Ausgabe 
15.12.1900 Zweites Blatt
 
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Samstag den 15 Dezember

Amts- und Zlnzeigeblntt für den ICreU Gieszen.

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Rathaus und Wohnung des Bürgermeisters) liegt. Die dadurch herbeigeführten Reibereien spannen sich weiter, bl« schließlich der eine Teil infolge eines dadurch herbeigeführten Dienstvergehens durch die obige Bestrafung außer Aktion gesetzt wurde. /y_, ,,

FC. Frankfurt a. M., 12. Dezember. Eine Anzahl Männer aus den verschiedensten Berufsständen hat sich zu« sammengethan, um unter dem NamenTagesheim" eimn Verein für den Betrieb von Speisewirtschaften ohne Trank und Trinkgeld ins Leben zu rufen, der solche Wirtschaften gründet und auch selbst betreibt.

Kleine Mitteilungen auS Hessen und deu Nachbarstaaten. In Marburg hat man an verschiedenen Plätzen Ober­flurhydranten angebracht. Schneidermeister K. Marx und Ehefrau geb. Helfenbein in Schlitz ftiern nächsten SamStag goldne Hochzeit. ________________

«. 894 Drittes Blatt

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Friedl*. Teipel

150. Jahrgang 1900

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Gietzen, 14. Dezember 19C0.

Wenn man in der Ankündigung des Konzert­vereins über die Messias-Aufführung lieft, wie die numerierten Plätze für diesesmal verteilt sind, dann fragt man sich unwillkürlich:Wo sollen denn nun die unglück­lichen Besitzer nichtnumerierter Eintrittskarten ihre Plätze finden?" Es scheint, als ob für sie nur der Raum unter der Orgelempore übrig geblieben wäre. Das Zu­hören dort wird sicher nur ein zweifelhafter Genuß sein. Bei früheren Konzerten hatte man den musikalischen Appa­rat zweckmäßigerweise um den Altar herum aufgebaut, wo­durch alle Plätze in der Kirche fast gleiche gute waren. Damals hatte man die beiden Gallerten links und rechts unnumeriert gelassen, in schuldiger Rücksicht auf die Nichtnumerierten, die doch sozusagen auch etwas hören und vielleicht auch sehen wollten. Warum man jetzt die Aufführenden an der -Orgel plaziert und dadurch einen nicht kleinen Teil der Kirche zum Zuhören unbrauchbar macht, ist unerfindlich; ganz abgesehen von der schlechten Klang­wirkung und dem Mißstand, daß die im Schiff der Kirche Sitzenden nun mit a b g e w e n d e t e m A n t l itz die Aus­führung über sich ergehen lassen müssen. Man sagt, die Geistlichkeit dulde den Aufbau des Podiums am Altäre nicht. Das erscheint nicht recht glaublich; denn was früher möglich war, ohne nach Ansicht der Geistlichkeit die Heilig- keit des Ortes zu beeinträchtigen, muß doch auch jetzt noch möglich sein. Unter solchen Verhältnissen hätte man lieber auf die Aufführung in der Kirche ganz verzichten sollen.

es sich heraus, daß eine Anzahl irdener, glasierter Koch­geschirre derartig bleihaltig war, daß deren Gebrauch in der Küche im höchsten Grade bedenklich und der Gesundheit schädlich ist. Sämtliche Geschirre wurden konfisziert. Die hier stattgehabte Weinversteigerung des Wem- gutSbesitzers Georg Schmitt von Nierstein war sehr gut besucht und es erfolgte der Zuschlag recht flott, sodaß sämtliche 77 Nummern, die zum AuSgebot standen, den Zu­schlag erhielten. Für 37 Stück Niersteiner wurden 580 bis 990 Mk. bezahlt, 12 Halbstück Niersteiner 610 bis 1200 Mk. 11 Stück SchwabSburger 580 bis 710 Mark, 3 Halbstück SchwabSburger 600 bis 610 Mark, 9 Stück Dienheimer 800 bis 1180 Mk. Sämtliche Weine waren 1899er Jahr- gangs. Der Gesamterlös war 52 440 Mark.

Mainz, 12. Dezember. Eine allgemeine Ge­schäftskrisis beginnt sich eben am ganzen Mittelrhein unangenehm fühlbar zu machen. Der größte Teil der Fabriken hat sein Arbeitspersonalschon feit Wochen beträchtlich vermindert oder eine bedeu­tende Verkürzung der Arbeitszeit eintreten lassen. In einzelnen Werken arbeiten n i ch t m e h r h a l b so viel Arbeiter wie voriges Jahr um diese Jahreszeit. Diese Erscheinung bei der Großindustrie ver­fehlt natürlich auch nicht ihre Wirkung bei dem G e w e r b e und dem Kleinhandel auszuüben, wozu noch tritt, daß durch das nunmehr beginnende Winterwetter die Bau- thätigkeit ganz zu Ende geht, sodaß die meisten Geschäfts­leute lebhafte Klagen über mangelnden U m - s a tz und unzureichenden Verdien st ertönen lassen. Nur in minderpreisigen Gegenständen und Waren ist noch einiger Absatz, wovon hauptsächlich die großen Warenhäuser den Nutzen ziehen. Die Frage, ob im nächsten Jahre der Karneval in der herkömmlichen Weise wieder gehalten werden soll, ist jetzt im bejahenden Sinne entschieden. Nach dem Programm werden vier Herrensitzungen, die üblichen Maskenbälle und karneva­listischen Konzerte und außerdem zwei extra Maskenbälle am 15. Januar und am 2. Februar abgehalten. Ueber die Veranstaltungen an den Karnevalstagen selbst sind noch keine einzelne Dispositionen getroffen.

FC. Btngeu, 12. Dezember. Die DiSziplinar- bestrafung des Schutzmannswachtmeisters Jung und des Schutzmanns Lesch bildet hier das Stadt­gespräch. Sie haben für 1. April 1901 ihre Entlassung erhalten, sollen jedoch beabsichtigen, den Rekurs weg zu beschreiten. Es ist damit eine jener Jntriguengeschichten zum Abschluß gelangt, deren Anfang in einem angeblichen abendlichen Schieß-Attentat aufSchloß Klopp" (Binger

Zum bevorstehenden Weihnachtsfeste

sowie zur Winter-Saison empfehle mein grosses Eiager in

Aus Stadt und Kand.

Gießen, 14. Dezember.

** N a ch der neuesten S t a t i st ik über das | Aolksschulwesen im Großherzogtum Hessen bestanden id Fnbe des letzten Schuljahres im Lande 984 Volksschulen fiiiil 162 396 Schülern und Schülerinnen. ®er ftonfeffion 1 nach waren 109 547 Kinder evangelisch, 49 9/2 katholisch, I 21CCJ israelitisch und 777 anderer Konfession. An den 4 iSlbillen wirkten 2460 Lehrer und 208 Lehrerinnen. Die I W der Volksschulen hat seit Jahresfrist um 2 abgenom- I die Schülerzunahrne binnen Jahresfrist um 2/16; Üt der Lehrer um 45, der Lehrerinnen um 20 zugenom- mcii. Auffallend ist die verhältnismäßig starke Zunahme her Lehrerinnen, was mit dem Lehrermangel zusammen- iiinyen dürfte.

-t- Garbenteich, 12. Dezember. Unsere Felöbe- teiitigungsarbeiten sind zwar erst wenige Jahre alt und das schwerste Stück liegt noch vor uns, nämlich: Die üchl ige Verteilung der Pläne, die in der Regel viel Kopf­zerbrechens und dicke Schweißtropfen im Gefolge hat. Doch dir Ueberzeugung hat schon heute jeder Grundbesitzer: Jeder wird gewinnen und keiner kann verlieren. Aehnlich ergeht ti mit unserer noch ganz jungen Drainage, auch sie wird allgemein als ein bedeutender Fortschritt angesehen.

-k- Mainz, 12. Dezember. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Schmitt brachte in Gemeinschaft mit dem Rechtsanwalt Dr. Zuckmeyer in der heutigen Sitzung der hiesigen Stadt- m ordneten die Interpellation ein, den Oberbürgermeister zu er- suchen, aber den Stand der Verhandlungen wegen Erbauung und Errichtung eines neuen Gymnasiums und einer neuen Realschule hier Auskunft zu geben, indem die smlären Zustände in den beiden höheren Lehranstalten eine Mennige Erledigung dringend erforderten. Dr. Gaßner be- anttoortete die Interpellation dahin, daß er gerade in der Bearbeitung der beregten Angelegenheit sei, er werde der Misten Stadtverordnetenversammlung das weitere über den vland der Sache mitteilen. Die Interpellanten erklärten sich mit dieser Antwort zufrieden.

Mainz, 13. Dezember. Für die neu angelegten Straßen ia der Neustadt werden von der Bürgermeisterei folgende »amen vorgeschlagen: Beethoven, Mozart, Lortzing, Haydn, Steutzer, Richard Wagner, Cornelius und Lux, Uhland, üsfing, Hartenberg, (nach dem gleichnamigen Fort) und eine Maksstraße nach dem verstorbenen Bürgermeister Maks, lucß eine Wiesbadener Straße ist vorgesehen. Bei einer sie-c stattgehabten Revision in Küchenwarengeschäften stellte