Ausgabe 
31.1.1900 Zweites Blatt
 
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Kinder des Südens sehen. Doch ist die Mehrzahl der hier genossenen Früchte schon aus nördlicheren Zonen, von der Neviera, Nizza, Genua und dem Gardasee. Die besten, hier zum Verkauf kommenden Apfelsinen sind die Mes- sinaer. Freilich erreichen alle diese Früchte nicht dre^Lußrg- keit, als wenn sie reif in der Heimat genossen werden. Des weiten Versandes wegen müssen sie schon vor Guitritt der völligen Reife gepflückt und verschickt werden, und erreichen unterwegs die zum Genüsse erforderliche Reife, ohne je­doch ganz den Wohlgeschmack zu erlangen. Immerhin bleibt die Apfelsine eine von jedermann begehrte Frucht, die wie alle Obstsorten noch den Vorzug hat, daß sie sehr gesund ist. * *

** Militär - G o t t es d i e n st. In Ergänzung unseres Berichts über die Feier des Geburtstages Sr. Ma­jestät des Kaisers teilen wir hier noch mit, daß auch in der Synagoge, wie alljährlich, Festgottesdienst stattfand, zu dem die israelitischen Militärs befohlen wurden.

** Personalnachrichten der Eisenbahndirektion. Ernannt wurde der technische Bureaudiätar Neuhaus zu Mainz zum technischen Ersenbahn-Sekretär, und der Stations-Assistent Neurath zu Mainz zum Güter-Ex­pedienten. Versetzt wurde der Bureaudiätar Hüger von Münster i. W. nach Mainz, die Güterexpedienten Wittich von Mainz nach Kirn, und Thomas II von Mannheim nach Mainz, und per^Stationseinnehmer Draser pon Mann­heim nach Mainz. Pensioniert wurde der Stations-Ver­walter Hedrich zu Höchst-Neustadt. Die Prüfung haben be­standen : zum Eisenbahnassistenten die Stationsaspiranten Schäfer II und Eckhard zu Ingelheim, Hillemann zu Pfed­dersheim, Lüllemann zu Nierstein, Joseph zu Osthofen, Mertens zu Seligenstadt, Boye zu Boppard, Engel II zu Mombach, Lingenfelder zu Münster a. Stein, und Töpfer zu Bischofsheim; zum Kanzlisten der Kanzleiaspirant Weidig zu Mainz, zum Bahnmeister die Bahnmeister- Aspiranten Grim zu Kreuznach, Schmitt zu Bischofsheim, und Dammel zu Darmstadt.

** Ein schlechter Monat. Wenn im November oder Dezember der Tag vor morgens 9 Uhr nicht durch die Fenster scheint, ja wenn es überhaupt nicht recht Tag werden will und schon um die Nachmittagsstunden die Dämmerung sich herniedersenkt, da tröstet man sich in dieser lichtarmen Zeit mit der Hoffnung auf Besserung, wenn der Januar erst einmal kommt; denn dann wird es der Regel nach heller und die Tage fangen an länger zu werden. Diesen Trost macht der Verlauf des heurigen Januars buchstäblich zu Wasser. Lichtarm wie der November und Dezember will es, obwohl wir sich dem Ende des Monates nähern, vor 9 Uhr morgens nicht Tag werden, ja tagsüber herrscht eine Trübung, die es überhaupt nicht recht Tag werden läßt. Dazu ununterbrochene Niederschläge, Sudel-, Patsch- und Matschwetter. Die Arbeiten im Freien werden gestört. Daß bei solch abnorm schlechten Witterungsver­hältnissen der menschliche Gesundheitszustand ganz merklich beeinflußt wird, ist leicht begreifbar. So macht sich unter anderen Krankheiten die Influenza in vielen Orten wieder bemerkbar und fordert ihre Opfer insbesondere aus den Kreisen des Alters. Unter den Kindern herrschen Scharlach und Diphtheritis. Man ist so leicht geneigt, wenn das Thermometer ein paar Grad unter Null steht, über Kälte zu klagen, mit Unrecht, wie uns die jetzige trübe, feuchte Wetterlage zeigt.

§ Großen-Linden, 29. Januar. Am ver­flossenen Samstagabend hielt der hiesige Turnverein fein Winterfest im Weigand'schen Saale ab. Der Saal war gedrängt, voll, denn das Programm hatte Erwartung und Spannung in den beteiligten Kreisen erzeugt. Der erste Teil desselben brachte zwei Theaterstücke, einen Ein­akter und einen Dreiakter. Beide Stücke wurden, auch in den weiblichen Rollen, von jungen Turnern gespielt und boten so ziemlich das höchste Maß von Vollendung, was füglich in dieser Art verlangt werden kann. Es wurde flott gespielt und Massenszenen, wie der Kegelklub zu Kugel­hausen, ließen erkennen, daß viel ernstliche Mühe auf oas Gelingen eines so schwierigen Zusammenspiels verwendet

worden war. Der zweite Teil des Programms ließ uns sechs lebende Bilder sehenAus Deutschlands größter Zeit", aus dem Kriege 1870/71. Von der Rampe der Bühne herunter wurde uns die große Zeit in Versen vor das geistige Auge geführt, an passender Stelle öffnete sich dann der Vorhang und zeigte in bengalischer Beleuchtung ein Bild aus den Leiden und Freuden des Kriegers, während gleichzeitig die Musik ein zu dem Bilde passendes Lied anstimmte. Da wurde gezeigt des Kriegers Abschied, Hel­dentod, Weihnachten in Feindesland, heimkehrende Sieger und Glücklich zu Haus. Erbebend wirkte das alles zusam- men, und mancher anwesende ehemalige Krieger aus 70/71 saß still und gedankenvoll, als er im Bilde wiedersah, was er selbst einst durchlebt hatte. Das sechste und letzte Bild, Apotheose, war eine Huldigung für unseren jetzigen Kaiser und zugleich ein Zeichen, daß das Winterfest auch Kaisers Geburtstag nicht vergaß. Mit echt turnerischer Gewandtheit wurde jetzt die Bühne abgebrochen, um dem nachfolgenden Tanz den nötigen Raum zu schaffen. Zwischen den Tänzen erfreute der überaus rührige und fleißige Verein noch durch Freiübungen, die sehr exakt ausgeführt wurden, und ferner durch den frischen einstimmigen Gesang schöner Vaterlands­lieder. Dies alles hinterß einen sehr guten Eindruck; man sah, daß Zucht und Ordnung, eifriges Bemühen in jeder Hinsicht bei dem jungen Verein mit fast nur jungen Mitgliedern vorhanden sind. Gerade durch diese Eigen­schaften wird er weiter wachsen und blühen und der Jugend in ihrem frischen Drange ein Ziel, einen festen Halt bieten.

O Ranstadt, 29. Januar. Die G eburtstagsfeier des Kaisers, die der hiesige Kriegerverein gestern abend veranstaltete, war eine recht gelungene. ES nahm daran der Gesangverein, die meisten hiesigen Einwohner und eine An­zahl Leute von auswärts teil. Der Vorsitzende des Krieger­vereins, Herr Lehrer Kretzmüller, hielt eine dem Tage angemessene Festrede. Herr Pfarrer Wolf ergriff hierauf das Wort; er schildert in einem etwa 2stündigen Vortrag Land, Leute und Geschichte von den beiden Transvaal­republiken. Der Redner errttete für seinen hochinteressanten Vortrag reichen Beifall. Am Schlüsse wurde eine Samm­lung für die verwundeten Buren veranstaltet, welche eine erkleckliche Summe ergab.

Effolderbach, 27. Januar. Ein von hier auf dem nahen Gute Hof Konradsdorf dienender junger Mensch, ist durch ein auf denselben gefallenes Scheunenthor schwer beschädigt worden.

x Ulrichstein, 29. Januar. (Kofferdieb.) Ein hiesiger junger Bäcker bekam dieser Tage Ordre zur Ab­machung einer mehrwöchentlichen militärischen Uebung in seinem Berufszweige. Mit einem Handkoffer versehen, er­wartete er im Bahnhose zu Gießen im dortigen Wartesaale 3. Klasse den von Kassel kommenden Zug. Den Handkoffer hatte er neben sich gestellt. Als der Portier die Ankunft des Zuges meldete und die Fahrgäste der Thüre zueilten, bemerkte unser Reisende zu seinem nicht geringen Schrecken, daß sein Handkoffer fort war. Er machte sofort dem Bahn­hofsvorsteher hiervon Anzeige. Dieser veranlaßte eine Revi- dierung des Zuges. In einem Waggon 4. Klasse fand man den Kofferdieb, der mit gespreizten Beinen scheinbar in aller Gemütsruhe auf dem gestohlenen Koffer saß. Die Vahnhofspolizei faßte den Kofferdieb beim Kragen und brachte ihn in Sicherheit. Der Fall lehrt wiedernm, wie sorgfältig man auf der Reise namentlich in den Wartesälen, auf sein Reisegepäck achten soll.

Mainz, 28. Jan. (Die gestohlene Schützen- Festmarsch-Melodie.) Gelegentlich des 11. deutschen Bundesschießens zu Mainz im Sommer 1894 erschien ein Schützen-Festmarsch, komponiert und den Schützenbrüdern gewidmet von Herrn Pianofortefabrikant Wilhelm Mül- l e r hier. Die Melodie zu dem hübschen von JeanDrem- mel verfaßten Liede war nicht eigene Komposition des Herrn Müller, sondern ohne Erlaubnis dem Brand'schen Scheinliede, Verlag der Musikalienhandlung Oskar Puls- Berlin, entnommen. Derselbe stellte Strafantrag gegen den Komponisten. Die Sache kam gestern vor der Strafkammer zur Verhandlung. Gedruckt war der Festmarsch bei Engel­mann und Mühlberg in Leipzig. Der Komponist ging

straffrei aus, weil in der Zwischenzeit Verjährung einge-- treten war, das Gericht erkannte aber, daß die Noten­platten vernichtet und die noch vorhandenen Exemplare des Festmarsches einzuziehen seien.

Marburg, 28. Januar. Treue Anhänglichkeit an seinen früheren Wohnort zeigte ein im vorigen Herbst von dem Landwirt Zimmermann zu Cyriaxweimar an Herrn Molkereibesitzer Fink dahier verkauftes Pferd. Das gute Tier schien mit dem Wohnungswechsel nicht einverstanden zu sein. Kürzlich gelang es ihm, nachts aus seinem Stalle zu entweichen, um 7 Uhr morgens kam es auf dem Hofe seines früheren Besitzers an und nahm seinen gewohnten Platz im Stalle wieder ein. Obh. Zig.

Kandwirtschast.

m. Waber«, 25. Januar. Gestern nachmittag fand im Hotel zumfiönig von Preußen" eine Versammlung von Landwirten aus verschiedenen Ortschaften statt, um über die Frage:Ist die deutsche Landwirtschaft im stände, das für die Ernährung des deutschen Volkes erforderliche Brotgetreide zu produzieren?" zu sprechen. Herr Ritter­gutsbesitzer Neutze-Großenenglis eröffnete die Sitzung und führte aus, er habe sich erlaubt, die Herren einzuladen und habe ihnen die Eingabe des deutschen Landwirtschaftsrats zugeschickt, sie würden aus derselben wohl ersehen haben, wie wichtig es ist, die gestellten Anfragen zu be­antworten, um der Regierung zu beweisen, daß die Ansicht eine irrige ist, daß die deutsche Landwirtschaft das zur Ernährung des deutschen Volkes erforderliche Brodgetreide nicht produzieren könne und daß die deutsche Landwirtschaft zur Erhaltung ihres Viehstandes Brodgetreide verfüttern müsse. Es entspann sich hierüber eine sehr eingehende Dis­kussion, an der sich außer Herrn Neutze noch die Herren Baren von und zu Gilsa-Gilsa, Fr. Nöll-Gudensberg, Rusche-Kleinenglis, Hoffmann sen. Borken, sowie Rau und Geising Großenenglis beteiligten. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen:Die heute tagende Versamm­lung ton Landwirten ist der Ansicht, daß von den größeren Betrieben noch 50 Proz. und von den kleineren Betrieben noch 70 Proz. in der Lage sind, ihre Produktion erheblich zu steigern, wenn diese zur inten­siven Bewirtschaftung übergehen. Eine intensive Bewirtschaftung sei sogar insofern noch von hoher sozialer Bedeutung, indem diese nicht zu sehr unter der Flucht der landwirtschaftlichen Arbeiter zu leiden habe, als die extensiven Betriebe, weil erstere durch ihre Mehr-Erträgnisse im stände sind, die Leute beffer zu bezahlen als die letzteren". Durch ungünstige Zoll-Politik ist der Raps-, Flachs- und Leinbau unrentabel geworden und erleiden hierunter ganz besonders die ärmeren Gegenden mit schlechten Bodenarten beträchtlichen Schaden. Aus dem Bau der genannten Oelfrüchte haben die Landwirte früher ihre Kraftfuttermittel selbst gezogen und dieses ist aus angeführtem Grunde alles fortgesallen. Auch ist durch gesetzliche Maßnahmen die Schafhaltung so unrentabel ge­worden, daß diese vielfach aufgegeben worden sei und macht sich dieser Ausfall bei den Landwirten ganz besonders fühlbar, weil durch das Fehlen des so notwendigen Düngers erheblich schlechtere Ernten gemacht werden als frühere. In der nun folgenden Spezialdebatte sind die 6 Fragen wie folgt beantwortet worden: 1. Ist die Verfütterung von Brodgetreide überall verbreitet? Ja, sie ist überall verbreitet. 2. Welches Brodgetreide wird überhaupt verfüttert, Weizen, Roggen, Spelz rc.? Roggen und Weizen. 3. Ist der Umfang der Verfütterung ein ver­schiedener in Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben? Im allgemeinen wird in größeren Betrieben weniger verfüttert, als in Mittel« und Klein­betrieben, namentlich aber ist die Verfütterung bei gleichgroßen Wirt­schaften mehr in extensiven Betrieben als in intensiven Betrieben vor­herrschend. 4. Geschieht die Verfütterung aus alter Herkunft, oder aus Unkenntnis der Landwirte über den Wert der verschiedenen Futtermittel oder aus Scheu desselben vor baren Ausgaben? Wo aus alter Her« kunft Brodgetreide verfüttert wird, sind die Landwirte schwer zu be­wegen, zu andern Futtermitteln zu greifen. Eine Unkenntnis über den Wert der Futtermittel kann heutzutage nicht mehr vorhanden sein, wohl aber kommt in Betracht, daß dieselben gegen die Händler, welche die Futtermittel zum Verkaufe anbieten, ein nicht leicht zu überwindendes Mißtrauen hegen. Die Scheu vor baren Auslagen kommt auch in Be- tracht und namentlich bei solchen Landwirten, die größere Strecken Weges von den Bahnen und Verkehrswegen abwohnen. 5. In welchem Grade hängt die Verfütterung des Brydgetreides mit den Preisen für das Brodgetreide zusammen? Jemehr die Preise für Brodgetreide sinken, jemehr nimmt die Verfütterung desselben zu. 6. Ist die Ver« fütterung von der Qualität des geernteten Brodgetteides abhängig? Ist die Menge des marktfähigen zum nicht marktfähigen und deshalb zu verfütternden Brodgetreides großen Schwankungen unterworfen und welchen? Geringeres und durch Witterungsverhältnisse beschädigtes Brodgetteide muß der Landwirt als Viehfutter verwenden. Hängt von den Witterungsverhältniffen während der Ernte ab. Herr Neutze ersuchte am Schluffe die anwesenden Herren Landwirte, in ihren betr. Gemeinden ebenfalls Erhebungen veranstalten zu wollen und ihm die Ergebnisse recht bald einsenden zu wollen, da er solche bis spätestens 31. Januar d. I. der Landwirtschastskammer einzusenden habe.

Abgestreift von deinen Lenden Ist das düstere Gewand!

Mauern seh' ich nicht mehr ragen, Und die spitzen Türme nicht, Die in meiner Jugend Tagen Dir geraubt das Sonnenlicht! Bäume steh'n an ihrer Stelle Und im Kreise um die Schur Tränkt des Baches klare Welle Eine reiche Gartenflur!J

Deine Wälle sind gefallen Und die Frühlingsblume blüht. Wo aus drohenden Metallen Feuerblitze einst gesprüht. Auch die Schanzen sind verschwunden. Und das Leben wohnt erfreut, Wo der Mord in heißen Stunden Aus der Tiefe sonst gedräut!

Wir sind hier mit dem Dichter bei den sogen. Mord­kellern angelangt, deren letzter als Zeuge der einstigen Festungszeit gegenwärtig vom Erdboden verschwindet, um Raum zu schaffen für eine Verbindung der Altstadt mit der Ostanlage.

Es ist anzunehmen, daß auch nach der Niederlegung der Festungswälle mehrere dieser Mordkeller erhalten ge­blieben find; denn Henninger weist in einer Randbemerkung zu der vorher mitgcteilten Strophe auf eine Inschrift hin, die sich an einem dieser sogen. Mordkeller (Kasematten) damals noch befand.

Diese Inschrift lautet:

Alles nach Gottes Willen Die Georgenschanz bin ich genand Dem Feind dieser Ort war wol bekannt

Deswegen Georg der II. Landgraf zu Hessen Mich hierher zu setzen nicht vergessen Damit aus mir dapfer geschee zur Hand Dem Feind jeder Zeit gut Widerftandt."

In den nun folgenden Versen preist Henninger die Freigabe des Handels und Verkehrs, die Entwässerung der Stadt und die Eindämmung der Wieseck, das Entstehen von Neubauten und den Abbruch desgold'nen Roths der Neuzeit". Aber auchdie Schur" und der Philosophen­wald finden in dem, stets mit dem Auge des Poeten sehenden Tauniden ihren Verherrlicher und namentlich der Anblick der schattenreichen Bäume derkühlen Schur" erweckt m des Sängers Brust Freude und neue Liederlust, weshalb er And're streiten läßt,

Streiten jenes Wortgefecht, Wo Dein Name herzuleiten, Wie man nenne Dich mit Recht?

Ob er wurde Dir erkoren, Wie so mancher Forscher glaubt, Weil zuweilen wird geschoren Deiner Bäume grünes Haupt? Oder von des Bolkesmunde Nach dem Tagesoffizier, (officier du jour) Der da macht einst die Runde Täglich um die Veste hier?

Nun höre der Leser noch, wie Henninger unseren Philosophenwald besingt:

Stiller Wald der Philosophen, Kühler, trauter Schattengang, Lieblingsaufenthalt der Zofen, Dir auch weiht sich mein Gesang! Und ihr zürnt wohl nicht, ihr Bäume, Tiefe Denker nur gewöhnt;

Daß ein Sänger bunter Träume Hier einmal ein Liedchen stöhnt!

Henninger hat Recht; bunte Träume und wunderliche Gedanken find es, die er in gestöhnte Reime bringt, wir können ihm jedoch ebenso wenig zürnen, wie die Bäume des Philosophenwaldes, wenn erPhilomelens Klagen und der Nimphe süßem Sang" lauscht und Flora mit dem Blumen- Horn durch das Wäldchen eilen sieht, und wir finden es erklärlich, daß für ihn ein Freudenborn quillt in all' den Herrlichkeiten, die der Philosophenwald vor seinem Dichter­auge ausbreitet.

Der Dichter schließt:

Selbst in Deinen Bäumen geben Mir sich Götterfunken kund, Alles Seele, Alles Lehen.

Und begabt mit Herz und Mund, Und es schmerzt von allen Lehren, Die zu Markt man trägt so stolz, Die nur, daß in Dir zu ehren, Nichts mehr als das Küchenholz!

und mit diesem Gedichte ist auch die Reihe der Stoffe ab­geschlossen, die sich speziell auf Gießen und seine Ver­gangenheit beziehen.

In einem folgenden Artikel werden wir die Sagen und Geschichten aus der Umgebung Gießens einer kurzen Besprechung unterziehen. (Schluß folgt.)

Humoristisches.

* Verblümt. Herr:Glauben Sie, daß baß Küssen ungesund ist, gnädiges Fräulein?"

Fräulein:D ja, mich hat einmal einer geküßt, der bekam eine dicke Wange davon!"

8er(in. 28. Juni Les V'lhclm von Irschers, welche? |iw ßimg des Schlosses Teo qeschandet toOM des Aabhügels \\t eui vis zur W von wv EvMchen wWi' > Es sich ttiotxUtl bei der Arbeit gestvr' gelangt sind. Dieser wiefen, '.vnbeschadigt daß einer der am.F sich bereits abgelöst von Metallteilen ab« steher von Tegel ho übernommen, welche nalbeamten und den

* Priitoria, 27. Wtljanblung btt jtaatüjtn fferj/e sttujtS bind) bit asiila außerordentliche Er Dl UMattvn, mdbi Ich verteilte (am Mod einen Teil ließ ich im und mit dm anderen Hospital. W mir do mundeten billigt wai ;u uns, und einer oauon, rrklilrte uns, mir müßt longene betrachten, die Wngssrecheit. Aach' errichtet war, ging \i um nach Dr. Kraust M^n, baß unsere1 Endeten die meisten «. Daraus schrieb imn einen Brie für bie Llmbulanze ei We, und ersuchte ifc sollen, da viele A uns warteten.

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