Freitag den in Februar
Aweites Blatt
Zlnrts- unb Zlnzeigeblcrtt für den Ttveis Gietzen.
n
1.
selben.
Die
ne
,w. ew
6.
9.
4.
5.
6.
7.
er rin r tN
Uta ein
UftneJ
Franz 9^
Alle Anzeigen-vermittlungSstellen M In« und Auslande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwartS 20 Pfg.
ann.
Fabricius.
Betragen der Schüler;
Zahl der Versäumnisse der Schüler, a) erlaubte, b) wegen Krankheit, c) unerlaubte; dasselbe wie 7. a) b) c) in Prozenten ausgedrückt; Vergütung für den ganzen Unterricht, abzüglich der Beleuchtung« und Heizungskosten;
Mezugsprels vierleljährl. Mk 2,26 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr«, mit Bestellgeld.
Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Kanbwirt, Blätter für hessische Volkskunde.__________________
10. Bericht nebst gutächtlicher Aeußerung der Lehrer, ob und mit welchem Erfolge der Beginn des Unterrichtes auf eine frühere Tageszeit festgesetzt wurde. Zugleich erinnern wir Sie daran, daß die Fortbildungs- schulen in Gegenwart des Schulvorstandes mit einer durch den Lehrer vorzunehmenden Prüfung zu schließen sind.
v. Bechtold.
«xpeditivn und Druckerei: Nr. 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.
BeBe|ec Anzeigen zu der nachmittag» für be* Ttg «scheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Messungen spätesten- abend- vorher.
Wtttt Wl-Mck j Land
Äaulion erforberfii. fo an die Expedition' । en.
Grotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
an die Schulvorstände des KreiseS.
Wir beauftragen Sie, die Fortbildungsschulen Ihrer Gemeinden zur festgesetzten Zeit zu schließen und uns bis spätestens Ende März die Berichte über den Zustand derselben im Winter 1899/1900 zugehen zu lasten.
In denselben ist anzugeben:
1. Zahl der Klassen;
2. Zahl der abgehaltenen Stunden;
3. Zahl der Lehrer;
Zahl der Schüler: Leistungen der Schüler;
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
RAM nerSlaW zg dtp 16. Ftbruar
Mevt M
4 Märchendr-M in 51 on Oerbart Hlmann'
tn
M. _ —-—SS.
der den schmalen Boden seiner Heimat, Fuß an Fuß, mit Fabriken bedeckt, und die übrige Welt zwingt, ihm die Erzeugnisse derselben abzukaufen. ... Er ist der Mann, der als Naturforscher in die Eis- und Schneewolken des Chimborazzo steigt und die. glühenden Eingeweide des Aetna durchsucht, der als Berichterstatter der Heerschar eines tätlichen Krieges folgt, und um eine Wette zu gewinnen, in einem leichten Segelboote durch die Klippen des Mittelmeeres in den gefährlichen Hellespont steuert — er ist der Nachfolger jenes Römers, der mit dem Ausruf: civiä Romanus sum" unter den Ruten des Lictors stirbt — er ist Idealist und Materialist, er ist Krämer und Ritter, Philister und Aventurier, — er ist alles, weil er im Grunde nichts ist, als — Egoist!" Und diesen ganzen Rattenkönig höchst geistreicher Tüfteleien, noch dazu in der anmutigsten Form, hat das eine Wörtchen, nein der eine Buchstabe "I" aus dem Gewissen.
Noch befremdlicher muß es klingen, daß ein Engländer selbst nicht besser Bescheid weiß, und den fragenden Zola so schlecht belehrt hat. Ernest Alfred Vizetelly, der sämtliche Romane Zolas ins Englische übersetzt hat, und dem französischen Romanzier während seines Londoner Exils im vorigen Jahre treu zur Seite stand, hat jetzt seine Memoiren unter dem Titel: „Wilh. Zola in England" (Leipzig, Tauchnitz, 1899) gesammelt. Darin ist zu lesen: Eines Tages fragte mich Zola, warum der Engländer sich eines großen Buchstabens bedient, um sich selber zu bezeichnen, während alle anderen Völker sich mit einem kleinen Buchstaben begnügen. Das hohe, stolze, anmaßende "I" kam ihm als der deutliche, wenn auch gedrängte Ausdruck des britischen Egoismus und Hochmuts, und als das Sinnbild und Wahrzeichen der auswärtigen Politik Großbritanniens vor. Herr Vizetelly — heißt es weiter in einer Besprechung des Buches im „Litterarischen Zentralblatt" — wollte diese sprachliche Ägentümlichkeit als ein Merkmal des National - Charakters nicht gelten lassen.
(Alrrorryme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, den 15. Februar 1900.
* GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 403 Jahren, *m 16. Fcbruar 1497, wurde zu «retten in der Rhckrrüalz Luthe. 3 treuer Kanpfoenosse Philipp Melanchthon geboren, der Luther und der Reformation seine Kraft, Gelehrsamkeit und forschende Genialität weihte. Wegen seiner versöhnlichen Milde viel anae- feinbd, fand seine Stellung zum R-.formationswerk erst später die gerechte Würdigung. Mir Recht heißt Melanchthon Praeceptor Germaniae.
Oeffcntliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Maurer Georg Anton Heckwolf von Münster, Kreis Dieburg, in Anerkennung der von demselben am 6. August v. I. mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Heinrich August Frühwein und des Franz Hermann Löbig, beide aus Münster, vom Tode des Ertrinkens, eine Geldprämie zu verleihen geruht.
• * Von der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, am 2. Dezember 1899 dem ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landes Universität Dr. Reinhard Frank das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. — (Wie wir hören, beabsichtigt die Studentenschaft zur Feier des scheidenden Lehrers einen Kommers zu veranstalten.)
* • Einweihung. Am nächsten Montag, 19. Februar findet die feierliche Einweihung von zwei neuen Uni- versitätsinstituten statt: des physikalischen und des physikalische chemischen Instituts, die beide in einem südlich der Universität mit der Hauptfront an der Stephanstraße be- legenen, durch seine turmartige Krönung weithin sichtbaren Gebäude vereinigt sind. Das physikalische Institut nimmt etwa zwei Dritteile des Gesamtraumes in Anspruch. Die
Rr, 3»
trfMet täglich mit MMlme bei
«»Mag-.
Die Gießener >e*MU»iratter werken dem Anzeiger tm Wechsel mit .Hess, fcuftrtrt« «.
Hk M. »-lttkunde-
Feuilleton.
<66
Ei« Kkitrag M Natmalkgoisvms brr Engländer.
Nachdruck verboten.
In diesen Tagen, wo die Engländer nicht eben mit Schmeicheleien überhäuft werden, sondern im Gegenteil recht derbe Wahrheiten einstecken müssen, und ihnen die Pfeile von allen Seiten entgegenfliegen, darf auch einmal ein Wort der Verteidigung laut werden. Freilich ein Heer von Vorwürfen kann dadurch nicht entkräftet werden; nur eine weit verbreitete Meinung soll den Todesstoß empfangen. Zäh, wie alles Falsche, hat sich das Märchen eingenistet, obwohl die Wissenschaft längst damit aufgeräumt hat. In oer Schule wiro es gelehrt, und durchs Leben als Weisheit geschleppt: der nationale Stolz, der nationale Egoismus der Engländer äußere sich durch nichts charakteristischer, als durch den großen Anfangsbuchstaben im Pronomen der ersten Person "I". Alle anderen Wörter schreibt der Engländer klein; nur wenn er von sich selbst spricht, kann er es sich nicht versagen, einen großen Buchstaben zu schreiben. So sehr ist er vom eigenen Werte durchdrungen. Eine auffallende Erscheinung findet auf diese Weise ihre plausible Erklärung. Ist sie auch nicht richtig, so ist sie doch gut erfunden. In Wirklichkeit schwebt sie völlig in der Luft. Diese Deutung hat wohl den Vorzug der Einfachheit, aber nicht den der Wahrheit für sich. Trotzdem können sich bis auf den heutigen Tag sehr verständige Leute nicht davon trennen.
Professor Julius Rodenberg z. B., der englisches Wesen an der Quelle studiert und über das „Alltagsleben in London" in einem Skizzenbuch anziehend geplaudert bat, läßt sich folgendermaßen darüber aus: „Der Engländer, der alle Wörter und alle Begriffe seiner Sprache klein und nur fein "I", fein Ich, groß schreibt: das ist der Mann,
erfolgte Anregung verleiten lassen, ihren Einfluß zu Gunsten einer solchen Deckungsart geltend zu machen. Jedenfalls wird das Votum über die ganze Vorlage nicht eher fallen, bis nicht klipp und klar feststeht, daß weder direkt noch indirekt die Lasten auf die schwächeren Schultern abgewälzt werden.
Man darf heute nach der ersten Lesung, dem Flottengesetzentwurf umsomehr einen Erfolg zu prognostizieren, als — abgesehen von den Sozialdemokraten — keine Partei in Abrede stellte, daß eine Verstärkung unserer Marine geboten sei, nur über das Maß der Verstärkung gehen die Ansichten auseinander. Aber die Kommissionsberatungen werden auch darüber eine Verständigung möglich machen.
*Die Flottenvorlage nach der ersten Lesung.
Gießen, 15. Februar.
Wie nicht anders zu erwarten war, ist die Flottenvorlage einer Kommission zur Vorberatung überwiesen worden. Wenn man bedenkt, wie gerade dieser Gesetzentwurf den Angelpunkt des Interesses bildet, welches man der diesmaligen Tagung des Reichstags entgegenbringt, so ist es immerhin erstaunlich, wie ruhig die Debatte der ersten Lesung verlief. Herrschte auch am ersten oder vielleicht auch noch am zweiten Tage der Beratung^ eine der Wichtigkeit des Gegenstaildes der Tagesordnung, entsprechende gehobene Stimmung, so war diese bereits am dritten Tage stark verstaut, und niemand vermochte aus dem äußeren Gang der Debatte zu entnehmen, daß es sich, tzimi einen Gesetzentwurf handelte, von dem vielleicht Sein oder Nichtsein dieses Reichstages abhängt.
Die Beratung der Vorlage in der Kommission dürfte eine ,sehr eingehende werden, und voraussichtlich wird die Regierung mit den erforderlichen Darlegungen über die internationale politische Lage, die ja doch Veranlassung' zur weiteren Verstärkung Unserer Flotte gegeben hat, nicht zurückhalten. Daß bei einem so wichtigen Entwürfe überhaupt die Hauptarbeit in der Kommission gethan werden muß, ist selbstverständlich, da einmal das Plenum sich nicht so eingehend mit allen Details beschäftigen kann und da zweitens vertrauliche Erklärungen nicht im Plenum abgegeben werden können. Und gerade diese vertraulichen, Erklärungen sind oft geradezu entscheidend für das Schicksal einer Vorlage. Da bei dem vorliegendem Gegenstände die Parteien geschlossen stimmen werden, so darf auch schon aus dem Ergebnis der Kommissionsberatungen mit ziemlicher Gewißheit das Resultat im Plenum gefolgert werden.
Wir haben schon mehrfach hervorgehoben, daß wir keine Gefahr für das Zustandekommen des Flottengesetzes befürchten, und der Verlauf der ersten Lesung kann unsere Annahme nur bekräftigen. Wenn auch das Zentrum durch den Abgeordneten Dr. Schädler die bekannte verneinende Erklärung abgab, so kann die Regierung den größten Teil des Zentrums trotzdem für die Vorlage gewinnen, wenn sie in der Deckungsfrage Entgegenkommen zeigt. Es muß unter allen Umständen ausgeschlossen fein, daß die Kosten für die verstärkte Flotte durch eine Erhöhung der indirekten Steuern aufgebracht werden, und die preußische Regierung mag sich nicht durch eine diesbezügliche, im Herrenhause
lardaunep
sondern hielt sie blos für ein Ueberbleibsel aus der Zeit, da in England sämtliche Hauptwörter mit großen Anfangsbuchstaben geschrieben wurden, wie im heutigen Deutschen. Die Bemerkung, daß Kinder zuerst "i" zu schreiben pflegen, bis man sie eines Besseren belehrt, war Zola auch psychologisch interessant, da dieser Umstand beweise, daß die Eitelkeit, wie alle Untugenden, nicht angeboren, sondern die Frucht einer verkehrten Erziehung sei".
Zunächst ist die Bemerkung anfechtbar, daß es in England eine Zeit gegeben habe, wo alle Hauptwörter mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben wurden, wie int heutigen Deutschen, wenn auch nicht bestritten werden kann, daß sich die ältesten Drucke an keine feste Regel hielten. Aber damit wäre immer noch nichts erklärt; denn es handelt sich hier nicht um eine sprachliche, sondern um eine rein graphische Eigentümlichkeit. Im Altenglischen lautete das Pronomen der ersten Person: ic. Daraus wurde im Mittelenglischen "ich", und später mit Ersatzdehnung "t". Nun mußte aber dies alleinstehende "i" gekennzeichnet werden, besonders da die Buchstaben bei den schlechten Drucken häufig ineinander gezogen wurden. Man schrieb daher zur Unterscheidung neben i auchij, und das j hatte in den damaligen Drucken die Form eines vertikalen Strichs. Allmählich bürgerte sich das bloße j ein, und daraus erklärt sich die Verwechslung mit der ebenso ans- sehenden Majuskel. Alle anderen, gewiß geistsprühenden Deutungen sind ins Reich der Fabel zu verweisen. Eine Druckergepflogenheit und -bequernlichkeit hat schlechterdings mit dem Nationalstolz eines Volkes wenig zu thnn.
Jedenfalls sind die viel geschmähten Engländer an der heutigen Schreibung "I" unschuldig. Deshalb braucht man sie noch lange nicht gegen den Vorwurf des nationalen Egoismus in Schutz zu nehmen. Nur sollen die, die iyn erheben, den (Egoismus -nicht aus falschen Quellen herleitend
Amtlicher Teil.
Gießen, 14. Februar 1900. Betr.: Die Ausführung der LandeSfeuerlöfchordnung. DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen e* Ne Wrosch. v«rgern.etftereteu be» «reife».
Unter Hinweis auf die Bestimmungen des § 11 der Ausführungsverordnung zur LandeSfeuerlöfchordnung, Art. 11 der letzteren und § 3 ff. der Kreisfeuerlöschordnung beauftragen wir Sie, die Grundliste der pflichtigen Mannschaften, sowie ein Verzeichnis der aus der Grundliste für das nächstfolgende, vom 1. April 1900 bis 31. März 1901 laufende Jahr für die Pflichtfeuerwehren oder als HilfS- mannschaften der freiwilligen Feuerwehren in Anspruch zu nehmenden Personen unverzüglich aufzustellen und beide Listen nach voraufgegangener ortsüblicher Bekanntmachung 8 Tage lang zur allgemeinen Einsicht offen zu legen.
Etwaige von Ihnen nicht erledigte Einwendungen gegen die Listen und Befreiungsgesuche sind uns bis zum 20. März l. I. vorzulegen.
v. Bechtold.
Gießen, den 13. Februar 1900.
Betr.: Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen; hier: Darstellung des Zustandes der-
KM
$t, beim Ui *''
Q Wimmert1 tatI iBaln, M * Wald. EK',


