwarzen Berges ab. Beide sind tot.
* Hebet den Untergang des deutschen Dampfers „Haischaug" meldet man aus Jtschang unter« 28. ds. noch folgendes: Die Fahrt auf dem Yank- tsekiang ist wegen der vielen Stromschnellen und Felsen sehr gefährlich. Der Wafferstand war sehr niedrig. Trotzdem versicherte der Lotse, daß die Durchfahrt möglich sei. Nachdem -bet Dampfer die ersten Stroglschnellen passiert hatte, stieß er bei einer scharfen Wendung um einen Felsen auf ein Riff und begann zu sinken. Es war nicht mehr möglich, den Dampfer auf den Strand zu setzen. Chinesische Seegelboote eilten schnell zur Hilfe herbei und retteten alle Passagiere. Nur der Kapitän ging mit dem Schiff unter. Die ganze Katastrophe hatte nur 20 Minuten gedauert.
Spichlm irr Btrtinigttn Frankfurter Ztsdttheakr.
Opernhaus.
Dienstag, 1. Jaouar, 3V2 Uhr: »Sneewittchen und die sieben Zwerge"; abends „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wart« bürg". Mittwoch, 2. Januar, 3</t Uhr: „Sneewittchen und die freben Zwerge"; abends „Die Puppe". Donnerstag, 3. Januar: Lum ersten Male wiederholt „Die Opernprobe"; hierauf „Die Regt- mentstochter". Freitag, 4. Januar: Geschloffen. Samstag, 5. Januar, SVr Uhr: „Sneewittchen und die sieben Zwerge"; abends „Aida". Sonntag, 6. Januar, 3Vz Uhr: „Sneewittchen und die sieben Zwerge"; abends „Mignon". Montag, 7. Januar: „Der Freischütz". Dienstag, 8. Januar: „Der Wildschütz".
Sih ausptely auS.
Dienstag, 1. Januar, 3‘/2 Uhr: „Rosenmontag"; abends „Flachsmann als Erzieher". Mittwoch, 2. Januar, i/b7 Uhr: „Frau Königin"; hierauf „Cyprienne". Donnerstag, 3. Januar, y88 Uhr: Volksvorstellung „Emilia Galotti". Freitag, 4. Januar: „Ueber unsere Kraft". Samstag, 6. Januar: „Nora". Sonntag, 6. Januar,
S</r Uhr: „Flach abends „Fromsnt junior
und Rister seni :: „Flachsmann als Er
zieher".
*) Wenn nicht anders oemeiu, g 7 Uhr.
Eine Bärenjagd in 1900.*)
„Es ist ein Bär entsprungen Im Großenlindner Wald" Hört man von tausend Zungen, In Angst ist Jung und Alt.
Der Bärenführer war es, Ließ Vorsicht außer Acht Und bot so etwas Rares: Gelegenheit zur Jagd.
Wie sich die Jäger freuen Auf eine roilbe Jagd;
Wenn auch Gefahren dräuen, Ihr Mut ist angefacht.
Gar viele Jäger träumen Schon von dem Bärenfell Und ziehen ohne Säumen Mit Büchs' und Flint zur Stell.
Im Wald bei Großenlinden Hielt man die erste Jagd.
Der Bär w ar nicht zu finden, Kein Büchsenschuß erkrocht!
Im Schiffenberger Walde Hat dann „man" ihn gesehn; Man muß der Bestie balde Run doch zu Leibe gehen.
Es harrten dreißig Nimrod' Am Schiffenberger Wald. „Lebendig oder im Tod" Hieß die Parole bald.
Acht Handwerksburschen, mutig, Setzten ihr Leben ein;
Sie dachten, daß nicht so blutig Die Sache wohl würde sein.
Sie hatten sich gleich gesaget:, „Zum Lachen ist uns der Quark, Ein Jeder von uns, der waget Sein Leben für nur eine Mark."
Die Handwerksburschen, sie trieben Mit Knütteln den Wald ab schnell, Und achtsam die Jäger blieben Ein Jeder auf seiner Stell'.
Schon lange Zeit war verstrichen, Gezeigt hat sich nicht der Bär, Die Jäger sind nicht gewichen, Sin jeder träumt von der — Ehr.
Schon sagte sich mancher Waid- [mann:
„Nunwird mir dieSachezu dumm." Da plötzlich hebt dumpf und [breit an
Em seltsam graulich Gebrumm.
„Erbrummt,er brummt" so schreien Die Jäger einander zu, Hei, wie sie sich alle freuen. Nun hat die Ruhe Ruh.
Verstummtwar bald das Brummen, Jedoch der Bär kam nicht.
Wer waren da die Dummen? Das sah man auf manchem Gesicht. Der Bär soll kommen noch heute, Man weiß nichts von seinem Lauf. Ich glaube, chr guten Leute, Man band den Bären euch auf. Ein Treiber mit kräftigem Baffe Und Handwerksburschenhumor Gefallen fand an dem Spaße Und brummte den Jägern was vor. Die Treiber mit grinsendem Lachen, Sie strichen manch Markstück ein. „Macht öfters nur solche Sachen, Gern wollen wir Treiber sein."
Die Moral dieser Jägergeschichte Ist: Sttebstdunach Waidmannsehr, Dann, lieber Mitmensch, verzichte Auf — Bärenjagd ohne Bär.
E. G.
*) Vor einigen Tagen wurde in Gießen das Gerücht in Umlauf gesetzt, im Walde bei Großenlinden sei ein Bär gesehen worden. Wiederum gab es, wie in allen ähnlichen Fällen, mehr Leute, die an dieses thörichte Weihnachtsmärchen glaubten, als man hätte erwarten dürfen. Nun hat sich auch für den Leichtgläubigsten die ganze Jagdanekdote als erfunden erwiesen. Das gibt einem unserer Leser Veranlaffung zu obenstehenden Versen. D. Red.
GberheMe ziebesgabea für dir Frauen Transvaals.
Bisher gingen ein: L. Z. Mk. 1, M. 50 Pf., A. S. Mk. 3, N. Mk. 6. — Zusammen Mk. 10.50.
Die Expeditor, deS «tetzener AnzeiaerS.
Theater, Kunst und Wissenschaft.
— Aus Darmstadt meldet m Iroßherzog ernannte
während der Vorstellung von „Margar Sigrid Arnoldson zur
Kammersängerin.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische ©(meinte.
Montag den 31. Dezember. Sylvester.
Gottesdienst.
I« der Stadtkirche.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser.
2« der Joharrnesttrche.
Abends 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Dienstag den 1. Januar 1901. Neujahr.
Gottesdienst.
_ An der Stadtkirche.
Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Dr- Grein.
Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Kraus.
In der Johanneskirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche.
An diesem Tage nach allen Gottesdiensten besondere Sammlung für tue Armen.
Katholische Gemeinde.
Dienstag den 1. Januar.
m Fest der Beschneidung des Herrn.
Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe; Militärgottesdienst mit Predigt.
„ von 7 bis 9 Uhr ist das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt.
„ um 91/i Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 21/, Uhr: Fest-Andacht mit Segen.
Neueste Meldungen.
Berlin, 31. Dezember. Für den Schriftsteller Adolf Brand, der wegen Beleidigung des Reichstagsabg. Dr. Lieber zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wurde und- sofort in Haft genommen worden ist, ist ein Gnadengesuch unterwegs. Dr. Lieber hat, nachdem Brand ihn um Verzeihung gebeten, selber alle Schritte zu dessen Begnadigung gethan und auch bereits mit dem Reichskanzler deshalb Rücksprache genommen. Auch sind die diesbezüglichen Bemühungen Brands sowohl von Probst Neuber als auch vom Hofprediger a. D. Stöcker unterstützt worden.
Berlin, 31. Dezember. Der 11jährige Schüler Wilhelm Liersmann klagte am Freitag und Samstag über Mattigkeit in den Gelenken, Fieber und Kopfweh. Gestern sahen seine Mutter und die Flurnachbarin, daß der Knabe Ausschlag am Körper und auf dem Kopfe hatte. Der Arzt auf der Unfall-Station stellte die Diagnose auf Pocken und ließ den Knaben schleunigst nach der Charite überführen, wo er sofort in einer Isolierbaracke untergebracht wurde.
L o n d o n, 31. Dezember. General Sir H. C o l v i l l e, der kürzlich vom Kriegsminister Befehl erhielt, seinen Posten in Gibraltar zu verlassen, ist gestern in London eingetroffen und wird heute im Kriegsamt empfangen werden. Wie es heißt, sollen sofort Disziplinar-Maßregeln gegen ihn getroffen werden.
London, 31. Dezember. Der Kolonialminister hat dringende Telegramme an die Regierungen von Tasmanien, Victoria, Queensland und West-Australien gerichtet zur Anwerbung von Kolonialtruppen. Der Minister ersuchte ferner um Absendung von Pferden.
Enthebung von Glückttmnschbesuchen und von Zusendung von Glückwunschkarten zu Neujahr 1901.
Nachbenannte Herren und Damen haben weiter zu vorbezeichnetem Zweck unserer Kleinkinder Bewahranstalt Gaben zugewendet:
68. Lehrer Wörner. 59. Kaufmann Herm. Mettenheimer u. Frau. 60. Apotheker Dr. Caesar. 61. Kommerzienrat Louis Emmelius. 62. Apothekenbesitzer H. Dornberger. 63. Postsekretär Schraub. 64. Fabrikant Heinr. Eichenauer. 65. Kaufmann Ernst Blödner u. Frau. 66. Bäckermeister Fr. Hennings u. Frau. 67. Rentner Ph. Schwinn. 68. Agent Jean Boeck. 69. Kohlenhändler Klinke!. 70. Familie Melchior Schäfer. 71. Witwe Helfenbein. 72. Rollfuhrwerkbesitzer Lynker. 73. Bauunternehmer Winn u. Frau. 74. Frau Rechnungsrat Kalbfleisch. 75. Stadtverordneter Jean Kirch. 76. Dr. Kipper u. Frau. 77. Juwelier Carl Noll. 78. Dr. Koeppe. 79. Hotelbesitzer Mund. 80. Prokurist Carl Heil. 81. Photograph Uhl. 82. Stadtverordneter Wilhelm Löber. 83. Kaufmann H. F. Nassauer u. Frau. 34. Geh. Hofrat Professor Dr. Naumann u. Frau. 85.MMsanwalt u. Notar Römheld. 86. Emil Lotz Witwe. 87. Medhmalrat Dr. Haberkorn. 88. Fabrikant Adolf Noll. 89. Verlagsbuckhändler Otto Roth. 90. Architekt Hans Meyer u. Frau. 91. Frau Kommerzienrat Heyligenstädt. 92. Julius Schulhof. 93. Bildhauer Emil Kalbfleisch. 94. Stadtbaurat Schmandt. 95. Geh. Kirchenrat Professor D. Köstlin. 96. Kaufmann I. Happel u. Frau. 97. Professor Dr. Krüger. 98. Adolf Möhl u. Frau. 99. Weinhändler August Schwan. 100. Ingenieur P. W. Wilson. 101. Rentner Louis Kattrein u. Frau. 102. Bäckermeister Carl Steinberger. 103. Kaufmann Joseph Sauer u. Frau. 104. Fabrikant Georg Noll u. Frau. 105. Goldwarenhändler Heinrich Zimmer. 106. Architekt Heinr. Nikolaus. 107. Stadtverordneter Brück. 108. Kaufmann Carl Textor. 109. Gerber Carl Becker. 110. Stadtrechner Döpfer. 111. Dr. Curtmann. 112. Schreinermeister Christoph Weiß. 113. Bierbrauer Carl Weidig u. Frau. 114. Bauinspektor W- Endres. 115. Glasermeister Luh. 116. Kohlenhändler Fischer. 117. Zahnarzt Jäger. 118. Kaufmann Carl Zülch. 119. Gottlieb Nauheimer u. Frau. 120. Zahnarzt G. W. Koch sen. 121. I. H. Fuhr. 122. Heinrich Winn. 123. Lehrer Heinrich Will. 124. Lehrer Valentin Müller. 125. Kreisamtmann Boekmann. 126. Kreisamtmann Dr. Heinrichs. 127. Fabrikant Mylius.
Allen Gebern und Geberinnen sprechen wir für diese besondere Unterstützung unserer Anstalt mit ihren 240 Kindern unseren herzlichsten Dank aus.
Ferner danken wir noch besonders der hiesigen Freimaurerloge für das Neujahrsgeschenk von 50 Mk., das von Mitgliedern derselben auch in diesem Jahre der Anstalt übergeben wurde.
Gießen, den 81. Dezember 1900.
Der Borstarr- der Kleinkinder-Bewahranstaltr Dr. Naumann.
Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten
05409
Peter Berg und Fran, $tabt Marburg.
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Unseren werten Gä - mben und Bekannten 178
die Herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Georg Lauer und Frau.
Hastharrs zum Schwanen.
Meinen Freunden und meinen wertgeschätzten Gästen die Herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel.
Dutenhofen. Iagdschlößchen.
Jean Sorgen.
KM
I Unserer werten Kundschaft von Giessen und M Umgegend, sowie Freunden und Bekannten M
die herzlichsten Glückwünsche g
zum Jahreswechsel! K
Dr. Mettenheimer’s Mineralwasser-Fabrik. M iss Louis Lenz und Frau. W
Unseren werten Gästen, sowie Freunden und
Bekannten
05413
iie herzlichsten Glückwünsche I
«ElÄMW
zum neuen Jahre!
Eduard Cordes und Fran,
Bahnhofs-Restaurant in Lollar.
Ludwigsplaü 4.
191
Unseren Freunden und Bekannten
179
Wallthorstraße 28.
& herzlichen Glückwunsch zunr neuen Jahre!
S H. Koch und Frau.
Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten J
die besten Klückwünlche •
zum neuen Jahre! •
R. Schlabach Nachf., ®
Herzlichen Glückwunsch I
zum Jahreswechsel!
Gustav Skalizky, g
189 Wiener Cafe Grossherzog. W
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Unseren wetten Gästen, sowie Nachbarn und J
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§ herzlichen Glückwunsch ®
• zum neuen Jahre! O
Heinrich Monick. 9
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