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25.12.1900 Drittes Blatt
 
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Lten (Saall I Weihnachts-Feiertag; p Konzt Bzsführt ron der

Itef.-Regimentt Nr. 116, Kain tu: Hoboist Kläber.

I Äe! ,Mar8ch v. Lehnbardt. i * Her Wanderer v. Schubert (Ht ►hmarch und Finale a. d. Ov .lli ' 6. VI. Konzert Air Var."

71 y^hichten aus dem Wiener- .lannhäuser1 v. Rich. Wagner. 9. So. 10. 10. Romanze a. d. 0[ Gottmannshausen). 11. Fröhliche' eimer Sprudel, Galopp r. Krause

Entree - Weihnachtsfeiertag: s Konzr ».geführt von der lif.-Regiments Nr. 116, K*^ ier im Gas. EntM'io

IRt. 30% Drittes Blatt. DiensLüg bcu 25 Dezember 150. Jahrgang LOGO

Wehener Anzeiger

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Weihnachten.

In dem geheimnißvoven Schoß des Menschengemütes «irsmuerlich begründet ist, wie die Sehnsucht nach Ewigkeit ®öb Glück, das Bedürfnis, Feste zu feiern und den Gehalt liefet Feste, dieses fröhlichen Ungewöhnlichen im nüchternen Äcrkl-agSdasein, symbolisch zu erfassen, ihn in Beziehung zu ßttzm zu der Welt in uns und außer uns. Unseren Vor- fahren waren diese angenehmen Unterbrechungen die Be- jt|er der wichtigsten Daten des Naturjahres, von dem sie A anhängig wußten als Kinder der Natur, der nährenden Mmitter alles Dessen, was lebendigen Oden besitzt. Das Zirchemjahr löst die Feste los von ihrem natürlichen LlNergrunb und verleiht ihnen eine rein geistige, eine aus- i Älteflich religiöse Weihe. Aber so festgewurzelt sind die dien Beziehungen, sie klopfen so mächtig an das Herz der chigvinen, daß die übergeworfene Decke ihre verhüllende Aast verliert und zu dem geistigen das natürliche Element ÄgünAend, aber auch vertiefend zurückkehrt. Ostern ist uns M Kest der Wiedererweckung, nicht nur im Geiste, auch o brr Natur, Pfingsten die liebliche Erfüllung lieblicher Licht ißungen, nnd wenn am Tannenbaum die Wachslichter fiiiftern und die stille, heilige Nacht anhebt, so ist uns Weih­nachten nicht allein das Fest der Wiedergeburt, eS sagt uns, Naß nun da draußen die Welt des Werdens und Vergehens i sim Tiefstand erreicht hat. Es ist das gegebene Ende des Mri S für den, der da zählen kann, diesmal auch das Ende M Jahrhunderts, das von dem scheidenden Jahre seinen tet n hat. Wie die Sonne sich jetzt wendet, so lockt sie mit bchhlbarer Sicherheit all die schlafenden Keime und Sprossen Meinem neuen, fröhlichen, farbenprangenden Leben, zum Dbev und zum Streben, die eigene Art fortzuführen und jjireirvollkommnen. Auch dasFriede auf Erden", toiz aven hoffenden Herzen so reich an Trost und Verheißung Hingt das in Aller Herzen eine Saite zum Vibrieren bringt, mtil wir es so gern hören, hat seine tiefe symbolische Be- taulumg in diesem Sinne. Der Ruhe folgt das Erwachen, bim Frieden der Kampf. So war es seit den nahezu zwei .Mlausenden, in denen die Botschaft erklingt.

Friede auf Erden 1 Wer seinen Blick auf das Getriebe i bitt Politik richtet, wer das unablässige Ringen der Mächte 1 biä wirtschaftlichen Lebens beobachtet, den erfüllt das Fest 1 biti Friedens mit Wehmut. Mit vieler Sehnsucht, aber mii g.eringer Hoffnung denkt er des höchsten Zieles, das b'ii Menschheit erfüllt seit ihrem Bestehen: des Friedens. ® giibt kaum ein Wort, daS in dem politischen Leben so v'Ä ^braucht wird wie dieses. In jeder Thronrede, mit bin erine Volksvertretung eröffnet wird, klingt das Wort Friede" wieder. Bei jedem Trinkspruch, den Monarchen air-'b ringen, hören wir das Wort. Und doch haben die ' Alker nie das Gefühl ruhiger Sicherheit, und heuer ganz

gewiß nicht. Allenthalben Kampf, allenthalben Mißtrauen. Scheel blickt jedes Volk auf seine wohlgerüsteten Nachbaren, trotz des einigen Konzertes der Mächte im Riesenreiche der Mitte. Kunde von Unfrieden, Haß und Verfolgung, Zank und Streit, Kampf und Sieg trägt der elektrische Draht mit unvergleichlicher Unparteilichkeit über Länder und Meere. Nach haben die Chrifienmorde im fernen Osten nicht auf­gehört, immer noch stehen zwischen den Strömen, die sich ins Gelbe Meer ergießen, halbbarbarische Horden im Hinter­halt gegen die mit stark und schneidig zugreifender Hand Ordnung und Frieden bereitenden verbündeten Truppen. In südamerikanischen Landen tobt der Bürgerkrieg, in Serbien stehen sich Vater, Mutter und Sohn feindlich gegenüber. Kohle. Zucker und Spiritus, Justiz und Polizei, Börse und Großbazare befinden sich mitten auf dem öffentlichen Kampfplatz. Die Einen vermeinen, mannigfache Kämpfe würden sich verhindern lassen, wenn die Arbeiter eine fest­geschlossene Vereinigung bildeten, die Anderen hoffen das­selbe von einer Vereinigung der Arbeitgeber. Wer aber getraut sich zu sagen, daß diese Vereinigungen rechts und links den Werken des Friedens dienen? Betrachten sich die Männer, die als die Führer solcher Vereinigungen einen be­stimmenden Einfluß auf die ihnen folgenden Mafien aus­üben, als wohlwollende Mittler, die den Ausgleich der Inter­essen zwischen den Vereinigungen herbeizuführen haben, oder sehen sie sich als Heerführer, die ihre Truppen zu heißem Streit gegeneinander führen?

Das Fest des Lichtes mag uns mit größerer Zuver­sicht erfüllen. Uns will scheinen, als ob mit dem schweren, aber von Sieg zu Sieg führenden Kampf um das Licht, den unsere moderne Technik führt, ein ebenso schwerer, aber nicht minder siegreicher Kampf um Licht und Klarheit in unserem öffentlichen Leben einhergeht. Technik und Natur­wissenschaften erschließen uns immer neue Erkenntnisse. Fast von Tag zu Tag sehen wir in Vielem klarer und manche Scheu vor dem Gegebenen verlieren wir. Uns steht die Welt unter dem monumentalen Gesetz der Kausalität, das keinen Windstoß ohne ausreichende Ursache zuläßt. Uns ist die Menschlichkeit kein unveränderliches Gebilde, sie ist im Flu ß und entwickelt sich stetig. Wir braunen nicht zu verzweifeln, wir sehen auch in der politischen Welt das Werden und Vergehen, das Hinsinken dessen, was seine Zeit erfüllt hat und das Aufstreben neuer Formen mit wunderbar bereichertem Inhalt. Sollen wir diese Erkenntnis nicht bewußt anwenden auf das große Problem, das der Inbegriff all unserer Thätigkeit ist, auf die Schaffung eines glücklichen Volkes? Ist die Gesetzmäßigkeit alles Geschehens erwiesen, fällt kein Regentropfen anders vom Dache, als es das Naturgesetz unter den obwaltenden Umständen vorschreibt, so ist auch das Glück der Völker kein Zufall, es steht unter ganz be­stimmten Gesetzen, die wir erkennen nnd verwirklichen können.

Die Zustände eines Landes, ob sie befriedigend sind, ob hassenswert, das hängt nicht vom Walten eines dunklen Zu­falls ab, sie sind bestimmte Wirkungen der herrschenden Rechte und der herrschenden Mächte. In dieser Erkenntnis ist der Freibrief für das öffentliche Wirken enthalten, aber auch die Aufforderung zu diesem Wirken, die noch so Viele für sich vermissen. Ja, wir können formen, wir können ge­stalten, können ausbauen und verbessern. Es muß nur eine Bedingung erfüllt werden: wir müssen wollen!! Den Willen zum Wirken und die Kraft zum Kampf für das herrliche Gut eines glücklichen Volkes unter den WeihnachtS- baum der Nation zu legen, es wäre etwas Großes! Aber dies läßt sich nicht schenken, es muß erworben werden Der Tiefstand, den wir draußen in der Natur sehen, er ist auch im öffentlichen Leben zu fühlen. Aber wie lange noch? Es schlummern viele Keime und Sproßen, aber die Sonne wird sich wenden und Macht erlangen, die das Schlummernde wachruft zu einem neuen, reichen, glückgesegneten Sein. Einst wird Friede sein auf Erden.

Weihnachtssvgen.

Still und bedacht sinkt die heilige Nacht

Auf's kahle Wintergelände,

Und bald ist entfacht die flammende Pracht

Schon rüsten geschäftige Hände.

Bald fliegt die Helle von Haus zu Haus, Die Jubel um Jubel entzündet, O Welt, wie siehst Du fo wonnig aus, Wenn die Glocke die Weihnacht kündet l

Da fordert der Groll nicht ein seinen Zoll,

Da giebt es kein Hasten und Ringen,

Da schweigt jedes Soll, und das Herz ist so voll, Will immer nur singen und klingen.

Da ruht die arbeitgehärtete Hand, Da werden die Alten zu Jungen, Des Christtagsgedankens strahlendes Band Hält die ganze Menschheit umschlungen.

Gelindert sind Not und die Sorge um Brot, Begnadet lächeln die Armen.

Der Haß, der Tod und Verderben gedroht, Uebt am Tage des Friedens Erbarmen. Es sucht ein Leuchten wie Morgenglüh'n Der Leiden dunkelste Gründe.

Versöhnend wächst ein deckendes Grün Selbst über Laster und Sünde.

Der Welt hat gebracht die Versöhnungsnacht Ein stilles Vergeben, Vergessen.

Des Friedens Macht hält treuliche Wacht, Und das Unheil ruhet indessen.

Von Liebe ist ganz das Dunkel erhellt,

Und die Sterne der Himmelswiese, Sie schmücken die Welt, die winternde Welt Mit Blumen vom Paradiese. p. W.

spar- und Mykasse Gießen.

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Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß wir vom U Januar 1901 an alle Einlagen bei unserer Kaffe ohne Ausnahme MM Prozent verzinsen. Die Zinsen von neu auszuleihenden Kapitalien bKtagjcn von dem genannten Zeitpunkte ab 4*/z Prozent, während von bestehenden Darlehen die Zinsen vom I. April 1901 ab auf l1)! -Prozent erhöht worben sind.

Gießen, den 10. Dezember 1900.

Direktion der Spar- und Leihkaffe Gießen.

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