Ausgabe 
15.4.1900 Viertes Blatt
 
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1900

General-Anzeiger

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Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren

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Bekanntmachung

U-tugsprcis Vierteljahr!. Ml 2L0 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die ÄbholesteÜe« vierteljübrl. MI. 1,90 monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrteljährl. mit Bestellgeld.

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Alle Anzeigen-BermiNlungSstellen d«S In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

vledaktion, Expedition und Druckerei:

Schukstraße Ar. 7.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.

sehr bald zurückberufen werden müßte. Erkrankung und Selbstmord nähmen erschrecklich zu. Es sei Pflicht aller, die die Wahrheit wüßten, öffentlich vor dem Eintritt in die Philippinen-Armee zu warnen.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

Rote inh Dom 10 und Ä Ptennig mm

Bekanntmachung.

Infolge der bevorstehenden Anlegung der neuen Grund­bücher und des hierdurch vermehrten Bedarfs an Hilfs« traften für die Gerichtsschreibereien kann eine größere An­zahl von Schreibgehilfen, und von solchen Personen, die sch als Schreibgehilfen ausbilden wollen, gegen Entgelt Belästigung bei den Gerichtsschreibereien der Großherzogl. Amtsgerichte finden. Die Vergütungen steigen nach dem Äl«nSalter und den Leistungen von 150 Mk. bis zu 1700 Mk. jährlich. Nach einer ununterbrochenen und zufriedenstellenden zehnjährigen Beschäftigung und vollendetem 30. Lebensjahre ist die Möglichkeit einer dekretmäßigen un­widerruflichen Anstellung mit dem Ansprüche auf Ruhegehalt gegeben. Gesuche um Annahme als Schreibhilfe sind unter Beschluß einer selbstverfaßten und selbstgeschriebenen Dar- stcl ung des Lebenslaufes, und von Zeugnissen über den V Schulbesuch, den Leumund und die etwaige seitherige Be« Mftigung bis spätestens den 15. Mai dss. IS. bei dem ' Msgerzeichneten Sekretariat einzureichen. Besondere Wünsche, aus der Gerichtsschreiberei eines bestimmten Amtsgerichts beschäftigt zu werden, sollen, soweit angängig, Berücksich- tigung finden.

Darmstadt, den 4. April 1900.

Das Sekretariat des Großherzoglichen Ministeriums der Justiz.

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Anlage,

Verlieht.

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Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Ium 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht: im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat März 1900 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen: < emt o qh

Hafer Mk. 16,30, Heu Mk. 6,35, Stroh Mk. 3,80.

Gießen, den 12. April 1900.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

träume von Anz-ig-« zu der nachmittags für den klnenden Tag krönender. Nummer b.s vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher.

Politische Tagesschau.

Nach einer amtlichen Aufstellung hat die ameri­kanische Armee auf den Philippinen seit Be- etzung der Inseln vom 1. Juni 1898 bis 17. Februar 1900 iira aanzen 1525 Mann, wovon 65 Offiziere, verloren. Die "/bis zum 1. Dezember 1899 reichende Statistik des Generalarztes der Philippinen-Armee giebt^den Verlust au f 58 Offiziere und 1263 Mannschaften an. ^von kamen 48 Offiziere und 570 Mann gewaltsam um, und 16 Offnere umb 693 Mann starben durch Krankheit. Zu den als ge- dQltsam Umgekommenen sind auch breiemgen gezahlt dw bmcch Selbstmord endeten. Wieviel Selbstmorde vorkamen, ge ht nicht aus der Statistik hervor. Es wird nur mrtgeteüt, dach 137 Offiziere und Mannschaften gewaltsam, aber nicht Uucch den Feind, ums Leben kamen. -^e Gegner des ^räeges behaupten, daß die Derlustzifter viel großer sei. Zmi Kongreß verlangt Senator Allen barüber StuShinft. Alllen sagt, Amerikaner könnten es auf den Philippinen - nicht länger als zwei Jahre aushalten, und es sei ihm vom eingeweihter Seite gesagt worden, daß die ganze Armee

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Id Packetenj/,^ Überall rrfc,

bei billigsten liaen. 21"7

c. Herber, ^furwerkstätte.

Bekanntmachung.

Mreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Stein­bach bei Gießen.

c>n der Zeit vom Donnerstag, dem 19. April bis Mitt­woch, den 2. Mai l. Js. einschließlich liegt bezüglich der obengenannten Gemarkung das Verzeichnis derjenigen Grundstücke, welche infolge der Feldbereinigung an Stelle ter verpfändeten Grundstücke getreten sind, auf dem Bureau üetr Großherzoglickjen Bürgermeisterei Steinbach bei Gießen nur Einsichtnahme der Beteiligten offen.

Einwendungen sind binnen der angegebenen ^fferi- leaungssrist schriftlich oder zu Protokoll bei der Großher- valichen Bürgermeisterei Steinbach b. Gießen anzubringen.

Friedberg, 7. April 1900.

Der Großherzogliche Bereinigungskomnnssar:

S ü f f e r t, Regierungsrat.______________

Gefunden: 1 Damengürtel, 1 Muff und 2 Schirme. Gießen, den 14. April 1900.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Muhl.

getreten sei. Die Bürgermeistereien werden angewiesen, die Bewohner dahin aufzuklären, daß Schweinefleisch nur in gut gekochtem oder gebratenem Zustand genoffen werden soll.

Darmstadt, 13. April. Die Erste Kammer der .

Stände hält ihre 4. Sitzung am 18. April, vormittag» i/210 Uhr ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: die Regierungsvorlagen, den Gesetzentwurf, die Abänderung der Art. 64 und 67 der BerfassungSurkunde, sowie den Gesetzentwurf, die Fetzsetzung der Staatshaushalts- Perioden, die Bewilligung eines Beitrags sür das m Mainz zu errichtende Gutenberg-Museum, und bezüglich der Nachtragsforderungen des Großh. Staatsministeriums des Innern, der Justiz und der Finanzen pro 1900/1901 zu dem auf dieses Etatsjahr erstreckten Hauptvoranschlag für 1897/1900; für die Errichtung zehn neuer Oberförstereien betreffend. Eine von den Mitgliedern der hiesigen Künstlerkolonie gestern abend abgehaltene Versamm­lung, befaßte sich mit der künstlerischen und sinanziellen Zukunft der Vereinigung, namentlich mit der Ausgestaltung der für die Frühjahrs- und Sommermonate 1901 geplanten A u s st e l l u n g. Die finanzielle Lage des Unternehmens, sowie die Aussichten der ferneren Gesamtentwickelung zeigten sich in günstigstem Lichte. An den Großherzog wurde fol­gendes Telegramm abgesandt:Die Künstlerkolonie und die Garantiefondszeichner entbieten am ersten Tage gemein* i samer Arbeit Ew. König!. Hoheit, dem hohen Protektor des zu errichtenden Dokumentes deutscher Kunst unterthänigsten Gruß". Bei der Prämiirung der internationalen Katzenausstellung wurde ein erster Preis (goldene Medaille) der Prinzessin Elisabeth von Hessen erteilt.

D a r m st a d t, 13. April. Zu einer spontanen Kund­gebung gegen die Lex Heinze kam es im hiesigen Hoftheate^ bei der Aufführung des zweiten Teiles des IFaust". Zu Beginn der klassischen Walpurgisnacht spricht I Mephistopheles die Verse:

Zwar sind auch wir von Herzen unanständig, Dock) das Antike find' ich zu lebendig. Das müßte man mit neu'stem Sinn bemeistern Und mannichfaltig modisch überkleistern." Kaum waren diese ironischen Worte gesprochen, da I brach im Hause ein demonstratives Bravorufen und Beifall- I klatschen aus, dessen Sinn nicht mißverständlich war!

bm. Mainz, 13. April. Der P r o v i n z ial t a g her I Provinz Rheinhessen findet am 28. April im Sitzungs- I saale des hiesigen Stadthauses statt. Außer den Neu- und | den Ergänzungswahlen zu den Kommissionen und der Fest- I stellung der Voranschläge der verschiedenen Provinzialfonds,' I steht auf der Tagesordnung nur ein Gegenstand von all- I gemeinerem Interesse, die Errichtung von Heilanstal- | tenfürLungenkranke. Ast Stelle des am 16. Mär^ I verstorbenen Dr. Erler ist gestern vom Domkapitel Dom- I kapitular Dr. Joh. Mich. Ra ich zum Domdekan gewählt I worden. Der neue Domdekan stammt aus Ottobeuren in I Bayern und ist 68 Jahre alt.

bm. Vom Rhein, 13. April. Die Provinzialdirek- I tion von Rheinhessen macht bekannt, daß die Schiffahrt I bei Worms mit Rücksicht auf die dort im Bau begriffene I Eisenbahnbrücke vom 15. d. M. ab verschiedene Beschränk- I Hingen erfahre. Der gesamte Th al verkehr hat bei I Worms seinen Weg durch die rechte Seitenöffnung der | Brücke zu nehmen, in der eine freie Breite von 75 Meter I zur Verfügung steht. Der gesamte Bergverkehr hast I durch die linke Seitenöffnung zu erfolgen.

W. Cassel, 14. April. Ein Hochstapler prellte I hier vier Leute um erhebliche Beträge. In einem ersten: | Hotel stieg am Mittwoch einHerr Direktor" Paul I Pollert ab. Er hatte schon einige Tage vorher in hie- I sigen Zeitungen ein Inserat erlassen, worin geeignete I kautionsfähige Leute für den Kassiererposten einer Kranken- I und Sterbekasse gesucht wurden. Wohl gegen hundert Per- I fönen meldeten sich, vier wurden engagiert. DerHerr I Direktor", der gedruckte Couverts mit dem AufdruckGe- I werks-Kasse, Kranken- und Sterbekasse zu Hannover, conc. I durch Allerhöchste Kabinettsordre 1867", sowie gedruckte I Quittungskarten bei sich führte, verlangte, um seine Opfer I sicher zu machen, zunächst keine Kaution. Erst gestern, als. I die Quittungskarten den Kassierern zum Einkassieren über- I geben wurden, wies er einen Brief seiner Direktion in I Hannover vor, daß man doch auf Kaution bestehen müsse. I Einer mußte 1000 Mark, die übrigen kleinere Beträge I zahlen. Er nahm jedoch kein bares Geld, sondern ver- I langte Wertpapiere, welche ihin bereitwilligst bei den I Bankiers besorgt wurden. Die Leute erhielten alsdann I die Quittungskarten mit der Weisung, sofort mit dem Ein-, I kassieren zu beginnen. DerHerr Direktor" wollte um) ' I 3 Uhr nach Hannover zurückreisen, um vier Inspektoren I herbeizuholen, welche die hiesige Kasse organisieren sollten. : I Er behauptete, schon 10 000 Mitglieder, meist kleine Hand-- : I werter, für die Kasse gewonnen zu haben. Vor seiner

Lokales «nd Nrsviiyieües.

**Ordens-Verleihungen. Den Bürgermeistern I Joh. Bickel IV. zu Bleichenbach, Job. Guß mann zu I Hirzenhain, Jakob Hammerschmidt zu Bindsachsen, Adam Hermann Koch zu Düdelsheim, Wilhelm I Maedrich zu Höchst a. d. Nidder, Friedrich Nos zu | Wolf, Philipp Karl Schneider zu Unterwiddersheim I wurde das allgemeine Ehrenzeichen amBandedes I Philippsordens mit der Inschriftfür langjährige treue I Dienste" verliehen. , I

** Neue Ansichtspostkarten. Gerade zur rech- I ten Zeit, um zur Ueberrnittelung von Ostergrüßen an liebe I Freunde usw. zu dienen, sind irn Verlage von Ernst I Balser hier mehrere Serien neuer Postkarten erschienen. I Diesmal bilden die Sujets der Bahnhof, der Kreuzplatz, I bie Südanlage, sowie eine Totalansicht Gießens; außerdem I zeigt jede Karte in vollendet feinem Farbendruck reizende I Frauengestalten, eine Zugabe, die die Karten besonders! I beliebt zu machen geeignet ist.

11. Lollar, 12. April. Heute folgte ein zahlreiches I Leichengefolge der Bahre eines weit über die Grenzen I unseres Ortes bekannten und geschätzten Mannes. Herr I Christian Bautz, der 44 Jahre im Dienste der Bu- deruS'schen Eisenwerke stand, und lange Jahre die Stelle I eines Platzmeisters auf der hiesigen Main-Weserhütte be- I kleidete, erfreute sich bis etwa vor einem Jahre einer un- I gestörten Gesundheit. Seitdem aber litt er an einem un- I heilbaren Magenübel, von dessen Qualen er am 9. April | j in einem Alter von 59 Jahren durch einen sanften Tod erlöst wurde.

4- Gründers, 13. April. Dr. med. Fritz, dessen I Vater hier eine Reihe von Jahren Oberamtsrichter war, hat seine Praxis zu Ulfa bei Nidda aufgegeben und^sich hier als Arzt niedergelassen.

E. Grünberg, 13. April. In der gestrigen Stadtver­ordnetensitzung wurde, nachdem Herr Schaeffer aus Frank­furt a. M. einen Vortrag über elektrische Beleuchtung gehalten hatte, einstimmig der Beschluß gefaßt, eine elektrische Zentrale in Grünberg zu errichten, und sich nicht an die Melbacher Ueberland-Zentrale anzuschließen.

§§ Ermenrod, 13. April. Gestern wurde hier eine größere Brennholzversteigerung aus dem fiskalischen WaldeEisenmannsberg" abgehalten. Die Steigerungslust war sehr stark bei außerordentlich hohen Preisen. Gesteigert wurden vier Raummeter Buchenscheit in einem Durchschnitts­preise zu 30 bis 33 Mark, vier desgleichen Buchenprügel zu 24 bis 29 Mark; zwei Raummeter Tannenprügel zu 8 bis 10 Mark. Der Raummeter Buchenreisig kostete 1 bis I 2 Mark, der Raummeter Eichenreisig 1 Mk. bis 1,50 Mk.

Die Verteuerung des Brennholzes beträgt gegen voriges I Jahr 6 bis 10 Mark für vier Raummeter. Wie das Brennholz, so ist auch daS Nutz- und Bauholz bedeutend I in die Höhe gegangen. Man hört hier von Preisen, welche I die früher normalen um 50 Prozent übersteigen.

Von der Ohm, 12. April. Die außergewöhnlich niedrigen Preise für die fetten Schweine man bezahlt für das Pfund Lebendgewicht eben nur 3334 Pfg. I hat vielfach Landwirte unserer Ortschaften bewogen, ihre Schweine zum Osterfeste selbst schlachten zu lassen und das I Fleisch zu verkaufen. Man nimmt für das Pfund Schweine- I fleisch nur 50 Pfg. Bei den Metzgern auf dem Lande hat I das Pfund seither noch 60 Pfg. gekostet. Wenn man trotz- I dem das Pfund Blut- und Leberwurst mit 80 Pfg. bezahlen I muß, so ist das mindestens auffallend.

-l. Aus dem Bleich thale, 13. April. Endlich ist I mildere Witterung eingetreten, die es dem Landmanne I möglich macht, mit Ernst an die verspätete Frühjahrsbe- I stellung zu gehen. Die Winterung hat strichweise durch 1 schneefreien Frost empfindlich gelitten.

)*( Darmstadt, 13. April. Die vorn hessischen Land- I wirtschaftsrat zu veranstaltende landwirtschaftliche | Landesausstellung findet nach nunmehriger Festsetzung I vom 14. bis 17. September statt. Sie wird voraussichtlich auf dem östlichen Teile des Exerzierplatzes abgehalten I werden. Die Verwaltungsbehörden erlaffen ein Aus- I schreiben, in dem mitgeteilt wird, daß nicht nur in ein« I geführten, sondern auch in hierzulande gezüchteten und ge« I mästeten Schweinen Trichinen gefunden worden seien, I und daß außer verschiedenen Krankheitsfällen auch ein | Todesfall durch den Genuß von trichinösem Fleisch ein-

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. W 88 Viertes Blatt._______Sonntag den 15. April__

Gießener Anzeiger

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