Ausgabe 
1.1.1901 Zweites Blatt
 
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Dienstag den 1. Januar

131. Jahrgang

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Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Giefzen

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sei. Die Buren müßten entweder die Wafsen^undheit der Soldaten bessert sich täglich.

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Gratisbeitrqxn: Gießener Familienblätter, Der Hesfische Landwirt, KlStter für hessische Volkskunde.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Zchulstratze Nr. 7.

DerFranks. Ztg." wird aus Tientsin gemeldet: Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß der Abschluß des Frie­dens nicht vor einigen Monaten zu erwarten ist. Der Krieg wird sich sehr wahrscheinlich in eine Okupa-

Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Aus­landes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Sietzen.

Fernsprecher Nr. 5L

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Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.

Die Bure«.

Eine oberhessische Liebesgabe au die Frauen Transvaals.

Einige Damen Gießens haben sich entschloffen, unter den Frauen und Jungfrauen Oberhesiens eine öffentliche Sammlung zu veranstalten für die von der Kriegsnot herm- gesuchten unglücklichen Frauen Transvaals. Eine der Damen hat ein Gedicht verfaßt, das der opfermutigen Gattin des ehrwürdigen Präsidenten von Transvaal als nachträglicher Weihnachtsgruß übersandt werden soll, sobald eine gewisse Summe milder Gaben aus oberhessischen Frauenhänden ge­sammelt worden ist. Damit dieses Weihnachtsgeschenk nicht gar zu verspätet bei den darbenden Burenfrauen eintrifft, möchten wir unsere werten Leserinnen bitten, recht bald die ihren Milschwestern zugedachten Beiträge au die Expe­dition des Gieß. Anz. gelangen zu laffen. Da-Gedicht lautet:

Deutscher Frauen Weihuachtsgrutz au Fra« Kruger.

Weihnachtsglockenklang.

Froher Engclfang, Töne hell durch alle Lande, Knüpfe fester all« Bande, Welche Treue schlang. Gibt« ein fester Baud, Seit die Erde stand, AlS die alte deutsche Treue? Aus! Wir schwören sie aufs neue Heut' mit Herz und Hand.

Trm gedenken Dein

Drum beim Kerzevschein,

Heldeuweib aus Transvaals Auen, Heute alle deutsche Fraum, Bittend klingt es drein:

Helles WtihnachtSlicht, O, erlösche nicht!

Leuchte in die stille Kammer, Drin um ihres Balke« Jammer Schier das Herz ihr bricht." Gieb ihr Fried' und Ruh, Engel, rüst ihr zu:

Sei getrost, nach blutgem Kriege Führt Euch Gott empor zum Siege, Bald schaust Großes Du:"

Gott sei immerdar Mit der Burenschar! Seine Treue wird Euch lenken Und nach heißem Kampf Euch schenken Bald ein Friedenöjahr.

Erscheint täglich mit Ausnahme des

Montags.

Die Gießener Aamilieuölätler werden dem Anzeiger im Wechsel mitHess. Landwirt" u.Blätter für hefs. Volkskunde" wochtl. 4 mal beigelegt.

ch wu n d e n niederlegen oder den Kampf allein fortsetzen.

Nr. t Zweites Blatt

China.

«US Peking meldet vom 30. Dezember HavaS: Prinz Tsching und Li-Hung-Tschang teilten den Gesandten

Amtlicher Heil.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Abhaltung der Biehmärkte.

Die für den 8. und 29. Januar 1901 vorgesehenen Viehmärkte zu Gießen können unter den bisher mehrfach bekannt gegebenen Bedingungen abgehalten werden. Sollten dabei wieder Viehhändler, wie eS seither vielfach geschehen, die Schutzbestimmungen übertreten, oder Seuchenverschleppungen siattfinden, so werden wir genötigt sein, die Märkte in größerem Umfang zu verbieten.

Gießen, den 29. Dezember 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

GießenerAnzeiger

General- Unzeiger

1 Nahm unb :

ounfdje :e.

ein kaiserliches Edikt mit, worin der Kaiser von China erklärt, China nehme die Note der Mächte an, und Li-Hung-Tschang und Tsching ermächtigt, die Verhand­lungen zu eröffnen. Auch bittet der Kaiser um Ein­stellung der Feindseligkeiten.

Diese Nachricht kommt doch etwas überraschend, da man nicht aus eine runde Annahme, wohl aber auf Vor­bringung von Bedenken, Zweifeln und Beschwerden vor­bereitet war, die eine Hinhaltung und Verzögerung der Ent­scheidung erwarten laffen. Man wird vorläufig noch nähere Nachrichten abzuwarten und Meldungen mit Rückhalt auf­zunehmen haben.

Als ganz unabhängig von der Frage des Zustande­kommens einer friedlichen Vereinbarung mit der chinesischen Regierung wird man die Fortführung der militärische« Operationen in Petschili betrachten müssen, die in keiner Weise unterbrochen wird, und au deren Notwendigkeit man nicht zweifeln kann. Die neueste Meldung des Feld- marschallS Grafen Waldersee vom 28. dss. MtS. aus Peking giebt an: Am 24. hat Compagnie Knörzer Regi­ments 3 im Gebirge nordwestlich Mantcheng (22 Km. nord­westlich Paotingfu) etwa 500 Mann chinesischer Truppen zersprengt und anrückende Verstärkungen geworfen. Ein Detachement unter Oberstleutnant Pavel (Kommandeur des 2. Infanterie Regiments) ist von Peking nach Tshangpingtshou und Nankou (37 und 43 Km. nordwestlich Peking) entsandt.

Wie wenig sicher die Zustände in Peking selbst noch sind, geht auch daraus hervor, daß vor einigen Tagen mehrere englische Soldaten in der Nähe des Himmels­tempels erschossen aufgefunden wurden. Die Festnahme der Mörder ist noch nicht gemeldet worden.

Telegramme deS Gießener Anzeigers.

Loudon, 31. Dezember. Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 29. Dezember: Die Lage in Kapstadt tst un­verändert: Die Buren, die von Osten her in die Kolonie eingedrungen sind, haben sich in kleine Abteilungen zerstreut, die das Land durchziehen, während sie Verstärkungen von Norden her erwarten. Im Westen dringen die Buren gegen Carnarvon vor, verfolgt von den Generalen Delittle und Thornikorff. General Frevch hat Wentersdorp besetzt. General Clemens stieß aus Widerstand an der Grenze von Rustenburg. Die Kolonne Knox und die Brigade Rohes verhindern Dewet, nach Süden vorzudringen. Ein zweites Telegramm des Lord Kittchener aus Pretoria vom 30. Dez. berichtet: Lord Littleton meldet, daß die Buren am 30. Dezember sich des Postens von Helvetia bemächtigt haben. Die Engländer verloren 50 Tote und Verwundete und 200 Ge­fangene. Wie es heißt, wurde dieser Posten später von den Engländern, nachdem die Verstärkungen aus Belfast eingetroffen waren, zurückerobert.

London, 31. Dezember. Der Sachverständige, der vom Kolomalminister Chamberlain mit der Untersuchung der Finanzlage in Transvaal und Oranje-Freistaat be­auftragt ist, hat gestern London verlassen und begiebt sich nach Nrpstadt, wo er 6 Monate Aufenthalt nehmen wird.

Loudon, 31. Dezember. Wie aus Burgersdorp gemeldet wird, ist eine neue Buren-Kolonne in die Kapkolonie eingefallen. Ein weiteres Kommando wird von Steinburg her erwartet.

Marseille, 31. Dezember. Ein Offizier des Dampfers Guadal-Äiivir, der vorgestern im Hafen einlief, erklärte, daß der Dampfer seit Beginn des südafrikanischen Krieges fort­während Kriegs-Kontrebande nach Lorenzo Marquez transportierte, ebenso der Dampfer Gironde. Letzterer hatte die Transporte jedoch seit einiger Zeit eingestellt. Em dritter Dampfer, so erklärte der Offizier weiter, fahre zur Stunde noch immer weiter fort, Geschütze unter der Marke: landwirt­schaftliche Geräte, nach Lorenzo Marquez bezw. Transvaal zu transportiere«. _______________

Deutsches Reich-

Berlin, 30. Dezember. Die Abreise des Kaise ; nach Hamburg erfolgt am 2 Januar abends- Am . Januar wird der Kaiser der Vo^tellung rm Neuen ^ut scheu Theater beiwohnen. Die Rückkehr nach dem Neu n Palais findet am 4. Januar nachmittags statt.

- Prinz Heinrich von Preußen ist durch dra binettsvrdre vom 12. Dezember ab. 1 Sonuaj: fut: einig Zeit zu seiner Information nach Berlin kommanor Dem Wunsche des Kaisers entsprechend wird Prinz yernrny.

Diese Verse sollen, wird uns weiter geschrieben: als nach­träglicher Weihnachtsgruß mit einer Gabe für die ver­witweten und ihrer Habe beraubten Burenfrauen an Frau Präsident Krüger gesendet werden. Würden sich in Gießen und Umgegend nicht noch mehr Frauen und Jungfrauen finden, die mitwirken möchten, der schwer geprüften Dulderin eine Freude zu machen und den armen leidenden MÜschweftern eine Gabe zukommen zu lassen? Viele kleine Scherflein geben auch ein Großes."

Noch ist an Frieden in Südafrika nicht zu denken, da fängt England bereits an, seinen Anteil an der portu­giesischen Erbschaft einzuheimsen. Es ist kerne Hoffnung vorhanden, daß der Verkauf von Lourenzo Mar­quez, dem wichtigsten Punkte dieser Kolonien, das Signal für die Liquidation der portug res rsch e n Kolo­nien in Ostafrika überhaupt ist. In hresem FE würden wir jetzt sofort nach unserem nörlrchen Anteil greifen können auf Grund des Delagoa-Abkommens. Aber das Bündnis Englands mit Portugal wird es schon so ernzu- rfditen wissen, daß die Engländer immer in dem Augen­blicke, wo es ihnen paßt, Portugal zur Liquidation eines weiteren Stückes des ostafrikanischen Besitzes veranlassen, während sie gleichzeitig auf Grund dieses Bundnrsses den

* men.

Telegramme deS

Wilhelm shafen, 31. Anzeigers.

v. Hopfner ist vom Kommando^r. General-Major gade enthoben. General-Major * ystaftatischen Bri- . beiden nach Ostasien entsandten (soee<ner befehligte die Gründe seiner Enthebung vom stom^one ^ber die Meldungen noch nicht vor. liegen nähere

London, 31. Dezember. DerTrM

meldet seinem Blatte aus Peking Chrn -- ^nk den Mächten unterbreiteten Frrederrsbedrrü J{c üon nommen. Die Regierung steht rm Begriff, a der aufgeführten Punkte durch ernen Spezralge»^ Peking zu melden und ersucht dre Machte, dre n..

Operationen einzustellen. 'cheir

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Wenzen' , sowie latavia-Arak ehe Kognaks Wallnüsse iselnüsse afel-Wanden lalitdten [eis. gtltpljon 46. Maus, rylvefteroacht:

^utschland für die Zukunft einmal versprochenen Anteil ^englischen Kapitalien für Deutschland allmählich wert mathad)en ^den. Es ist wünschenswert, daß der diplo­id und Schleier, der über den Delagoa-Vertrag gebreitet hnr England vot Portugal längst gelüftet haben wird, Deutschen Volke fortgezogen wird.

pinpm Wai500 Buren unter Ben Viljoen griffen mit Näb^von Meschütz eine Abteilung von 24 Mann in der Ä Stellungberfontein (nördlich von Boksburg) an. von Boksbura^^e tapfer verteidigt, bis Verstärkungen Buren aelana ^afen, welche die Buren vertrieben. Den fnVtein unÖb bie Batterien von New-Klein- Ljj en ,u v e rllm es zu beschädigen und die namitwerke in BraMt e n- Sie versuchten auch die Dy- den Kafferu gelöscht, u stecken, doch wurde das Feuer von Am 28. tarn es 20 - ......

,u einem Gerecht ito"imeter östlich von S t a n d e r t o,l tie Nahrungsmittel aus'" ®ut^n

Aus feiten der Briten wu^er »arm sortschasfen wollten, gelang es ihnen, die Nahr.zwer Mann verwundet, doch Ein Telegramm Lord Kit?-nrttel mttzunehmen.

d. M. meldet: Während eine'ers aus Pretoria vom 28. lingSftab operierende Abteilu. der Nahe von Greh- Gefecht mit dem Feinde verwickfnter Colville in ein feindliche Abteilung Colvilles Traivar, griff eine andere mit einem Geschütz unter Kapitän- Eine Kompagnie den Angriff zurück! Radrlyfse und ein1*" d c ly ff e schlug den verwundet, 8 Mann getötet, 27 m-rer Kapitän wur- vermißt. Kitchener fügt hinzu, daß östdet, 20 werden sehr tapfer hielt. Kompagnie sich

Der Treck der Buren westwärts üb ,

in der Nähe von Vryburg besteht aus 4re Ersenbahn 800 wohlbewaffneten, mit Geschützen versehMrren und und soll nicht, wie ursprünglich angenommen Mannern Deutsch-Damaraland, sondern nach Barotsioe, nach stimmt sein, das sehr dünn bevölkert und fruchtbar d be- Barotseland sieht unter ber Koni"elle der.Charter Das panv Man glaubr in London, Die Ampwauoero<nLom- einen Einfluß auf das Ende des Krieges haben, nnc Nach einer Meldung aus Kapstadt verständigte L Botha alle Buren-Anführer, Krüger habe telegraphri - . , . , , . , , - , - t-r--

daß jede Aussicht auf eine Intervention gLion verwandeln. - Das Wetter ist vortrefflich und die

Ursachen längs der Eisenbahn viel Unruhen und es finde« lch Expeditionen statt. Die Franzosen haben bei ihrer Expedition einige Verluste gehabt.

einenKöln. VolkSztg." veröffentlicht eine Zuschrift von vom LdzugSteilnehmer aus China, nach der alle Soldaten, eh new bis zum letzten Mann sich nach der Rückkehr ProletarSisher sei von den Chinesen nur unschuldiges uahmsloS tötet worden, während die Schuldigen fast auS- den Abzug ben seien und im Innern sowie im Gebirge versicherten dremden abwarten. Katholische Missionare n anderer Weriefschreiber wiederholt, daß, wenn nicht )er Missionüs bisher vorgegangeu würde, die Lage der Truppen schlsie der anderen Europäer nach Abzug Einer Meldung sein werde als vorher.

Witwe insgeheim, wrSchansi zufolge hat die Kaiserin­residierte, einen 15jähr der chinesische Hof in Taiyanfu neuen Kaiser ernalr-naben Namens Tunghsu zum aber verboten. Der nete>jne Proklamierung desselben Sänfte mit nach Singanfuffer wurde in einer gelben