Aus Stadt und Land.
Gerichtssaat.
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Vermischtes.
\SerJhifer als Webner. Dr. Eduard Engel, Vor,
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51.
Gießen, den 25. September 1900.
** Perfonalnachrichteu. Mit Wahrnehmung der Dienst- vernchtungen eines Amtsrichters wurden beauftragt: Bei dem AmtSgencht Darmstadt II der Gerichtsassessor Dorn- m Darmstadt, bei dem Amtsgericht Lorsch die Ge. richtSassessoren Muller in AlSseld und Plagge in Main, b-, dem Amtsgericht Nidda der G-richtSassesso? Dr Len er
Darm -dt, bei dem Amtsgericht Oppenheim der Gerichts b?r aLi*«”««111 (?III0en' bci »em Amtsgericht Bingen h” EerichtSassessor Rech in Mainz; mit Wahrnehmung @£ri• CkmeS AmtSanwallS: in Mainz de? Gerichtsassessor Schneider m Worms, in Binaen her ^E-Yer in Butzbach, in Alsfeld der Ge nchtsassessor Gros tn Mainz.
-r. Klein-Linden, 23. September. Der hiesige! Tui n d erern feierte heute sein 11. Stiftunasfest
F111 Feier das diesjährige Abturnen.' hern yh.afmme^en W bte Turner in der Turnhalle. Aach hem Aufmarsch wurden mehrere Gruppen Stab- fi^b^iipft bk^ktester Weise vorgeführt. Daran schlossen b nfien an ?en Geräten. Sämtliche Borführ- unh^iäh“9111^ b°& Öligen Turner es durch MBen ^sehnlichen Leistungen gebracht
reaen ;3-ft^A^ M bat)ev em erfreuliches Bild der MNl Thatigkert des Vereins, Der Besuch seitens der Mitglieder, fowie der Freunde und Gönner der Turnerei föerrn^J6^ zahlreicher sodaß die Gartenwirtschaft des aufet hi» zum letzten Platze besetzt war. Auch Gießener Turner waren in beträchtlicher Anzahl erschienen. Nach dem Turnen begaben sich Turner und Zu- tJn. ben ^aal der „Deutschen Eiche", wo die Mt»
Der Redner sprach zuerst über die mnrf?rn^9 b S Greins und sagte im 'Namen aller den ;
Ua schonen Leistungen beim heutigen
Abturnen herzlichen Dank, forderte sie aber zugleich), auch aus, der Turnerei treu zu oleiben und das zu bewahren, wa» die Gründer geschaffen haben. Alsdann machte Redner auf die hohen Ziele des Turnens aufmerksam, das den Zweck habe 1. die Gesundheit zu pflegen und die Körper- lraft zu stahlen, 2. würde dadurch dem Vaterlande ein kräftiges, wehrhaftes Geschlecht erzogen. Die echt patrio- lifche Rede schloß mit einem begeistert aufgenommenen „Gut Heil" auf das fernere Blühen und Gedeihen des I ' deutschen Turnwesens und speziell des hiesigen Turnver- I ^H^pnach wurden einige Turnerlieder gesungen und I halt) herrschte in dem großen Saale eine stets zunehmende I Harmonie und Feststimmung, die sich noch steigerte, als I äum Tanz aufgespielt wurde. Im Laufe des Ahends wur- I den noch mehrere prächtige lebende Bilder aufgestellt die I ^"n^Mfrgen vaterländischer Lieder begleitet waren. I XJei|C9'er Beifall wurde auch, hei diesen Ausführungen den I ^est^ Verlauf' 0anäe ^eiec den denkbar |
, 23. September. Bis zum 20. Sep
tember find 21214 Kurgäste hier Kur Anmeldung' gekommen, au genanntem Tage noch 2012 Personen anwesend 2«rSi S-k1 1* c^rit dis 20. September 1900 wurden Wocbe?^^ darunter 12 053 Freibäder gefertigt. - SrnSf der Unterhaltungen: Früh-
Uhr am 9urft?a^C 6 don halb acht bis halb neun von H uÄt Mittwoch, 26. September, nachm. Konzert Uhr aus der Terrasse
nachm. von 4—6 und^abends von^—o^nft <27‘c September, Konzert der Kurkapelle Freitaa 28 $errrfa^e
von 4-6 und aheiids von 7-9 Uhr au Konzert der Kurkapelle. Ahends 8 Uhr im a r°^e 2qrfrmn9rbe§ H°Fünstlers Joachim Bell^Mni Samstaa' 29. September, nachm. von 4—6 und abenb? hnn 7 <> m?' auf der Terrasse Konzert der Knrkavol^ Uhr 30. September findet nur noch Frühkonzerf der Ä5; am Kurbrunnen statt, da die meisten Musiker am foloem den Tage am anderen Bestimmungsort ihr Winter- Engagement antreten müssen. Abends 8 Uhr im Saalo 3. Kammermusikabend der Frankfurter Quartett- Np,-- einigung. v' |
G- B. konnte für den Beschuldigten um deswillen nirht m anttenbmjg gebracht werden, weil angenommen wÄn Sfrf daß rhm zur Verscheulchung der Katze gelindere Mittel als das angewandte zu Gebote gestanden haben keit erbl^w^b ^"br Handlungsweise eine Gesetzwidrig- teit erb Urft werden muß, die nach § 303 St.-G -B au be- f^afen ist, wobei als strafmildernd in Betracht aeroaen ba& b^unhedingt weiterging als er durfte - Ehenfall» einer Sachbe chadigung soll sich ein Ehevaar Z"enbn se ck da u'rch 9schLd!g gLst'hZn^daß es ftJhe'hi^ft w Uns ^doden der innegehabten Miets- durch Anwendung von Salzsäure beschädigte. Aus sich her ^n^r110 hervor, daß das Ehepaar
her Salzsaure nur m der besten Absicht bediente au deu Fußboden seines Oelfarben-An- striche» zu entledigen, .eine Maßnahme, die der tzans- a e qe n%™303° al?ru^iia11e. Da ein Vergehen 3 303 also ausgeschlossen ist, lautet das Urteil auf her^trntf "Ä ^bufalls auf Freisprechung wird erkannt in der Strafsache gegen den ^ohn eines hiesigen 0)laier- meisters wegen Betrugsversuchs. Ihm warJStSri- werden, sich der Verpflichtung zur Nachzahlung von Be tragen an bie Drt^at^^eufa^^e 1)0^) ^nt^ bafr or angab, er gehöre bereits der freien Dilfskaffe für ^.ischler als Mitglied an. Das Gericht vermag nach Maß- ■ Gegensafzur AnZSehöche
I .^datbestand des Betrugsversuchs nicht als erwiesen
I ! ~ Zum Schlüsse der Verhandlungen erhält
mpir^irt aul Heuchelheim eine Geldstrafe von 25 Mk Eft« *r ^uen dortigen Landwirt im Hofe dessen ©£6^^ beschuldigte" Spl^u6en nmmte und ihn des Ä
(© tr a f f a m JU er.) Die Verhandlung beginnt mit I S/f Berufungssache in der Privatheleidigungsklaqe des arun H' ?egen Frau I. Schienbein, beide von Hauwm Gegen das freisprechende Urteil des Schöffen- gericht» Gießen hatte der Privatkläger Berufung eingelegt, die.indes, da die Identität der Klage nicht festzustellen war kostenfallig verworfen werden mußte. — Ebenfalls auf Verwerfung der Berufung lautet das Urteil in der Straf! fache gegen den Maurergesellen Wilh. Frank von Ober- wegen Körperverletzung. Der Angeklagte hatte am I.j. Marz d,. I., am Tage der Musterung in /Friedberg aus emer Wirtschaft kommend, den gerade vorübergehenden uud glerch ihm gestellungspflichtigen Nik. Dönges von Ockstadt mit seinem Stock zu Boden geschlagen, weil er sich ilhm beleidigt glaubte r kurze Zeit darnach über ict er ohne segliche Veranlassung in ganz derselben brutalen
Hch- Gröninger aus I Ockstadt. Al» nun die Mutter des Ueberfallenen ihren schwerverletzten Sohn vom Boden aufzuheben versuchte und den Angreifer fragte, was ihr Sohn eigentlich gethan habe, daß er dieseni in solcher Weise behandele, ergrif er seinen Stock mit beiden Händen und schlug mit aller Wucht darauf los, sodaß auch sie zu Boden sank; indes trug die Mutter geringere Verletzungen davon. Demi während sie nur drei Ta^e arbeitsunfähig war, erstreckte sich die Arbeitsunfähigkeit ihres Sohnes auf 16 Tage. TurchUrteil I des Schöffeiigerichts Friedberg war der Angeklagte zu einer I Gefängnisstrafe von 6 Monaten, sowie zur rrahluna einer 1 Geldbuße von 147.70 Mt. an die Nebenkläger verurteilt worden. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung hatte indes, wie gesagt, keinerlei Erfolg, weil sich die Strafkammer der Auffassung der Verteidigers, daß das Verschulden seines Klienten als eine Strafthat aufzufassen sei, nicht anzuschließen vermochte. — Der 57jähriqe, seit I zwei Jahren tn Gießen domizilierte Scherenschleifer Johs Hölzer wird des Vergehens gegen § 180 St. G. B ibe- schuldigt. Der für den 1. August augesetzt gewesene Verhandlungstermin mußte ausgesetzt werden, weil beschlossen wurde, den Hölzer auf seine geistige Zurechnungsfähigkeit hin zu beobachten. Auf Grund einer mehrwöchentlichen Beobachtung erachtet der Sachverständige Kreisassistenzarzt Dr. König er, den Angeklagten voll-' ständig als vernehmuiigssähig und begutachtet daß die Organe des Gesichts, Gehörs und Gefühls bei dem Angeklagten durchaus normal sind. Der Vorsitzende bemerkt daß der Anbeklagte früher lange Jahre hindurch mit großem Geschick die Rolle eines Taubstununen gespielt habe und als solcher Privatpersonen und Behörden vielfach zu tauschen vermochte. Es wird nunmehr wegen Gefährduna der Sitüchkeit hinter verschlossenen Thüren verhandel? Das Urteil lautet, zuzüglich einer bereits über den W genagten verhängten Zuchthausstrafe wegen Verbrechens nuf^?em8r176i drei Jahre» vier Monaten,
auf eine Gesamtzuchthausstrafe von vier Jahren und ^e^ lüft der bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre.
in seinen Reden durchschnittlich 275 Silben in der Minute - und LLung bis zu 300 ist, au Stellen von A'wung uno besonderer Begeisterung, nicht selten B
• Der Motorwagen des Kaisers ist ein Benzinmotor hPr « '» Konstruktion und soll nach U'SaSSbtaS Urteil tn Bezug aus Geschwindigkeit unerreicht sein Der Wagen legt 95 Kilometer in einer Stunde bei regelmäßcher Belastung zurück. Er hat ein Gewicht von 32 ^Zentnern Der Preis beträgt 36,000 Mk. Zentnern.
Sprechsaal.
(3ür Form und Inhalt aller unter dieser viubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
Zur Bürgermetfterwahl.
Unter diesem Stichwort ist in Nr. 222 d. Bl. eine mit S. gezeichnete Aeußernng erschienen, die eine Entgegnung verdient, weil sie dein „Technikerstande" eins ! anzuhangen und denselben herabzuwürdigen sucht.
. Ob der künftige Burge-rm.eister!von! Gichen dew Staude der Techniker oder dem der Juristen, oder irgend euiem anderen Stande entnommen wird, ist an sich gleich- gütig; die Hauptsache wird die sein, daß der Betreffende ein gjiann von tüchtigen Kenntnissen und großer Erfahrung !!.' oer vor allem einen offenen Blick und praktischen mannigfachen Bedürfnisse und Verhältnisse des of eiitlicheti Lebens besitzt. Daß aber letztere immer SnfiHßV ?Cns 0ro&cll ^uugenschaften der Technik beeinflußt werden und abhängig sind und daß daher, Z sonst gleichen Verhältnissen, - der Techniker im m^""??^^rwaltungsdienst sich leichter zurechtfinden Ul^?/ Jurist auf dem immer umfangreicher
^^buden Gebiete der Technik, steht für alle diejenigen ?•:Kcr.fP‘raöc- solche einen genauen Einblick in diese Ber haltniffe gcivonnen haben. So hat erst kürzlich in der .^»7?.o^opdneten-Versanimlung einer rheinischen Großstadt em Mitglied derselben sich wie folgt geäußert: „Ich muß anerkennen, daß die Assessorenherrschaft heute völlig Der altct ist, vor allem für große Städte, wo die technische Seite^ der Verwaltung immer größere Bedeutung erlangt. Die Juristen können unmöglich dieses große Gebiet mit der wünschenswerten Klarheit überschauen." Der dies sagte, war niemand weniger als — ein hervorragen- der Jurist! -y.
-er StM Meße«.
I Evangelische Gemeinde.
Getraute.
I grn Fepsemb^. ^Heinrlch^ Klee' «Schneider zu Gießen und
I Martin tt^zu Zell^ öetftor6enen Taglöhners Peter
I September. Rudolf Wilhelm Wolf, Dreher »u Gieren
®=org 5r7an^ru@Ltome;,!a5t8an9' ™ Schmid°rm°isters
I imh 2« ^F^mber. Johann Danick Carle, Bäcker zu Gießen I Fronhausen^ ^albrecht, Tochter des Bäckers Johann Walbrecht zu
Lukasgemeinde.
I unh Hermann Stahl, Kaufmann zu Frankfurt a. M
und Antome Wenzel, Tochter des Kaufmanns Karl Wenzel zu - u n^f^gent einde.
I c. ■ •^>cn ^^pibmber. Dem Schneider Heinrich Heinze ein Sohn,
I Heinrich, geboren den 30. Mai. * '
Denselben. Dem Händler Wilhelm Keiner eine Tochter, Luise, I geboren den 30. Juni. 1 '
I a Denselben. Eine uneheliche Tochter, Anna Auguste, geboren den ■ y. iveptemver.
_ Markusgemeinde.
^en . • September. Dem Spengler und Installateur Wilbelm Neuweiler eme Tochter, Johanna Elise Karoline, geboren den 17. August Lukasgemeinde.
' Tockt,r Dem Profeffor Dr. Oskar Holtzmann eine
Tochter, Marie, geboren den 24. Juli.
re ... Denselben. Dem Schuhmachermeister Heinrich Müller eine Tockter Em.lie Amalie Justine Bertha, geboren den 17. August ’ '
September. Dem Professor Dr. Friedrich Wilhelm Pfeiffer ein Sohn, Gerhard Wilhelm Albert, geboren den 16. August, wrr. r September. Dem Kalkwerkbesitzer Karl Haas ein Sohn Wilhelm Karl Zacharias, geboren den 5. August. * '
Johannesgemeinde.
eine Ä ^em Zuschneider Friedrich Wilhelm Söhnel
eine Tochter, Luise Auguste, geboren den 2. September. *
Beerdigte.
Matthäusgemeinde.
cvrtt.ft Den 16 September. Mathilde Reuß, geb. Briel, Witwe des Forstmeisters Hermann Reuß, 70 Jahre alt, starb den 12. September Lukasgemeinde.
September. August Adolf Karl Matthäus Heldmann, Kaufmann, 45 Jahre alt, starb den 13. September.
181 September. Johanna Simon, Tochter des Oekonomen Georg Simon, 3 Jahre alt, starb den 16. September.
Johannesgemeinde.
« Jen 21. September. Wilhelm Schudt, Rentner, 66 Jahre alt starb den 19. September. ** * '
-e- Gießen, 21. Sept. (Schöffengericht.) Ein zweimal vorbestrafter Maschinenarbeiter aus Sulz erhält wegen Diebstahls eine Gefängnisstrafe von drei Wochen die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gilt. Er ist geständig, am. 26. August d. I. einem Einwohner von Kinzenbach 1,80 Mk. entwendet zu haben. — Es erfolgt hierauf die;am vorigen Dienstag ausgesetzte Urteilsver- kundigung in Sachen gegen einen Gießener Universitäts- ______ ______
,bec toe9en Sachbeschädigung (Tötung einer den I stand des Stenöarapben'burea'us ^"6"' ^or-
S», nachstellenden Hauskatzes in eine Geldstrafe I für den
v°n l0M-. g-n°mmen mrd. Der Schutz des § W Büigerl. | Helm II. ,u den schu-ttst en R-dnL Der Kaste"spUch,
Kr. 225 Drittes Blatt
# Mttwoch^A September 150. i9oo
Sreßener AnzeiM W
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den . \ h ®
folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. I 1 1//TT 01 /T I _ e /bfl A
Abbestellungen spätestens abends vorher. XjLX V 4 L V V X ♦ L J V L LI V I
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Grntisbettagen: Giehener Famllienblütler, Der hchische Landwirt ^"tter für hestische Uolkskunde. '


