Jagd und Spart.
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3569
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vom Ufer entfernt waren, kenterten sie. 30 bis 40 Leute sind ertrunken, 13 wurden gereitet.
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Einladung.
Am Dienstag, dem 22. Wai, aöends 8% Uhr, findet im Caf6 Ebel Hierselbst die satzung-mäßige Jahresversammlung des Vereins statt, wozu der gesamte Vorstand und alle Vereinsmitglieder ergebenst eingeladen werden.
Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht.
2. Abnahme der Jahresrechnung.
3. Neuwahl des Vorstandes.
Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 3560
Der Vorsitzende: Prof. Dr. W. Onckerr.
um 24. und 25. Juni d. I.
in dem dazu erweiterten großen Garten der
Aestauration W. Ainu
O statt. '
Das Fest-Comite.
Gerichtssaat.
1. Gieße«, 15. Mai. Die heutige Strafkammer verurteilte I die Ehefrauen I. und Sch. aus Gießen wegen Diebstahls zu einer Ge- I fängnisstrase von 3 Monaten bezw. 1 Woche. Beide hatten des öfteren I an der Ausladestelle des Bahnhofs Kohlen aufgelesen. Da jene oft vor- I bestraft, diese unbestraft, ist der große Unterschied im Strafmaß er- I klärlich — Der Schuhmachermeister T. aus R. war laut Urteil des I Schöffengerichts Grünberg wegen Betrugsversuchs in eine HaWrase von I 3 Tagen verurteilt worden, weil er üch gelegentlich der Abschätzung des I während der Manöver verursachten Flurschadens einen unrechtmäßigen I Vermdgensvortetl dadurch hatte sichern wollen, daß er durch Aush^ung I von Kartoffeln die Abschätzungskommisfion zu täuschen versuchte. Er er- I wirkt durch die Berufung heute ein fteisprechendes Urteil. — Wegen 1 Ausspielung eines Teppichs ohne Genehmigung erhielt E. N. aus Schw. ! eine Geldstrafe von 10 Mk. - Aus der Untersuchungshaft vorgeführt, I hat der Dienstknecht D. aus W. auf der Anklagebank Platz genommen, I um sich wegen Körperverletzung mit töllichem Ausgang zu verantworten. I Der Angeklagte ist erst 17 Jahre alt. Er hat einem Mitknecht emen I Hieb mit dem Peitschenstiel gegen den Kopf versetzt, an dessen Folgen I jener gestorben ist. Der Angeklagte erhält eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten unter Anrechnung der erlittenen nahezu zweimonatlichen I Nntersmhungsh ? x; chj. Ein hiefiger Fuhrknecht erhielt wegen Körper- I Verletzung 6 Wochen Gefängnis, dagegen wird das Verfahren gegen I einen hiesigen jungen Kaufmann eingestellt, well die Anklage weaen schwerer Körperverletzung nicht aufrecht erhalten werden konnte, und der Verletzte auf die Stellung eines Strafantrags verzichtete. Des weiteren werden 2 junge Burschen aus Großen-Buseck ebenfalls wegen Körperverletzung zur Verantwortung gezogen; ebenfiMs werden zwei Burschen aus Staufenberg wegen emer gleichen Strasthat unter Annahme mlldernder Umstände zu einer Geldstrafe von ie 25 Mk. | und zur Zahlung einer Geldbuße an den Verletzten m Höhe von je 20 Mk. verurteilt __ . _
__ Matrrz, 14. Mai. In der heutigen Sitzung der Strafkammer des Landgerichts wurde gegen den Landwirt Schott von Essenheim, der vor einigen Monaten wegen Tötung eines Jagd Hüters m dem Ober-Olmer Wald verhaftet worden war, verhandelt. Die Anklage wegen Tötung des Jagdhüters wurde fallen gelaffen und hatte sich Schott nur noch wegen Jagdfrevels zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft beantragte zwei Jahre Gefängnis. Das Gericht kompensierte die Strafe mit der Untersuchungshaft, worauf Schott auf freien Fuß gesetzt von Frabrikationsgeheimnifi-rr
ist von Seiten der ausländffchen Konkurrenz gang und gäbe. In Elberfeld standen dieser Tage, wie das Patentbureau Reichau & Schilling, Berlin mitteilt, der Werkmeister G., Buchhalter S., Ingenieur D. und Kaufmann P. vor der Strafkammer. Sie waren bei der rheinischen Filiale der englischen Jointleff-Radfelgenfabrik-Birmingham angestellt und hatten den Arbeiter P. für Geld und gute Worte bewogen, m eme rheinische deutsche Konkurrenzfabrik einzutreten, wobei er sich zur Geheimhaltung der von chm in der deutschen Fabrik erworbenen Kenntnisse verpflichten mußte. Die ausspionierten Fabrikationsgeheimnisse gab der Arbeiter P. nach nur zehntägiger Arbeit in der deutschen Fabrik an die englische Konkurrenzfabrik ab und versuchte dann noch in eine zweite deutsche Konkurrenzsabrik einzutreten, um ein Felgenverzmnungsverfahren auszukundschaften. Es gelang ihm dies nicht. Dank dem Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb wurde er verhaftet und hatte sich nun mit seinen Anstiftern zu verantworten. Letztere hatten ihn übrigens mit einem umfangreichen Fragebuch ausgerüstet bevor er auf Spionage ging. Der Arbeiter und der Hauptanstifter erhielten je drei, die anderen Anstifter je einen Monat Gefängnis, während die eigentliche Anstifterin, die englische Firma in Birmingham, natürlich frei ausging.
Kekanntmachung.
Donnerstag den 17. ***'
mittags 3 tthr, sollen dahier Neu- wdt 55, Haus- und Küchengeräte aller Art zwangsweise gegen bar versteigen Verden.
Gießen, den 16. Mm 1900.
rb86 Seipel, Gerichtsvollzieher.
Stähl Schlachthaus.
Freibank. 3538
Heute «ud morgen:
Slhmeimflkislh 30 M.
Die
Feier des 35jähr. Bestehens
des
Gesangvereins Eintracht
findet
02170] Arbeitspferd preiswert zu verkaufen. Hoflohnkutschei- Huhn.
Vermischter.
• Erneute starke Schneefälle werden aus der Provinz Posen und den Königreichen Sachsen und Württemberg gemeldet.
• Neber das Duell, das am Sonntagmorgen gegen ; Uhr beiBerlin ausgefochten wurde, wird noch berichtet: Anläßlich der Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen Wilhelm war mit seiner Gattin auch der Fideikommiß- besitzer v. G. nach Berlin gekommen und hatte in einem Hotel Wohnung genommen. Der Gatte, ein sehr lebens- lüftiger früherer Gardeoffizier, suchte seine Freunde und die Berliner Balllokale recht reichlich auf und ließ seine Gattin vielfach allein. Eines Abends war er in Gesellschaft mehrerer Herren in einem Ballsaal. Hier ereignete es sich, daß einer der Herren, Mitglied einer auswärtigen Gesandtschaft, dem Ehegatten eine Bemerkung über seine sich jedenfalls anderweitig Zerstreuung suchende Gattin machte, was zu einem erregten Wortwechsel führte und die Veranlassung zu einer Herausforderung mit schweren Bedingungen gab. Alle Bergleichsversuche scheiterten an der Hartnäckigkeit des inzwischen wieder abgereisten Rittergutsbesitzers. Am Samstag kam Herr v. G. wieder nach Berlin, und Sonntag früh fand der Zweikampf statt. Um 6 Uhr fuhren in zwei Wagen die Parteien zum Grünewald hinaus, und zwischen Zehlendorf und Wannsee wurde Aufstellung genommen. Die Bedingungen sollen „dreimaliger Kugelwechsel und zehn Schritt Barriöre" gelautet haben. Nach dem zweiten Gang brachte Herr v. G. seinem Gegner einen Schuß in die rechte Schulter bei, der diesen kampfunfähig machte. Nach diesem Gange vertrugen sich die Gegner durch Handschlag, und nachdem der zum Glück uicht lebensgefährlich Verwundete verbunden war, wurde er nach seiner Wohnung geschafft. Herr v. G. hat sich als Offizier der Landwehr sofort seiner vorgesetzten Behörde gestellt.
• Bon der Pariser Weltausstellung. Das Deutsche Haus in der Ausstellung wurde am 15. d. M. feierlich eröffnet. Zahlreiche Mitglieder der deutschen Botschaft und der deutschen Kolonie wohnten dem Festakte bei. — An demselben Tage brach in dem elektrischen Aus- stetungs Palast eine Feuersbrunst aus, die eine wettere Verzögerung der Fertigstellung der elektrisch zu beleuchtenden Wasserspiegel zur Folge hatte. — Die deutsche Maschinen-Abteilung nähert sich , letzt mtt Riesenschritten ihrer Vollendung. U. a. hat die Firma R. Wolf, Magdeburg-Buckau, die wieder in erfolgreichster Weise den hochentwickelten deutschen Lokomobilenbau vertritt, ihre aus- gestellte 200—300pferdige Compound-Lokomobile vor einigen Tagen in Betrieb gesetzt. Diese Lokomobile, die durch ihre Abmessungen und ihre elegante Ausführung wahrhaft imponierend wirkt, ist die einzige mit Dampf betriebene Ver- ireterin dieser Maschinengattung in der Maschinenhalle.
• Ein schweres Unglück ereignete sich m Ron- ’ inlionc bei Rom. Die Bevölkerung feierte am 14. d. M. das Fest der Santa Lucia, deren Kapelle am Ufer des Lirosees liegt. Als zwei mit jungen Leuten dicht gefüllte Barken auf dem Rückwege von der Kapelle noch 300 Meter
Schiffsmchrichteu
Norddeutscher Llovd. Vertreten in Gießen durch die Agenten- Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen 14. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) 2)« Doppelschrauben-Postdampfer „2R<xine, Capt. B. Petermann, vom Norddeutschen Lloyd im Bremen, ist am 12. Mai 9 Uhr vormitags wohlbehalten in Nemyork angekommen.
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fressen dieses Erwerbszweiges begründet. — Die Bischoss^- »eihe des Professors Dr. Brück wird, der „Frkf. Ztg- wfalge, am nächste» Sonntag unter großen Feierlichkeiten m Dom zu Mainz durch ben Erzbischof Dr. Noerber non Freiburg und die Bischöfe Willi von Limburg und Ludert von Fulda vorgenommen. — Auf dem Fr aut- futter Ostbahnhofe wollte man em wertvolles Rennpferd in einen Waggon verladen. Auf dem benutzten Stea glitt das Tier aus, that einen mächtigen Sprung unb rannte sich den Schädel em sodaß eS mErttan ver- riidete Der Schaden beläuft sich auf 25—30 000 Mark. L Der bei der Bootskatastrophe seinerzeit verunglückte Gdmnafiallehrer Ricker aus Neiße ist bei St. Goars- bausen geländet worden. — Der in Worms wohnhafte frühere Besitzer der Privatpostanstalt Wormatia, Boniffer, ist in der Gemarkung Osthofen tot aufgefunden worden. Den Tod hatte er sich mittels eines Revolverschusses bei- gebracht. Boniffer hinterläßt seine Frau mit neun größten* tcls unmündigen Kindern.__
Neueste Meldungen.
Plauen i. B., 16. Mai. Seit gestern herrscht hier und im übrigen Vogtlande großes Schneetreüb e«f Es schneit unaufhörlich. Der Schnee liegt bereits fußhoch. Vorher war große Kälte und regnerisches Wetter. AllePflanzen sind verdorben. Auch wird H o ch- wasser befürchtet.
Paris, 16. Mai. Ter „Figaro" zweifelt an der von mehreren Blättern gebrachten Nachricht von dem B e - suche des Zaren in Paris. Es sei beschlossen, daß der Zar nicht nach Darmstadt reist. Er werde im August den großen Manövern in Böhmen beiwohne^ und dann nach der Krim reisen. Für einen etwaigen Besuch der Pariser Ausstellung bliebe daher nur der Monah Juli übrig.
P a r i s, 15. Mai. Dem „Gaulois" zufolge ist D r e y - fus gestern in Paris, aus der Schweiz kommend, em- qetrosfen. Er machte in der Stadt verschiedene Besuche.
Rom, 16. Mai. Nach der gesttigen Kammersitz-- ung, begab sich der Ministerpräsident Pelloux sofort zur Bahn, um den aus Neapel zurückkehrenden König über das Geschehene zu informieren. Heute um 11 Uhr fand ein Ministerr at statt. Ein Teil der Minister will sofortige Neuwahlen, ein anderer sttitte Anwendung des , neuen Reglements, d. h. die Sitzungen unter dem Schutze des Militärs abhalten. Jetzt oder nie ist nach, ihrer Meinung der Moment gekommen, in dem die Regierung ihre starke Hand beiveisen muß. Der Präsident der Kammer beabsichtigt die Besttmmungen des Reglements gegen die Ruhestörer im Hause unnachsichtlich in Anwendung bringen und die Tumultuanten nötigenfalls durch Karabinieri aus der Aula entfernen zu lassen. Die Kaltblütigkeit des Kammerpräsidenten sowie die an Crispi erinnernde energische Sprack>e Pelloux' läßt darauf schließen, daß diesmal mit der Obsttuttion wirklich aufgeräumt werden soll. Außerdem war den Herren von der äußersten Linken an- I zumerken, daß sie lieber auf ihre undankbare Rolle ver- I richtet hätten, aber mitmachen müssen, um sich nicht zu I blamieren. Die Partei Zanardelli-Giolitti (sekder Majestät I allergetreueste Opposition) verhält sich analog der Weisun- I ihres in Palermo gebliebenen greisen Häuptlings Zanar- I delli mäuschenstill.
— Zur Staffettenfahri Stratzvurg-Berlia (773 km) tragen wir noch nach, daß die Fahrt vornehmlich den Zweck hatte, den militärischen Wert längerer Staffelten festzustellen. Im ganzen haben sich 214 Fahrer — ausschließlich Mitglieder der „Union* — daran beteiligt. Die kürzeste Zeit für eine bestimmte Strecke legten die Frankfurter Fahrer zurück, die die 42,2 km lange Strecke Frankfurt a. M.— Gelnhausen in 1 Stunde 5 Minuten absolvierten. Bon Wittenberg ab, 93 km von Berlin entfernt, Übernahmen Berliner Fahrer den Dienst und lieferten um 3 Uhr 4 Minuten das Schreiben im Reichskanzler« palais in der Wilhelmfiraße ab, wo sie vom Reichskanzler Fürsten Hohenlohe persönlich empfangen und eingehend nach dem Verlauf der Fahrt befragt wurden. Die Fahrt, welche somit 33 Stunden 40 Min. in Anspruch nahm, führte über folgende Strecken unb Stationen, denen wir die Kilometerentfernung und die Ankunftszeiten beifügen: Abfahrt in Straßburg i. E. Samstag früh 5 Uhr, Lichtenau (30,3, 6,05), Rastatt (52, 6,56), Durlach (78,9 7,50), Mingolshain (108,5, 8,49), Heidelberg (132,7, 9,37), Heppenheim (160,9, 10,34), Darmstadt (189,6, 1145), Frankfurt a. M. (218,3, 1,00), Gelnhausen i.260,5, 2,10), Schlüchtern (392, 3,20), Flieden 303,1, 3,45), Fulda (322,2, 4,34), Schlitz (342,7, 5,50), Hersseld (371,1, 6,50), Hühnebuch 397,1, 8,20), Eisenach (431,8, 10,5), Mechterstädt (447,4, 10,49), Gotha (463,9, 11 32)7 Erfurt (488,9, 12,35), Weimar (514,8, 1,39), Eckartsburg (540,7, 3,53), Kösen (553,7, 4,20), Weisenfels 578,2, 5,50), Halle (611 7 8,15), Bitterfeld (641,3, 9,15), Gräfenhainichen (658, 10,07), Wittenberge (680, 11,03), Treuenbrietzen (713,4, 12,15), Potsdam (749,6, 1,45), Friedenau-Berlin (773,6, 2,40).
Saude! und Verkehr. ÄockswittschLs^
Kranklurter Börse vom 15. Mai.
Wechsel aal New-York zu 4.21-22.
Prämien auf Kredit per ult Mai i.lOJ/o, do. per alt Juni 2.00®/«, Diekonfe-Kommandit per ult. -Ma* 1.05 ,o, per ult. Juni 2.00«/», Lombarden per ult Mai 0.50 /c, do. per ult. Joni 0.00«/ , Berliner Handelagea. per ult. Juni
Notierungen: Kreditaktion 225.20-00.000 J^nto- Kommandit 185.90-30.000, Staatebahn 185.40-00-00 '
Lombarden 26.00-00 00, Ungar. Goldrente d7 ^d Italiener , 8prt>2. Mexikaner 25.50, Oeeterr Coupons 84. Amenk. Coupon« 4.188/<, Privat-Diskont 4«/g B. 48/<°/o G.
lUhr: Kreditaktien 225.20-00.00-000 , Di,k<»to-Kom- mandit 185^0-20-50.000, Staatabahn 000.00-00-00, Lombarden - • bis 00.00.
Mrürrbera, 12. Rai. Fruchtmarkt. Weizen 14,00-16 00 Mark, Korn 14^0-16,50 Mark, Gerste "^0-l6,00 Mark, Hafer 14,50-15,00 Mark, Erbsen 00,00-00,00 Mark, Linsen 00,00-00,00 Mark. Kartoffeln 3, w-4,40 Mark.____
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