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Sonntag den 20. Mai
M H7 fünftes Blatt
Anitr- itatb Zlttzeigeblatt für den Äreis Giessen
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sich birgt und geeignet ist, die wirtschaftliche Lage des Landes noch tiefer sinken zu lassen. Was nützt dem Lande ein Kabinettswechsel, wenn nicht mit dem ganzen bisher betriebenen Regime aufgeräumt wird. Aber dazu ist ja leider nur geringe Aussicht vorhanden, und man wird sich damit begnügen, weiterhin nur auf den Augenblick be rechnete Maßregeln zu ergreifen.
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mit dem Finanzminifter zusammengetreten ist, hat unter Zustimmung der Regierung den Beschluß gefaßt, die Beratung und Beschlußfassung über die Nebenbahnvorlagen vom 20. Dezember 1899 bis zum Herbste ds IS. zu vertagen. — Hebet die Regelung des Ge- halteS der Volksschullehrer hat die Regierung ihren Standpunkt zu den Anträgen Backes und Köhler Darmstadt dahin präzisiert, daß sie dieselben für unannehmbar erklärt. Dagegen sei sie bereit, der von dem Zentrum ausgestellten Gehaltsskala die Zustimmung zu erteilen und sie in die Vorlage aufzunehmen. Trotz dieser entgegenkommenden Haltung der Regierung beschloß der Finanzausschuß einstimmig, an dem Anträge Backes auf Besserung der Lehrergehälter, insbesondere in den unteren Stufen, festzuhalten. Hoffentlich tritt auch das Plenum der Kammer diesem Beschlüsse einstimmig bei.
Politische Tagesschau.
Nicht ohne Besorgnis verfolgt man die Ereignisse in Spanien, das Land in dem Aufruhr und Empörung nur ült.n schlummern. Man darf hierfür nicht alle Schuld auf das Volk schieben. Die Mißwirtschaft, deren sich fast alle dortigen Regierungen im Laufe dieses Jahrhunderts schuldig gemacht haben, ist die Veranlassung gewesen, daß in Spanien, von dem einst ein Philipp sagen konnte, daß in seinem Reiche die Sonne nicht untergehe, und von dem man heute sagen muß, daß die Sonne in ihm nicht mehr aufgehen wird, die Unzufriedenheit unter dem spanischen Volke gerechtfertigt ist. Willkürherrschaft wird bei den Wahlen getrieben, und die jeweilig am Ruder besindliche Regierung scheut kein noch so verwerfliches Mittel, um eine Majorität in den CorteS zu erlangen, und zwar gilt dies gleichmäßig von den liberalen und konservativen Kabinetten. Großes Vertrauen zur Regierung kann deshalb das Volk nicht haben, die überzeugten Anhänger der jetzigen Monarchie sind daher im Volke nur gering.
Es ist zu verstehen, wenn die an der Spitze des Staats stehenden Persönlichkeiten alles aufzubieten suchen, um sich die Sympathien der Armee zu erhallen und für die letzteren Aufwendungen machen, die mit den Finanzen des Landes nicht in Einklang zu bringen sind. Freilich sollte das ganze Bestreben der spanischen Regierung dahin gehen, durch eine sparsame Wirtschaft dem völligen Ruin des Landes entgegenzuarbeiten, den Wohlstand des Volkes und seine soziale Lage zu heben und den Kredit des Landes, der auf ein Minimum gesunken ist, wieder herzustellen. Aber die maßgebenden Kreise haben aus den schweren Schlägen, die Spanien getroffen haben, noch keine Lehre gezogen. Zur Reorganisation der Armee hat das Kabinett große Mittel ausgeworfen, die durch ein übermäßiges Anziehen der Steuei schraube aufgebracht und vom Volke getragen werden müssen. Dies ist der Grund dafür, daß in verschiedenen Gegenden des Landes offener Aufruhr gepredigt wird, der eine große Gefahr für die Regierung in
Gießener Anzeiger
General-Unzeiger
Gingesandt.
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Offenbach, 19. Mai 1900.
Die Denkmalsfeier und die Zusammenkunft der Veteranen, die ich als ehemaliger 116er mitmachte, hat den Wunsch mächtig in mir geregt, daß nur. auch die ehemaligen 1 16er, die den Krieg nicht mtt- aemacht haben, sich zu einer Huldigung am Kriegerdenkmal in Gießen zusammenfinden möchten. Ich selbst habe meine Kumeraden von der Dienstzeit her seit 20 Jahren nicht mehr gesehen, und als ich die Erkennungsszenen zwischen den Veteranen am Bahnhof beobachtete, wie so manches freudig bewegte „Ach Du! — ach Du bist»! den ehrbaren Veteranen entfuhr, da wurde mir warm ums Herz und tch dachte, es wäre sehr schön, auch die Kameraden der Dienstzeit wieder einmal zu sehen, sie teilnahmsvoll zu fragen nach dem Ergehen, nach dem %t* funbenen Lebensglück — anteilnehmend an seinem vielleicht weniger großen Glück, feinen kleinen Bedrängnissen.. . . Und ein solches Zu- fammentreffen mit einer Huldigung am Denkmal würde sich gut arrangieren lassen. Hoffentlich nehmen einige energische ehemalige 116er die Sache unverzüglich in die Hand.
Ein ehemaliger 116er, im Namen mehrerer.
Weil nur allein Titania hienieden
Beständigkeit dem Weibe zuerkannt.
An dem neuen Lanffchen Text hat der Kaiser große Freude geäußert. Der Dritte im Bunde der Neubearbeiter, Kapellmeister Josef Schlar, der mit feinem Verständnis für Weber die melodramatische Begleitung zu dem Neu- tert schuf, hat sich bestens aus der Affaire gezogen. Daß es sich die Wiesbadener Theaterleute bei ihrer Neigung zu festlichem Gepränge nicht nehmen lassen wurden, in Bezug auf Ausstattung ein übriges zu thun, war vorauszusehen, und so ist dann der Einzug des Liebespaares in die Burg Karls des Großen entsprechend ausgestattet worden und bietet als 15. Bild einen prachtvollen Abschluß .des Werkes. Von dem Dekorationszauber, der bei der Aufführung entfaltet wurde, macht man sich kaum einen Begriff: die verschiedenen architektonischen Interieurs, meist nach den dem Kaiser vom Sultan geschenkten Aufnahmen gemalt, die Wundergärten, der Blick auf bas sonnenbestrahlte Bagdad, auf den Hafen von Askalon, der Hain ldes Oberon mit,ben Riesenblumen, der bewegte Ocean, bei dem die Wellen mit frappierender Naturtreue naher kommen und sich schäumend überstürzen (em ganz neuerfundener Effekt, bei dem der Marinemaler Salzmann seine Hand im Spiele hatte), der Sonnenuntergang auf dem Meere, das Schiff im Sturm, dazu die großartige Wandeldekoration, die Hüon und Rezm von den Gestaden der afrikanischen Küste über das Meer und die Alpen durch den Ardennenwald nach Aachen fuhrt alle diese Bilder voll zauberischer Farbenpracht, erhöht durch herrliche Beleuchtungseffekte, das läßt sich einfach nicht beschreiben, u»nd dieser Stimmungszauber kann wohl kaum noch überboten werden. .
Und die Darstellung? Ein Hüon, tote der Wiener! Tenorist Schroedter, eine Rezia, wie die so schnell zu Ruhm, gelangte Straßburger Sopranistin Frl. Plai- sinqer, deren Lied „Ozean, Tu Ungeheuer" dem Hörer noch lange in der Seele nachklingt, der Scherasrnrn des Herrn Groß aus Leipzig, dies alles schaffte einen Kunstgenuß seltenster Art. Und die heimischen Kimstler: Frl. Brod mann als Fatine, Frl. Robinson (Meermädchen) Herr Reiß (Oberon) boten nicht minder ihr Bestes, In den Sprechrollen traten sich Frl. Willigals Roschana,. Herr Leffler .als Karl der Große, Herr Schreiner als Harun und Herr Zickner als Almansor hervor. Auch die kleinsten Röllchen sind bei den Festspielen hier oft von ersten Solokräften besetzt, die für diese Fälle sogar event. kontraktlich zum Statieren verpflichtet sind, em Umstand, her diesmal der Hofbühne in der Gestalt unserer aus-, gezeichneten Naiven Frl. Rudi Stehle zweifellos die
Wiesbadener Waiftstspieke.
Aus Wiesbaden schreibt uns unser Korrespondent
bem*beginn der Festspiele ist besseres Wetter em getreten. „Der Winter unseres Mißvergnügens rni fißonnemonb konnte freundlicheren Gefühlen Platz machen und die Fahnen wehen noch einmal so lustig. Im Hoftheater machte sich schon am Dienstag ein gewisses Behagen gel- tmd da der K a i s e r in der Generalprobe zum „Oberon ich von allem sehr befriedigt zeigte., (Eine Aeußerung von ! ihm: „Ich bin nur neugierig, Wer ber der ersten Aufführung 1 be« Oberon die meiste Angst aussteht, Hülsen, -ciuff, Schlar .^r ich" - macht hier die Runde.) So ging denn die Erstaufführung gestern unter günstigen Aussichten von statten. Gin gewagtes Unternehmen des Herrn v. H u l s e n war es | ja immerhin, die Hand an eines unserer herrlichsten Ton- incrfe zu legen, aber er hat weislich Karl Maria v- Weber
1 iE unangetastet gelassen und nur aus seinem dramen- : technischen Empfinden heraus die zusammenhanglose bild- mäßig aneinander gereihte Handlung eingerentt, hier beschnitten, dort ergänzt oder erweitert, alles gesungen, aber Krnit Daß der triviale Planchesche Text einer Verse ferung dringend bedürftig ist das hat Weber selbst impftrnden und er hätte das auch, m die Wege geleitet wäre er nicht bald nach Vollendung der Oper seines Lchwanengesanges, gestorben. Es sind mehrfach Versuche oeinacht worden, in jener Richtung eine Verbesserung ern- ' treten zu lassen, und Benedikt, wie Wullner, versuchten, i Ue von den Bestellern des im.. Covent-Garden-Theater in "ondon 1826 erstaufgeführte, für den Geschmack, resp. Um aeschmack des brotigen Publikums berechnete ckusstattirngs- md Feen-Oper durch Verwandlung des Dialogs m Rezi- tative mehr zur großen Oper umzuwandelw, ohne freilich viel Glück mit diesem Beginnen zu haben, jedenfalls hat ic hiesige Neubearbeitung mehr Berechtigung Mit Hilfe on^osef Laufs ist der ganze gesprochene Text so ver^ mbeJt worden, daß selbst neue Personen auftreten Doch es ist jetzt statt geschwätzigen Unsinns eine richtig ersetzende
sich entwickelnde Handlung in den Text gekommen. Laufs springt gleich in medias res, wenn er Puck von CBeron sagen läßt:
Er ruht und schläft im Hauch der B utenbaume Der Welt so fern, den Himmlischen so nah, Und er vergißt im Vanne seiner Traume Der tiefen Zwietracht mit Titania.
In Fehde leben Sylphe und Sylphide Die Harmonie der schönen Seelen schwand,
zierlichste und hübscheste Titania der deutschen Bühne überhaupt verschaffte und in dem Charakterspieler Herrn Fender einen höchst lustig wirkenden Obereunuchen. Wie die Darstellung und die Ausstattungskünstler Oberinspektoren Schick und Raupp, nicht zu vergessen die Schöpfer ber Dekorationen, Kautsch und Rotonara, und wie die Regie so hatten auch die Chöre und das unter Leitung Schlars stehende Orchester, sowie das Ballet unter Frl. Bald o'A bewährtem Szepter voll und ganz ihre Schuldigkeit gethan.
Der Kaiser sichtlich angeregt von der Aufführung in ber Hofloge mit bem Großherzog von Weimar und dem Prinzen Adolf von Schaumburg- Lippe nebst Gemahlin, in dem mit Blumenfestonsj geschmückten Zuschauerraum — unter den Zuschauern eine Menge illustrer Gäste: der türkische Gesandte, eine Anzahl Hoftheaterintendanten, die Grafen Hochberg, Seebach usw., dann Ernst von Wildenbruch und Gattin, (eine Abkömm- lingin C. M. v. Webers) und andere — eine dichte, festlich geschmückte Menge, Uniformen, Orden, blitzendes Geschmeide, weiße Arme und Nacken und auf der Bühne die prachtvolle Ausstattung und die herrlichste Musik, ber wundervolle Gesang — wirklich ein wahrer Märchenzauber. Es war, als befiube man sich in einem bunten Traume. Der Wiesbadener „Oberon" in seiner neuen Bearbeitung be-. beutet eine künstlerische That, bie befruchtenb auf andere Bühnen wirken wird, zumal, wenn das Werk, wie verlautet, tantiemenfrei an andere Theater überlassen werden fDl1 $er nächste, der heutige Tag brachte während deZz Nachmittags die K a i s e r r e g a 11 a auf dem Rhein bei Biebrich, die fast angesichts des früheren Residenzschlosses der nassauischen Herzöge vor sich ging und ein farbenfrohes Bild bot. Der mächtige Strom, auf dem die schlanken Boote beim Rennen dahin flitzten, das rechtt User von Menschen schwarz besäumt, die Tribünen gesteckt voll und überall flatternde Fahnen. Den Hintergrund zum. Rennen bildeten die waldigen Ufer der Rettbergs-Au, einer großen Rheininsel. Zur Begleitung des Rennens war für den Kaiser der Doppelschraubenbampfer Badenia hergerichtet. Man hatte ihm eine neue hohe Haffelschuner- tackelaae gegeben, die in Verbinbung mit dem weißen, reich vergoldeten Anstrich bem Schiffe ein yachtmaßige^ Aussehen verlieh. Die Regatta ging bei außerorbentlichl starker Beteiligung, vom schönsten Wetter b-glmst.gt, von statten und wohl noch nie ist der Rhem dort so belebt gewesen, wie heute.
Aus Stadt und Kund.
(Anonym* Einsendungen, gleichviel welche« Inhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 18. Mai 1900.
»• Seschichtökalender. (Nachdruck verboten.) Vor 138 Jahren, am 19. Mat 1762 wurde zu Rammenau (Oberlausitz) M Kamenz der Philosoph Johann Gottlieb Fichte geboren, ein feuriger Patriot, der durch fehe 1808 in Berlin gehaltenen „R d n an oie deutsche Nation" viel zur Erhebung Deutschland? aegen fre Fremdherrschaft beitrug. - Nach Fichte erkennt der Mensch nicht, was Dinge an und für sich sind, sondern nur, wie sie sich dem Ich widerfvikgetn. Sein philosophisches Hauptwerk iss die «Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre". Er . starb am 27. Januar 1814 in Berlin. _____________
Das
Gießener Taschenbuch für 1900
gelangt Montag den 21. ds. zur Ausgabe, und wird den verehr!, hiesigen Lesern des Gießener Anzeigers durch besondere Boten zugestellt werden. Poftabonnenten. bte bafl selbe zu erhalten wünschen, wollen uns dies durch Postkarte wiffen lassen.
Verlag des Gießener Anzeigers.
(Brühl'sche Druckerei.)
•• Akademische Vorträge. Der noch ausstehende Vortrag des Professors Dr. v. Wagner über den Kampf ums Dasein in der Tierwelt kann erst nach Pfingsten stattfinden. v „
nn. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer der Stande, der heute zur Beratung einer Anzahl Regierungsvorlagen


