Ausgabe 
10.10.1900 Zweites Blatt
 
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Herbert Gladstone sagte in einer Rede, die I er zu. Accrington hielt, aller Wahrscheinlichkeit nach werde I Aord Salisbury zurück treten, bevor das nächste I ^ahr um sei. Chamberlain werde alsdann im I Stande sein, seine eigenen Forderungen zu diktieren.

| . Brüssel, 8. Oktober. Als der König mit dem

I Prmzenpaar Albert unter Eskorte des Guidenregiments I t>on der Börse nach dem Schlosse abfahren wollte, ver- I suchte eme Gruppe Sozialisten sich in den königlichen I Abagenzug hineinzudrängen, doch würde sie von der Polizei I daran gehindert. Zwei Arbeiter, die Rufe auf die Amnestie I ausstießen, wurden verhaftet, jedoch alsbald wieder frei- I gelassen. Etwa zehn Personen wurden verhaftet, die die I Anordnungen der Polizei nicht befolgt hatten.

I Puri s 8. Oktober.Der Erste Präsident des Pariser I Appelyoses, Fonrchon, ist im Departement de l'Jndre I äUch, Senator gewählt worden. Handelsminister Millerand ist heute mittag in Arras eingetroffen, I um das Kohlenrevier zu besichtigen.

Die Budgetkommission trat heute nachmittag zu­sammen und bewilligte 1400 000 Franks zur Beschleunig- sowie einen Zusatzkredit von 1-00 000 Franks, der durch das Steigen der Kohlen­preise erforderlich geworden sei.

Den leitenden Beamten der W e l t a u s st e l l u n a u,nb ?cn um die Ausstellung besonders verdienten fran­zösischen Architekten und Ingenieuren, sowie einigen an­deren hervorragenden Persönlichkeiten wurden vom d e u t - sch en Kaiser Auszeichnungen verliehen. Ter Reichs- kommissar veranstaltete abends zu Ehren der Dekorierten ! eine Festtafel in den Sälen Friedrichs des Großen im Deutschen Hause, woran der deutsche Botschafter mit den Mitgliedern der Botschaft, Prinz Lichnowsky vom Aus- n rtigen Amt in Berlin, Geheimrat Lewald, sämtliche Mitglieder des Reichskommissariats, der Präsident des D.ätschen Weinbauvereins, Wegener, und der Präsident der Handelskammer Krefeld, Kommerzienrat Sehfarth teilnahmen.

Bukarest, 8. Oktober. Das Parlament wurde heilte mit einer vom Ministerpräsidenten verlesenen Bot­schaft eröffnet. Die Kammer wählte den ehemaligen Mi­nister-Präsidenten Cantacuzeno zum Präsidenten. Der Ministerpräsident legte der Kammer den Entwurf eines Gesetzes betr. die Reineinnahmen aus dem Zigaretten- papicrmonopol zwecks einer Anleihe vor, ferner den Gesetzentwurf betr. die Abänderung der Steuer für alkohol­artige Getränke. Der Mehrertrag dieser Steuer wird auf 3 Millionen jährlich geschätzt.

Konstantinopel, 8. Oktober. Der Schah dankte dem Sultan von Sofia aus für den ihm -in Konstanti­nopel gewordenen Empfang und fügte hinzu, er glaube, oie Begegnung alsbald nach dem Regierungsjubiläum des Sultans werde die zwischen der Türkei und Persien bestehenden guten Beziehungen im Interesse des Wohles aller Muselmanen noch inniger gestalten. Der Sultan sagt in seiner Antwort, er habe mit größtem Vergnügen das Telearamm des Schahs erhalten und danke für die Gefühle der Freundschaft, die ihm der Schah auch bei dieser Gelegenheit bezeugt habe. Der Sultan hat dem Schah den Jftikarorden mit Brillanten verliehen.

P e t e r s b u r g, 8. Oktober. Wie die Blätter melden, hat der Minister der Volksaufklärung die Einführung der russischen Unterrichtssprache für alle Unter­richtsfächer, mit Ausnahme der Religion, in den a r m e n i - sch en Kirchen schulen für notwendig erachtet. Tie Einführung der russischen Unterrichtssprache soll allmählich im Laufe von zwei Jahren erfolgen.

New-York, 8. Oktober. Der Führer der ausstän- bi g en Kohlenarbeiter, Mitchell, berief die be­reits angekündigte Versammlung der Ausständigen auf Freitag nach Scanton ein.

DieNew-Yorker Staats-Zeitung" tritt nunmehr ausgesprochen f ü r M c K i n l e y ein, dessen Wahl sie als notwendig bezeichnet, um wirtschaftliche Wirren zu vermeiden.

Deutsches Reich.

Berlin, 8. Oktober. Der Kaiser empfing, wie der Reichsanz." meldet, gestern in Hubertus stock den deut­schen Botschafter in Rom, Grafen v. Wedel, sowie den Gesandten in Luxemburg v. Tschirschky und hörte heute die Vorträge des Chefs des Civilkabinetts v. Lukanus und des stellvertretenden Chefs des Marinekabinetts, Kapi­täns z. S. v. Müller.

Aus Rom wird gemeldet: Der deutsche Geschäfts­träger in Vertretung des beurlaubten Botschafters begiebt sich heute nach Neapel, um dem König ein eigen­händiges Antwortschreiben Kaiser Wilhelms auf die Ankündigung der Thronbesteigung Viktor Emanuels zu überbringen.

Der Kronprinz ist in München eingetroffen und am Bahnhofe von dem Legationssekretär der preußischen Gesandtschaft Grafen v. Bernstorfs und dem Militär- attachß Frhrn. v. Hammer st ein empfangen worden. Er verlreß den Salonwagen nicht und setzte bald nach 11 Uhr bte Reise nach Gmund fort. Um 12«/3 Uhr mittags er- Ankunft in Gmund, wo zur Begrüßung Bezirks- amtS-Asseffor Frhr. v. Kreutzer erschienen war. Mit dem Hofmarschall Frhrn. v. Godin fuhr der Kronprinz in einem Hofwagen nach Bad Kreuth. Tegernsee ist reich be- staggt, und eine zahlreiche Menschenmenge begrüßte den Kronprinzen lebhaft.

Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe empfing heute mittag den Besuch des rumänischen Ministers des Aeußern Alexander Marghiloman.

Die ostafrikanische Zentralbahn wird den Reichstag ,n ferner nächsten Session wieder beschäftigen. An den leitenden Stellen des Reiches ist man mehr noch al? früher überzeugt, daß der Bau dieser Bahn ein dringendes Bedürfnis für Deutsch-Ostafrika ist.

, Polnische Handwerker und Gewerbetrei­bende beschlossen, nach einer Meldung aus Posen, die Bildung einer Genossenschaft zu gemeinsamen Kohlen- vezügen und die Organisierung eines wirtschaftlichen Zusammenschlusses gegen die Deutschen.

Aus Kiel wird gemeldet: Der Erbgroßherzog I von Baden ist von der Reise nach Panter, wo er dem I Landgrafen von Hessen einen Besuch gemacht hatte, hierher zurückgekehrt und begab sich nachmittags unter

J*cd Punzen Heinrich nach der kaiserlichen und der Germania-Werft und nahm dort die neuern und mr Bau befindlichen Schiffs- sowie die Docksbauten in I Augenschein. Das Erbgroßherzogspaar von Baden ist abgereist. Prinz Heinrich und Gemahlin geleiteten ihre hohen Gäste zum Bahnhof und fuhren dann nach I Hemmelmark.

Herr von Miquel und Graf v. Bülow kehrten heute aus Hubertusstock zurück.

Wie diePost" meldet, hat der Kaiser von Japan dem Kapitän desIltis", Lans, die dritte Klaffe des Ordens der ausgehenden Sonne verliehen, und I auch einige andere Marine-Offiziere dekoriert.

,__ Der Bundesrat soll sich in seiner Donnerstags- I

Sitzung mit der Einberufung des Reichstags nicht I beschäftigt haben. Diese Frage pflegt erledigt zu werden I Ech em Einvernehmen zwischen den größeren Bundes- I stauten, worauf dem Kaiser die entsprechenden Vorschläge I gemacht werden, alsdann wird erst die formelle Beschluß- I fassung des Bundesrats herbeigeführt. Man nimmt an, daß m Hubertusstock, wo der Kaiser jetzt weilt, der Zeit- I Punkt für die Einberufung des Reichstags vereinbart wird. I . ~ ®ne Konfer enz, die am SamStag im Reichsamt I

des Innern stattgefunden hat, und an welcher die Chefs verschiedener Ressorts des Reichs und Preußen teilgenommen I haben, hat sich mit der Frage beschäftigt, ob der neue I au^«?Dmc Äolltaris ein Generaltarif werden oder ob I em Maximal- und Minimaltarif aufgestellt werden soll.

ImReichsanz." giebt der Kommissar der frei- I wmigen Krankenpflege, Graf Solms, bekannt, daß die l Bundesregierungen, sowie das elsaß-lothringische Ministe­rium die unterstellten Eisenbahnverwaltungen anwiesen, vom I 1°. Juli ab die für den Kriegsfall zugunsten der frei - I willigen Krankenpflege getroffenen Bestimmungen des I -lleilitartarifs bei Transporten und Frachtsendungen zu I Zwecken der freiwilligen Krankenpflege in China I auzuwenden. Etwa zuviel gezahlte Fahrgelder und Frachten .t öurllckzuerstatten. Die Beförderung der Sendungen soll I thunlichst beschleunigt werden und soweit angängig auf I werben ^^riders auch mit Personenzügen bewirkt I

Würzburg. 8. Oktober. Der neueste Ministerialbescheid ÄL?le, Wunsche und Anträge im HandelSkarnmerbericht für ^"'^Erweiterung des Lohrer Stadtbahnhofer, r E'usuhrung des unbeschränkten Güterdienstes in I und des beschränkten Güterdienstens in Langen- Frachtermäßigung für überseeisches Telephonverbindung zwischen Brückenau rsm: .?"* *"

« Dtloier- Die Volkspartei hat im Betänaen Fabrikanten Schickhardt-

Betzmgeu als Landtagskandidaten aufgestellt. Er hat anae- I nommen. In Laupheim kandidiert Stadtschulheiß Schick lC) I Cannstatt hat die Deutsche Partei den Gerichtsnotar I aufgestellt, nachdem der bisherige Abae- I ordnete Bankier Pfaff eine Wiederannahme des Mandats abg-l-hnt hatte. Im Bezirk Besigheim stellt di- Vol spartei den bisherigen Abgeordneten Schmid auf. p I

Das Heidelberger Bahnunglück.

Heidelberg, 8. Oktober.

Die gestrige Eisenbahnkatastrophe setzte unsere Stadt in große Aufregung und Trauer. Die Gesamtzahl der Verwundeten, die im Akademischen Krankenhause be­handelt wurden, beträgt etwa 70. Todesfälle sind sechs gemeldet. Etwa 35 Schwer verletzte liegen noch im Akademischen Krankenhaus. Es ist zu befürchten, daß von diesen noch einige ihren Wunden erliegen. Tas Unglück geschah gestern abend 6 einhalb Uhr vor der Sta­tion Karlsthor. Der dichtbesetzte Lokalzug hatte am Hans- acker angehalten, um die Billetrevision im Zuge vornehmen zu können, als plötzlich der 6.29 Uhr fällige Zug von Neckargemünd angefahren kam. Wegen der scharfen Kurve, die dort die Bahn macht, konnte der Zugführer den noch» haltenden Lokalzug nicht rechtzeitig bemerken und der Zug fuhr mit voller Gewalt auf den Lokalzug auf, sodaß die drei letzten Wagen förmlich aufeinander geschoben wurden. Es folgte eine erschütternde Katastrophe, Schmerzensrufe und Wimmern erfüllte die Luft. Ein grauenhafter Anblick bot sich den zu Hilfe eilenden Personen dar. Die meisten Passagiere der letzten drei Wagen waren zwischen den Trümmern eingeklemmt und schrecklich verletzt. Abge­fahrene Körperteile lagen umher. Nachdem Hilfsmann­schaften, Aerzte und die Sanitätskolonne eingetroffen waren, wurden Notverbände angelegt und die Verwun­deten und Toten ins Akademische Krankenhaus und andere Heilanstalten verbracht. Eine zahllose Menschenmenge strömte an die Unglücksstelle. Die Aufräumungsarbeiten waren gegen Mitternacht beendet. Die Aerzte des Aka­demischen Krankenhauses hatten etwa siebzig Personen zu behandeln. Auch im Krankenhause versammelte sich eine zahlreiche Menschenmenge während der Nacht, um Erkun­digungen über ihre Angehörigen einzuholen. Das schwere Unglück verschuldete der 21jährige Eisenbahn­assistent Albert Weipert von der Station Karlsthor, der diesen Dienst seit acht Tagen versah. Die Insassen! des Kurszuges kamen meist mit dem Schrecken davon, nur die Maschine wurde beschädigt. Staatsminister v. Brauer kam heute früh zur Untersuchung des Unglücks hier an. Die Katastrophe hatte verschiedene Zugverspät­ungen zur Folge.

Tie Generaldirektion zu Karlsruhe ver-

öffentlich,! über das Eisenbahnunglück bei Seidel, berg olgenden amtlichen Bericht? bei Her del- UnfaH BefrnHlnn6^nsein,nI4U1'8 ift Oon einem schweren sXen ua t?-. ^er von Jagstseld kommende

unb öeibetoern ^rrlk8^ crn ar6e,,b zwischen Schlierbach! hpn bnrnnanA? sar beim sogenannten Hausacker auf den vorausgehenden Lokalzug 16a aufgefahren Tie waren entsetzlich. Der letzte Wagen be§

der zweitletzte auf den vvraüTLm heraufgeschoben und auch dieser stark fcefdiähmt (Smt sprechend der Materialzer törün'g ist'dw Zahl der O v^e r unter den Reisenden des stark beschten Zuges eine sehr ^uaShprfnna^n^n °nen einschließlich eines Mannes vom Zugspersonal blieben aus der Stelle tot oder verstärken

JEran^orteS von der Unfallstelle, und 7 0 bis 80 Personen, soweit bis setzt festgestellt werden konnte, wurden schwerer oder leichter verletzt Von diesen haben 36 in der Universitätsklinik Aufnahme ge­funden, wahrend etwa ebenso viele Leichtverletzte nur vor­übergehend dort behandelt wurden. Die Verunglückten stammen mit wennigen Ausnahmen aus Heidelberg oder Mannheim Hilfe war schnell zur Stelle. Namentlich waren zahlreiche Aerzte und die Sanitätskolonne des Heidelberger Hilfsvereins'in aufopfernder Weise um die Ver- wundeten bemüht. Auch die Aufräumungsarbeiten gingen rafd) von statten. Nach zwei Stunden war das eine Ge- leise frei gemacht und kurz nach Mitternacht konnte der zweigeleisige Betrieb wieder ausgenommen werden.

, -i Ursache des Zusammenstoßes ist, soweit bis jetzt festgestellt, m einer schweren Verfehlung der Sta­tion Karlsthor zu suchen, die den Personenzug 126a ange­nommen und damit sich mit dessen Abfahren von Schlier­bach einverstanden erklärt hat, ehe der vorausgegangene Lokalzug 16a auf Station Karlsthor eingetroffen war. Vom Personal dieses Zuges würde ein Mann, der Weichenwärter, getötet, sonst niemand verletzt. Von den Insassen und dem Personal des Personenzuges 126a wurde anscheinend niemand verletzt. Minister v. Brauer und General­direktor Eisenlohr sind noch in der Nacht in Heidel­berg eingetroffen.

DasHeidelb. Tagbl." bemerkt zu dem Eisenbahn­unglück, daß die Entrüstung des Publikums sich weniger gegen den bedauernswerten Beamten, als gegen das bei uns herrschende unselige System wendet, nach dem so wichtige und verantwortungsvolle Posten, die einen ganzen Mann erfordern, jungen und unerfahrenen Beamten an­vertraut werden. Der verhaftete Weipert soll diesen Dienst erst seit vier Tagen versehen haben. Eisenbahnamtlich meldet dieKarlsr. Ztg.": Der am Sonntag abend auf der Station Heidelberg-Karlsthor mit der Leitung des Fahrdienstes betraute Beamte hatte den Dienst am Sonntag mittag übernommen, nach^ dem eine dienstfreie Zeit von Samstag abend an voran­gegangen war. DerReichsanz." meldet: Anläßlich des auf der badischen Staatseisenbahn in der Nähe von Heidelberg. gestern vorgekommenen Unfalls hat sich der Vortragende Rat im Neichseisenbahnamt von Misani an Ort und Stelle begeben.

Tot sind: Frau Apotheker Karlsteiu, Fräulein Ma/ thilde Busch, Gärtnerstochter, Wagenwärtergehilfe Wernet, Kaufmann Otto Hassel jun., Fräulein Fanny Frei sämtlich von Heidelberg, Fräulein Julie Munter-Mannheim. Ver­wundet: Bahr, Kind Hildegard aus Mannheim, Unter- chenkelbruch, Busch, Gärtner von Heidelberg, Knöchelbruch, Toni Blos, Fußverftauchung, Paula Blos, Fußquetschung, Herr Blos, Unterschenkelbruch, David Eisinger (Mannheim) Öberschenkelquetschung, Frau Eisinger, Fußquetschung und Hautabschürfung, Meta Eisinger, Quetschung des linken Fußes, Marie Eisinger, Beckenbruch, Minna Frey, Rippen­bruch, Kaufmann Glänzer (Frankfurt a. M.) Fußbruch^ Höllerbach, Briefträger, Unterleibs- und Fußverletzung, Anna Hollerbach, Fußquetschung, Fräulein Emmy Hoff­mann, doppelseitiger Unterschenkelbruch, Dr. Hauer, Hof­baumeister (Berlin), Armbruch, Frau Dr. Hauer, stnter- chenkelamputation, Lukas Keller (Kleingemünd), Rippen­bruch, Johann Christian Lehr (Heidelberg), Knöchelbruch, Martin Münch (Neckarzimmern), Oberschenkelbruch, Frau Schüler (Wiesbaden), Armbruch, Frau Schifferdecker (Hei­delberg), Oberschenkelbruch, Frl. Louise Kelling (Mann­heim), Amputation beider Beide, Alexander Spitz (Heidel­berg), doppelseitige Unterschenkelamputation, Frl. Osche aus Speyer, Fußquetschung, Frau Therese Thoma (Heidel­berg), Kopfverletzung, Marie Stegmarer (Waldüren), Ge­hirnerschütterung, Unterschenkel- und Beckenbruch, Joh. Georg Ohrig (Heidelberg), Schenkelbruch, Paul Venediger (Speyer), .Knöchelbruch, Privatier Karlsteiu aus Neuew- heim, Stirnquetschung, Frau Dr. Virnhaber (Mannheim), Oberschenkelbruch, Robert Kersten, Oberlehrer aus Lukau, Oberschenkelbruch, Frau Medizinalrat Elise Walter, Ober- chenkelbruch, Rutzek (Mannheim), Kiefer- und Schulter­bruch, Schuhmacher Speck (Heidelberg), doppelseitiges Oberschenkelbruch, Tüncher Wilhelm Mayer (Heidelberg), Unterschenkelbruch und Gehirnerschütterung, Fabrikant Köhler (Heidelberg), Bruch des rechten Unterschenkels, Schermers (Heidelberg) Kopfverletzung, Frl. Schermers, Rippenbruch. Im Ganzen wurden in der letzten Nacht int akademischen Krankenhause 71 Verletzte verbunden. In Privatbehandlung befinden sich etwa zehn bis fünfzehn.

Eine revidierte Lifte der Opfer der gestrigen Katastrophe am Karlsthor nennt folgende Name": Tot sind: Frl. Julie Munte, Mannheim; Frl. Mathilde Busch, Tochter des Gärtners Busch, hier; Wagenmärter Werner, Heidelberg; Frau Apotheker Dr. ftarlffeirt, Jceuenpcim; Hassel jun. (Sohn des Kohlenhändlers Hassel); Fanny Frey, hier. Schwer verwundet liegen im akademi­schen Krankenhaus: Dr. Hauer und F^ou, Mannheim;. Frl. Toni und Paula Blos und Mechaniker Blos jim., Familie des Zugführers Blos; Familie Eismger aus Mann­heim (David Eisinger, Frau Eisinger und deren Ahnber Grethe und Marie Eisinger); Minna Frey, hier; Kauf­mann Glänzer, Frankfurt; Briefträger Ho lerbach und Frau, hier; Lucas Heller, hier, Dr. Rudolf Karlstein, Neuenheim; Frau Schüler, Wiesbaden; Sttident Alex Spitz, Schlierbach; Johann Georg Uhrig, Schlierbach; Heizer Martin Münch, Neckarzimmern; Frau Thoma, hier; Frau Schifferdecker, hier; Frau Medizinalrat Walter, hier; Frau Dr Firnhaber, Mannheim; Kapellmeister Kuczeck, Wies­baden-Wien; Dr. Venediger-Halle; Kind Hildegard Bahr, Mannheim;'Emmy Hoffmann, hier; Johann Christian

Ausland.

L o n d o n, 8. Oktober. Nunmehr sind 3 2 5 M i n i ft e - Stelle, 95 Lib erale und 67 irische National iften Lewahlt.