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Sieße«, 19. November 1900.
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F. Heber bas „Treffen von Bronnzell" am 8. November 1850 wollen Sie Näheres wissen. Der kurhesstsche DerfassungskonfltN, helvorgerufen durch die etgenmächt'ge Steuerausschreibung de» Ministeriums Hassenpflog (September 1850), hatte dort alle Schichten der Bevölkerung derart aufgeregt, daß der Kurfürst, das Sch immste befürchtend, von Kassel nach Frankfurt a. M. fluchtete und die Hilfe deS Bundestags nachsuchte. Diese wurde ihm dann auch zugefagt; nur Preußen protestierte dagegen und besetzte seine Etappenstratzen in Kurhessen, woraus die Bundesexekutions'ruppen in Stärke von 10000 Mann Bayern dort einrückten. Die drohende Hafimrg Oesterreichs und Rußlands, das die Verhinderung der BundeS- exekution durch Preußen sür einen „Kriegsfall erklärt hatte, bestimmten jedoch Preußen zur Ausgabe seines Protestes. DaS Korps v. b. Gröben, das die Etappenstraßen besetzt hielt, wur^ zurückgezogen, und bet dieser Gelegenheit kam es bei dem Dmfe Bronn zell in der Nähe von Fulda zwischen der preußischen Nachbut und der bayerischen Vorhut, der eine Kompagnie österretschischer Jäger vorav- zog, zu einem Scharmützel, in dem das Pferd eines Trompeters („ber Schimmel von Bronnzell") fiel.
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Dienstag den 20. November 15V. Jahrgang
Aus dem Geschäftsteden.
— Die Glad-Christbaumschmuck-Fabrik Thiele u. Greiner in Lauschau in Thür, ist durch langjährige Lieferung an dm kaifett. Hof und an die Kesten Kreise bezüglich reeller L.eferung von nur hochfeinem GlaS Christbaumschmuck überall bekannt wovon sich jedermann selbst überzeugen wird, wenn er sich zu Wechnachten eine reichsortierte Pofiktste genannten Schmuckes senden läßt. Die Liese rung erfolgt in verschiedenen Sortiment« zu sehr billigeni Prei m (siehe Inseratenteil) und bereitet jeder Käufer mit einer solchen Kiste seinen Angehörigen zu Weihnachten große Freude.
Koloniales.
In der vergangenen Woche ist die gemeinsame deutsch- fr-anzösische Grenzkommission von Bordeaux nach Libreville, der Hauptstadt des französischen Kongo, abgereist, um zunächst die Grenze am Kongo in Süd'Kamerun astronomisch festzustellen. Deutscherseits gehören zu der Kam- Mission der Hauptmann Engelhardt, der früher schon sieben I»hre in Ostafrika thätig war und in dessen Händen die Fiuhrung der deutschen Abteilung liegt, der Oberleutnant v. Restorff, der auf der Sternwarte in Göttlngen seine fach- Menschaftliche Ausbildung erhalten hat, und der Leutnant Schulz aus Stettin, der zur Führung der 25 Mann starken Begleitungsmannschaft aus der Kameruner Schutztruppe ausersehen ist. Auch den Franzosen sind 25 Mann ihrer Kolonial^Soldaten beigegeben.
Gießener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Kunst und Wissenschaft.
— Eine Bibliothekarinnenschnle besteht seit Februar d. I. unter Leitung des Prof. Hollinger in Berltn-Südende.__
Krfchetul ItgNch git Ausnahme deS
MontagS.
Die Gießener -»«»ikieußtttter enden dem Anzeiger im Wechsel mit «Hess Landwirt" u. „Blätter str Hess. Volkskunde' w^chU. 4 mal beigelegt.
Gerichtssaal.
Darmstadt, 16. November. Der am Hofjagdamt beschäftigte Forfiaffeffor Moser hatte, wie die „Franks. Ztgck berichtet, em «er- hältniß mit der geschiedenen Postsekretürsfiau Neuerburg, das nicht ohne Folgen blieb. Er gedachte sich mit einer AbfindnngS Zahlung vo« 600 Mk. aller seiner Verpflichtungen zu entledigen. Die Frau Neuerburg verlangte mehr. Sie behauptete, daß Mofir ihr die Ehe verspröche« habe, und forderte außer der vierteljährlichen Alimentation> von 54 Mk., die M. auszahlte, eine weitere Abfindungssumme von 5000 Mk. AlS der Forsiafieflor darauf nicht eingehen wollte, schrieb sie ihm Drohbrrese, in denen sie dreimal erklärte, sie werde chn und das Kmd erschoßen. Die deßhalb erstattete Anzeige führte sie vor dre Strafkammer, dre sie iu einer Gefängnisstrafe von einem Vierteljahr verurteilte. Das Rerchs- gericht hob dieses Urteil wegen formaler Verstöße auf, und so dre Angelegenheit heute abermals zur Verhandlung, fus Antrag der Staats- anwaltschaft schloß der Gerichtshof trotz des WrderspruchS der Angeklagte die Oessentlichkeit aus. Aus der Urterlkverkündigung, dre nach mehr als vierstündiger Verhandlung erfolgte, gmg hervor, daß ^eSmal Auffassung des Gerichts eine wesentlrch mildere war als die des erst«. Es wurde als strafmildernd angenommen, daß die Angeklagte m ve» früheren Geliebten den Vater ihres Kindes sehen konnte, und daß sie Berechtigung zu dem Glauben haben wollte, daß ihr jener dre Ehe versprochen habe. Das Urteil wurde deshalb auf 6 Wochen Gefängms ermäßigt, und zwar wegen versuchter Nötigung. Der Anklage auf versuchte Erpressung wurde nicht entsprochen, da die Angeklagte sich emen widerrechtlichen Bermdgensvorteil nicht habe verschaffen wollem
so daß das Buch sich -nicht allein von vorzüglicher Brauchs barkeit für alle erweist, die sich nicht ganz .sicher auß dem Gebiete des guten Tons und der feinen Sitte suhle«, sondern zugleich ein in echtem Sinne bildendes Buck) genannt zu werden verdient. Ein nicht unbedeutender Anteu an der raschen Beliebtheit des Merkchens muß allerdings auch der gefälligen Form und .hübschen Ausstattung, sowie last not least seinem billigen Preis, der die An^ i, । schaffung jedem ermöglicht, zugeschrieben werden. Mogü / I der alte Erfolg das Büchlein auch bei der neuen Auflage 1 begleiten. -
•• Au8 Anlaß des Weihnachtsfestes reicht die GiltigkeitS- bauer der gewöhnlichen Rückfahrkarten von sonst kürzerer I Bauer von einschließlich dem siebenten Tage vor bis zum I vierzehnten Tage einschließlich nach dem ersten Feiertage. I Wr die kommenden Weihnachtsfeiertage erhalten somit alle I gewöhnlichen Rückfahrkarten von sonst längerer Dauer, die I in der Zeit vom 18. Dezember bis zum 5. Januar ein- I schließlich gelöst werden, Giltigkeit bis zum 8. Januar einschließlich. Die Rückfahrt muß spätestens am letzten Tuge der Giltigkeitsdauer, also am 8. Januar bis um I 1? Uhr Mitternacht einschließlich angetreten und darf nach I Ablauf dieses Tages nicht mehr unterbrochen werden, ist I vielmehr alsdann mit dem in unmittelbarem Anschlüsse nach I
btt AuSgangSstatiou fahrenden Zuge ohne weiteren Auf. I mthalt zurückzulegen. Als unmittelbarer Anschluß gilt der I nSichste, von der Anschlußstation in der Richtung nach der I AusgangSfiation abgehende Zug. Diese Vergünstigung er- I streckt sich auf die König!, preußischen und Großherzogl. hessischen StaatSeisenbahnen.
Konzert der Meininger am 23. N o v e m - I ber. Aus Hannover geht uns ein längerer Bericht über I ei n dortiges Konzert der Meininger zu, dem wir folgendes I entnehmen: Tie zuerst zu beobachtende ObjeftiDitat der I Beurteilung sollte bald Schissbruck) erleiden vor den auf den Zuhörer eindringenden, sein ganzes Denken und Em- I »finden gefangen nehmenden Eindrücken, die zuletzt eine I mlche Hochflut des Ansturmes erreichten, daß nur noch »je angcfachte Begeistcrrmg in Ausrusen der Bewunder- itng offenbar wurde. Woher solches säst beispielloses Entzücke» in unserer an musikalischen Großthaten wabr- hastig nicht armen Zeit? Ursache und Wirkung, die beiden Pole unseres Denkens, entsprachen hier einander so völlig, daß es müßig wäre) von einer Laune des Augenblicks, einer glücklichen Konstellation oder dergleichen zu reden. Nein, der Erfolg war wirklich eckst und die Hofkapelle, die so viel tüchtige Künstler zu den ^hren zahlt, die einen so genialen, Energie in allen Bewegungen auspräqenden Kapellmeister an ihrer Spitze besitzt, hat i sich in wahrhaft glänzender Weise bei uns eingesuhrt. Wie sich bei der gerühmten Disziplinierung und bei den hohen Fähigkeiten der Orchestermitglieder der Zusammenklang entwickelt hat, läßt sich in der Beschreibung von der Künstlerpersönlichkeit Fritz Steinbachs, die sich das glänzend orchestrale Farbenspiel nur im Dienste der Idee gefallen läßt, schwerlich trennen. Es waren änderbare Pianissimo-Effekte, mächtig packende Sforzato- schläge, imposant aufgebaute crescendi, leuchtende instrumentale Klangmischungen und was nock) alles zu vermerken, die an sich schpn lebhaft fesselten; aber nirgends hatte man das Gefühl, als sei der Wert einer solchen Nuance mit der erfahrenen sinnenberauschendeni Wirkung erschöpft. Nein, wie der beschriebene Klangeffekt aus der Grundstimnmng des Kunstwerks und aus fcer Offenbarung seines Ideengehalts geboren war, so strebte er auch wieder dahin, den innersten Kern der Musikschöpsung dcm Hörer zu enthüllen, und in dessen «emütsleben fruchtbar werden zu lasten,
.♦ Silberne Hochzeit Eine gebotene Gießnerm, Frau Forstmeister Weigand geb, Wehn, Tochte,t des »erstorbenen Pofrats Dr. Wehn, feierte, wie uns aus Wien geschrieben troirb, am 18. d. M. ihren silbernen Hochzeitstag.
Frankfurt a. M., 18. November. Seit langem ist für die Stadtverordnetenwahlen nicht ^ Sewühlt worden m>ie diesmal. Die Beteiligung war auch stärker als früher und betrug im Durchschnitt etwa 52 v. H. .
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— Prof. Henry Thode in Heidelberg hat den Ruf noch Berlin definitiv abaelehnt. — Zum Lektor der englischen Sprache an der Um. versität Greifswald ist William G. Lovell ernannt worden. — Im ^abre 1899—1900 haben an der Universität Basel eine, an der Universität Lausanne fünf Damen promoviert, sämtlich Medizinerinnen. Die Baseler Doktorin ist aus Kanton Basel-Stadt, die Lausanner sind alle aus Rußland gebürtig. — Man schreibt aus Zürich: Der langjährige Privatdozeyt für Philosophie an der hiesigen Universität Dr. I. Krevenbühl ist von seiner Lehrtätigkeit zurückgetreten. — Der Prwat- dozent I. PH. Vogel von der Universität Amsterdam 'st von der indischen Regierung zum archäologischen Aufseher über das PendschaL, Beludschistan und Adzimire ernnant worden. - A. W. Hughes, Professor der Anatomie am King's Kolleg in London ist 'M Alter von 39 Jahren gestorben.___
Stichwahl mit dem ausscheidenden Demokraten. Im ersten &uruu^u|uy^u Bezirk, wo die Demokraten siegten, war die Wahlbeteiligung am schwächsten. Hier hatten die Nationalliberalen auf einen eigenen Zettel verzichtet, weil hier der zweite Vorsitzende der Stadtverordneten-Versammlung Justizrat Dr. Neukirch (dem.) auszuscheiden hatte. Nun starb aber Dr. Neukirch am Tage vor der Wahl, und so siegte der an seiner Stelle aufgestellte Dr. Zirndorfer ohne Kampf. Auch in den drei neu eingemeindeten Vororten Oberrad, Niederrad, Seckbach, 1 die zum ersten Mal einen Vertreter zu entsenden hatten, waren die Demokraten rühriger gewesen als die Nationalliberalen. Am erbittersten war der Kampf im sechsten I Bezirk (Norden). Hier trat die Handwerkerpartei mit zwei Bewerbern auf, von denen der eine gewählt wurde, der andere mit einem Nationalliberslen in die Stichwahl kommt. Der ausscheidende Nakionalliberale, dessen Wiederwahl die Demokraten bekämpften, fiel durch, aber das gleiche Schicksal hatte der ausscheidende Demokrat. Dagegen wurde neu gewählt der demokratische Landtagsabg. Prediger Sänger, der auch von den Handwerkern unterstützt wurde; ebenso ein dem Centrum angehöriger Arzt, den die Nationalliberalen auf ihren Zettel gesetzt hatten. Auch im vierten Bezirk hatten sich die Nationalliberalen mit dem Centrum verbündet, so daß dort neben drei Nationalliberalen ein Centrumsmann gewählt wurde. Die Folge davon ist, daß nunmehr zwei Centtumsleute und zwei Vertreter der Hand- werkerpartei ihren Einzug ins Haus Limpurg halten.
»* Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. Der bisherige Landrat Dr. Goedecke aus Wetzlar ist zum Geh.-Finanzrat und vortragenden Rat im Finanzministerium
m. 272 Drittes Blatt.
Meratur.
Katechismus des guten Tons und der fpttTen Sitte von Constanze von Franken, g Auflage Max Hesses Verlag in Leipzig. Preis! aeb Mk 2 50 - Ein Bnck>, das es, wie das vorliegende, in 'den'wenigen Jahren seit seinem Erscheinen gi neun Auflagen gebracht hat und jetzt mit dem 27 Taufend seinen Weg in die Welt nimmt, bedarf eigentlich keiner weiteren Empfehlung. In der That ist uns von all den zahlreichen Büchern des gleichen ^nres keines bekannt, das eine so große Reichhaltigkeit des Stoffes m so gedrängter Kürze und feine jur jedes Alter und jedes Geschlecht gleich verläßlichen Ratschläge in so verständlicher und dabei angenehmer, überall humonjtifch durch»- leuchleten Weise brächte. Dabei versteht die Verfasserin (C. v Franken ist das Pseudonym einer unter ihrem'
Bei Erkältungen, ldsend:ApothekerAlbrechts Aepfelsäure-Pastillen Schachtel 80 Pfg. m den Apotheken und besseren Drogerien. Haupt-D^ott Hirsch- und Universität^-Apotheke. 7094
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denen an einem gesunden Aussehen dUIiUv gelegen ist, trinken regelmässig
Hausens Kasseler Hafer-Kakao, FI n OTl der äusserst kräftigend und doch LF <1111(311^ pikant ist 7006
Mdrürr ittoW, 1 der & titel der Wv Reiseoertreter für tzii n ebenfalls um Offene l B1336 buTtb fler, A. S., M».
i einer alten drvD i-rten TtUN'V^! wird tiger Agent erten unter 1 V 111 >» Logltt, M''
ernannt worden. ________
Vermischtes.
Könitz, 18. November. Der Kommandant des Truppenübungsplatzes Hammerstein, Oberst Menzel, ist bei einer Treibjagd im Forstrevier Zanderbruck mit seinem geladenen Gewehr verunglückt. Ein Schuß ist ihm in den Arm gedrungen, ein zweiter hat die Sck)ädeldecke verletzt und das Gehirn beschädigt. Oberst Menzel ist bereits g e st o r b e n.
* Von der Pariser Weltausstellung. Die amerikanischen Maschinen, die auf der Weltausstellung ausgestellt waren, sind von einer englischen Firma käuflich erworben worden. Sie werden nach Manchester gebracht, wo sie montiert und aufgestellt werden sollen. König Leopold von Belgien hat den japanischen Pavillon erworben. Er wird ihn in der Nähe von Ostende ausstellen.
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