DonnerstagdenZO. Dezember
15V. Jahrgang
1900
Keneral-Anzeiger
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mit der Vertrauens-Kommission der Aktionäre ermittelt haben:
Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In« und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegn». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
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Fchutstratze Ar. 7.
SOinibme von Anzeigen zu der nachmittag- für den Wtzmden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher.
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Gießen.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Zandwirt, Matter für hessische Volkskunde.
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großes Stück an der Kreisstraße Michelbach-Breungeshain hingeführt werden.
Ans Starkenburg, 16. Dezember. Schon seither war eS keine Seltenheit, daß Volksschullehrer nachträglich die Gymnasial-Reifeprüfung ablegten, und sich dem höherem Lehrfach zuwandten. Seitdem in Hessen Ober-Realschulen eingerichtet sind, scheinen die Uebertritte in das höhere Lehramt noch häufiger werden zu wollen. Nachdem erst im letzten Frühjahr in unserer Provinz drei Lehrer sich der Abgangsprüfung einer Ober-Realschule mit Erfolg unterzogen haben, ist kürzlich ein Schulverwalter aus dem Schuldienste ausgeschieden und in die Unter-Prima einer Ober-Realschule eingetreten.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hietz«.
Fernsprecher Nr. 51.
Die in der Ausstellung per 31. Oktober er. aufgeführten Effekten sind größtenteils nicht vorhanden. Die Bilanz per 31. Dezember 1899 ist in wesentlichen Punkten Unrichtig.
Es sind seit anderthalb Jahren ca. 41 Millionen meist erststellige Hypotheken aus dem Bestand der Bank gegangen, um durch minderwertige, vielleicht sogar zum Teil ganz wertlose Hypotheken ersetzt zu werden.
® ® ® TAFELKARTEN ® ® ® BALL- UND TISCHKARTEN HOCHZEITSTAFELKARTEN REIZENDE NEUE MUSTER IN EINFACHER UND GLÄNZENDER o o o o o AUSFÜHRUNG o o o o o BRÜHL’SCHE UNIV.-BUCH- UND STEINDRUCKEREI, GIESSEN, SCHULSTRASSE 7.
Universität und Hochschule.
— Dr. phil. Theodor List in Darmstadt wurde zum Assistenten für die zoologische Sammlung des dortigen Museums ernannt. — Mit Antrittsvorlesung „lieber den Zusammenhang zwischen Konstitution und Wirkung der Arzneimittel" habilitierte sich an der Universität Marburg der Assistent am pharmakologischen Institut, Dr. med. Otto Loewi. — Dr. Pfeiffer, Spezialarzt für innere Krankheiten in Kassel, hat einen Ruf an die Universität Kiel erhalten: derselbe wird bereits am 1. Januar nach Kiel übersiedeln, um dort seine Lehrthätigkeit zu beginnen.
— Man berichtet aus Berlin: Die in der Generalversammlung der Deutschen Chemischen Gesellschaft vorgenommene Vorstands- Ergänzungswahl hatte folgendes Resultat: Präsident: Prof. I. H. van't Hoff-Berlin, Vizepräsident Professor Kraemer-Berlin, Professor v. Pech, mann-Tübingen; Ausschußmitglieder: 1. einheimische: die Professoren M. Dellbrück, C. Harries, O. 91. With, A. Wohl; 2. auswärtige die Professoren Johannes Thiele-München, Anwers-Greifswald, Jannasch- Heidelberg und M. M. Richter-Karlsruhe. Die Mitgliederzahl der Gesellschaft hat sich im Laufe des Jahres um 61 vermehrt und beträgt zurzeit 3408. — Der Professor der deutschen Staats-Gewerbeschule Eduard Janisch ist zum a.-o. Professor der darstellenden Geometrie an der deutschen Technischen Hochschule in Prag ernannt worden. — In Reval ist Dr. Eugen v. Nottbeck, einer der bekanntesten baltischen Gelehrten, im Alter von 58 Jahren gestorben.
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M. 398 Drittes Blatt.
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Kan-wirtschaftliches.
Landwirtschaftliches. Man schreibt uns: Nach dem Jahresbericht des l a n d w ir t s ch a f t l i che n Vereins für die ProvinzOberhessen gehören diesem Verein z. Z. gegen 2300 Mitglieder an, wovon über 800 im letzten Jahre beigetreten sind. So erfreulich dieser Zuwachs ist, so wenig entspricht doch auch heute noch die Mitgliederzahl der Gesamtzahl der ausübenden Landwirte in der Provinz. Wir haben in der Provinz ca. 11300 Landwirte, die mehr wie 5 Hektar Bodenfläche bewirtschaften, abgesehen von über 17000 Kleinlandwirten, die em bis fünf Hektar bewirtschaften. Von den eigentlichen Landwirten sind also nicht viel mehr wie 20 Prozent Mitglieder des Vereins. Der z. Z. pro Jahr erhobene Mitgliederbeitrag von 3 Mk. kann die Urfa^e für die doch immerhin verhältnismäßig nicht genügende Beteiligung an den gemeinsamen Bestrebungen im landwirtschaftlichen Verein nicht sein, denn diesen Betrag können in der Provinz sicher noch viel mehr Landwirte ohne Beschwerung aufbringen. Meistens ist es Gleichgiltigkeit und vielfach auch Unbehagen vor jeder Neuerung, die viele Landwirte veranlassen, fern zu bleiben. Desto mehr sollten aber die einsichtigeren Elemente, die ihrem Berufe Wohlwollen, jene gleichgiltigen Kollegen veranlassen, dem Verein beizutreten, um sie so aus ihrer Ruhe aufzurütteln. Die jetzt doch recht gute Vereinszeitschrift, die jedes Mitglied gratis erhält, regt auch den Gleichgiltigsten zum Nachdenken an. Daß der Verein auch sonst Vorteile bietet, dürfte zur Genüge aus den Veröffentlichungen der Jahresberichte hervorgehen. Da das neue Verernsjahr mit dem 1. Januar beginnt, so ist jetzt grade Zeit, zum Eintritt in den Verein anzuregen und so den gemeinsamen Interessen zu dienen.
Meratur.
Pultkalerrder für 1901. (Verlag von Moritz Schauenburg in Lah r).l Dieser außerordentlich zweckmäßig eingerichtete Termin- und Notizkalender sollte in keinem Kontor fehlen, denn er bietet neben dem 26 Bogen starken S ch r ei b k ale n d a ri um in schmal Folw noch einen Anhang, der auf 116 Seiten einen überaus reichen Inhalt hat. Derselbe ist ein sicherer Führer auf dem Gebiete des Han- dels und der Industrie, des Zoll- und Steuerwesens, der BevölterunaS- statistlk, der Eisenbahnen, Posten und Telegraphen, der Landarmee, wie « rJ?rat=nc' sozialen Gesetzgebung rc., kurz er bietet das für jeden Geschäftsmann Wissenswerte in knapper und übersichtlicher Form. Be- sonders dankenswert sind die Verzeichniffe sämtlicher Retchsbankanstalten, der Rechtsanwälte,m Deutschen Reiche, der deutschen Konsulate und Reichspostanstalten. Eine wertvolle Beilage bildet die neue Eisenbahn- fatte von Deutschland mit einem Retz, nach welchem die Ortszeiten für jeden Ort leicht zu berechnen sind.
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Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. ^Real-Obligationen der Deutschen Grund- schuld-Bauk. Im Anschluß an unsere Aufforderung vom 10. Dezember er. an die Besitzer von Real-Obliqa- twnen der Deutschen Grundschuldbank, sich an der auf den 29. Dezember 1900 einberufenen Versammlung zu be- teiligen, halten wir es heute für unsere Pflicht, noch das Folgende mitzuteilen:
.. Pfandbriefe der Preußischen Hypotheken-Ak-
tlen-Bank ist in zwölfter Stunde ein Schutzkomitee-gebildet worden; für die Real-Obliaationen der Deutschen Grund- schuld-Bank sind unsere bisherigen Bemühungen, eine ähn- liche Maßnahme zu erzielen, erfolglos geblieben.
Wollen die Real-Obligationäre daher den Rest von dem, was eine unerhörte Geschäftsführung ihnen übrig gelassen hat, retten, so sind sie dabei ausschließlich auf sich und ihre Selbsthilfe angewiesen.
lieber die Art der Geschäftsführung geben wir folgende Einzelheiten bekannt, welche wir teilweise in Gemeinschaft
4. Es haften u. a. als Unterlagen für ca. 61 Millionen Real-Obligationen meist zweitstellige, auf Grundstücken der Spielhagen-Gruppe selbst ruhende Hypotheken. Die Zinsen auf diese Hypotheken sind nun aber nicht etwa durch Barzahlung, sondern durch! Buchung (Belastung der jeweiligen Tochter-Gesell- fdriften) beglichen worden.
5. Es sind im Laufe dieses Jahres anstatt der Hypo- theken-Zinsen, welche für das Geschäftsjahr in Höhe von 4 480 939.19 Mk. hätten eingehen sollen, bis zum 1. Dezember a. c. wirklich in Bar eingegangen: 1 459 706.76 Mk. In vorstehendem Bareingang sind sogar noch Hypothekenzinsrückstände aus 1899 enthalten, deren Höhe wir einstweilen noch nicht feststellen konnten, während andererseits die per viertes Quartal postnumerando zu zahlenden Zinsen in Höhe von 936 970.17 Mk. nicht berücksichtigt sind.
Aus dem Vorstehenden werden die Real-Obligationäre selbst die großen Gefahren erkennen, in welche sie mit ihrem Besitz im Falle eines Konkurses geraten.
Abgesehen von den Verlusten, welche der Konkurs der Deutschen Grundschuld-Bank für die Allgemeinheit haben, und abgesehen von den ungeheuren Kosten, tvelche der Konkurs an sich bereiten würde, glauben wir nach vorliegender Schätzung den möglichen Unterschied zwischen dem Ergebnis einer ruhigen sachgemäßen Abwickelung und dem Ergebnis eines Konkurs-Verfahrens auf ca. 30—40 Mill. Mark beziffern zu dürfen.
Um diesen Verlusten zu entgehen, bleibt nur die Anmeldung und Vertretung jeder, auch der letzten Obligation für die auf den 29. Dezember er. anberaümte Versammlung der Real-Obligationäre. c ,
Möge danach jeder Obligationär seine Entschließungen treffen; keiner wird sagen können, daß er nicht rechtzeitig aufgeklärt worden ist.
Zur unentgeltlichen Vertretung in der Generalversammlung am 29. d. Mts. sind die Vertreter und die Ausschußmitglieder der Real-Obligationäre bereit.
Berlin, den 15. Dezember 1900.
Die Vertreter und der Ausschuß der Real- Obligationäre der Deutschen Grundschuld- Bank.
Theodor Rosen st ock, Berlin, Mohrenstr. 9. Albert Schwaß, Berlin, Kaiser Wilhelmstr. 1. Rechtsanwalt Schachian, Berlin, Hinter der Katholischen Kirche 1. MaxAbel, i. Fa. Abel £ Co., Berlin, Kanonierstr. 17/20. Rechtsanwalt Dr. Freund, Berlin, Potsdamerstraße 141 Direktor Ludewig, Osnabrücker Bank, Osnabrück. Eduard Magnus, i. Fa. B. Magnus, Hannover Philemon Potratz, i. Fa. Oscar Heubach, Sonneberg, Sachsen-Meiningen.
Aus Stadt und Land.
((ßifötiften über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werden auf Wunsch gut honoriert.)
Gießen, den 19. Dezember 1900.
" Weitere Ergebnisse der Volkszählung: Stettin 209 988 (»limschl. der eingemeindeten Orte), Aachen 135 287, Duis- blurg B3 605 (+ 7272), Frankfurt a. d. O. 61572 (-1*2411), Metz 58 466 (um 1328 Einwohner zurück- MzangLN, weil ein Teil der Kasernen nach den Vororten viLklegt ist.) WormS ohne die Bororte 34738 (1895: 2®624 oder Zunahme 6123); die Vororte: 6316, davon R-chheim 1585 (1895: 1314), Neuhausen 2469 (1895: 1M9), Pfiffligheim 2262 (1895: 1876); zusammen 41 055 Mersoiu.u. — Die Bevölkerung des Kreises Offenbach 's- »ach der neuesten Zählung mit 121 278 Seelen ermittelt tumben. Davon entfallen auf die Stadt 50 483, auf die lc.Mich en Gemeinden 70 795 Einwohner (1895 wurden in bi'ttr Sladt Offenbach 39 470 und im Kreis 62 486 Eiu- itr^ner gezählt, mithin eine Gesamtzunahme von 19 322 Ein- WOfNkNN).
X Ettingshausen,' 16. Dezember. Einige Gegner des nragiwählten Bürgermeisters Johannes Keil, die wck ihrer Reklamation gegen die Wahl vom Kreisausschuß c!fs>rnfäillig abgewiesen wurden, haben kurz vor Ablauf der Fscist olbermals Einspruch erhoben, und zwar bei der eitzlin.'Instanz, dem Provinzialausschuß. Auch wurde Keil vwrige Woche abermals an das Amtsgericht Laubach be- rin'ltn. Da die Einwendungen, mit denen die Reklamanten oste Berufung bei der Kreistagsverhandlung begründeten, M all: hinfällig oder übertrieben erwiesen, so steht zu er- .vimritn,. daß auch der Provinzialausschuß die Gegner des MwMten abermals kostenfällig abweist, wie dies — so uiiel 11118 erinnerlich — in Lang-Göns auch der Fall war, (kÄwäre dies auch im Interesse des örtlichen Friedens sehr zu büd scheu, da bei einer nochmaligen Bürgermeisterwahl die WeMer heftig aufeinander platzen würden.
Nod Nauheim, 17. Dezember. In der hiesigen israelitischen Kinderheilstätte, die hauptsächlich durch ds'L Wohlthätigkeitsfinn mehrerer Frankfurter Familien ertijiinben ist, wurden in der Saison 1900 zusammen 201 KAnder, und zwar 109 Mädchen und 92 Knaben verpflegt. Ota! in dem großen Garten gelegene Hintergebäude der Wl wurde in diesem Jahre zum erftenmale als „Er- hcpl ingSheim für junge Mädchen der arbeitenden Klasse" ei^iichtet, sodaß die dem Kindesalter entwachsenen jungen U.7Lhen, die durch angestrengte Arbeit als Näherinnen, AMerinnen, Verkäuferinnen usw. an ihrer Gesundheit geMn hatten, der Wohlthat einer Badekur, verbunden mMrholung teilhaftig werden konnten. ES waren meist Wchsüchtige Mädchen, die das Erholungsheim besuchten uriiüdie außer von der Badekur, auch von der Ruhe und gupboi Verpflegung in der vorzüglich geleiteten Anstalt BiÄiieil hatten. Die Erfolge der meist vierwöchigen Kur w<Mü im Allgemeinen sehr befriedigend. Die Gewichks- zuMhme der Pfleglinge betrug im Durchschnitt 3—4 Pfd., waren in einzelnen Fällen auch 6—7 Pfund zu teqiidfinen.
FC. Herchenhain bei Gedern, 17. Dezember. Der be- -itcntyitite Massenankauf von Quellen in der Nähe des OLbilvaildeS seitens der Stadt Frankfurt a. M. hat mehrere Mkc der Nachbardörfer veranlaßt, ihr Müllergewerbe, daSZahre lang brach gelegen hat, wieder auszunehmen. SA.iiili.che Mühlenbesitzer, die durch eventuelle Wegnahme de-s Lwellwassers sich in ihrem Berufe gestört sehen, wollen TiWä sigungSansprüche geltend machen.
F..0. Rauschenberg, 17. Dezember. Auf die meisten in deai Srnisen Marburg, Kirchhain und Frankenberg vakanten Lechre rstellen haben sich, obgleich die Fristen bereits ab- geÄufem sind, keine Bewerber gemeldet. Die Lehrer- geltjclte sind hier niedriger als in anderen Gegenden des RrsMMgsbezirkS Kassel. — Bei Anzefahr griff der Bär eiriiej durchziehenden Zigeuners ein Pferd an und zerriß ihm dem Oberschenkel. Der Bärenführer schlug darauf den BLiM einer eisernen Stange tot.
Michelbach bei Schotten, 16. Dezember. In nicht amMseaner Zeit wird auch unsere Gemeinde die Wohlthaten einnQuellwasserleitnng genießen können. In einer Sa^rDerfamtrJung hat sich der weitaus größte Teil der WMiicmbcn für den Bau einer solchen erklärt. Da unsere ^Ede am „Gackerstein" Hutweiden mit sehr ergiebigen QrMmi besitzt, so bleiben schon bedeutende Summen beim B8ui! »erspart. Wahrscheinlich wird das Hauptrohr ein
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