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Aus Stadt und Land.
(«uouyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 27. April 1900.
GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Bor 128 Jahren, am 28 April 1772, wurde der verdienstvolle dänische Minister Friedrich Graf v. Strurnsee nach einer unter Angst und Ent- dehrung 5 Wochen lang auf der Festung Kronenburg ertragenen Hast als Opfer einer Verschwörung des beleidtgien Adels und als Hochverräter hingrrtchtet. Siruensee wurde am 5. August 1737 zu Halle g. d. S. geboren.
•* Sottnie. Sie 2. Klasse der ersten Hessischen X.anoedlotterie kommt am 7. nächsten Monats zur Ausspielung. Das ganze in Gestalt von Gewinnen zur Ausspielung gelangende Kapital beträgt 4 446 000 Mk. und davon gelangen nach Auszahlung der Gewinne erster Klasse ,m Betrage von 136 452 Mk. noch 4 309 548 Mk. in den folgenden Klassen zur Ausspielung und zwar in der 2. Klasse nicht mehr auf 33 000, sondern nur noch auf 32 100 Lose und in den folgenden Klassen auf jedesmal noch je 900 Lose weniger. Wie groß der einem Loskäufer durch Aufgabe seiner Beteiligung an der Lotterie in einer Nachklasse erwachsende Verlust ist, kann man daraus erkennen, daß der Spieler mit einem Zehntellose erster Klasse im Preise von 3,30 Mk. an 900 Gewinnen im Betrage vom 136452 Mk. teilnimmt, während er mit einem für alle Klassen bezahlten Zehntellose im Preise von 16,50 Mk. an 11000
Schisssnachrichteu
Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star ßinie*, in werpen, ist laut Telegramm am 25. April wohlbehalten in New'?M angekommerr.
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I Gewinnen im Gesamtbetrags von 4 446000 Mk., d. h. bei einer nur fünffachen Erhöhung des Einsatzes an einer zwölf fach erhöhten Gewinnzahl und an einer M/zfachcn Erhöhung des Werts der Gewinne Anteil hat. — Im Hin- blick auf die Neuheit unseres hessischen Staatslotterieunter- nehmens dürfte für viele ein Hinweis darauf von Interesse sem, daß die Spieler, wenn sie ihre Rechte wahren wollen,
7 o s der am 7- Mai zur Ausspielung gelangenden I ^wetten Klasse unter Vorzeigung des Loses der 1. Klaffe ..Zahlung des Kaufpreises erneuern müssen. Die Einlösung hat bis zum 28. April, abends 6 Uhr, bei dem- Migen Kollekteur zu geschehen, mit dessen Stempel das Borklassenlos versehen ist.
** Dik »,Weltpost"-Neiseblock8 sind eine neue Erscheinung auf dem Gebiete der Ansichts-Karten. Neben den Planen von Paris und der Weltausstellung sind jedem
Sw 3? ^afiC öiltige Unfall-Versicherungs-Police über 27,^ JDtolc Anweisungen auf ermäßigte Preise in ^^Restaurants, Theatern und Kaufhäusern, nebst ^Ansichten von Paris und der Ausstellung beigefügt. Jede Ansichtspostkarte enthält außerdem einen SituationS- plan zu den Sehenswürdigkeiten der betreffenden Stadtteile, — eine Praktische Neuerung, die sich jedenfalls viele Freunde erwerben dürfte. Trotz billigen Preises ist die Ausstattung vornehm, und jedes einzelne Blatt eine Zierde für jedes Album.
Arbeiterbewegung.
a , ,bm- Mainz, Auch die G ä r 1 n e rg e h i l f e n sind jetzt in einc- Lohnbewegung emgetreten. Sie verlangen vorerst keine Lohnerhöhung, sondern nur Her a b s e tz u n g der Arbeitszeit auf 12 Stunden tüglrch, sowie bessere Kost und bessere Wohnung.
Die Flotten-Vorlage in der Kommission.
„ ®ief Budgetkommission begann heute die Spezialberaiuna des Mottengesetzes und debattierte zunächst über die gestern mitqeteilten Lick llri[et (Sulbn.) Diese SerffingT0^ f ® «b EMe allgemeine Debatte über die Bedeutung ®“ta=n6=i bEn®anbeL Es Eefiätigt. sich i-i di-s"?
SS Centrum die Notwendigkeit eines 3 r erf Auslandkreuzer verneint.
„ “ Km. "Materralreserve" warnt Staatssekretär Tirpitz für nn?mpMM?mtS>flCrU29 b/rferben und erklärt deren gesetzliche Festlegung schiffeOfordern. müffe man vollwertige Reserve-
l l er-Fuldafinhet den Umfang der Materialreserve sehr hoch baffen. Wozu konserviere man denn sämtliche alten Schiffe? Diese leFÄnn?"/*!3 Matenalreserve verwendbar. Jetzt wachse die Zahl beI Se»etzllchen Dauerzeiten. Diese abgängig wer- roütbcn gewiß für die Kreuzerflotte noch als Materialreserve zu brauchen fein, mindestens zum Schutz der lokalen Inte- reffen einzelner Auslandsstationen. 1x5
N"Sch^fch4°1Lݰn m°sim^' man in 3»=™ “f r°r-S^ifskn?ch7ut"u^-nL aef‘"e s-i-n -nmd°--ri°gsb--uch- fnrrf.,r^* fffeIrctät 2i meint, man müffe sich über das Minimum solcher Schiffe einigen. Ueber den Ersatz der Ausland ssck i f f 3 entspinnt sich eine längere Debatte. u 91 a n o 0 । q i n a
lönne ?°8 sei, werde man bewilligen, deshalb
«eben <£n hhSL QUf C,n J.° großes Programm ohne weiteres ein- b,cIera Pwgramm liege eine große Bindung. Er halte die Ä ft /r " “arfe$t "'blen Punkten für möglich. @r hlllte ES. derAuslands-Flotte nicht für nötig
b« TüAttnS6 ben Auslanbshanbel, sonbern dieser beruhe auf flteC ^usteute. Eroberungen wolle man doch im I
Ngmug-o-hmL $ fCinet $!ein,,n9 Wen AuSl-NdSschiff- b°.
Wunsch der Dmtschm im Ausland- nach llnS» R» 2.,bmc ’eine8™eS8 m auSr-,ch-nd-m Maß- erfüllt werden. N? repräsentieren unser Ansehen. Mit alten Kasten I
ttnne man dasselbe nicht angemeffen vertreten. Die Verhältnisse in 1 SE srÄÄ Machtentfaltung auch in solchen Fällen nicht, -Ä i? br Ä ? feL ®r beb°uerc' baß der Ersatz der Auslandsschiffe I nrx fpdtm fire0onnen werden könne. Abg. Frese hat von den I chinesischen Verhältnissen eine andere Anschauung als Müller-Fulda I ®r es nicht für richtig halten, die Entwickelung des deutschen I Sanbelä dort ohne ausreichenden Schutz zu lassen Unsere bisherige I Auslandsvertretung sei durchaus unzulänglich gewesen, aber I lebet einzelne ^all zeige, wie nötig und nützlich sie sei. Abg. Prinz I Erfahrung lehre, wie schwer es sei, in Bezug auf die I bfS ?lPe s’m DOtau8 Bestimmung zu treffen, aber bedeutungslos I feien diese keineswegs. 3 1
Abg. Richter erklärt, ein Zukunftsprogramm für die allerdings I notwendigen Auslandsschiffe sei unmöglich, da die Verhältnisse und An- I zu sehr wechseln. Staatssekretär Tirpitz führt aus, die Verhältnisse m Ostasien weisen auf eine Vermehrung der Schiffe hin. I ^ler-Fulha wünscht, daß die Interessenten an den Auslandsschisien I ju den Lasten herangezogen werden. Man müsse die Leistungsfähigkeit I bet Heimat nicht übermäßig anstrengen, denn verhältnismäßig bestände ^bhr Rot als bei den einzelnen Ausländsdeutschen. I Cs handle sich m erster Linie um die Geschicklichkeit und Intelligenz I bet Kaufleute und Industriellen, die durch die Kriegsschiffe nicht ersetzt I »der ergänzt werden können. 1 e I
„„ ..2lb9- st"se: Mit Hilfe der Kreuzer allein breite sich der Handel I "‘ft m^r0&^-cer Jönne auf diese Hilfe keinesfalls verzichten. I ®cr Nutzen des Auslandshandels komme der Heimat zu gute, damit I trage er indirekt zu den Lasten bei.
% 2)1L$<^LC: ®ie be"ffche Konsularvertretung könne der I nicht entraten, m dieser Beziehung sei bisher viel zu wenig | geschehen, selbst Italien leiste mehr. 8 9 |
t l ab^- Kardorff bemerkt, daß er eine auch mir teilweise Ab- I "huung der Vorlage im Hinblick auf das Ausland sehr bedauern würde. I
Frankfurt a. M., 25. April. Im Zoologischen Garten giebt die Kapelle Samstag einen Operetten- Abend. Sonntagnachmittag und -abend ist Doppelkonzert der Gartenkapelle mit der Musik des 81. Infanterie-Regiments. Außer den jüngst neu angekauften Tieren weist der Garten jetzt auch eine Anzahl hier geborener junger Tiere auf, die munter in die im schönsten Grün prangenden Anlagen schauen und natürlich die Besucher ganz besonders anziehen. Wer hätte nicht seine Freude an einer Schar junger Lämmer, die lustig zwischen ihren Müttern herum- springen, toer bliebe nicht kopfschüttelnd vor der eigentümlichen Erscheinung einer Känguruhmutter stehen, der ein Junges aus dem Beutel guckt. Solcher Mütter hat der Garten gegenwärtig zwei. Reizend ist auch eine kleine Sumpfantilope, die dieser Tage zur Welt kam und ihrer Mutter in der Färbung sprechend ähnlich sieht.
Frankfurt a. M., 25. April. Hier tagte derVer- einzur Förderung des Arbeiterwohnunas- ^lL gilt.. Verhandlungen war u. a. erschienen alv Vertreter der Regierung und als Vertreter der Landes- Versicherungsanstalt Darmstadt, Regierungsrat Dietzer.
Landesrat Dr. Schröder (Kassel) sprach über die c*ra s. eures Vereins zur Bekämpfung der Schwindsuwt«"^^ im Regierungsbezirk Kassel uL im Mntu^a??/ Hierauf gab Oberpräsident Graf Zedlitz-Trützschler Freude darüber Ausdruck, daß in der von Lungenheilanstalten die Provinz Hessen-Nas m Ehrender Stelle stände. Stadtrat Dr. Flesch Qn Dr- H?hn (Ruppertshain) sprachen über die Erfo Heilanstalt Ruppertshain im Taunus. Es wurde bek^i-^ einen Provinzialverein für Hessen-Nassau zu gründen '?'
.-R^chmittags- Sitzung behandelte Oberbüraerm ' ■'" Adickes die ,,Wohnungsfrage und die städtischen ^''7 Lungen . Oie städtischen Verwaltungen können itoor\a(' Unterlagen schaffen durch Beschaffung billigen uÄL« 5en Baulandes, ferner durch Beseitigung des Unfn ^^bhmertums, sonst aber sei die u
entbehrlich. Landesrat Dr. Schröder sprach über h.p V^ 9<i&en der Landesversicherungsanstalten in der s-°PnUar9yr?9e und bezeichnete es als eine soziale L dieser Anstalten, hier mitzuarbeiten. Zum Schlüsse
?^^urt über die Beschaffung der notwendig Geldmittel und der Vertreter des rheinischen Verein^ Forderung des Arbeiterwohnungswesens über die erfo r in der Rheinprovinz.
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bm. Mainz, 26. April. Die Rheinkatastrophe bei Rüdes heim hat dem hiesigen Polizeiamt Veranlassung gegeben, strenge Vorschriften über das Verleihen von Nachen zu erlassen. Insbesondere wurde den Bootsverleihern verboten, an junge Leute unter 16 Jahren, oder an des Ruderns unkundige Personen Boote zu verleihen. — Für den Gutenbergfestzug sind bis jetzt an frei willigen Gaben 41,000 Mk. eingegangen. Nach Schluß der Beitragslisten liefen noch 8000 Mk. ein. In gleich reicher Weise laufen für das zu gründende Gutenberg- museum fortgesetzt nennenswerte Spenden ein. So wurden der Bürgermeisterei durch den Kommerzienrat Bamberger hier wieder 1400 Mk. überwiesen. Die Stadtverordneten- Versammlung von Stuttgart hat für das Museum einen jährlichen Beitrag von 50 Mk. bewilligt.
bm. Mainz, 26. April. In der Portland-Cement- Fabrik Dyckerhoff & Söhne auf der Amöneburg wütete verfloffeneNacht ein großes, weithin leuchtendes Schadenfeuer, das in der Küferei der Fabrik ausbrach. Das Feuer fand in den verschiedenen Holzbedachungen der angrenzenden Lagerhallen reichen Nahrungsstoff sodaß es sich alsbald auf einen großen Teil des ausgedehnten Fabrikanwesens verbreitete. Dabei wurden zwei Ringöfen ganz und ein dritter zur Hälfte zerstört. Es bedurfte der Hilfe der Feuerwehren der ganzen Umgebung, um des Feuers Herr zu werden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Der Betrieb der Fabrik ist durch den Brand nicht gestört.
L . 3» Amerika verstorbene Heffw. New-York: Bauunternehmer Heinrich Schiffer aus Groß-Zimmern, I TO-Pa$re aL c^~ Daselbst: Katharine Kaulbach Witwe aus Worms, 77 Jahre alt. - Daselbstl I <v$?retr$c Hildebrandt, geb. Schule, aus Wetzlar, I alt. — Daselbst: Brauer Konrad Stein
aus Wienhausen, 65 Jahre alt. — Daselbst: Musik- Professor Georg Mangold aus Marburg, 63 Jahre » Brrs^alo, N..Y.: Bauunternehmer Georg Balduö aus Langendornbach, 71 Jahre alt. — Pitts-
I bürg, Pa.: Marie Katharine Berlipp Ww., geb. Fischer, aus Kassel, 67 Jahre alt. - Allegheny, Pa.: Inarina Lutz, geb. Huth, aus Bernbach, 48 Jahre
I alt. ReflectorSville, Pa.: Bauunternehmer John Mehring aus Ober-Seemen, 41 Jahre alt. (M. wurde von cmem Eisenbahnzuge überfahren.) — Baltimore, Mb.: Schuhwarenfabrikant Georg Danzeqlock aus Mermbretten, 63Jahre alt. — Daselbst: Margarethe In gl art, aus Semd, 60 Jahre alt. — St. Louis, Mo- Witwe Marie D. Stein, geb. Mehl, aus Wiesbaden, 74 Jahre alt. - Belleville, Jll.: Fuhrmann Aug. Schmidt aus Ziegenhain, 37 Jahre alt. (Schm. ver. I unglückte m emer Grube.) - Chicago, Jll.: Karoline Giesecke, geb. Schäfer, aus Oberalbshaufen, 45 Jahre alt. — Daselbst: Witwe Elise Maier, geb. Weichersbach, aus Kurheffen, 69 Jahre alt. — Muscatine, Ja.: Georg Schmidt aus Hessen, 72 Jahre alt. — High. I wood, Mmn.: Tapezierer John Matheis aus WieS- I baden, 62 Jahre alt. — Iowa Herman, Wis.: Anna I Marg. Spindler, geb. Kopf, aus Guntersblum, 79 Jahre I Al- “ West Bend, Wis.: Georg HauSmann aus I Hillesheim, 81 Jahre alt. — Trinidad, Kol.: Anna I GieS, geb. Dreis, aus Lorch, 45 Jahre alt.
-taud des öffentlichen Mitleids sei. Hätten sich doch sogar Vereine gebildet, Ium das traurige Los dieser armen Arbeiterinnen m Aehme die Mehrheit des Hauses den Antrag auf
-oeruasichtigung an, dann würden die verbündeten Regierungen veranlaßt, etwas fmeljr sich um die unglaublichen Mißstände auf diesem Gebiet zu kümmern.
. Vizepräsident Schmidt stellt aus dem stenographischen Be- richt über die Rede des Abg. Fischer fest, daß derselbe gesagt hat: die Zuchthausvorlage beruht auf unbeweisbaren Und verlogenen Behauptungen einer Denkschrift. Eine solche Aeußerunq ^r,re,UtemiaKn-?crr °°rbünd-ten 9iegierungen dem Saufe zu- «efteHte DcnNchrift ist durchaus unzulässig. lZurus bei den 'ÄuTöSuuS1 ma6r!j 3d> rufc bE" »«■ Mch-r
auf die Verhältnisse zu Zwickau und Chemnitz.
Abg. Hi tz e (Ztr.) meint, es möchte sich empfehlen, die 2rn9w^n^ltvan btar Kommission zuvückzuverweisen.
fJfUSnk?tbeä^,un9en Zwischen den Abgg. antraa fd,Ue6t blc $<^uffion. Der Kommissions-
anlrag wird angenommen. -- Darauf aelanat ein tagungsantrag zur Annahme. T 9 9 lH
Si§ Än V^9'- Bbitag 1 Uhr (Interpellation Deinhard: ”5" wann ist die in Ausucht gestellte Abänderung der Wein- Zesetzgebung zu erwarten?" Petitionen.)
Vermischtes.
** A n s i ch t s p o ft k a r t e n. Im Jahre 1899 wurden I Joe&en erschienenen Zusammenstellung u L
Ansichtspostkarten versandt: vom Brocken 808 (XX) hOm Niederwalddenkmal 281000, von der Schneekoppe 202000
I Wartburg 173 000, vom Kyffhäuser 17 1 000, ^»/ I re \ 000, vom Feldberge im Taunus unö bcc
I Rudelsburg je 60 000, vom Jnselsberge 53 000, Dom seibd I berger Schlosse 40 000.
I • Postraub. Der Postbote Heinrich ClaeS in Münftrr r. W. hat einen Diebstahl von 130000 Mark ein Z?standen. Er war bis vor kurzem Postillon, wurde bann Posthilfsbote am Bahnpostamt und leistete Hilfe bei dci Stadtbnefbestellung. Nachdem er angeblich wegen Streitig kecken mit einem Kollegen seinen Dienst aufgegeben, zog e; durch mehrfache Ankäufe von Grundstücken rc. die Ausmerk samkeit der Behörde auf sich. Er ist unter anderem gegen wärtig Besitzer von zwei wertvollen Mietshäusern. Seir großer Aufwand veranlaßte schließlich die Behörde, bw Ursprung der Geldquelle nachzuforschen. Da man seinen Angaben, daß das Geld teils aus einem LotteriegewiMr, teils von einer Erbschaft herrühre, keinen Glauben beimaß. so wurde er nebst seinem Bruder Joseph verhaftet und sofort dem Untersuchungsrichter vorgeführt, diesem hat Heiw rich Claes nach längerem Leugnen den Raub eingestanden, er räumte auch ein, daß er eine Barsumme von 90000 Mk. in einem ihm gehörigen Hause versteckt habe. Eine Durchsuchung des Hauses bestätigte seine Angabe. Das Geld wurde auf dem Boden unter den Fußdielen vollzählig aufgefunden. Der mitverhaftete Bruder, Botenmeister Josef Claes, scheint an dem Diebstahl nicht beteiligt gewesen zu sein, weshalb er demnächst wieder in Freiheit gesetzt werden rbnU.lfte-. D'- Postbehörd- wird übrigens so ziemlich schad- qooon^nf"' a Üben der aufgefunbenen Summe non Mk auch die Häuser und sonstige Liegenschaften des Verhafteten beschlagnahmt worden sind.
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Kandwirtschast.
— Der „Reichsanz." meldet \ Saatensianb in Deutschland Mitte Apnl: Winterweizen 2,7; Winterpelz 2,5; Winterroggen 2,9; tllee 3,0; Suzem 2,7; Wiesen 2,8. Infolge langer Dauer des Sintert büeb die gesamte Vegetation erheblich zurück. Mit der Bestellung der Sommerfrüchte konnte erst kürzlich, stark verspätet, begonnen werden. Die Saatenstandsnote des Weizens, obgleich besser, als die des Roggens, ist im Vergleich mit den Weizenernten der Borjahre dir schlechteste seit der Einrichtung der Saatenstandsberichte. __________
Handel und Verkehr. Volkswirlschafl.
Frankfurter Böwe vom 86. April.
Wechsel auf New-York zu 4.21-22.
Prämien auf Kredit per ult April 0.55 %, do. per ult. Mai 1.90%, do. per ult. Juni 0.06%, Diskonto-Kommandit per eil. April 0 55'Vo, do. per ult Mai 1.80%, do. per ult. Juni 0.00° ;• Lombarden per ult April 0.30/o, do. per ult. Mai 0.70%, do. per ult Juni 0.00%. Spanier per ult. April 0.00.
Notierungen: Kreditaktien 228.10-228-00-0, BtekonU»- Kommandit 188.40-10-000, Staatsbahn 185.70-00, Gotthard 142.00, Lombarden 27.20-00.00, Ungar. Goldrente 97.50, Italiener 95.20, Sproz. Mexikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84.%, Amerik. Coupon* 4.19, Privat-Diskont 4%% G.
1V<—2®/4 Uhr: Kreditaktien 228.20-40-000, Diskonto-Kon- mandit 188 10-187.80-188.60, Stoatsbahn 185.80-133.80, Lombardei —. Northern gestern 76 60.
Biehmärkte.
S Butzbach, 26. April. Der heutige Schweinemarkt war mit über 70 Wagen Vieh befahren Es kostete das Paar Ferku 30—50 Mark und Springer 60—80 Mark. Der Handel war ziemlich lebhaft. _


