Ausgabe 
25.2.1900 Drittes Blatt
 
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TOR.IL

I Flügelthür am anderen Ende des Saales stand soweit I offen, daß sein Kopf hindurch konnte, der Körper folgte, I und nahm den Rest der Thür mit.Archie" setzte I sich dann, vermutlich L conto der vielen Glas- und Holz- I später, die in seinem massiven Körper steckten, in einen I gelinden Trab und kam so durch den Zirkus, die Schlitt- I schuhbahn und andere Säle ins Freie; vorher hatte er I alle Buffets, an denen er vorbeikam, gründlich untersucht, I aber anscheinend nichts gefunden, was ihm zusagte. Man I versuchte, ihn einzufangen: Männer, einige zu Pferde, und I bewaffnet mit allen erdenklichen Waffen, außer Gewehren, I versuchten ihn zurückzuscheuchen, aberArchie" wollte nicht. I Als ihm die Hetzerei zu bunt wurde, rannte er einfach die I Umfassungsmauer um und beeilte sich, einen gutenZwischenraum I zwischen sich und seine Verfolger zu legen. Eiserne Gitter, [ Bretterwände und dergleichen hinderten ihn dabei außer- I ordentlich wenig; er rannte sie entweder um, oder nahm | sie auf die gewaltigen Stoßzähne, und frei war die Bahn. I So raste er vorwärts über Gärten und Felder; welche I Aufmerksamkeit seine Besuche bei den ahnungslosen Villen- I besitzern machte, läßt sich vorstellen. Während sich IArchie" so der goldenen Freiheit freute, ereilte die Nemesis I den MörderCharlie". Wärter und Beamte unter Führ- I ung des Besitzers der Menagerie beschloffen: ihn, der nach dieser zweiten Mordthat sein Leben verwirkt hatte, zu töten. Das war aber leichter beschloffen, als ausgeführt. Es zeigte sich, daß im ganzen Lokal nicht eine einzige zuver­lässige Flinte aufzutreiben war. Einige Volunteers tarnen* mit ihren Dienstgewehren und Lee-Metfordpatronen, aber außer diesen tapfern Kriegern hatte niemand Vertrauen zu

I ihrer Schießfertigkeit oder der Leistungsfähigkeit ihrer Ge­wehre. Ein Bur, der wahrscheinlich die Sache prompt be­sorgt haben würde, war der Umstände halber leider nicht zur Hand und so sandte man denn Leute aus, die einen tapferen Schützen und gute Munition in London suchen sollten. Inzwischen versuchte man auf andere Weise dem Vieh zu Leibe zu gehen. Drei Laibe Brot wurden mit einer Lösung von nicht weniger als vier Unzen (annähernd N5 §) Cyankalium getränkt, und dem Elephanten, der sich immer noch mit dem Kopfe desschlafenden Studenten" beschäftigte, hingeworfen.Charlie" ließ den Kopf der un­glücklichen Steinfigur gehen und machte sich an die Brote. Das erste verschlang er gierig, das zweite beroch er mißtrauisch er schien zu merken, daß etwas nicht in Ordnung warund verzehrte es ziemlich langsam; dann fiel ihm offenbar etwas auf, und das dritte Brot biß er nur eben an, um es dann mit Entrüstung fortzuschleudern. Jndeffen, er hatte schon genug Cyankali im Leibe, aus­reichend um ein Regiment zu vergiften. Aber es schien ihm durchaus gut zu bekommen, und das Gift, von dem der Bruchteil eines Grammes einen Menschen in wenigen Sekunden tötet, verursachte ihm, obgleich er reichlich ein Viertelpfund davon intus hatte, nicht die geringsten Unan-

uehmlichketten. Mit der Vergiftungsidee war es also vor lausig nichts, und es wurden deshalb nochmals Eilboten alle erreichbaren Büchsenmacher in London geschickt mit den dringenden Ersuchen um Elephantengewehre und Männe? die dieselben handhaben könnten. Gegen zehn Uhr abends endlich, es war Sonntag, und also alle Läden geschlosst kam der Büchsenmacher ChEchill mit seinem jungen Sohne beide mit doppelläufigen Elephantenbüchsen, die bekanntlick Explosivkugeln schießen, an; auch ein paar tapfere enqlif*. Volunteers mit ihren Gewehren waren zur Stelle.Charlie- schien inzwischen von dem Cyankali, das er einige Stunden vor. her sich einverleibt hatte, Magenbeschwerden zu verspüren fft pachte ein sehr trübseliges Gesicht und verhielt sich ganz ruhig So konnte man ihm mit einem anderen zahmen Elefanten nabe kommen, ihm einen starken Strick ums Bein legen, und ibn hjofoi er sich geduldig wie ein Lamm benahm, in dik Menagme zurückführen. In der Menagerie wurde eine Park Brustwehr aus schwerem Gebälk zurechtgezimmrrt und hinter dieser nahmen die Elephantenjäger, Mr. ChurM « ^wie die Volunteers mit ihren Donnerbüchse»

Aufstellung, um für alle Zwischenfälle einen Unterschlups zu haben.Charlie" stand indeffen ruhig an seinem ttfa und Pendelte gleichmütig an seiner Kette hin und her, wie ein Schiff, das an seiner Boje schaukelt. Dann kam btt ?rove Augenblick: die fünf feuerten eine Salve ab, die ein furchtbares Getöse machte, undCharlie" fiel wie ein Klon zu Boden, daß die Wände des Gebäudes zitterten. Er gab keinen Laut von sich, und war offenbar auf der Stelle tot Es wurde indessen noch eine Salve auf ihn abgegeben, und dann kamen die Jäger aus ihrem Versteck, von dem aus sie mit vollen zehn Schritt Entfernung geschossen hatten hervor. Es war ein großer Augenblick! WoArchie" herumvagabondiert, ist heute offiziell noch nicht bekannt, und die tapfere Schar, die unterwegs war, um ihn iu fangen, ist Sonntag spät nachts unverrichteter Dinge zurück, gekehrt, nachdem sie den nicht gerade schwer erkennbaren SpurenArchies" einige Meilen gefolgt war.

nicht zu erkennen. Und dann ereignete sich eine gräßliche Szene:Charlie" packte den unglücklichen Wärter mit dem Rüssel, hob ihn hoch in die Höhe und schleuderte ihn mit Gewalt auf den Steinfußboden. Dann setzte er seinem Opfer den scharfen Stoßzahn in den Unterleib und riß ihm mit einem schnellen Ruck den Bauch auf, so daß die Gedärme herausquollen. Und während der bedauernswerte Mann vor Schmerz laut stöhnte, und niemand im stände war, ihm Hilfe zu bringen, stampfte das gewaltige Tier wie wahnsinnig mit seinen schweren Vorderfüßen auf dem zuckenden Körper herum, bis das Röcheln allmählich ver­stummte, und vonOld Chippy" nichts übrig war, als eine formlose Masse von Fleisch, Blut und Gehirn. Der Kopf war vollständig breit getreten, die Knochen fast alle gebrochen. AlsCharlie" endlich von seinem Opfer ab- ließ, trompete er laut und gebärdete sich ganz so, als ob er mit seiner That ganz besonders zufrieden wäre, dann sah er sich nach einem neuen Gegenstand, um seine Wut auszulassen, um. Er lief den südlichen Hauptgang hinunter die wenigen Personen, »die sich hier befanden, hatten sich rn Sicherheit gebracht und stürzte sich zunächst auf die großen Wandspiegel, in denen fein Bild ihn in besondere Wut zu versetzen schien. Mit einigen kräftigen Schlägen fernes Rüssels zertrümmerte er die dicken Spiegelgläser. Dabei schnitt er sich mehrmals, und mit dem Blut, das in Strömen von seinem Rüffel floß, und bei seinen Beweg­ungen über den Platz, wo er ging, sowie Über seinen kolossalen Körper rann, dazu noch mit dem Brei von Ge-

un& zerstampftem Fleisch, den er an den Füßen j tf«WPte, sah er in seiner grandiosen Wildheit wirklich schreckenerregend aus. In der hallenartigen Erweiterung des Hauptganges erregten die Marmorfiguren von neuem seme Zerstörungsgier. Er riß sie von den Postamenten herunter, und eine, die bekannte Figur desschlafenden Studenten", versuchte er mit den Zähnen zu zermalmen. Cr schlug dem Standbild den Kopf ab und nahm ihn in I feinen mächtigen Rachen. Während soCharlie" sich in

- He ""t dem Kopfe des schlafenden Studenten be- I schaftigte, warArchie", der andere Elefant, der anscheinend I

ganz so bösartig ist, auf eigene Faust weitergetrabt. I Er «aud seinen Weg zu den großen Glasthüren, die in den I flOHäertfaal führen, und nachdem er einige Zeit mit Inter- I effc bmeingcftarrt hatte, ging er einfach mit dem Kopf I durch die Thür, wobei die Thürflügel aus den Angeln ge- I hoben wurden, und wie ein Rahmen auf dem breiten Hals I uni) den mächtigen Schultern des Tieres liegen blieben. I

Entsetzen der andächtigen Menge im Konzertsaal kann I man sich denken, als das Vieh so saus fagon hineinkam. I .erArchie" benahm sich sehr gesittet. Er marschierte m gemeßenem Schritt durch den Saal, betrachtete sich das I Publikum aufmerksam, that aber niemandem etwas zu I Lewe, und bewegte sich so vorsichtig den Hauptgang ent- I lang, daß er nicht einen einzigen Stuhl umwarf. Die

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