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Zlints- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren
General Pole-Carew,
smauustrahe U
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des
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schukflraße Ar. 7.
befflen Bild wir unseren Lesern bieten, ist, wie wir mit» geileilt haben, an Stelle des englischen Generals Gatacre besstimmt, die rückwärtige Verbindung des Lord Roberts mitt der Kapkolonie zu decken und namentlich die Eisenbahn- lii ie südlich von Bloemfontein zu schützen. General Pole- La rew steht noch im verhältnismäßig jugendlichen Alter. Sein schnelles Avancement ist besonders seinem umsichtigen Vergehen gegen den Feind zuzuschreiben.
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abreffe für Depefchen: Anzeiger Hieße«.
Fernsprecher Nr. 51.
Erscheint täglich nii Ausnahme deS
Montags.
Die Gießener PamilieuVtLtter öttben dem Anzeiger Im Wechsel mit „Hess. Lendwirt" u. „Blätter |flr Hess. Volkskunde" wSchtl. 4 mal beigelegt.
EMEN.
Auskunft tfthaüt 1. il. Schulhof, Carl IM
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Gestorbene.
April. 9. Wilhelmine Elisabeth Susanne Günther, 11 Jahre alt, Tochter von Bierbrauer Franz Günther dahier S. Hermann Böhmer, 15 Jahre alt, KausmannSlehrltng von Heuchelheim.
Heinrich Docter, 57 Jahre alt, Schuhmacher von Fellingshausen. Johanne« Göbeler, 51 Jahre alt, Fabrikarbeiter von Lüdenscheid. Wilhelm Knetsch. 21 Jahre alt, Sandformer von Köischhausev. Edmund Neumann, 64 Jahre alt, Kammermusiker t. P. dahier.
Assel
Xotifirtnanden-Anziige
Markus Bauer, Kirchenplatz II.
Wehemr Anzeiger
Wneral-Anzeiger
10.
10.
10.
12.
Berichtigung.
In den Stande-amtSnachrichten der vorigen Woche mutz es unter Aufgebote heißen anstatt Johanne« Braun: Johanne» Baum, und anstatt Elise Rottberg: Elise Rettberg.
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Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für ben lelgcnben Tag erfcheineNden Nummer b,S vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abenbS vorher.
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im Polltt^"-
in meiner Jugend sehr häßlich gewesen sein, ich hatte kleine, zwinkernde Augen, eine kurze Stupsnase und lange dicke Lippen. Meine ganze Physiognomie war durchaus nicht Anziehend. Mein Gesicht war breit, mit dicken Backen, Und meine Figur war Nein und untersetzt, kurz, ich war eine sehr häßliche Person. Wenn ich nicht eine so gute Sinnesart gehabt hätte, würde niemand mich ertragen haben. Vielleicht gab es aus der, ganzen Erde nicht ein zweites Paar so häßlicher Hände, wie ich sie hatte. Der König sagte mir das oft, und brachte mich dadurch zum Lachen, denn ich war mir meiner großen Häßlichkeit ganz bewußt und entschlossen, immer zuerst darüber zu lachen. Duh gelang mir sehr gut, obgleich ich gestehen muß, daß es mir häufig Anlaß zum Lachen gab. Was mich überraschte, war, daß irgend jemand sich in mich verlieben konnte. Ich war offenbar die häßlichste Frau am französischen Hose, und doch war ich erst neunzehn Jahre bei meiner Heirat alt! Ich fragte meinen Gatten oft, ob meine Blicke ihn nicht cibstießen, und was er in mir sah, um sich in mich zu verlieben. Auf meine Frage habe ich inie eine befriedigende Antwort erhalten, aber es scheint mir, daß andere Eigenschaften trotz mangelnder Schönheit ihn angezogen haben."
* Die Erblichkeit frühzeitigen Ergrauens ist den Biologen aus der Litteratur ihrer Wissenschaft schon lange bekannt, und eine ebenso bekannte Thatsache ist es, daß frühes Ergrauen nicht gleichbedeutend ist mit frühem Altern oder gar mit vorzeitigem Tode. Der Pariser Gelehrte Charles Fere hat der dortigen biologischen Gesellschaft einen eigentümlichen Fall der Vererbung von frühzeitigem Ergrauen und ungewöhnlicher Langlebigkeit in ein und derselben Familie mitgeteilt. Wodurch die frühe Erscheinung grauer Haare in der Familie zuerst erworben wurde, ist nicht sestzustellen, jedenfalls ist sie schon fett einer Reihe von Generationen vorhanden. Selten hat sich ein so deutliches Beispiel dafür gefunden, daß das Ergrauen in jüngeren Jahren durch Gemütsbewegung oder
l sonstige darauf hinwirkende Ereignisse hervorgerufen werden kann, die keine anderen Spuren zurücklassen und keineswegs den Eintritt des Greisenalters und die Abnahme der Körperkräfte beschleunigen. Fere kam dieser Familie auf die Spur, als er einen 14jährigen Knaben loegen Veitstanz in Behandlung bekam, bei dem er eine große Anzahl weißer Haare entdeckte. Dessen Vater besaß volles, aber ganz weißes Haupthaar und einen weißen Bart, war über erst 42 Jahre alt, Augenbrauen' und Wimpern waren völlig schwarz geblieben. Dieser Mann sagte aus, daß er schon von Kindheit an weiße Haare gehabt und feit seinem 26. Lebensjahre kein einziges schwarzes mehr auf dem Kopfe und im Barte besessen hätte. Er hat außerdem noch einen 12jährigen Sohn, der ebenfalls schon eine Menge von weißen Haaren aufzeigen kann. Diese Besonderheit tritt in der Familie ganz allgemein auf, gleichzeitig verbunden mit auffallender
I Langlebigkeit. Ein Ahne jenes Knaben, der ebem I falls vor dem 20. Jahre graue Haare hatte, wurde 85 Jahre | alt, sein Sohn starb im Alter von 88 bezw. 86 Jahren, I und die weiteren Nachkommen erreichten auch annähernd
dasselbe Alter. Besonders merkwürdig ist der Umstand, daß die weiblichen Nachkommen der Familie an I der Eigenschaft des frühen Ergrauens nicht teil- ! nehmen. Bei den männlichen Mitgliedern zeigten sich I die ersten Spuren grauer Haare stets schon im Alter von I 5 bis 6 Jahren, aber erst nach dem Eintritt der Mcmu-i I barteit nahm ihre Zahl schnell und auffallend zu. Zwischen!
dem 25. und 30. Jahren waren stets alle Haare ergraut^ I ausgenommen die der Wimpern und Brauen. Die meisten I Männer der Familie starben im Alter von 80 Jahren
an Herzkrankheit. Weder Neigung zu Gicht noch zu I Nervenleiden ist je in der Familie hervorgetreten.
Gerichtssaal.
L e i p z i g, 13. April. Vor dem Schöffengericht erschien als Privatbeklagter der 23 Jahre alte amerikanische Arzt Dr. Herbert Alexander M., der an der Leipziger Universität medizinische Kollegs hört, lieber den Vorgang wurde folgendes mitgeteilt. Als der kand. med. St. am 10. Oktober nachmittags auf der Grimmaischen Straße ging, traf er eine ihm bekannte Kellnerin. Als er sie grüßte, erhielt er von dem ihm unbekannten Begleiter der Kellnerin, dem Dr. M., eine Ohrfeige, sodaß ihm der Klemmer von der Nase geschleudert wurde und er eine Verletzung davontrug. Dann ging der Amerikaner ruhig seines Weges weiter, die Hände in den Taschen und die Pfeife im Munde, den ihn zur Rede stellenden Kandidaten völlig ignorierend. Durch einen Schutzmann ließ der Kandidat den Namen des Thäters feststellen. Da Dr. M. von vornherein andeutete, daß er sich auf deutschen Komment nicht einlassen würde, blieb dem canb. med. feiner Ansicht nach nichts anderes übrig, als Privatklage zu erheben. In der Verhandlung teilte der Rechtsanwalt des Privatklägers mit, daß Dr. M. in Berlin bereits zwei ähnliche Affairen
durchgemacht hatte, ohne daß ihm etwas passiert fei. Der Prjvatbeklagte ist am Tage nach der Affaire in die Wohnung des Kandidaten gegangen und hat ihn um Ent- chuldigung gebeten. Der Amtsrichter mackste den Kläger >arauf aufmerksam, daß er es nicht für rätlich halte, ein Urteil zu geben, da es anzunehmen sei, daß Dr. M. die Geldstrafe nid)t bezahlen, sondern ausrücken würde. Einen Haftbefehl könnte er, da es sich nur um Privatklagefachen l>andele, nid)t erlassen. Er riet daher zum Vergleich, der nach vielen Bemühungen auch zu Stande kam. Dr. M. erklärte sein Bedauern über den Vorfall und versprach, am 1. Mai an den Rech'tsbeistand des Privatklägers 150 Mark Buße zu freier Verfügung, sowie die sämtlichen Kosten zu zahlen. __________________________
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Vermischtes.
♦ Berlin, 13. April. Der Mörder der 75jährigen LehrerinEmilieMedenwaldtist bisher noch nicht ermittelt worden. Auf die Ermittelung des Mörders ist | eine Belohnun g von tausend Mark ausgesetzt. Es 1 frjdjeint zweifellos, daß der Mörder eine genaue Lvkal- kemntnis hatte. Alle Wertgegenstände, wie Broche und Ohrringe, sowie Wäsche, deren Veräußerung eine rasche Entdeckung befürchten ließen, blieben in der Wohnung zurück. Der Mann hat lediglich das Portemonnaie geraubt, dessen Inhalt nicht festgeftellt ist. In der aufgezogenen Schub- lafoe des Schreibtisches wurden zahlreiche Postabschnitte DD-rgefunbcn, bie barauf schließen lassen, baß bie alte Dame gmnz erhebliche Gelbbeträge bei sich verwahrte. Die Er- iiürrbete empfing von her Stabt verwalteten Fvnbs Unter» skssitzungen und meldete sich sehr oft. Eine regelmäßige Unterstützung erhielt sie aus dem Kultusministerium, das tfjir jährlich 240 Mark zuwendete. Als sie in ihre Wohnung in her Birkenstraße einzog, gab ihr ein Schlosser den Rat, time Sicherheitskette anzubringen, sie wollte aber davon nichts wissen, da ihr niemand etwas thue. Bettler sah nun jeden Tag bei ihr. Wahrscheinlich ist sie ein Opfer jhires Wohlthätigkeitssinnes und ihres zu weit gehenden Vertrauens geworden. Das Verbrechen ist wahrscheinlich in der Zeit von halb neun Uhr morgens bis 12 Uhr mittags am Dienstag verübt worden. Am Dienstagmorgen hat Fräulein Medenwaldt dem Austräger noch die Zeitung und der Tochter des Bäckermeisters Senß das Früstück ab- genommen. Zu dieser Zeit war sie bereits vollständig an- gekleidet. Auch das Bett war schon gemacht. Gestern nacht sind von her Polizei mehrere verdächtige Personen fest- qc no mm en worden. Darunter befanden sich die drei Söhne des Tischlers Theodor Glubb aus der Birkenstraße. Die drei Söhne stehen im Alter von 17 bis 20 Jahren, einer von ihnen ist gelernter Schlosser. Der Verdacht gegen bie br ei jungen Leute erwies sich jeboch als vollkommen grunb- 105, unb ihre Freilassung ist erfolgt. Dagegen ist ein in den letzten Tagen wiederholt gesehener und verdächtiger Nann mit strolchartigem Aeußern und stechendem Blick irr der Person eines gewissen Sichert noch am Svät- afrenb des Mittwoch in Friedrichsberg verhaftet worden.
* Eine Frau, die mit ihrer Häßlichkeit kokettierte, war die Herzogin von Orleans, bie Mutter des Regenten von Orleans, her Frankreich währenb ber Ibumilnbigteit Ludwigs XV. regierte. Sie schrieb über ihr äzaenes Aussehen unb ihre Manieren folgendemaßen: „Won meiner frühesten Jugenb an wußte ich, wie ge- irnöhnlich mein Aussehen war, und ich liebte es nicht, daß bin Leute mich aufmerksam ansahen. Ich gab niemals etwas auf Toilette, denn Diamanten und Putz hätten sicherlich die Aufmerksamkeit erregt Eines Tages lachte die Äväfin Soissons herzlich über mich. Sie fragte mich nämlich, warum ich niemals den Kopf wendete, wenn ich beim spiegel vorbeiging, wie jede andere es thut. ant- ivoortete: „Weil ich zu viel Eigenliebe habe, um den An- bliiitf meiner eigenen Häßlichkeit zu ertragen." Ich muß
Schiffsnachrichten.
Der Postdampfer „Westernland" der »Red Star ßtne* in Antwerpen ist laut Tckegramm am 11. April wohlbehalten in New- Vock «ngckommen. _________________________________
Humoristisches.
Beim Examen. Profeffor der Anatomie: „3<>, wenn Sie die Eingeweide nicht im Kopfe haben, können Sie kein Examen bestehen I"
Gemütlich. Gerichtsvollzieher: „Ich komme in Sachen Ihres Schneiderm-isters." — Student: „So, lassen Sie bei dem auch arbeiten?*
«ipfel der Zerstreutheit. Backfisch: Denken Sie sich, Herr Profeffor, im vorigen Winter fiel ich auf dem Eise so unglücklich, daß ich sechs Wochen gelegen Habel — Professor: Hm, find Sie da nicht angeftoren? ______________________________
Auszug aus -eu Stan-esamtrregistrr» -er Statt Gieße».
AprU. 9. H-intich Dtn-id-r, 8icrbr«uer da.
hier, mit Kalhartne Hahn von Bettenhaufen. S. Heinrich Meusel, Dtenstknecht zu Birklar, mit Emilie Achenbach zu Hartenrod. 9. Wilhelm Philipp Umsonst, Taglöhner zu Nieder-Florfiadt, mit Katharine Pfeiffer zu Bottenborn. 10. Curt Bruno Vtehweg, Kellner dahier, mit Sophie Schneider hterselbst. 12. Dr. Friedlich Karl Kaspar Joseph Mue«, praktischer Arzt zu Eickel, mit Bertha Elisabeth» Sophie Kilbtnger hterselbst.
«heschliestuuge«.
April. 7.IAugust Johann Peier Mahr. Maschinenschlosser dahier. mit Minna Babette Herrmann hterselbst. 7.IWilhelm Röhrig, Dachdecker dahier, mit Susanne Wagner hterselbst. 11. Philipp Weigel, Lackierer dahier, mit Maria Theodora Geller hterselbst. 11. Karl Konrad Schneider, Fuhrknecht dahter, mit Johanna «atha- rtna Vrtzberger hterselbst.
«eboreur.
April. 5. Dem Kaufmann Wtlhelm Petry eine Tochter. 5. Dem Glasermetster Georg Luh eine Tochter, Marte Helene. 6. Dem Schneider Eduard S'mmer eine Tochter. 7. Dem Tag- lShner Johann Georg Eimer eine Tochter, Hermtne. 7. Dem SLrtft- s.tzer Wilhelm Lenz ein Sohn, Paul Franz. 7. Dem Taglöhner Christoph B llof etn Sohn, Johann Wtlhelm. 8. Dem Landwirt F tedrtch Lyncker etn Sohn, Ewald Karl. 9. Dem Großb- Beigeordneten Hans Wolff eine Tochter. 9. Dem Tag'öbner Ludwig Schmidt XIL Zwillinge, etne Tochter, Johannette, und ein Sohn, Heinrich. 9. Dem Taglöhner Jos.pH Garg eine Tochter, Mathtlde. 10. Dem Kaufmann Wilhelm Kinkel etne Tochter.
TOR.IL
Bchetemarke. Fle'lSCh - ExtraCt
aus bestem Ochsenfleisch mit löslichem nährendem Ftoch-Eiwei.e Übertrifft b.U.ge«n SSSbEsSkä


