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Sonntag den 21. Januar
1900
Nezugspreis vierteljährl. Ml. 2,2(1 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholkstelle« vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg,
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Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In- und Anstande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
Erscheint täglich mit Ausnahme des
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Die Gießener Kamilieuötätter Verden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" vöchtl. 4 mal beigelegt.
Meßmer Anzeiger
Henerat -Anzeiger
Amts- und ZlnZeigeblntt für den Kreis Gieren.
Redaktion, Expedition und Driickerei:
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Gratisbeilagen: Gießener Familicnblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische UolKsbunde.
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(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, den 20. Januar 1900.
** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.! Vor 107 Jahrer, «m 21. Januar 1793, bestieg der unglückliche König von Frankreich, tubmtg XIV., das Blutgerüst auf dem Revolutionsplatze zu Paris. Die Trommelwirbel der Nationalgarde übertönten seine letzten Worte Lud Robespierres Weiber begrüßten sein blutiges Haupt mit dem SluSrufe: „ES lebe die Republik!" — Somit war an diesem ver- HLigntsvollen Tage der Grundstein der Republik in Blut gesenkt, iinb Blut und Mord blieb die Ordnung in allen Teilen des heran- vachsenden Gebäudes.
— Vor 112 Jahren, am 22. Januar 1788, wurde in London ier größte englische Dichter der Neuzeit, Lord Byron, geboren, tzr war ein Mann von hoher Dichtergabe und schwungvoller Phantasie, ebet von reizbarem Charakter, und außer stände, das Uebermaß von Gefühlen in seiner Seele zu dämpfen, führte er ein zielloses Wander - lebm, bis er am 19. April 1824 in Misiolonghi (Griechenland) vom Tode ereilt wurde. Sein reichstes Werk ist „Chilbe Herolds Ptl- «rimage".
+ Lich, 17. Januar. Vortrag. (Verspätet!) Heute hielt Herr Rechtsanwalt Reh aus Alsfeld im hiesigen Ge- verbeverein vor ungefähr 150 Zuhörern einen Vortrag über das Recht der Schuldverhältnisse und das Verjährungsrecht nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch. Besonders jtanb das Verjährungsrecht im Vordergründe der Ausführungen. Redner sprach erst über die beiden Arten der Berührung und ihr Recht vor dem neuen Gesetze und welche Rechtsansprüche nach demselben der Verjährung nicht unter- -oorsen sind. Dann klärte Herr Reh seine Zuhörer über den Zeitpunkt auf, von welchem ab die Verjährung beginnt mib über die je nach der Ursache der Forderung vermiedenen Fristen der Verjährung. Sodann gab Herr Äechtsanwalt Reh einen kurzen Ueberblick über die Ursachen, -welche den Verlauf der Verjährung hemmen, um zum Schluß die neuen Vorschriften für den An- und Verkauf diM^iehes iinb die Bestimmungen über die Währschaft zu e^ären. .Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen." So hat .hat auch der Redner in seinem über eine Stunde dauernden Vortrag jedem, einerlei ob Gewerbetreibendem oder Landwirt, gebracht, was vom Verjährungsrecht nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch jedem zu wissen not ist. Reicher Beifall war der Lohn für die in schlichter Weise vorge- ssrachten, durch klare, gemeinverständliche Beispiele erläuterten 'Ausführungen. Herr Rechtsanwalt Reh wird im Monat 'März einen zweiten Vortrag im hiesigen Gewerbeverein 6alten und zwar über Ehe- und Erbrecht nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch. Möge ihm dazu eine gleich zahlreiche und gleich dankbare Zuhörerschaft werden.
m. Borken (Hessen), 19. Januar. Der Landwirtschaftliche Verein für den Amtsgerichtsbezirk Borken und Umgegend hielt gestern nachmittag eine gut besuchte Versammlung im Restaurant „zum Schlößchen" hier ab. Der Vorsitzende, Herr Rittergutsbesitzer Hofmann sen., Borken, eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache in Bezug auf die Jahrhundertwende und die Verhältnisse der Landwirtschaft. In das neue Jahrhundert eingetreten, glaube er, daß mit ihm alle Landwirte wünschten, daß die landwirtschaftlichen Verhältnisse sich besser gestalten mögen, als im abgeschlossenen Jahrhundert. Das neue Jahrhundert sei mit Neulicht eingetreten, und sei zu wünschen, daß dasselbe auch Neulicht in die landwirtschaftlichen Verhältnisse bringen möge. Das vorige Jahrhundert hat ganz kolossale Wandlungen in dem landwirtschaftlichen Wesen in ganz Deutschland hervorgebracht. Wie auf allen Gebieten Neuerungen geschaffen, haben sich auch auf dem Gebiete der Landwirtschaft ganz kolossale Umwälzungen vollzogen, von denen man früher keine Ahnung gehabt habe. So sehr die Errungenschasten in kultureller Beziehung und in den technischen Werkzeugen der Landwirtschaft als Hilfsmittel zur Seite stehen, so haben sich mit diesen aber auch die Nachteile herausgestellt, sodaß die Landwirtschaft in einer Zeit stehe, die mit allem Ernste ermahnt, zusammenzuhalten und gemeinschaftlich dahin zu streben, daß namentlich in den höheren Regierungskreisen die Not der Landwirtschaft anerkannt und für Abhilfe gesorgt wird. Hierauf hielt Herr Direktor Dr. Hesse- Marburg einen Vortrag über „Die Landwirtschaft im 19. Jahrhundert". Wenn auch am Beginn des 20. Jahrhunderts die deutsche Landwirtschaft mit mancherlei schweren Sorgen, so namentlich mit dem Arbeitermangel und den starken Schäden, die die immer häufiger und bösartig auftretenden Viehseuchen verursachen, zu kämpfen habe, so darf man doch nicht vergessen, daß das abgeschlossene 19. Jahrhundert für die Landwirtschaft im großen und ganzen ungemein segensreich gewesen ist, daß in seinem Verlauf die Landwirtschaft einen ungeahnten Aufschwung genommen, und in allen ihren Betriebszweigen einen staunenswerten Ausbau und Fortschritt erfahren hat. Um diese Thatsachen anzuerkennen, braucht man seine Blicke nicht in längst verschwundene Jahrhunderte, in die Zeit des Ritter- oder Fehdewesens zu werfen, in der der deutsche Bauernstand unter den Abgaben und Frohndienstleistungen fast zusammenbrach, oder in die Zeit nach dem unheilvollen 30jährigen Kriege, der der Landwirtschaft und namentlich wieder dem Bauernstand so schwere Wunden schlug, daß es heute als ein Wunder erscheint, wie nach geschlossenem Frieden in dem zur Wüste gewordenen Deutschland ein landwirtschaftlicher Betrieb wieder aufkommen konnte, und namentlich in
unserem Hessenlande, in welchem dieser Krieg über 300 blühende Dörfer und Städte in Asche verwandelte. Die Liebe zum väterlichen Besitze war es hauptsächlich, daß der Pflug von neuem ergriffen wurde, und die Furchen begannen die Gefilde wieder fruchtbar zu gestalten. Ein Blick tn die Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts reicht hin, um die gewaltigen Fortschritte zu bekunden, welche die deutsche Landwirtschaft im Laufe der Zeit gemacht hat. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts lasteten auf dem Grund und Boden der deutschen Landwirtschaft aus dem Mittelalter stammende Reallasten, das heißt Lasten, die auf dem unbeweglichen Besitz lasteten und von Wegegeld übernommen werden mußten, Servituten, die der Landwirtschaft sehr hinderlich waren, die den Verkauf und die Verpachtung erschwerten, und einen rentablen Betrieb unmöglich machten. Dazu kam noch die Drei Felder-Wirtschaft, die für eine Viehhaltung von üblen Folgen wegen der mangelhaften Felder-Erzeugnisse sein mußte. Die Nutztiere der Landwirtschaft wurden als bloße Düngermaschinen betrachtet und nicht als sehr wertvolle Produzenten von Milch, Fleisch und Fett. — Von einer Viehzucht, die einen Reinertrag abgab, konnte keine Rede sein bei der ungleichmäßigen Ernährungsweise und der fehlenden guten Behandlung der Tiere. Dazu gesellten sich noch die dürftigen Transport- und Verkehrsverhältnisse und die Unsicherheit über mein und dein während der napoleonischen Kriege. Wahrlich, die Landwirtschaft war zu Anfang des 19. Jahrhunderts in einer sehr gedrückten Sage. Mit dem Siegesruf von Leipzig ist auch eine neue Entwickelung für die Landwirtschaft angebrochen. Die deutschen Fürsten waren bestrebt, alle Hindernisse der freien Bewegung zu beseitigen. Die Leibeigenschaft wurde aufgehoben und auch der ländliche Arbeiter konnte über ländliches Eigentum frei verfügen. Chauffierte Wege und verbesserte Landstraßen wurden geschaffen, Eisenbahnen wurden gebaut, und der Verkehr stieg in Stadt und Land. Handel und Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie blühten empor. Die Bewirtschaftung der Felder gestaltete sich zu einer umfangreicheren und die eingeführte Zuckerrüben-Kultur war auf die Bestellung der Felder und namentlich die dadurch hervorgerufene Reinhaltung der Felder von großem Segen für die Landwirtschaft. Dieses alles begünstigte auch noch das in Angriff genommene Separationsverfahren. Anschließend erfolgte die Einführung der Drillmaschinen, welche wie keine zweite Maschine der gesamten Landwirtschaft von großem Segen ist. Pflüge von verbesserter Konstruktion, Häcksel- und Futterschneide-Maschinen, Göpel- Dreschmaschinen, Jauche-Pumpen, Dampf-Dreschmaschinen, Grasmäher, Dampfpflüge rc. wurden in den Dienst der Landwirtschaft gestellt, welche dem den Landwirten seitdem immer fühlbarer werdenden Arbeitermangel sehr gut zu statten kommen. Molkerei-Genossenschaften sind ins Leben getreten,
Feuilleton.
Berliner Brief.
(Plaudereien aus der Kaiserstadt.)
Mr reinlichste Stadt der Welt. — Was der Brand in Rixdorf lehrt! — Der böse Fleifchhandel.
(Nachdruck verboten.)
Der bekannte Oberbürgermeister von Wien, Dr. Lueger Hat unlängst seinen braven Bürgern im Brustton der Ueber- geuguiig erzählt, daß die Reinigungsverhältnisfe der Wiener Straßen musterhaft sind und selbst die des vielgepriesenen Berlin stark in den Schatten stellen. Ich bin keinen Augenblick im Zweifel darüber, daß der Wiener, der einen noch »iel beängstigenderen Lokal-Patriotismus hat wie unser mit etwas gesunderer Selbstironisierung beanlagter Spree- Athener, das seinem Bürgermeister trotz seines etwas omi- »ösen Namens geglaubt hat und sich seitdem wieder etwas «lehr obenauf fühlt. Denu der rapid loachsende Ruf von Äerlins Größe, Schönheit und Lebensfülle hat ihm schon feit langem am Lebensmark gezehrt.
Wie böse es in Wirklichkeit um die Sauberkeit Wiens oassieht, kann jeder bestätigen, der einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, Wien im Regenkleide zu genießen, trotzdem es da noch zehnmal gesunder ist, als an gluttrockenen Sommertagen. Denn daß Wien den. höchsten Prozentsatz cm Lungenkranken aufzuweisen hat, ist eine traurige, aber nicht weg zu luegernde Thatsache, die mit den trostlosen, grauen Staubwolken auf den Wiener Straßen und Chausseen in deutlichem Zusammenhänge steht.
Indessen hat uns das letzte Winterwetter gezeigt, daß cilich hierorts die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Der Schneeschinutz Berlins hat sich an manchen Orten ! gerade lange genug gehalten, und die Bürsten der Haus- i Mädchen haben lange Zeit redlich zu thun gehabt, weil die Besen der Straßenreiniger vielfach allzulange auf sich warteu ließen. Immerhin war die Sache noch erträglich gegen den Zustand der großen Vorstädte, die sich so gern zu Groß-Berlin rechnen lassen, dabei aber in allen möglichen Dingen ziemlich bedenklich unter dem Niveau gleich großer und kleinerer Provinzialstüdte stehen. So hat z. B. Lichterfelde mit seinen 24 000 Einwohnern noch immer keine Kanalisation, ebenso Westend; die Pflasterung läßt fast überall zu wünschen übrig, und während des erwähnten Winterwetters herrschten verschiedentlich geradezu polnische Zustände. Die gefrorene Schneekruste blieb wochenlang auf den Bürgersteigen liegen; Asche war für viele Haus- und Villenbesitzer etwas scheinbar Unerschwingliches und auf den Fahrwegen häuften sich, dank des kommunalen Verwaltungseifers, manchmal ganz famose Bildungen von Kettengebirgen re. an, die von hübschen dunklen Seespiegeln unterbrochen, wie ein Hochland im Kleinen anmuteten und wohl in Folge dieses Charakters als Sehenswürdigkeit ausgiebig lange der dankbaren Bewunderung der Anwohner und Passanten erhalten blieben. Wenn man für vier oder fünf Zimmer die Kleinigkeit von 1000 Mark Jahresmiete zahlt, stimmeu einen solche Veranstaltungen natürlich doppelt dankbar!
Scherz bei Seite: unsere Provinzstädte brauchen^sich wahrlich nicht zu verstecken, zumal nicht gegen die Berliner Vor orte, die sich, zum Teil, von ihren Vorzügen durchdrungen, über Berlin selbst stellen. Dieses sogenannte „Groß- Berlin" steckt noch in rührenden Kinderschuhen und nur an seiner Altklugheit und Anspruchsfülle erkennt । man zumeist, daß es trotz alledem schon — zu Berlin gehört.
Auch die Einrichtungen Rixdorfs, das bei feinen 80 000
Einwohnern, die zum größten Teil' in großen vier- und fünfstöckigen Mietskasernen wohnen, noch mit einer freiwilligen Feuerwehr auszukommen glaubt, bedürfen, wie der Brand des Waren-Lagers von Aron bewiesen hat, sehr der Vervollkommnung. Das große vierstöckige Gebäude ist nicht nur während der Tageszeit ein Raub der Flammen geworden, auch Menschen waren in Gefahr, zu verbrennen, und konnten sich schließlich nur durch bedenklich verlaufene Absprünge retten. Dieses Brandunglück, das in Berlin, Magdeburg rc. in den letzten Jahren ähnlich vorgekommen ist, lehrt zweierlei. Erstens, daß die vielgerühmte Gefahrlosigkeit des elektrischen Lichtes eine mehr als zweifelhafte Sache ist, so lange der Eintritt von Kurzschluß, der auch hier Brandursache war, nicht dauernd verhindert werden kann; und zweitens, daß die großen, wandfreien, das gan^e Erdgeschoß eines Hauses einnehmenden Bazare mit ihren nur allzuleicht feuerfangenden Waren ein bedenkliches Hebel sind, das die Sicherheit der Familien in den darüber befindlichen Stockwerken arg gefährdet. Die Zahl der Leute, die grundsätzlich nicht in ein Haus ziehn, wo sich im Parterre ein sogenannter Riesenbazar breit macht, wird nach dem Rixdorfer Falle zweifellos wachsen.
lieber die skandalösen Vorgänge in der städtischen Fleischkochaustalt, wo man tagein, tagaus tuberkulöses und finniges Fleisch in schwunghafter Weise en gros vertrieben hat, bis ein glücklicher Zufall dem lukrativen Handel ein Ende machte, smd die Leser längst unterrichtet. Geschieht so etwas in einer kleinen Stadt, so weiß man auch sofort, wer die betrügerischen Abnehmer waren. Merkwürdigerweise schont die Berliner Presse noch immer die Inhaber der großen Berliner Volksspeiseanstalten rc., die den Schwindel mitgemacht haben sollen. Warum? U. A. w. g.!


