Ausgabe 
18.2.1900 Viertes Blatt
 
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langten nun vom Gastwirt, ihre Pferde einftellen zu dürfen. Da sie aber hier und mit vollem Recht kein freund­liches Willkommen fanden, verlegten sie sich aufs Bitten. Doch erst auf die schriftliche Erklärung des Bürgermeister­amtes hin, den Tieren ein Obdach zu gewähren bis Sonntag früh 6 Uhr, fanden sie Gewährung dieser Bitte. Aber am anderen Morgen war es 9 Uhr, die Bewohner eilten zum Gottesdienste, und diese unsaubere Gesellschaft trieb sich noch im Orte herum. Da erschien plötzlich noch zur rechten Zeit der DistriktSgendarm, ließ den Gemeindevorsteher mit noch 10 handfesten Burschen aus der Kirche holen, und veran­laßte so, wenn auch noch mit einiger Mühe, den verspäteten Abzug. Diese unliebsame Störung des Gottesdienstes und der Sonntagsruhe wäre erspart geblieben, wenn man den wackeren Gendarm rechtzeitig benachrichtigt hätte. Was ist also das radikalste Mittel zur Befreiung von dieser lästigen Plage? Man veranlasse sofort, wenn sie kommen, ihr Weiterziehen. Diese ewige ruhe- und rastlose Hetze muß ihnen schließlich unausstehlich werden. Aber die Landleute werden dann auch Ruhe haben.Fuld. Ztg."

? Breungeshain bei Schotten, 16. Februar. In den Forstwarteien Breungeshain, Sichenhausen und Herchenhain wurden auf Veranlassung Großh. Oberförsterei Grebenhain durch die betr. Forstwarte die ältesten Linden in diesen genannten Dörfern gemessen und deren Festgehalt be­rechnet. Man geht, wie verlautet, mit dem Gedanken um, im Oberwalde einen Versuch mit einer Lindenpflanzung zu machen.

§ Ober Seemen, 14. Februar. Die hiesige israelitische Gemeinde beabsichtigt dieses Frühjahr mit dem Baue ihrer neuen Synagoge zu beginnen. Die alte Synagoge wird zum Abbruche an Ort und Stelle versteigert. Ver. schiedene Glaubensgenossen die vor Jahren nach Amerika auswanderten, sandten namhafte Beiträge zum Baukapital.

+ Rebgeshain, 14. Februar. Nachdem Herr Lehrer Lentz nach seiner neuen Wirkungsstätte übergesiedelt ist, wurde Herrn Schulverwalter Velte von Geiß-Nidda die hiesige Lehrerstelle übertragen.

Mainz, 15. Februar. Dank den wiederholten Be­mühungen des Vorsitzenden des Gewerbegerichtes ist es in elfter Stunde gelungen, den drohenden Schuhmacher­streik abzuwenden. Die Fabrikanten haben sich be­wegen lassen, in der Hauptsache den Forderungen der Ge­sellen nachzugeben.

O Mainzer Karuevalvereiu. Zu den diesjährigen Faft- nachtSveranstaltungen, die jenen aus früheren Jahren in keiner Weife nachstehen sollen, wird am Fasln achts- sonntag von vormittags 11 Uhr bis abends 11 Uhr in der Stadthalle und deren Garten auch ein höchst origineller Iahrmarkt stattsinden, dem die Idee eines Schützen­festes auf dem Blocksberg zu gründe gelegt ist. Schützen aus aller Herren Länder erscheinen, ein stilvoller Gabentempel fehlt nicht. Fest- und andere Jungfrauen be­

nützen die Tanzböden, Musik- und Sängerbanden sorgen für den Radau, eine Glückslotterie erleichtert die Geld­börsen, Theater begeistern das kunstsinnige Publikum, Karoussels erfreuen die Jugend und ein Juxplatz mit allen erdenklichen Sehenswürdigkeiten wird alle Teilnehmer in die angenehmste Stimmung versetzen. Vormittags schon sollen an den Eisenbahnen, Dampfbahnen nnd Pferdebahnen feierliche Empfänge aller eingeladenen Schützenbrüder statt­finden. Sodann Begrüßung in der Wärmehalle der Stadt Mainz und darauffolgend großer historischer Festzug durch die Hauptstraßen der Stadt. Nach den bis jetzt von der bezüglichen Kommission getroffenen Vorkehrungen und der ihr bereits zugesagten Unterstützung bedeutender Mainzer Juxbrüder verspricht die Ausführung dieser Idee eine echt karnevalistisch gelungene zu werden. Um das Fest zu einem wirklichen Volksfeste zu gestalten und einem jeden den Besuch zu ermöglichen, wurde der Eintrittspreis auf nur 50 Pfennige festgesetzt.

Mteratur.

Fräulein Dr. Käthe Schirmacher hat aus Anlaß der Pariser Weltausstellung ein höchst geistreiches Buch über Paris geschrieben, welches Ende Februar in der Hofbuchhandlung Alfred Schall, Berlin, erscheint. Die bekannte Vorkämpferin der Frauenbewegung, welche bereits mehrere Jahre in Paris lebt, will auf Grund eingehender Beobachtungen jedem Besucher der Weltausstellung den Schlüssel zum geistigen und sozialen Leben in Paris geben. Das von dem Pariser Maler Moreaux mit über 50 Illustrationen geschmückte Werk kostet geheftet in wirkungsvollem Umschlag Mk. 3,50, gebunden Mk 4,50.

Kirche und Schule.

Dom hannoverschen-chengnmnastum. Wie uns mitgeteilt wird, beginnt das hannoversche Mädchengymnasium zu Ostern d. I. sein zweites Schuljahr; Anmeldungen neuer Schülerinnen sind an den Verein FrauenbUdungs-Reform (Hannover, Lavesstraße 67) bis 1. März d. I. zu senden. Zu den wissenschaftlichen Berufen, die dem weiblichen Geschlechte in jüngster Zeit erschlossen wurden, gehört auch der der Apothekerin. Der genannte Verein erhielt dieser Tage von einem Apothekenbesitzer in Bayern eine Zuschrift, der wir folgende Sätze entnehmen:Ich glaube, daß die durch den Bundesrat beschlossene Zulassung von Damen zur Pharmazie in weiblichen Kreisen nicht ge­nügend bekannt ist. Auch von dem gegenwärtigen Mangel an Pharma­zeuten dürfte in Frauenkreisen wenig bekannt sein, obwohl heute manche Apotheker aus dem Lande und in kleineren Städten trotz hohen Salairs keine Assistenten erhalten können- Ich glaube, daß Ihr Verein sich ein großes Verdienst erwerben würde, wenn er auf die Zulassung zur Pharmazie aufmerksam machen wollte. Junge Damen finden sicher gern Aufnahme in deutschen Apotheken, um als tüchtige Kolleginnen aus­gebildet zu werden." Das eingangs genannte Mädchengymnasium beginnt mit der Obertertia; Auskunft über die zur Aufnahme erforder­lichen Kenntnisse u dgl. erteilt der genannte Verein.

Heer und Marine.

Den freiwilligen Krankenpfleger« und Krankenträger« soll fortan gestattet werden, die für den Kriegsfall vorgeschriebene Be­kleidung und Ausrüstung auch bei FciedenSübungen und im Kriegsfälle auch bei einer etwaigen Verwendung im Bereiche des Besatzungsheeres

anzulegen. Als besondere Rangabzeichen zu der oorgeschriebenen Dienst- betleidung bei Friedensübungen und beim Kriegsdienst im Jnlande wurde den Führern einer Sanitä'skolonne verliehen, eine gedrehte silberne mit schwarzroten Fäden durchsetzte Doppelschnur, welche den Innern, obern und äußern Rand der Schulterklappe einfaßt und am Schulterende der letzteren durch eine 3 Zentimeter breite silberne, mit schwarzroten Faden durchwirkte Tresse verbunden ist, während der stellvertretende Kolonnen, führer das gleiche Abzeichen trägt, nur daß bei diesem die VerbindungS- trksse wegfällt. Das letztere Abzeichen wird auch vom Arzte einer Sanltätskolone geführt, doch ist bei diesem auf den freibleibenden Teilen der Schulterklappe ein silberner Aesculapstab anzubringen. Diese für die Sanitätskolonnenärzte vorgeschriebenen Abzeichen kommen auch den Aerzten zu, welche für die Begleit- und Transportdetachements erforder­lich und für den Kriegsschauplatz bestimmt sind. Als Ausrüstungsstücke sind von den vorbezeichneten Kolonnenfühiern und Aerzten der vor­geschriebene Leibriemen und die Kartentasche mitzuführen.

Als neue Stellung in der Marine ist der »Direktor der Marine-Akademie" mit den Disziplinarstraf- und Urlaubsbefugniffen eines Marine-Inspekteurs geschaffen worden. Bisher war nur ein Direktor der Marineschule vorhanden, dem im besonderen die Sorge für die von den Fähnrichen zur See besuchte Marineschule oblag. Beide Direktoren stehen unmittelbar unter dem Inspekteur des Bildungswesens der Marine. Zum Direktor der Marine-Akademie ist bekanntlich der bereits seit mehreren Jahren als Lehrer der Seestrategie und Seekriegs­geschichte dort thätige Kapitän zur See Frhr. v. Maltzahn, der dienst­älteste Stabsoffizier der Marine, ernannt worden.

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Die Influenza ist deshalb eine so heimtückische Krankheit, weil ihre Folgeerscheinungen oft unberechenbar sind. Aelteren und schwächlichen Personen ist bei dieser Krankheit ganz be­sondere Vorsicht geboten. Ist die eigentliche Infektion mit Hilfe von Salophen beseitigt, so muß, um Nacherkrankungen vorzubeugen, der er­schlaffte Organismus durch kräftige Nahrung gestärkt werden, wozu sich hochkonzentrierte Eiweißpräparate am besten eignen. Ein derartiges, aus Fleisch hergestelltes Präparat mit außerordentlich hohem Eiweiß- gehalt, dabei geschmack- und geruchlos, ist den Patienten in der Somatose an die Hand gegeben Somatose besitzt die hervorragende Eigenschaft, schon in kleineren Dosen genoffen, den Appetit anzuregen, führt durch ihren hohen Eiweißgehalt dem Körper die wichtigsten Nährstoffe in konzentrierter Form zu und erzeugt meist schon nach kurzem Gebrauche eine oft staunenerregende Gewichtszunahme.

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Gleichzeitig bringe meine besteingerichtete Schweiuemetzgerei in empfehlende Erinnerung und bitte um geneigten Zuspruch.

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Während der Faschingszeit

siede man alle Faschingskrapfen in dem berühmten Pflanzenfett Palmin. Die Krapfen erhalten eine schöne braune Kruste und werden nicht zu fett. Ganz besonders vorzüglich werden sie nach dem folgenden

Rezept:

1 Kilo Mehl wird in eine Schüssel gegeben, für 3 Pfennig Hefe mit lau­warmer Milch ein Vorteig gemacht, sodann werden 125 Gramm Palmin mit 2 Löffel Wasser leicht gerührt, 86 Gramm Zucker, 2 ganze Eier und 2 Eigelb dazu gethan und zu einem leichten Teig verarbeitet; wenn der Teig aufge­gangen ist, nimmt man ihn aufs Nudelbrett, wellt ihn 2 Messerrücken dick aus und sticht mit einem runden Ausstecher Blättchen auS, füllt je in eines derselben Eingemachtes, drückt ein zweites fest am Rand darauf; wenn diese aufgegangen, werden sie in heißem Palmin schwimmend gebacken, hernach warm mit Zucker bestreut.

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Lackier- und Weißbindergeschäft eröffnet habe und empfehle mich in allen in mein Fach einsch^agenden Arbeiten. Um geneigten Zuspruch bittet 1233

Konrad Dürr.

ZSestessungeu werden entgegengenommen Weserstraße 15 und Kirchenptatz 5.

Zum bevorstehenden Frühjahr!

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