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DimÄaq den 27. Februar
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Drittes Blatt.
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IHiltteB, Expedition und SrtKterti: Nr. 7.
Grattsdettage«: Gießener ZamilienbMtter, Der hessische Zaudwirt, Mütter für heWhe Volkskunde._______________
wäre kaum minder illiberal als die Unterdrückung oder Bedrückung mit polizeilichen Chikanen.
Dagegen kann man daran denken, die Arbeiterversicherungsgesetzgebung weiter auszubauen und damit den Berufsvereinen die Aufgaben, deren Erfüllung die Arbeiter an sie kettet, wegzunehmen. Es ist unverkennbar, daß schon unsere bisherigen Arbeiterversicherungsgesetze die Gewerkschaften Deutschlands nicht zu der Macht der englischen trade unions kommen lassen. Bei uns ist durch diese Gesetze dafür gesorgt, daß der Arbeiter nicht vis-L-vis de rien steht und der Armenpflege avheimfällt, wenn er bei der Arbeit verletzt oder krank, alt und schwach wird. In England dagegen, wo die Arbeiterversicherung noch in den Kinderschuhen steckt, müffen die Arbeitervereine dafür sorgen, daß ihre Mitglieder nicht bei Invalidität und im Alter in die Hölle der Armenhäuser wandern müssen. Da versteht sich wohl, daß die trade unions eine noch größere Anziehungskraft haben, als unsere Gewerkschaften, und daß in den reichen trade unions (die 100 größten nehmen jährlich 30 bis 40 Millionen Mark ein und haben ein Vermögen von 40 bis 50 Mill. Mk.) die Minoritäten, jedes freien Willens beraubt, den Majoritäten folgen müssen, wohin diese wollen. Eine Mitteilung des nationalliberalen Abgeordneten Bueck auf der Leipziger Versammlung des Vereins für Sozialpolitik ist in dieser Hinsicht lehrreich. Bekanntlich haben die englischen trade unions in manchen Branchen die Festsetzung eines Minimallohnes für alle Vereinsmitglieder durchgesetzt, in anderen streben sie danach. Dazu sagte Herr Bueck:
Dieses Streben ist freilich nicht so sehr geeignet, die Interessen der Arbeitgeber zu schädigen, wie es gerade die Interessen der Arbeiter selbst schädigt. Denn es liegt ja auf der Hand, daß der Arbeitgeber den Betrag, den er durch die Festsetzung des Minimallohnes dem leistungsunfähigen Arbeiter mehr geben muß, kürzt an dem Lohn der besten und geschicktesten Arbeiter. Meine Herren, auf meine Frage, ob die besten und geschicktesten Arbeiter das nicht einsehen, wurde mir gesagt: jawohl, daS sehen sie ein, das sehen sie sehr deutlich ein, sie sind auch damit gar nicht zufrieden; aber die leistungsfähigsten Arbeiter sind diejenigen, welche die Erfahrung hinter sich haben, in einem Alter von 35 bis 40 Jahren, vielleicht auch noch etwas darüber hinaus, die sind seit 15 bis 20 Jahren Mitglieder der trade unions und haben sich solche Rechte an den reichen Hilfskassenfonds derselben erworben, daß sie nicht nur nicht austreten können, sondern daß sie in vollständig berechtigter Rücksicht auf die dauernde Prätationsfähigkeit ihrer Kasse auch darauf bringen müffen, daß die jungen Arbeiter immer wieder in die trade unions eintreten. Es ist also ein gewisser Zwang, der da unter den englischen Arbeitern herrscht, wie in vielen anderen Dingen auch.
Also — die älterenArbeiter, die natürlich die Minderheit bilden, müffen dabei bleiben und mitthun, auch wenn die jugendliche Majorität ganz entgegen ihren Wünschen und Interessen vorgeht. Denn wollten sie austreten, so wäre ihnen im Falle der Arbeitsunfähigkeit und im Alter, statt daß sie dann die Früchte ihrer langjährigen Beitragszahlungen genöffen, das Armenhaus beschieden!
So stark kann der Druck der Majorität in einer deutschen Gewerkschaft oder einem deutschen Gewerkverein nicht werden. Der alte Buchdruckergehilfe, den seine Heber» zeugung aus dem Verbände treibt, braucht ja noch lauge nicht ins Armenhaus zu gehen. Aber immerhin, wie dürftig sind noch die Unterstützungen der Krankenkaffen und die Invalidenrenten — und wer hilft ihm nun bei Arbeitslosigkeit, bei einem Umzug, bei Krankheit von Weib und Kind? Jahrelang hat er getreulich seine Beiträge bezahlt — 1 Mark 10 Pfg. wöchentlich — um sich damit Hilfe für solche Fälle, Schutz gegen schwere Not zu sichern. Tritt er aus, so ist das alles dahin.
Es gehört mehr Charakter dazu, als die Mehrzahl der Menschen hat, um angesichts solcher Opfer auszutreten, und so erklärt sich folgendes leicht.
Der Verband deutscher Buchdrucker hat mancherlei Wandlungen durchgemacht. Er stand früher den fortschrittlichen Gewerkvereinen nahe, er ist erst 1892 den durch die sozialdemokratische Generalkommission in Hamburg -vertretenen Gewerkschaften beigetreten, und in neuerer Zeit ist wieder das Verhältnis zwischen der Berbandsleitung und der Sozialdemokratie ein recht gespanntes geworden. Aber trotz aller dieser Wandlungen und aller inneren Kämpfe
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Schluß.
Keine Rede sollte davon sein, den Arbeitervereinen mit politischen oder sozialpolitischen Tendenzen die Gewährung materieller Vorteile an ihre Mitglieder zu verwehren. Das
Meßmer Anzeiger
Heneral-AnMer
hat doch immer wieder die Rücksicht aus das Berbands- verrnögen und die daraus für die einzelnen erwachsenden Vorteile die Mitglieder zusammengehalten. Nur einmal ist die Mitgliederzahl um beinahe 2000 zurückgegangen — und das war, als durch den großen Streik von 1891 das Berbandsvermögen bis auf 3000 Mark aufgezehrt wurde. Weder der Hebergang in das Gewerkschaftslager noch die neuere, den extremen Sozialdemokraten verhaßte Tarifpolitik der Verbandsleitung hat den Austritt einer nennenswerten Minorität zur Folge gehabt. Besonders charakteristisch find die neuesten Vorgänge. Im Jahr 1897 verschärfte sich der Kampf der Tariffreunde und Tarifgegner derart, daß der Vorstand beschloß, eine Urabstimmung sämtlicher Mitglieder darüber zu veranstalten, 1. ob die Tätigkeit der Opposition gegen das Verbandsinteresse gerichtet sei, 2. ob die Opposition ausgeschloffen werden solle. Beide Fragen wurden bejaht, die erste mit 13 759 gegen 4601,. die zweite mit 13251 gegen 5164 Stimmen. Dadurch wurde der Führer der Opposition, Gasch, zum Austritt gedrängt, und er begründete nun eine neue Gewerkschaft in der Hoffnung, daß die 4500—5000 Mitglieder, die fich bei der Abstimmung für ihn und seine Sache erklärt hatten, ihm folgen würden. Und was ist das Ergebnis? Die neue Gewerkschaft, die mit nichts anfangen mußte, brachte es auf 270 Mitglieder, der alte reiche Verband hat dagegen inzwischen seine Mitgliederzahl von 22000 auf beinahe 27 000 erhöht!
Mit solcher sklavischen Anhänglichkeit an den Berufsverein würde es bald vorbei sein, wenn unsere Gesetzgebung die Arbeitslosenunterstützung durchführte, die Witwen und Waisen der Arbeiter versorgte usw. — kurz, wenn der Staat dem Arbeiterstand für alle Notlagen bessere und reichlichere Hilfe zusicherte als die Berufsvereine zu bieten vermögen.
Es braucht aber gewiß nicht dargelegt zu werden, wie schwierig und bedenklich solche Aufgaben für den Staat wären. Sollen wir also ruhig zusehen, wie immer mehr Arbeiter, die dem politischen und wirtschaftlichen Kampf gleichgiltig gegenüberstehen, dadurch in die Gewerkschaften oder die katholischen Arbeitervereine hineingezogen werden, daß ihnen hier Hilfe in allerlei Notlagen in Aussicht gestellt wird? Sollen wir zusehen, wie sie hier von der in diesen Vereinen herrschenden Gesinnung infiziert oder doch zur Verleugnung ihrer abweichenden Heberzeugung genötigt werden, wenn sie nicht unter schweren Opfern austreten wollen?
Es wäre für unsere politische Entwickelung höchst gefährlich, wenn wir weiter in dieser Weise durch die Koalitionsfreiheit die individuelle Freiheit totschlagen ließen.
Sollen wir etwa deshalb die Koalitionsfreiheit totschlagen? Gewiß nicht! Das wäre sehr illiberal. Aber wir müffen gegenüber der Koalitionsfreiheit die Freiheit der Einzelnen und der Minoritäten, gegenüber der Associationsfreiheit die Dif- sociationsfreiheit stärken.
Wie kann das geschehen?
• Da gibt es ein ganz einfaches und bei den eingetragenen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften (Kreditvereinen, Konsumvereinen u. s. w.) längst erprobtes Mittel. Wir müssen den Grundsatz zur Geltung bringen, daß jedes Mitglied eines Berufsvereins beim Austritt einen seinen ^Beiträgen entsprechenden Teil des Vereinsvermögens herausbekommt.
- Das ist natürlich nicht so zu verstehen, daß etwa ein Buchdrucker, der 10 Jahre lang jährlich seine 57 Mk. bezahlt hat, nun 570 Mk. zu beanspruchen hätte. In den 10 Jahren ist ja immer der größere Teil der Beiträge für Hnterstützungen verbraucht. Die Rechnung wäre vielmehr so aufzumachen: wie sich die Beitragsjahre des Austretenden zu der Summe der Beitragsjahre aller Mitglieder verhalten, so verhält sich der dem Austretenden auszuzahlende Betrag zum Gesamtbetrag des Vereinsvermögens.
Wie anders würden fich die Dinge gestalten, wenn jedes Mitglied beim Austritt auf einen Teil des Vereinsvermögens einen Anspruch hätte, auf den es vor dem Austritt nicht verzichten könnte. Eine kräftige Opposition würde zur Majorität sagen können: Nehmt aus unsere Wünsche und Interessen gebührende Rücksicht, sonst treten wir aus und nehmen einen Teil des Bereinsvermögens mit uns, mit dem wir bann einen neuen Verein unserer Richtung fundieren können. Dann würde entweder die Majorität mit der Minorität ein Kompromiß eingehen, und ein extremes Vorgehen wäre damit ausgeschlossen — oder es käme zur Spaltung. Dann würden vermutlich die Berussvereme
»»> «neigen zu der nad^tV^ für tot Mtstoa Bxfi erscheinenden Nummer brS vorm. 10 Uhr. eWtHtaungtn spätestens abends vorher.
gin militärifcheMUrteil über die Strategie der Brrreu.
In einem Aufsatz über den „Burenkrieg und die uropäische Kriegskunst" schreibt das „Militär-Wvchen- Hatt":
„Betrachtet man die Ereignisse zunächst lokal, so sieht mm, daß die Unfähigkeit der Buren zur tat* . ischen Offensive ihre Kräfte vor Ladysmith und am "Rodder-River in einer Weise fesselt, welche die ernstesten -5esa.hr en in sich birgt. Sei es nun, daß sie Menschen- ;cbcn sparen wollen, sei es, daß ihre militärische Ausbil- :hng für den zusammenhängenden entscheidungsuchenden Angriff nicht ausreicht — jedenfalls haben sie sich bisher oeder imstande gezeigt, Ladysmith zu nehmen, noch den o-or ihren Stellungen blutig zurückgewiesenen Engländern durch den Uebergang zum Gegenangriff entscheidende Nie- b erlagen beizubringen. Die Folge davon ist, daß trotz . LÜer ihrer Siege und Ruhmesthaten ihre Kräfte durch die xescdlngenen Scharen Bullers, Whites und Methuens der- rrt gefesselt werden, daß sie nicht imstande sind, diese durch ichlväcyere abgezweigte Teile im Schach zu halten, und ihre Gesamtmacht aus dem nunmehr entscheidenden füd- Icchen und westlichen Kriegsschauplatz zu vereinigen. Wäre is ihnen gelungen, White zur Kapitulation zu zwingen, und Buller bei seinem Rückzüge an den Ufern und in den Aellen des Tugela zu vernichten, so würde ein solcher «erfolg, wenn er auch blutig erkauft werden mußte, doch iwn der entscheidensten Bedeutung gewesen sein, sowohl »mein militärischer, wie auch in moralischer Beziehung, iNmn sie könnten letzt mit ganz anderer Macht gegen Lord Roberts auftreten, und die Wogen der Begeisterung uter den Kap-Buren würden mit ganz anderer Gewalt gegen die Felsen der englischen Macht schlagen, < O nun, wo auf unmittelbare Unterstützung eines etwaigen 'tilsstandes sobald gewiß nicht zu rechnen ist. Noch schlagender tritt vielleicht die Notwendigkeit der Offensive rherttor, wenn man die Gesamtlage der Buren in Bezug ccus einen entscheidenden Erfolg ins Auge faßt. Ein solcher 1 liegt offenbar nur dann in den Grenzen der Möglichkeit, t D-enn es ihnen gelingt, so weit im Kaplande selbst vor- ^briiigen, daß die gesamte holländische Bevölkerung den V'hit findet, sich ihnen anzuschließen, und dadurch eine .VTaftfteigcriuig erreicht wird, die es ermöglicht, die Eng- Ilinber vollständig aus dem Lande zu drängen. Nur das t .'ürde als ein wirklicher voller Erfolg angesehen werden Tünnen, denn die Erbitterung des Kanchfes hat die Rassen- cngensätze schon jetzt offenbar so gesteigert, daß die Frage, chb Südafrika englisch oder niederdeutsch werden soll, be- r?itd wieder auftaucht. Ein solcher Erfolg ist aber lediglich tiiirdi eine strategische Offensive im großen Stil zu eineichen; können die Buren eine solche nicht in die Wege Urnen, dann haben sie es überhaupt nicht in der Hand, keinen cnbgiltigen Erfolg zu erzwingen, dann bleibt ta$ Ergebnis des Krieges von einer Aenderung der all- MUkiiien Weltlage zu Gunsten der Republiken ober von dttiErmüdung Englands abhängig, und würde für beie Buren im besten Fall auf einen Frieden heraus- Tümntcu, der eigentlich nur ein Waffenstillstand v'äre, der die Entscheidung hinausschöbe, a:ber nicht brächte. Die Sache kann dann aber auch eine oairbere Wendung nehmen. Gewinnt England Zeit, mit jutinen unerschöpflichen Hilfsmitteln seine Streitkräfte so z:u vermehren und zu organisieren, daß sie den Anforderungen des südafrikanischen Krieges gewachsen wären, bunt könnte sich schließlich auch der taktische Erfolg auf ifbee Seite neigen, und auch der heldenmütigste Widerstand kchmte gebrochen werden. Wir sehen also, daß selbst in es.ncnt Kriege, der so offenbar die taktische Heberlegenheit bcr Defensive zu predigen scheint, das Element der Offen- f ’itc ein notwendiges Korrelat auch der stra- t X' gt s ch e n Verteidigung i ft. Wollen wir Deutschen einer aus diesen Verhältnissen eine Lehre ziehen, so kann nur die sein, daß wir alles daran setzen müssen, bas orfenfioe Element in unserer Armee unb in unseren Kriegs- cu'fichten so hoch zu steigern, wie nur irgenb möglich. Denn bei der geographischen unb politischen Lage Deutschlanbs! feint, wenn wir uns auf rein befensives Verhalten ver- lüifjen wollten, ber Moment, wo trotz hartnäckigster lokaler Gegenwehr bie numerische unb operative Ueberlegenheit bes Angreifers sich mit unüberwinblicher Gewalt geltend utadit, für uns viel rascher unb vvllstünbiger eintreten, ai 5 für bie Buren in Südafrika. Die Gegner stehen fertig o» acuiisierf und kampfbereit an unseren Grenzen, und intjer einziges Heil beruht darin, daß wir den nächsten unb gz fährlchsten zu Boben schlagen, ehe sich vielleicht neue Znnbe in ben Krieg mischen können".


