Ausgabe 
23.12.1900 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

M. 30 l fünftes Blatt. Sonntag den 23 Dezember 150. Jahrgang LSQ4K

Schülp

Aerobe

aiSerMän,el and gn.

Henerat-AHeiger

"Westen,

en

Aints- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren.

JGnmülilen tterschneidmascl

Alle Anzeigen-BermittlungSstellea deS In- und Ausland« nehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

ÜHilSee, Expedition und Druckerei:

-chntßraße Ar. 7.

Gratisbeilagen: Gießener Zamilienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde.

>. bhiBie »»» Anzeigen zu der nachmittags für des 'eiGai« Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 UH ANestellungen spätestens abends vorher.

Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,96 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellev vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze»« Fernsprecher Nr. 51.

fir tnt täglich / _ Ä.

« - j?«abine d W

«Kreßener Anzeiger

OOOOOOOOOOft

iene Brillen Ä

10

!

Thermomet Dampfmast Dampfschi Experimer

Qektromf Lupen, Uv MikrosW MMW SalOD-^fitten

Gabcr- i'aitf nur in der Anwendung dieses Könnens im Sntiteüe: des Beschenkten liegen. Wenn ein Kind seine SpMtbWe leert, um seiner Mutter ein Geschenk fertig zu flfr.ufenn, wird es sie weniger erfreuen, als wenn es mit unib unter Zuhilfenahme seiner Geschicklichkeit eine

mit'.Hin der schönsten Schneedekoration strahlt hell der We tilhiachtsbaum und feierlich^-weihevoll klingt es: Stille NacH, heilige Nacht usw.

Hilm UI|U/U| 'VII Iiinp.

Uf. 'Arunberg, 20. Dezember. Schon im vergangenen ~-r H-- - hier die Frage der Erweiterung der hiesigen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 22. Dezember.

Aeu Hinzutretende Abonnenten eriHalteiir de«Gietzeuer Anzeiger" bis zum . Januar unentgeltlich zugeftellt.

techer igläser .

Dieter mometer beuge p-Apparate passe ioskope na magica

V*'ÄH»*' Ki/i.UlIl VVllll 111'

Siet*18 rffjnköw au~ '^EN Mitteln beschaffen muß.

tVr/ 1 9D (TVitniFtpr (3

FrüLLjjtz wurde

Geschenke. Geben ist seliger denn Nehmen! Wa Wchl, wer hätte nichit schon die tiefe Wahrheit dieses SprMes empfunden. Wer andere erfreut und beglückt, fityMsich der nich^ selbst belohnt? Die uralte Sitte des Ges Huk-Gebens wird auch sicher fortbestehen bis ans mbe ottcr Tage. Die ältesten Ueberlieferungen erzählen umr? itbcrn von Geschenken. Bei unzähligen Gelegenheiten MuiMn Gaben dargebracht. Könige sandten solche unter- etiumiibei, um sich gegenseitige Freundschaft und Zuneig- unoz ji bezeugen, und andere Sterbliche ahmten je nach .staun' und Mitteln diese schöne Sitte nach. Liebende, 'towarre erfreuen sich durch Geschenke; Eltern und Kind!«:, Verwandte und Freunde desgleichen. Und der RciHk lindert die Not des Armen, indem er ihm von jeiwiin:. llleberfluß mitteilt. Aber nur wer gern giebt, aus warrmn Herzen, der giebt gut. Wunschlos, ohne an Wieder- uercqäLiuig zu denken, aus reiner Herzensgüte spendet der imii)-ire Geber. Leider versteht das nicht jeder; denn bei i tri-:! en ist die Gabe nur geliehen, und sie hoffen, bei r.kxr nächsten Gelegenheit mit Zins wieder einzuheimsen, öetzmi-'cben soll man aber nicht überlegen, nicht fragen, mass mt ich schenken, ohne mir große Kosten aufzuerlegen undi! um jenen Mr Revanche zu veranlassen; sondern womit wer^m M den ^Nehmer erfreuen? Man kann trotzdem durchs emm Heute Gabe so gut erfreuen als durch eine teure gro)i|;t; rimr den Schein muß man nicht erwecken wollen, als-, sue wertvoller, als sie in Wahrheit ist. Man darf wgc-o^rch ein Geschenk niemals prahlen wollen, denn nn iMMs kann auchj demütigend, verletzend wirken Wo >erni°r teer Unbemittelte dem Reichen, das Kind dem tttirüatiie neu, der Diener dem Herrn eine Freude machen willl, iit stets eine bescheidene Gabe am Platz; nur gut gewMmnß sie sein. Am richtigsten ist es in diesem Fall, wenmi tot Geber sein Können, seine Geschicklichkeit benutzt, um -«Eelbostgefertigtes zu spenden. Denn der Wert der

1er-A

jnfinerW3®' / ,

offe

1711

empfiehlt

llnssr Stadttheater rüstet sich auch zur Weih- naMsciier. Das von ihm vorbereitete Weihnachtsstück ,,Ni»archenzauber" erregt insofern unser besonderes Iititrress«, als der Verfasser Mitglied unseres Theaters ist.i Herrn Lorenz Kirchner-Kirchberg. Poesie wie Ko.'Mik, |7o schreibt man uns, enthält dieses Stück in glück- l ickt n ;jlisammenstellung und dürfte für unsere Kleinen, dici beides lieben, eine rechte Festfreude werden. Der ZwrM iist kurz folgender: Das Fischermädchen Elsbeth k-bt am See mit ihren sieben Brüdern. Im Walde hat sie: tinfl den Prinzen Reinhold kennen gelernt, aber nie mitrüxr n>on ihm gehört. Das Silbermännchen, das sie aust den Weg zu Glück und Reichtum führen will, ver­zaubert ihre bösen Brüder zu sieben Raben. Elsbeth gelttt aus, sie zu erlösen. Dabei kommt sie ins Königs- ido sie sich als Magd verdingt. Dort lernte Prinz Remhoti- das neue Aschenbrödel kennen und lieben, doch unÄ»Ä deem Fluche des Königs müssen beide das Schloß ver.Lajskr Im Walde verirrt, erscheint dem Prinzen die schib'm Fee Melusine und lockt ihn hinunter in ihren Za oberste. Dort verbringt Prinz Goldfisch traurige Tage. Do Elsbeth gelingt es mit Hilfe ihres Freundes Zwerg Aa,«D unib seiner Getreuen, den Zauber zu lösen, den FisÄIöuüg zu befreien und ihn wieder zu seinem ver- sairssn. il Reiche zu verhelfen. Das von den Zwergen schön uiuwbräiutlich geschmückte Silberelschen wird zur Königin ern^hli, die sieben Raben werden Prinzen, und der alte Koiiiig Diebt erfreut den beiden Königskindern seinen Sec^-M. Das treue Silbermännchen aber weist zum SchMsse die ftinblcin darauf hin, wie Glaube, Hoffnung unii) üiebe Schönelsbeth zum glücklichen Ziele geführt haben uiiiti daß: sie die Gaben der heiligen Weihnacht sind, die ------ ~~ art£3 dar,auf in prächtiger Schluß-Apotheose erscheint. In-

arotmühlen ihhitterdämpfer rtoffelquetscheo

sowie

Wffib W«Nl eii- billigst

-osenthal

rckephou 218. Lieblr

nniekel°-D unib unter Zuhilfenahme seiner Geschicklichkeit eine

niattie^re' .jfGabe für sie anfertigt. Wichitig ist es sodann, \.petische hh- von Geschenken stets das zu treffen, was

Tpritn» Ij Empfänger von Wert ist. Leider wird dieser

7tebei weitem nicht genug beherzigt. Infolgedessen S Fülle gespendet, was man schon besitzt,

-'*rteDl rong.ntD man Gegenstände, Deren man notwendig bedarf,

höheren Bürgerschule erörtert. Man beabsichtigte eine weitere Klasse aufzusetzen und die dadurch bedingte Anstellung eines weiteren akademisch gebildeten Lehrers. Die Ver­handlungen, die dieserhalb mit dem Ministerium gepflogen wurden, hatten insofern ein^befriedigendes Resultat, als nun­mehr der Stadtvorstand die zur Errichtung einer weiteren Lehrerstelle nötigen Mittel verwilligte und die Schulbehörde bereits eine geeignete Lehrkraft zur Verwaltung der Stelle in Vorschlag brachte. Man hofft, daß infolge der voraus­sichtlich schon anfangs Januar in Kraft tretenden Neuein­richtung sich auch die Frequenz unserer höheren Bürger­schule, deren Schülerzahl jetzt noch verhältnismäßig gering ist, mit der Zeit wesentlich steigern wird. Gerichtsschreiber S chnellbächer hier, der seit etwa acht Jahren am hiesigen Amtsgericht thätig ist, wurde in gleicher Eigenschaft nach Darmstadt versetzt.

-e- Bad-Salzhausen, 20. Dezember. Wie heute ver­lautet, ist man bei der Bohrung nach Thermalsoole, nachdem gegen 170 Meter tief gebohrt worden, und man stets auf Sand gestoßen war, auf Fels gestoßen welcher Art, wird vorerst nicht gesagt. Auch nach Süßwasser wird an anderer Stelle gebohrt. In dem benachbarten Unter- Schmitten sind sieben Kinder an Keuchhusten gestorben.

Nidda, 20. Dezember. Heute fand imGasthaus zur Traube" die jährliche Weihnachtsfeier der hiesigen, von einer Nonnenweiherer Schwester geleiteten Klein­kinderschule statt. Es waren Gaben für 72 Kinder be­schafft worden, Dank der Opferwilligkeit der hiesigen Bürgerschaft, welche nicht nur Geld und Stoffe zu Kleidern gespendet, sondern bei der Anfertigung der Kleider auch selbst mit Hand angelegt hatte. Dekan und Kirchenrat Hof- meyer hielt die auf die Feier bezügliche Ansprache, und die Kinder der Sonntagsschule wie der Kleinkinderschule trugen durch ihre Gesänge zur Hebung der Feier bei. Ein prächtiger Tannenbaum erglänzte im Lichterglanz, und mit Dank ver­ließen Eltern und Kinder den Saal.

O f f e n b a ch, 20. Dezember. Im Krematorium, das am 13. Dezember d. I. bereits ein Jahr in Betrieb war, sind während dieser Zeitdauer 113 Personen bestattet worden, und zwar 75 Männer, 36 Frauen und 2 Kinder. Nach Städten verteilen sich die Zahlen wie folgt: Offen­bach 12, Frankfurt a. M. 38, Wiesbaden 28, Darmstadt 5 Mainz 4, Hanau 2, Nürnberg 2, Homburg 2, Ems 2, Aschaffenburg 1, Würzburg 1, Worms 1, Königstein 1, Falkenstein 1, Kreuznach 1, Bingerbrück 1, Gießen 1, Langen 1, Gelnhausen 1, Schaafheim 1, Kirn a. d. N. 1, Hachenburg 1, Elberfeld 1, Boppard 1, Halberstadt 1, Wesel 1, Epinal (Frankreich) 1.

Wetzlar, 20. Dezember. Der Kreis Wetzlar gehört politisch zur Rheinprovinz und zwar zum Regierungsbezirk Coblenz, von dem er aber räumlich durch den ganzen Regierungsbezirk Wiesbaden getrennt ist. Diese Zwiespältig­keit in Bezug auf die politische und die natürliche Geographie ist dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt Wetzlar hinderlich gewesen; allerlei Absonderlichkeiten im Kreise selbst brachten weitere Schwierigkeiten mit sich. In Bezug auf die Verwaltung gehört Wetzlar zu Coblenz, hinsichtlich der Rechtspflege zum Landgericht Limburg (Oberlandes­gericht Frankfurt a. M.) im Regierungsbezirk Wiesbaden, in Steuersachen zu Marburg, d. h. zum Regierungs­bezirk Kassel. Die vorgesetzte Bergverwaltung hat ihren Sitz in der Rheinproviuz (Bonn), die Wasserbau­verwaltung dagegen im Regierungsbezirk Wiesbaden (Diez). Zum Reichstag wählte der Kreis einen Ver­treter gemeinschaftlich mit dem etwa hundert Kilometer ent­fernten rhein-preußischen Kreis Altenkirchen, zu dem er sonst keinerlei Beziehungen hat. Zum Landtag mahlt Wetzlar für sich allein. Von Norden ragt in den Kreis Wetzlar der südliche Zipfel des hessen-nassautschen Kreises Biedenkopf- Gladenbach hinein, und nicht nur zwölf in diesim Z'Pfel gelegene hessen-nassauische Orte, sondern auch die direkten Vororte der Stadt Wetzlar im Kreise Wetzlar selbst ge­hören zum Amtsgerichtsbezirk Gladenbach, von dem )ie Kreishauptstadt Biedenkopf noch 19 Kilometer entfernt liegt. Das militärische Hauptmeldeamt für die ge­nannten Ortschaften ist in Marburg. Eine Halbwegs direkte Bahnverbindung Wetzlar-Gladenbach-Biedenkopf giebt es nicht. Die neugegründete Handelskammerzu Wetzlar hat nun in Wiederaufnahme älterer Wünsche eine Ein­gabe an den Justizminister gerichtet, worin sie bittet, ne drei Vororte Wetzlars, sowie die der Stadt zunächst uegenden sechs Hinterlandsdörfer der Hessen - nassauiichen ^nklave von dem Amtsgericht Gladenbach abzuzweigen und dem Amtsgericht in Wetzlar zuzuteilen, wo ihr natürlicher

wirtschaftlicher Schwerpunkt ist. Wir nehmen aus diesem An­trag Gelegenheit, den Wirrwarr von Wetzlar einmal öffentlich darzulegen. Man könnte auf die Vermutung kommen, daß die früheren ähnlichen Eingaben in Berlin blos aus dem Grund erfolglos geblieben sind, weil sich dort durch den Irrgarten, der einer Prämie würdig ist, Niemand hindurch- zuflnden vermochte; denn sonst müßte schon längst wenigstens ein Teil der vielen Ungeheuerlichkeiten beseitigt sein. Als Kuriosum sei schließlich noch erwähnt, daß der Bahnhof der Stadt Wetzlar nicht auf städtischem Gebiet, sondern auf dem Boden des Vorortes Niedergirmes liegt.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten.

Die Errichtung einer höheren technischen Schule in Friedberg geht von Direktor Schmidt aus Halle^ früheren Direktor der Baugewerkschule in Zerbst, aus, der von der Stadt durch Barzuschüsse, Stellung der Sck)ul- räume usw. auf eine bestimmte Reihe von Jahren sub­ventioniert wird. Für das Nationaldenkmal auf dem Niederwald, das bei großen Festlichkeiten bis­her des Flaggenschmuckes vollkommen entbehrte, ist ein solcher nunmehr in Aussicht genommen. Es sollen aus diesem Grunde zwei riesengroße Flaggenmasten errichtet werden, bereit Kosten die Summe von Mk. 42 000 be­tragen dürften. Der Entwurf, der alle Einzelheiten über die neugeplante Ausschmückung des Nationaldenkmals ent­hält, rührt von dem Schöpfer und dem Architekten des Denkmals her.

Vermischtes.

* Chemnitz, 20. Dezember. Von der hiesigen Staats­anwaltschaft wird folgendes bekannt gegeben: Am frühen Morgen des vergangenen Sonntags, den 16. Dezember, ist das 18jährige Milchmädchen Pauline Marie Kohl vom Rittergute Schlaisoorf auf dem Wege von dort nach Lunzenau durch gewaltsame Zertümmerung des Schädels und Stiche oder Schläge ins Gesicht getötet worden. Nach der Beschaffenheit der Verletzungen ist anzunehmen, daß sie mittels eines spitzen, im Durchmesser runden oder ovalen Werkzeugs, etwa eines Zimmermanns oder Maurer- ober Schieferdecker-Hammers, beigebracht worden sind. Eine Be­raubung oder ein Mißbrauch des Mädchens ist nach dem Befunde nicht erfolgt. Auf die Ermittelung des noch unbe­kannten Thäters ober der Thäter hat das Königl. Justiz­ministerium eine Belohnung von 500 Mark, und Zwar dergestalt ausgesetzt, daß es sich vorbehält, falls der Anspruch auf die Belohnung von mehreren Personen erhoben werben könnte, durch deren Thätigkeit die Ermittelung oder Ueberführung des Thäters herbeigeführt wird, die einzelnen Anteile zu bemeffen. Im benachbarten Dorfe Furth wurde ein Zettel gefunden, in welchem angekündigt wird, daß bis Weihnachten noch fünf weitere Mädchen ermordet würden. Infolgedessen ist auch in unserer Gegend die Auf­regung aus'S Höchste gestiegen. Jedenfalls handelt es sich hier nur um einen frivolen Scherz, der aber nicht hart genug geahndet werden kann. Auf dem Wege von Röhrs- dorf nach Chemnitz wurde in den gestrigen Morgenstunden em Malergehilfe von hier von einem unbekannten Individuum angefallen. Der Maler verweigerte jedoch die Herausgabe des Geldes und nun entstand zwischen ihm und dem Räuber eine Balgerei, bei welcher der Erstere zu Boden geworfen und durch einen Faustschlag im Gesicht verletzt wurde Darauf ergriff der Räuber die Flucht und verschwand im nahen Walde. Gestern wurde der 18 jährige Schmiede, geselle Curt Hahmann von hier verhaftet. Derselbe hat mit dem ermordeten Milchmädchen Kohl ein Liebesverhältnis gehabt, das von dem Mädchen vor einiger Zeit gelöst wurde. Hahmann, der bei dem Schmiedemeister Zschäpe gelernt hat und dann als Geselle dablieb, schlief bei seinen Eltern und soll allerdings am Sonntag Morgen erst V28 Uhr aufge- ftanben fein. Am Sonnabend jedoch hatte fein Meister eine Biege schlachten lassen, wobei Hahmann dem Fleischer be­hilflich war. Als eine in der Schmiede wohnhafte Frau hinzukam und das Tier bedauerte, soll Hahmann gesagt haben:Heute haben wir die Ziege geschlachtet und morgen kommt Hulda dran." Die Ermordete wurde allgemein mit bem Namen Hulba angerufen, obwohl sie in Wirklichkeit Marie heißt. Die unvorsichtige Redensart des Burschen dem in unserer Stadt hin Mensch die Th t zutraut, kann redjt verhängnisvolle Folgen haben. Die Zschapesche Schmiede ist derjenige Ort, an welchem die Kohl die ersten Milch­verkäufe vorzunehmen pflegte, sodaß Hahmann die ehemalige Geliebte jeden Tag zu Gesicht bekam. Die Leiche der Er­mordeten ist in einem Metallsarg nach ihrer Heimat trans- joitiert worden.