Nr. 203 Zweites Blatt.
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Das deutsche Hilfskomite für Oftafien hält am 31. August, vormittags 11 Uhr, eine Sitzung im Reichstagsgebäude zu Berlin ab. Die Kaiserin hat ihr Erscheinen zugesagt. Außerdem werden Delegierte aus allen Teilen Deutschlands zur Teilnahme eintreffen. Auch das
Am 3. August morgens 426 Uhr setzte sich in Hagenau der Militärsonderzug, der uns nach Bremerhaven bringen sollte, in Bewegung. . . . Die erste größere Raft war in Karlsruhe. Hier waren Tonnen mit Wasser zur Er-
Gibraltar. Die zweite Postkarte, aus Port Said, 17. August datiert, meldet die am Bortage erfolgte glückliche Ankunft dort. Sie zeigt in künstlerischer Ausführung die Zitadelle und Kalifeugräber, den Koloß Ramses II. in Memphis, Sphinx und Pyramiden, sowie eine Wüstenlagerstätte. Ein längerer Brief ist vom 15. August datiert. Er erzählt u. a. folgendes:
ES liegen uns zwei Postkarten und ein Brief, geschrieben an Bord des Transportdampfers „Phoenicia", vor. Die erste Postkarte, durch das kaiserlich deutsche Marine-Postamt bestellt, ist vom 9. August datiert und schildert die Ovationen, die den nach China gehenden Soldaten in Schwetzingen, Darmstadt, Sachsenhausen, Gelnhausen, Göttingen, Hannover und Bremerhaven entgegen»
1. September wieder in Berlin sein, um der großen Herbstparade beizuwohnen.
Die „Köln. Ztg." gibt ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß in der Presse aller Länder von dem vielgepriesenen Einvernehmen, das allein dauernden Ersatz verbürge, nicht mehr viel zu verspüren sei. Ueberall verdrängen Mißtrauen, Mißgunst, Neid und Verketzerungssucht die großen Gesichtspunkte, die den Truppen der Zivilisation in ihrem an Mühsalen und Entbehrungen reichen Kampfe der Gesittung gegen die Barbarei den moralischen Halt geben. Hoffentlich halten sich die Regierungen von solch kleinlichen Empfindungen frei; aber auch dies könne man nicht fordern, wenn ein Mann von der Stellung des Fürsten Uoh- tomski sich einem New - Yorker Zeitungsberichterstatter gegenüber zu Beschimpfungen Deutschlands und des deutschen Kaisers hinreißen lasse. Wenn sich solche Gesinnungen jetzt bereits breitmachen, wo die rein militärische Arbeit in China noch weit davon entfernt sei, beendet zu sein, so seien die Aussichten, die viel schwierigere politische Abwickelung so zu Ende zu führen, daß zukünftig eine Wiederholung ähnlicher Dinge in China unmöglich sei, recht trübe.
Der Wiener „Pol. Korr." zufolge befestigt sich in dortigen diplomatischen Kreisen die Ansicht, daß Wald er fees Mission nicht ausschließlich militärischen Charakters sei, i sondern daß sich dieselbe ausschließlich zu der Rolle eines
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Kanonenboot „Tiger" dampft nach Amoy, da der dortige deutsche Konsul um schleunigste Entsendung eines Schiffes gebeten hat. AuS London wird gemeldet: Ein in Schanghai eingetroffenes Konsular-Telegramm aus Amoy vom Montag erklärt: Die Japaner richteten ein Geschütz auf das Damen des Taotai. Die Lage ist drohend. Der Taotai protestiert gegen die Landung von Truppen als einen Bruch des Übereinkommens mit den Bizekönigen und erklärt sich außer Stande, die Ordnung zu wahren, falls die Truppen nicht zurückgezogen werden. Der Bizekönig von Fakten erbat britische Intervention. Das amerikanische Kanonenboot „Caftine" ist nach Amoy beordert.
Der deutsche Gesandte Mumm von Schwarzenstein ist in Schanghai eingetroffen.
Die Nachricht von der Niederlage der verbündeten Truppen in Peking wird in Berliner unterrichteten Kreisen für gänzlich unzutreffend bezeichnet. Man hält diese Nachricht ebenso wie die Meldung von einer seitens Rußlands angeblich bereits eingeleiteten Friedensverhandlung für unzutreffend. Der Person des Vizekönigs Li-Hung-Tschang dürste man sich besonders deshalb bemächtigt haben, um von ihm verschiedene Einzelheiten zu erfahren, die bei den Friedensverhandlungen im Bordergrunde des Interesses stehen.
In Shanghai ist eine Verschwörung entdeckt worden, die den Zweck hatte, die ganze Stadt mit allen Gebäulichkeiten niederzubrennen. Den europäischen Militärpersonen und den Beamten ist es verboten worden, nachts auszugehen. Die Lage ist sehr kritisch.
Der französische Admiral Courrejolles hat dem Marine- miulfter Laneffan einen von dem russischen Admiral Hilte- brandt unterm 9. Juli an ihn gerichteten Brief übersandt, worin die vortreffliche Haltung der französischen Marine- Soldaten bei der Einnahme von Taku hervorgehoben wird. Der Brief schließt mit dem Ausdruck der Freude darüber, daß dre französisch-russische Waffenbrüderschaft durch eine so glänzende Feuerprobe geweiht worden sei. Admiral Courrejolles telegraphiert, er schicke ein Kanonenboot nach Shanghai mit der Weisung, den Yangtsekiana hmaufzufahren.
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politischen Oberkommandanten herausbilden dürfte.
Nach einem Telegramm aus Bremerhaven gelangt der erste Truppennachschub für das ostafiatische Expeditionskorps am Freitag zur Einschiffung. Heber die Anwesenheit des Kaisers verlautet, daß er jedenfalls am zweiten Ausreisetage, den 4. September, in Bremerhaven Kaiser tonn' am 31" Äuauft I Stacht wurden, sowie in kurzen Worten" die^Reffe^biS
Kaiser schon am 31. August etntrtfft; er würde dann am I r'r " *** — - -
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Die österreichisch-ungarisch en Kreuz er Kaiserin Elisabeth und Aspern sind nach Schanghai weiter Gegangen. Für die 3. indische Brigade sind Befehle ein. gegangen, in Hongkong anzuhalten. Viele chinesische Handelshäuser stellen ihre Verschiffung nach Amoy mit Rücksicht auf die Besetzung Amoys durch die Japaner ein. Nach Berichten vom Westflusse bewegen sich chinesische Truppen auf 15 Dschunken in der Richtung auf Wutschau, einem Vertragshafen etwa 250 Kilometer oberhalb KantonS. Das Vorgehen der Japaner '"«moy erregt in Hongkong ungemeines Aufsehen, auch in englischen Kreisen. Die deutsche Geschwader- > ——» «.uu^aic cmirejyeu. rrucy oas
otoifion die, wie aus Hongkong gemeldet wird, einen I Kriegsministerium und das Reichs-Marineamt haben Dele- vorzüglichen Eindruck macht, bleibt deshalb vorläufig dort, nur das Linienschiff „Wörth" geht nach Taku ab. Das
Die Wirren in China.
Der zweite Admiral des deutschen Kreuzergeschwaders, Kontre-Admiral Kirchhoff, telegraphiert aus Taku vom 26. August: Kapitän Pohl meldet aus Peking vom 22. August: Die Kompagnie Hecht mit 94 Mann und Proviant ist heute hier eingetroffen. — Generalmajor v- Höpfner meldet unter dem 24. August aus Tientsin: DaS 1. Bataillon muß jetzt in Peking fein; die Meldung steht noch aus. Die Bahn von Tientsin nach Yangtsun ist in Betrieb, die Strecke Yangtsun-Pcking in absehbarer Zeit "°ch nicht- Ich trete den Vormarsch auf Peking bis Nang- tsun zum Teil per Bahn am 24. August an.
Ein undatierter Bericht des amerikanischen Gesandten LÄ5I, ^2000 Deutsche, also das 1. Seebataillon, that- Schuch m Peking eingetroffen feien. Auch russische Truppen werden, wie Reuter mitteilt, fortwährend von Taku und Ttentfin nach Peking vorgeschoben. Sie sind offenbar be- ftS» Oberhand die Besatzung der Hauptstadt zu ver- stärken, denn wir haben eine Reutermeldung, daß die ver- bündeten Truppen am 21. August von Peking aus den Vormarsch nach Süden angetreten und nur „einige Mannschaften" «um Schutze der eingeborenen Christen zurückgelassen haben. Die Japaner sollen den kaiserlichen Sommerpalast besetzt ®nhÜCTUtI^ ?a8 9agbf4Io6 in dem Nanhaitsepark im ©üben der Stadt Welchen Zweck die Verbündeten mit
Voicharsch nach Süden verfolgen, ist nicht ohne weiteres klar. Die Hoffnung, jetzt noch der kaiserlichen Familie hab- past zu werden, nachdem sie einen Vorsprung von etwa zehn ^agen hat, erscheint kaum erfüllbar, es sei denn, daß Kavallerie der Verbündeten die Bedeckung der Kaiserin gestellt rirfL'r fkft!aIre;räß Verstärkung eintrifft. Wahrschein- fubIr^ °on Peking eine stärkere chinesische ^^671010^1 gemelbet worben ist, mit ber, ba die mili- tart)<9e Bermchtung bed Gegners bas Ziel jedes Heerführers W Sr^<_a^0erc^net werben muß. Man erinnert sich dabei der früheren Nachricht, südlich von Peking habe sich eine Hinesische Truppenmacht verschanzt, die von den befähigtsten chinesischen Generälen befehligt werde, und der andern, die gutgeschulten Truppen YnanschikaiS rückten von der Grenze SchantungS auf die Hauptstadt vor. Nächstes Ziel dieser -Bewegung der Verbündeten scheint Paotingfu zu fein, denn vom 26. dS. wird aus Tientsin von japanischer Seite gemeldet, daß die Besetzung dieser Stadt durch japanische Truppen in Aussicht stehe, von Taku aus sollen japanische Streitkräfte direkt nach Paotingfu unterwegs sein. Pao- tmgfu war ehemals, bevor der Sitz des Generalgouverneurs nach Tientsin verlegt wurde, die Hauptstadt der Provinz Tschilt. Bis zu dieser Stadt war die Luhanbahn (Peking- I Hankau) ausgebaut, und hier begannen im Frühjahr die Boxer ihr Zerstörungswerk und ihren Raub- und Mordzua «ach Norden. 8 a
Nach Bekanntmachung des ältesten Admirals waren am 18. folgende Truppen ausgeschifft: von England 189 ^jnätcie, 5942 Mann, von Amerika 155 Offiziere, 4470 iTe£ranrrei^ 115 Offiziere, 2903 Mann, von YqIao " Osfizlere, 2<7 Mann, von Japan 573 Offiziere, ü°n Rußland 275 Offiziere, 11500 Mann fin? r 13^ °^icrc und 44 600 Mann.) Das tTiebsläbch "'Schanghai soll am 7. September be- mebsfahlg fern. Nach einer Meldung des Kommandanten ^etiM n^mmrr l-V“ ^graphische Verbindung mit Peking noch immer häufigen Störungen ausgesetzt. I 25 ™r«U rtlitb au8 Tientsin Dom
25. August gemeldet 50 Amerikaner sind heute hier I von Peking an gekommen, nachdem sie fünf Ta« »u Sch.fi g-r-tst sind. Die amerikanisch- Intendantur triM Vorkehrungen, um ausgedehnte Winterquartiere in Tongku einzurichten. 4 ,ere ln
Telegramme bed «ieheuer Anzeigers.
Bremerhaven, 30. Ausust. Hier sind lange Züge I mit Material cingetausen. Auf der „Darmstadt" werden I die für den Grafen Waldersee und fein Gefolge bestimmten Equipagen verstaut. Die Reihe der neu hinauogeheuden Schiffe eröffnen am Freitag „Palatia", „Darmstadt" und I „Andalusia", die rund 3950 Mann und 180 Fahrzeuge I mit sich nehmen. Sie werden heute abend Har zum Auslaufen sein. Auch „Hannover", „Krefeld", „Roland" und I „Valdivia" hofft man bis dahin ebenso weit zu bringen.
L o n d o n, 30. August. Der hiesige chinesische Gesandte I erklärte, Li-Hung-Tschang sei noch in Shanghai. Er, I der Gesandte, habe noch am 26. August ein Telegramm von ihm erhalten. — Der „Seeadler" fährt heute nach Hongkong. _ - xv
London, 30. August. Aus Peking wird gemeldet: Die Amerikaner und ein Teil der E n g l ü n d e r besetzten die Mauern der Chinesen ft adt, um einen I eventuellen Anyriff von Süden her zuruckzuweisen. Der Fr e m d e n - K i r ch h o f ist in unerhörter Weise geschändet worden. Die Einzelheiten hierüber sind solcher Natur, daß sie nicht veröffentlicht werden können. Jeder Tag bringt neue Enthüllungen über die von den Chinesen verübten Schon d that en. Unter den Europäern herrscht allgemein die Ansicht, die Chinesen müßten eine exempla rische Strafe erhalten, damit das Volk sich zeitlebens daran erinnert. Mau ist ebenfalls der Meinung, daß wenn die K a i s e r st a d t nicht dem Erdboden gleich gemacht und der Palast nicht zerstört wird, die Chinesen dies als ein Zeichen von Schwäche auslegen würden, wodurch die Aussicht auf neue Unruhen noch vergrößert werde. (Das ist eine Ansicht, die wir durchaus nicht teilen können. Dadurch wäre u. E. nichts gewonnen, und es würde den Chinesen durchaus nicht den Eindruck hinterlassen, worauf es wesentlich ankommt, daß wir eine Häher stehende Zivi lisation besitzen als bae ihrige. D. Reo.)
London, 30. August. Die Absendung einer vierten Brigade nach Shanghai ist infolge eines Befehles rückgängig gemacht worden. Die Brigade begiebt sich nach Amoy.
London, 30. August. Aus Shanghai wird vom 29. August gemeldet: Ein französisches Bataillon, ist hrer gelandet. Der englische General Creab hielt eine Truppenschau über die internationalen Truppen ab.
London, 30. August. Aus Tientsin wird vom! 29. ds. gemeldet: In der Umgegend ist alles ruhig. Circa 1000 Mann russische Truppen sind nach Peking abgegangen.
Washington, 30. August. (Kabelmeldung der „Paris-Nouvelles") Infolge einer gestern abend abgehaltenen Konferenz beschloß der Präsident Mac ttinley, heute morgen einen Ministerrat abzuhalten, um über die von den europäischen Mächten mitgeteilten Noten zu beraten. Es verlautet, daß die Regierung, welcher der Ton der europäischen Noten mißfallen hat, beabsichtige, den General Chaffee und die amerikanischen Truppen aus China sofort zurück- zurufen. (?)
Washington, 30. August Gestern wurde im Ministerrate die Antwort Rußlands auf die amerikanischen Vorschläge diskutiert. Obgleich der Wortlaut der Antwort nicht veröffentlicht wird, heißt es, Rußland hätte die Beschuldigung, eine Einzel-Politik in China zu betreiben, zurückgewiesen und erklärt, dieselbe Politik wie die Vereinigten Staaten zu verfolgen. Rußland fort ebenfalls Unterhandlungs - Vorschläge gemacht haben, die von den Vereinigten Staaten als verfrüht abgelehnt worden feien.
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