daß er durch Nennung ihrer Namen ihnen für ihre Freund« shaftsdienste noch Ungelegenheiten bereite. Der Angeklagte verwahrt sich dagegen, daß aus der Wahl gerade des Jn- fHtuts „ Jus“ ein Vorwurf gegen ihn hergeleitet werden könne.
Auf Ersuchen des Vorsitzenden wird Frieda Woyda Herrn Dr. Romen gegeuüberge stellt, und dieser richtet in sehr nachdrücklicher Form eine Reihe von Fragen in daS Mädchen, die darauf hinauslaufen, ob sie ihm ins Besicht sagen wolle, daß sie ihm früher auf alle seine väterliche Ermahnungen die Unwahrheit gesagt habe. Frieda bleibt dabei, daß sie früher die Unwahrheit gesagt habe und auf die Frage: Warum? verweist sie wieder auf Stier st ädter.
Der nächste Zeuge ist Justizrat Kleinholz, der früher die Verteidigung mitgeführt hat. Er bekundet über Vv. Aussagen, die Frieda Woyda in der ersten Verhandlung gemacht hat. Ihm ist namentlich in Erinnerung, daß Frieda Woyda behauptet habe, mit Gewalt zu dem unzüchtigen Akt bewogen worden zu sein. Er habe damals dem Mädchen in ihren Erzählungen nicht geglaubt, sondern direkt den Eindruck gehabt, als ob das Mädchen stark gelogen habe. In der ersten Verhandlung sei nichts festgestellt worden, daß unzulässige Beeinflussungen seitens der Sternberg'schen Freunde stattgefunden haben, namentlich nicht, daß Herr Sternberg mit dem „Kapitän Wilson" agitiere.
Als Zeuge wird Rechtsanw. Dr. Müh ring aufgerusen. Dieser ist früher Beisitzer in der Ersten Strafkammer gewesen und später Rechtsanwalt geworden. Er war, nachdem cr aus dem Richteramte geschieden, zu Sternberg in Beziehungen getreten, und es war eine Zeitlang im Plane, daß er die Leitung einiger mit Sternberg verbundener Mien-Gesellschaften übernehmen sollte. Daraus sei dann nichts geworden und er versehe eine SyndikatSthätigkeit in
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den Sternberg'schen Bureaus. Er sei auch Mitverteidiger Sternbergs in diesem Prozeß. Letzterer entbinde ihn nicht von der Amtsverschwiegenheit. Der Zeuge bekundet, richtig sei es, daß sich einmal eine Frau, die sich Hofmann nannte, telephonisch angemeldet habe und auch im Bureau erschienen sei. um zu erklären, daß sie den „Kapitän Wilson" sprechen möchte. Er habe ihr gegen einen Schuldschein 300 Mk. geliehen und sie müsse mit ihm sprechen. Da Frau Hofmann, die sich später als die Hausmann entpuppte, sagte, sie habe Verwandte in Holland und wolle dorthin gehen, habe er ihr gesagt, daß Verwandte seiner Verlobten, die eine Likörfabrik haben, beabsichtigen, dort Filialen zu er- richten, und es sich vielleicht ermöglichen ließe, daß sie dort eine Filiale übernehme. Als er erfahren, daß die angebliche Hofmann die HauSmann sei, sei es ihm nicht zweifel- haft gewesen, daß es sich um eine ganz gewöhnliche Spitzelei handelte, um etwas aus ihm hcrauSzuholen, was auf normalem Wege nicht herauSzuholen war. Wo Wilson die Gelder her hatte, wisse er nicht, ebensowenig, ob Luppa viel mit Wilson verhandelt habe. Der Zeuge erklärt noch, daß er Thiel nicht näher kenne und auch nicht wisse, ob Luppa diesen kenne.
Eine Anzahl von Fragen des StaatSanwaltS Braut beziehen sich auf das Vorleben des Zeugen. Die Auseinandersetzungen über diesen Punkt sind etwas erregt. Der Staatsanwalt hält den Zeugen der Begünstigung für verdächtig. Durch Befragen roub festgestellt, daß der Zeuge, bevor er sich dem juristischen Studium widmete, Tischler war, 1889 sei et Amtsrichter geworden, 1897 im Disziplinarverfahren aus dem Amt geschieden. 14 Tage nach dem Disziplinarurteil sei ihm vom Justizminister Schönstedt nahe gelegt worden, seine Wiederanstellung im Staatsdienst sofort zu beantragen. Er sei später ohne 'jedes Bedenken zur Rechtsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Stettin zu
gelassen worden; s. Z war ihm für seine Thätigkeit bei Sternberg ein MonatSbezug von 600 Mk. und eine Tantieme zugesichert worden, jetzt beziehe er monatlich 700 Mk. Ein besonderes Honorar für seine Thätigkeit tn diesem Prozeß erhalte er nicht.
Hierauf wird die Verhandlung auf Freitag 9’/, Uhr vertagt.
Universität und Hochschule.
— Der Landesgeologe Dr. Steuer in Heidelberg hat sich mit einer Antrittsvorlesung über „Die Fortschritte der praktischen Geologie in den letzten Jahrzehnten" als Privatdozent der Geologie und Paläontologie an der Technischen Hochschule zu Darmstadt habilitiert. — Aus Heidelberg wird weiter berichtet: Der seit zwei Semestern beurlaubte Privatdozent der Philosophie an der Universität, Dr. Walther Arnsperger, hat sich für Geschichte der neueren deutschen Litteratur und Philosophie an der Technischen Hochschule zu Hannover habilitiert. — Der Privatdozent Dr. Bruno Meyer in Halle wurde an Stelle des Professors Brockelmann an da« Orientalische Seminar in Berlin berufen. — In Heidelberg starb im Alter von 72 Jahren der Professor der Landwirtschaft Hofrat Stengel, Vorstand der landwirtschaftlichen Fachschule an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe. Derselbe dozierte in Heidelberg seit 1878. Im Reichstag vertrat er als Mitglied der liberalen Vereinigung im Jahre 1881 den 4. Wahlkreis des Bezirks Sachsen-Erfurt
Eprechstuudeu der Redaktion
des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplaneigasse aus.
ißt dio beste, man kaufe nichts anderes. Das beste ißt des guten Feind.
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Bewerbungen werden auf dem Büreau des Armenamts (Zimmer Kr. 2 der Bürgermeisterei) bis zum 29. November entgegen genommen.
Gießen, den 20. November 1900. 7595
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.
Wolff. ______________________
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Burkhardsfelden für das Zahl 1901/1902 liegt vom 26. November l. I. an acht Tage lang auf im Bürgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten offen.
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Burkhardsfelden, den 22. November 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Burkhardsfelden.
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Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde RutterShansen für das Jahr 1901/1902 liegt vom 26. d. Mts. an acht Tage lang auf bim Amtszimmer unterzeichneter Bürgermeisterei zu Jedermanns Einsicht offen.
Ruttershausen, den 22. November 1900.
Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen.
K l i n fcL________________________7608
Bekanntmachung.
Dec Voranschlag der Gcmeiude Leihgestern süc das Jchr Wl/1902 liegt vom 24. November l. I. an acht Tage lang auf dem Argernieisteret-Büreau zur Einsicht der Interessenten offen.
Leihgestern, den 22. November 1900.
Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern.
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Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Lauter für das Jahr 1901/1902 liegt vom 27. November 1900 an acht Tage lang auf dem Mrgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten offen.
Lauter, den 22. November 1900.
Großherzogliche Bürgermeisterei Lauter.
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^8ur Tetliohm- an den Vorträgen haben sich so viele Personen gemcloet, daß dieselben nicht olle zugleich den Vorträgen beiwohnen fönncu, wenn der Zweck derselben erreicht werden soll. Es kann deshalb nur die erste Hälfte Derjenigen, die sich in die Listen eingeschrieben haben, an den am 26. l. Mts. beginnenden Vorträgen teilnehmen. Für die andere Hälfte werden nach Weihnachten die Vorträge wiederholt werden. Wer zu der einen oder anderen Hälfte gehört, wolle man aus drn in der Aliceschule und bei Herrn Fuhr, Sonneastraße, offenliegenden Listen ersehen. 7616
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