Ausgabe 
18.11.1900 Fünftes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

neu:

7494

iwigspiatz

ijM

er WelwW

lef Tagewieit ;en.

i, ftB r*»W

S'»A

. < Uhk t 6. E

MM-

1^**

J Zlig^afm.. tlli Mliholen ber ft bei 9töbften. _ it Pferd, aus läugnr ZM r [. m verkaufen. LM 4930 an bie ^Aalerriiht inju* ) K-lhmM erltikot , Cjjerten unter R ' iition diese?

1. in den alten Sk m. gebild- Lehm. .

[echanisr*

^k-e*

ihern. , "Eyserbeck nhofstr.ßU'

ftt« 271 Musics Blatt. Sonntag den 18. November 150. Jahrgang l<>Of

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Orfchetat täglich mit Uu-nabmk bc3

WontQg«.

Die Gießener -«»ttteuötätter werden dem Anzeiger im Wechsel mitHess, [anbroirt" u.Blätter 4ür hrfl. Volkskunde- mSchtl. 4 mal beigelegt.

Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelleu vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld.

Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« und Ausland ei nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den «tuenden tag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abend« vorher.

Amts- und Anzeigeblutt für den Tkveis Gieren.

Rtbehiwn, Expedition und Druckerei:

-chukstraße Ar. 7.

Adreffe für Depeschen: Anzeiger HiehO- Fernsprecher Nr. 51.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hestischc Landwirt, Ktätter für hestische Volkskunde.

Vermischtes.

* Paris, 15. November. Heber den Schluß der Weltausstellung ist zu berichten: Obgleich die letzten Tage trübe und kalt waren, erfreute sich die Ausstellung noch bis zum letzten Augenblick eines ungewöhnlich starken Besuchs. Am Sonntag hatte sie 589448 Eintritte zu ver­zeichnen, und dieser Umstand ist einer der Beweise, daß sie Erfolg gehabt hat. Auch am Montag war der Besuch noch ein bedeutender. Die Tickets kosteten 5 CtS., ja teilweise verkauften die Camelots 2 Stück für 5 Cts., und zu diesem Preis leistete sich noch mancher das Vergnügen, der Aus­stellung Lebewohl zu sagen. Zwar trug sie schon den Stempel des Absterbens; denn die Aussteller, die schon seit den letzten Wochen froren, hatten zum Teil schon eingepackt. Aber die großen Anziehungspunkte waren intakt geblieben. Die nahe Weihnachtszeit zog das Publikum vor allem nach der ent­zückenden Ausstellung der thüringischen Stadt Sonneberg, wo man halbe Stunden lang stand, um nach vorn zum An­blick des lieblichen Bildes zu gelangen. Dicht gedrängt staute sich die Menge auch beim deutschen Porzellan von Berlin und Meißen, sowie vor der großen Kunstuhr von Junghans in Schrammberg, die der Clou des deutschen Hauses ist. Ebenso umlagert war die berühmte Karte Frankreichs, das Geschenk des Zaren. Im Marsfeld fesselten die Maschinen, denn sie strömten angenehme Wärme aus, unb vor der Salle des JllusionS bildete man die herkömm­liche Queue. Auch in der Völkerstraße herrschte das gewöhn­liche Leben, obwohl hier nichts mehr zu sehen war, denn die Nationalhäuser blieben geschlossen. Besonders gute Ge­schäfte machten das Trottoir roulant, von dem feine Ge­reuen Abschied nahmen, und einige Brasserien des MarS- ffeldes, worunter das Spatenbräu, die ihre Fenster mit der verlockenden Aufschrift versehen hallen:Etablissement chausfs". Ilm 6 Uhr abends erdröhnte vom Eifelturm zum letzten Mal der Kanonenschuß, der den Wechsel der Ticketzahl an den Eingängen anzeigte, und ElektricitätSpalast und Wasser­schloß flammten zum letzten Mal in ihrer reizenden Be­leuchtung aus. Gleichzeitig aber fiel leichter Regen, der mit feinen Schneeflocken untermischt zu sein schien zum Abschied­nehmen just das rechte Welter l Kaum eine halbe Stunde später erloschen Plötz ich mit demselben Zauberschlag, wie entstanden, die Tausende von weißen und bunten elektrischen Flämmchen und die Hunderte von Celluloid Ballons, die dem Marsfeld das Aussehen eines Feengartens voll leuchtender Früchttz gegeben hatten. Langsam leerten sich Wege und Stege, und über den großen Jubelmarkt des scheidenden Jahrhunderts senkte sich lautlos und mit schweigendem Flügel die Nacht der Vergessenheit. Die Weltausstellung ist, einem amtlichen Ausrve s zufolge, vom 15. April bis zum 12. November von 50859000 Personen besucht worden. Von den 65 Millionen Ausstellungslosen, die ausgegeben wurden, blieben 15 Millionen unverwendet.

* Ein deutsches Reiterstückchen in China, lieber einen Aufklärungsritt des preußischen Oberleut­nants Rembe mit 20 Meldereitern nach Liang-Hsiang-^ Hsien wird aus Peking geschrieben: Die Dörfer auf dem Wege schienen wie ausgestorben, nur einige alte Weiber

standen grinsend vor ihren Hütten und riefen uns chine­sische Schimpfworte nach, sobald wir uns in einiger Ent­fernung befanden, während der männliche Chinese, hier und da aus der Thür den Kopf steckend und sich unter­würfig verbeugend, mit scheinheilig friedlichem Gesicht uns anstarrte. Wir ritten eine uralte, aus mächtigen Quadern bestehende Kulturstraße entlang, die jetzt aber mit ihren vielen Rissen und Löchern einen trostlosen Eindruck machte. Auf einer moosbewachsenen kleinen Brücke wurde der Hunho überschritten, dann verließen wir die Straße und ritten, den Eisenbahndamm entlang, den nächsten Weg nach der chinesischen Feste. Kaum war es uns gelungen, halb den Pagodenhügel zu ersteigen, als wir rechts von uns etwas krachen hörten. Wir bemerkten plötzlich etwa 400 Meter vor uns die hohen Mauern der Stadt, die wir vorher eines Hohlweges wegen nicht ge­wahren konnten. Eilig versuchten wir die Höhe hinauf- ruklimmen und in Deckung zu kommen. Unterdessen hatte die Spitze den Turm bestiegen und meldete, daß auf der Mauer g.roße Bewegung sei und zwei Thore geöffnet worden seien, aus denen Infanterie und Kavallerie her­vorbräche in Begleitung von zwei vorsintflutlichen Ka-- nonenungeheuern. Nun hatte ich, was ich vor allen Dingen wissen wollte: der Feind besaß keine ernsthafte Artillerie! Von diesem Augenblicke an war meine Auf­gabe gelöst, und es galt nur noch, so schnell wie möglich zurückzujagen. Aber ein feindliches Reitergeschwader hatte uns rechts (nördlich) die Straße, auf der wir gekommen, versperrt, während Jnfanteriemassen uns links flankierten. Grad' vor uns (westlich) starrte uns die Festung ent­gegen, und so blieb uns nichts übrig als der Ausweg nach Osten d:as rettende Peking aber lag nördlich und obendrein durch den Hunho von uns getrennt! Wir trabten also unter dem feindlichen Feuer nach Osten in der 21bsicht, so bald als möglich in weitem Bogen nach jNorden abzuschwenken. Aber ein paar ermüdete Gäule wollten nicht mehr, sie stürzten, und ihre Reiter rollten über sie hin. Was thun? Kurz entschlossen kommandierte ich:Halt! Front! Zum Fußgefecht absitzen!" Jeder wußte:Du kämpfst für Dein Leben", und so verdoppelte sich jedes einzelnen Kraft, Energie und Entschlossenheit. Salven auf Salven wurden von den Boxerschwärmen zu uns herübergesandt, doch ein glücklicher Zufall wollte es, daß diese Schützen zu hoch feuerten. Nach einigen Minuten verstummte der Feind, unsere Pferde waren wieder auf- gerichtet, wir sprangen in den Sattel, und in mächtigem Bogen suchten wir die Pekinger Richtung zurückzugewinnen. In den aufgerührten Dörfern knallte es aus Thüren und Fenstern hinter uns her. Wie durch ein Wunder gelangten wir ohne einen einzigen Verwundeten nach Peking zurück. Generalmajor v. Höpsuer befahl auf die Nachrichten hin für den nächsten Tag den Vormarsch des Expeditionskorps.

Landwirtschaftliches.

Halle, 16. November. Etwa 200 Herren aus Halle an der Saale und der Umgegend hatten am 7. November die Einladung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu einer Besprechung über Bedeutung und Wesen der Wanderausstellungen der D. L. G., wie über die Aufnahme der örtlichen Ausstellungsarbeiten für die vom 13. bis 18. Juni 1901 in Halle stattfindende große landw. Aus­

stell u n g Folge geleistet. Oberbürgermeister Staude- Halle a. S., der den Vorsitz übernommen hatte, begrüßte die Erschienenen und gab feiner Freude Ausdruck, daß sie in so großer Zahl von Stadt und Land hierher ge­kommen seren und dadurch ihr lebhaftes Interesse an dem Unternehmen an den Tag gelegt hätten. Als erster Bericht­erstatter gab der Hauptgeschäftsführer der Gesellschaft, Oekonomierat Wölbling, einen Ueberblick über die Aus­gaben und Ziele der Gesellschaft im allgemeinen, wie im besonderen über Zweck und Entwickelung ihrer jährlichen Wanderausstellungen. Der Berichterstatter gab dann eine Uebersicht über das, was auf dem Gebiete der Tierzucht dort zu finden sein werde. Er wies ferner hin auf die Ausstellung der Saatzüchter und die große Molkereiaus­stellung, sowie auf die Ausstellung von Dauerwaren für das In- und Ausland; auch die Wissenschaft werde auf dem Ausstellungsfelde vertreten fein. Ein Drittel der Aus­stellung sei aber von der Maschinen-Jndustrie eingenom­men, die in dieser Zeit des Arbeitermangels große Auf­gaben zu lösen habe. Er stellte fest, daß die Ueberzeugung von dem illutzen, den die Ausstellungen haben, sich immer mehr befestigt habe und heute in Deutschland nur eine Stimme darüber herrsche, daß die Wanderausstellungen von der größten Bedeutung für den Fortschritt in der Landwirtschaft seien. Hierauf schildert der Ingenieur der Gesellschaft die Lage und die Einteilung des Ausstellungs- Platzes. Der Platz selbst, in einer Größe von 22 Hektar, also 220 000 Quadratmeter, zu Ausstellungszwecken be­sonders feiner Form und Niveauverhältnisfe wegen sehr geeignet, werde in feinem vollen Umfange dafür in An­spruch genommen werden; es werden im ganzen etwa 2600 Stück Großvieh und Kleinvieh, etwa 1300 Nummern Erzeugnisse und etwa 1100 Hummern von den angemel­deten 4000 Maschinen usw., eine Geflügelausstellung, zwei Kosthallen, Futterräume, Geschäftsräume, Tribünen, Wirt­schaften usw. in einer Größe von etwa 35 bis 40 000 Quadratmetern unter Dach zu bringen fein. Von Landes- Oekonomierat v. Mendel wurde die nationale und all­gemeine Bedeutung der Wanderausstellungen hervorge­hoben. Die Wanderausstellungen feien vorbildlich ge­worden für deutsche und außerdeutsche Landes-Ausstell­ungen. Von dem Vorsitzenden wurde die Gesellschaft in den Mauern von Halle willkommen geheißen und die Hoff­nung ausgesprochen, daß die Ausstellung, wie ihre Vor­gängerinnen segensreich wirken und einen guten Besuch aufzuweisen haben möge. Damit sind die örtlichen Vor­bereitungen in der Stadt Halle eröffnet. Anfang März wird eine Geschäftsstelle in Halle selbst in Betrieb treten.

A- @ © TAFELKARTEN © © © BALL- UND TISCHKARTEN HOCHZEITSTAFELKARTEN

REIZENDE NEUE MUSTER IN EINFACHER UND GLÄNZENDER o o o o o AUSFÜHRUNG o o o o o

BRÜHLSCHE UNIV.-BUCH- UND STEIN­DRUCKEREI, GIESSEN, SCHULSTRASSE 7.

Bekanntmachung.

1 ani ziono Doranschlag der Gemeinde Rödgen für das Jahr 1901/1902 liegt oom 19. l. Mts. an auf dem Bürgermeisterei-Büreau Mr Einsicht der Jnteress nten acht Tage lang offen.

RödgenMdea 17. November 1900.

GroßherzogUche Bürgermeisterei Rödgen.

__________________________Stein______________7485

Bekanntmachung^

Der Voranschlag der Gemeinde Ober-Bessingen für das Jihr 1901/ 902 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürger meisteret «Büreau zur Einsicht der Interessenten offen.

Ober-Bef iingen, den 16. November 1900.

Großherzogliche Bürgermeisterei Ober Bessingen.

Kübn. 7481

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Muscheuheim für das Arhr 1901/1902 liegt oom 20. November 1900 an auf dem Burger- Miisterei-Büreau zur Einsicht der Interessenten acht Tage lang offen.

Muschenheim, den 17. November 1900.

Großherzogliche Bürgermeisterei Muschenheim.

Roth. 7486

Hebäude-Abbruch.

Das in der vormals Löweu- stein'schen Hosraite in der Schlofigasse stehende nördliche Seitengebäude, ca. 15 m lang, 4,35 m breit und im Mittel 15 m hoch, aus Fachwerk erbaut, soll

Dienstag, 20. d. W., vormittags Uhr, im Wege öffent icher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden.

Die Bedingungen liegen auf Zimmer Nr. 6 bei uns zur Ansicht offen. Die Besichtigung des Ge­bäudes ist Interessent n gestattet.

Angebote sind schriftlich, ver­schlossen und mit entsprechender Auf­schrift versehen bis zum genannten Termin bei uns einzureichen.

Gießen, 16. November 1900.

Das Stadtbauamt.

Schmandt. 7457

Gebäude-Abbruch.

Das zweistöckige Magazin- gebände im Hofe der Neu- mühle, 17,20 m lang, 9,70 m breit und (bis Dauchtraufe) 6,50 m hock, in gut erhaltenem Holze er­baut und mit Plattziegeln gedeckt, ferner ein 9,50 m langer und 3,70 m breiter Schuppen dastlbst sollen

Dienstag, 20. d. M., vormittags U1/, Uhr, tm Wege öffentlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden.

Die nähere Beschreibung der Bauten und die Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Ein Rdjt offen. Die Besichtigung der Bauten ist Interessenten gestattet unb werden dieselben ersucht, sich an den auf dem Bureau in der Neu­mühle anwesenden Bautechniker Nold zu wenden.

Angebote sind schriftlich, ver­schloss, n und mit entsprechender Auf­schrift versehen bis zum genannten Termin bei uns einzureichen.

Gießen, den 16. November 1900.

Das Stadtbauamt.

___________Schmandt.________7458

Versteigerung.

Mittwoch den 2t. d. M , nachm. 2 Ubr, versteigere ick im Psandlokal Seltersweg 1t gegen Barzahlung: 1 Pferd, 1 Pianmo, 1 Kassasckrank, 1 Schreibtisch, 1 Näh- mckchme, Sofas, Kommode, Kleiderschränke, 2 Regulareure u- a m.

Gießen, den 12. November 1900. 7382 Mulch, Pfandmeister.

Reparaturen

au AlSckeu und Mifkll dr.

werden stets angenommen. 7064

Arih Meißner,

CigarrengeschSft, Neuenweg 30.