Herr, dem es gelang, von den Deutschen besiegt zu werden. — Ja, da darf man nur an den Vesuv denken, um zu wissen, wann Plinius gelebt hat. — Tie Cimberu und Teutonen stammen eigentlich von einander ab. — Es gelang dem Fernando auch, König von Spanien zu werdens oder vielmehr, er wurde es nicht. — Nach der Hinrichtung der Maria Suartt erschien Elisabeth im Parlament, in der einen Hand das Schnupftuch- in der anderen die T^räne. — Von Newton brauche ich nichts weiter zu sagen, aiZ! daß er gestorben ist. — Wellington kaufte in Portugal ein Silbergeschirr für 12 000 Thaler, wofür er anderswo ein goldenes Silbergeschirr hätte bekommen können. — Es kam mit Napoleon sogar so weit, daß sein erstes Kind sogar ein Sohn war. — Sie kriegten den Grumbach her, rissen ihm das Herz aus dem Leibe, schlugen es ihm um den Kopf und ließen ihn laufen. — Nach 8er Schlacht bei Leipzig sah man Pferde, denen drei, vier und noch mehr Beine abgeschossen waren, herrenlos herumlaufen.
* EinejugendlicheMuttervon 11 Söhnen. Mit kaum 22 Jahren beinahe ein Dutzend Kinder und noch dazu ausschließlich Knaben in die Welt gesetzt zu haben, kann sich wohl nur eine einzige Frau auf dem ganzen Erdenrund rühmen. Und diese „Rekordmutter" ist nicht etwa eine Proletariersfrau, sondern gehört zur vornehmsten Pariser Gesellschaft, sie nennt sich Madame la Vi- comtesse de Rochemaille. Die ebenso schöne wie liebenswürdige Aristokratin scheint es sich zur Pflicht gemacht zu haben, zehnfach einzuholen, was ihre Landsmänninnen versäumen, und so ein Segen für das kinderarme Frankreich zu werden. Wie aus oer Seinestadt berichtet wird, hat die Vicomtesse vor wenigen Tagen ihren verblüfften Gatten mit Drillingen männlichen Geschlechts beschenkt. Mutter und Kinder erfreuen sich des besten Wohlseins. In den ersten Jahren ihrer seit dem Winter 1895/96 bestehenden Ehe hat sie bereits viermal einem Knaben- Zwillingspärchen das Leben gegeben. Diese acht kleinen Buben, von denen der Aelteste noch nicht vier Lenze zählt, sind so gesund und kräftig, wie es die überreich gesegneten Eltern nur wünschen können. Ihrer Freude über die Ankunft von drei neuen winzigen Brüdern verliehen die zwei Erstgeborenen in so lärmender Weise Ausdruck, daß sie mit ihrer Bonne in die entlegensten Zimmer des eleganten Palais verbannt werden mußten.
Lehrerbcsoldrrng und Lehrermangel.
Man schreibt uns:
Allmählich rückt der Oktober heran und mit ihm tritt der hessische Landtag aufs neue zusammen. In demselben wird auch das Lehrerbesoldungsgesetz feinen endgiltigen Abschluß finden. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, so war die Frage „Was ist zu thun, um in Bälde die äußerst dürftigen Gehaltsverhältnisse der Lehrer zu regeln?" Gegenstand eingehender Erörterungen der verschiedenen Landtagsfraktionen. Diese Verhandlungen gipfelten sämtlich in dem Beschluß, daß uoch in diesem Herbste auf gesetzlichem Wege eine rückwirkende Gehaltsregulierung durchgeführt werden müsse. Denn die Volksvertretung hat eingesehen, daß der Lehrerstand ohne eine bessere Bezahlung quantitativ und qualitativ zurückgehen must
Es ist Thatsache, daß gegenwärtig einzelne Schulfiellen von benachbarten oder im Ort wohnenden Lehrern mitoersehen werden, obwohl man schon seit vorigem Jahre zahlreiche Ruhestandsversetzungen verschoben hat. Es soll außerdem an eine ganze Anzahl fron Pensionären das Ersuchen um Wiedereintritt in den Dienst ergangen sein, und thatsäMich sind seit Frühjahr mehrere derselben in den aktiven Schuldienst zurmckgekehrt. Es liegt uns gänzlich fern, den älteren Lehrern in irgend einer' Weise zu nahe zu treten, aber frage sich doch jeder selbst: Kann ein Greis, bei dem das Bedürfnis nach Ruhe bereits zum Ausdruck gekommen ist, das leisten, was ein junger, kräftiger Mann vermag? Und der Lehrerberuf fordert einen ganzen Mann. Auf diese Weise sollte man also nicht dem Lehrermangel entgegenarbeiten.
Wir sagen Lehrermangel, und mit Recht. Denn feit den letzten Jahren sind die vom Seminar entlassenen Schulamtskandidaten schon nach einigen Wochen verbraucht. Hierzu kommt nun nody, daß mit Herbst dieses Jahres die Bestimmung in Kraft tritt, laut der die Volksschullehrer das Befähigungszeugnis zum einjährig-freiwilligen Dienst erhalten, sodaß sie statt der bisherigen zehn- wöckstgen Militärübung fernerhin ein ganzes Jahr dienen müssen. Dadurch werden ungefähr zwei Drittel der in einem Jahre ausgebildeten Schulamtskandidaten für ein volles Jahr dem Schuldienst entzogen.
Schon jetzt zeigt es sich in den einzelnen deutschen Bundesstaaten mehr oder weniger, daß der Zugang zum Lehrerberuf, in dem ohnedies kein Ueberfluß besteht, seit den letzten Jahren bedeutend abgenommen hat. Schuld
hieran ist allein die schlechte, unzeitgemäße Besoldung der Lehrer. Während früher immer junge Leute von den Aufnahmeprüfungen zurückgewiesen werden mußten, melden sich jetzt nur noch so viel, daß eine eigentliche Auswahl nicht mehr denkbar ist. Zu den Kosten der Ausbildung kommt von nun an noch ^die erhebliche Summe, die der einjährig-freiwillige Dienst fordert. Mancher dürfte es sich deshalb bei der jetzigen Besoldung zweimal überlegen, ehe er sich entschließt, Volksschullehrer, zu werden, und wer könnte das auch einem jungen Manne verübeln! Es ist gewiß nicht besonders verlockend, sich einem aufreibenden Berufe zu widmen, der nicht imstande ist, seinen Mann zu ernähren und erst nach 32 jähriger Dienstzeit ein Höchstgehalt von 2000 Mark in Aussicht stellt.
Ter Lehrermangel wird auch dadurch noch verschärft werden, daß ohne Zweifel mancher junge Lehrer — unter denen übrigens schon genug Enttäuschung und Mißvergnügen herrscht — beim Militär bleiben wird, sei es um sich dauernd dem militärischen Verwaltungsdienst zu widmen, oder um nach zwölf Jahren den Zivilversorgungsschein zu bekommen, der bei der Ausbildung der Lehrer Aussicht zu Beamtenstellungen bietet, die mindestens das Doppelte der Lehrerbesoldung eintragen.
Diese Thatsache sollten die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten beachten und bei Zeiten dem Lehrermangel durch eine angemessene Besoldung des Volksschullehrerstandes entgegenwirken; nur hierdurch können Lehrerstand und Bolksschulwesen gehoben werden.
Dankbar sei anerkannt, daß in diesem Bestreben die hessische Staatsregierung mit an erster Stelle marschiert. Bei den Verhandlungen im Frühjahr war bekanntlich der Umstand, daß man damals das Ergebnis des neuen Steuergesetzes noch nicht genau überblicken konnte, der Gehaltssache hinderlich. Nach neueren Erhebungen sollen nun aber die Fi/anzen des Staates es möglich machen, die Gehalte der Volksschullehrer im Sinne des ursprünglichen Backes- schen Antrags zu regeln. Der Lehrerstand ist deshalb der festen Hoffnung, daß bei dem Zusammentritt der Landstände im Oktober seine Gehaltsangelegenheit zur Zufriedenheit aller geordnet werden wird.
Kunst und Wissenschaft.
Gegen die Pest! Die Mitte September in Trier stattfindende Generalversammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege wird sich in erster Reihe mit Maßregeln zur Bekämpsung der Pest beschäftigen. T^r für diesen Gegenstand ernannte Berichterstatter, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Gaffky-Gießen, schlägt folgende Leitsätze vor: 1) Die Maßregeln zur Bekämpfung der Pest haben durch die Entdeckung des spezifischen Krankheitserregers und durch die Forschungen über sein Verhalten im und außerhalb des menschlichen und tierischen Körpers schon jetzt eine sichere Grundlage erhalten. 2) Die zum Schutz gegen das verseuchte Ausland erforderlichen Abwehrmaßregeln lassen sich innerhalb des Rahmens durchführen, welcher durch die Bestimmungen der internationalen Sanitäts- Konvention von Venedig gegeben ist. Jene Maßregeln werden ihren Zweck um so sicherer erfüllen, je zuverlässiger und je besser vorgebildet die mit ihrer Ueber- wachung betrauten Organe sind. 3) Da die Pest den günstigsten Boden für eine epidemische Verbreitung in dicht gebauten, überfüllten uni) unreinlichen Wohnquartieren findet, so ist auf die Sanierung solcher Quartiere schon in seuchefreien Zeiten großes Gewicht zu legen. 4) Je früher die stattgefundene Einschleppung der Pest an einem Orte bakteriologisch festgestellt wird,- um so sicherer wird es gelingen, die Epidemie im Keime zu ersticken. Wenn bei drohender Pestgefahr ein auffallendes Sterben unter den Ratten bemerkt wird, so ist alsbald eine bakteriologische Untersuchung der Kadaver zu veranlassen. Gruppenweise vorkommenden Lungenentzündungen ist in Pestzeiten besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. 5) Um eine Einschleppung der Pest auf dem Seewege thunlichst frühzeitig erkennen und unschädlich machen zu können, ist neben der gesundheitlichen Kontrolle der einlaufenden verdächtigen Schiffe vor allem auch eine ständige ärztliche lieber» wachung des Gesundheitszustandes der Schiffsbevölkerung in den Häfen selbst notwendig. Gute Einrichtungen zur Desinfektion, sowie zur Unterbringung von kranken und verdächtigen Personen dürfen in den Häfen nicht fehlen. 6) Beim Auftreten der Pest innerhalb des Deutschen Reiches bieten die in dem sogenannten Reichsseuchengesetze enthaltenen Bestimmungen über die Anzeigepflicht, die Ermittelung der Krankheit, die Schutzmaßregeln usw. ausreichende Handhaben zur Bekämpfung der Seuche. Anzustreben bleibt der Erlaß eines die obligatorische ärztliche Leichenschau regelnden Reichsgesetzes. Die Bestimmung in Paragraph 10 des Reichsseuchengesetzes, nach welcher
für die von der Pest bedrohten oder befallenen Orte unt> Bezirke durch die zuständige Behörde die Leichenschau angeordnet werden kann, ist als ausreichend nicht zu betrachten. 7) Tie Entsendung bakteriologisch geschulter Sachverständiger ist nicht nur zu diagnostischen Zwecken, sondern auch gur Unterstützung der Medizinalbeamten und Behörden bei der Bekämpfung der Seuche dringend zu empfehlen. 8) Tie guten Erfolge der Schutzimpfung mit abgetöteten Pestbakterien machen es wünschenswert, daß zur Immunisierung der in erster Linie der Ansteckung ausgesetzten Personen (Aerzte, Krankenpfleger usw.) Impfstoff bereit gehalten wird. Es empfiehlt sich,, die Herstellung des Impfstoffes einer Zentralstelle zuzuweisen, welche sich zugleich mit der Gewinnung eines wirksamen Schutz- und Heilserums zu beschäftigen hätte."
Die Nordpol-Expedition des Herzogs der A b r uzzen hat mit einem Mißerfolg geendet, das wissenschaftliche Resultat aber ist aussichtsreich. Nach einer Trahtmeldung aus Hammerfest, 5. September, schleppt der Dampfer „Hertha" gegenwärtig den Dampfer der Expedition des Herzogs der Abruzzen „Stella polare" südwärts. Eine weitere Meldung aus Hammerfest lautet: „Ter Dampfer „Hertha", der vor einiger Zeit mit einer privaten Jagdgesellschaft von hier abgegangen war, war gestern hierher zurückgekehrt, ohne Franz Josefsland erreicht zu haben, wo die Jagd stattfinden sollte. Die für den Herzog der Abruzzen bestimmte Post wurde damals dem Herzog nicht zugestellt. Die Insel war mit mehrere Meilen sich hinstreckendem Eise umgeben. Die „Hertha" versuchte vergeblich von mehreren Seiten, an die Insel heranzukommen, traf aber überall große Eisberge an. Der kürzeste zwischen der „Hertha" und der Insel erreichte Abstand betrug sechs Seemeilen; man wagte aber nicht, da das Eis in starker Bewegung war, das Schiff zu ber- lassen. Als die „Hertha" Hammerfest wieder verließ, begegnete sie in der Nähe der Stadt der „Stella polare" Die Post wurde sofort an Bord gebracht, weshalb die „Stella polare" nicht mit dem Festland korrespondierte, sondern südwärts weiterging." Ter Herzog der Abruzzen geht direkt mit der „Stella polare" nach Trondhjem, dann mit der Eisenbahn nach Christiania und später nach Italien. Die „Stella polare" geht später nach dem Sanbefjord. Sie wurde in der Tafelbay vom Eise ganz aufs Land geschoben. Der Schiffsraum war mit Wasser gefüllt. DaS Schiff wurde ausgebessert, war aber immer noch leck. Aus den beiden Zelten, die mitgeführt wurden, wurde ein Zelt errichtet, über das ein Schiffssegel gelegt wurde. Tas ganze Zelt wurde alsdann auf Planken gestellt, die vom Schiffe losgerissen und mit Segeltuch überdeckt wäre«. Außerdem wurde ein mitgebrachter Ofen in dem Zelte aufgestellt. In der ersten Nacht waren sieben Grad Kälte, sodaß im Zelte die Stiefel gefroren. Später war der Aufenthalt gut. Das Zelt, ungefähr 18 Fuß hach, war ganz eingeschneit. Vier Expeditionen wurden ausgesandt, die erste nordwärts, um Stationen zu erricfyten. Di« zweite, bestehend aus einem norwegischen Maschinisten un» zwei Italienern, sollte zwölf Tage fortbleiben, kam aber nicht zurück. Tie dritte dauerte 24 Tage, die vierte 105 Tage. Die letzte Expedition erreichte 8 6 Grad 3 3 Min. nördlicher Breite (Nansen kam nur bis 86,14 Grad. D. Red.) und bestand aus dem Korvettenkapitän Cagni-Cueden und drei Mann. Cagni errichtete Depots für die Verschollenen. Jedoch war wenig Hoffnung, daH diese noch lebten. Die wissenschaftlichen Resultate der Expedition sind befriedigend. Gefangen wurden 40 Bären und ein Walroß. Ter Herzog war tief bewegt, als er die .Kunde von der Ermordung des Königs Humbert empfing. Tie Flagge der „Stella polare" wurde augenblickliche gesenkt. Von 123 Hunden sind nur 14 zurückgekehrt. Nach der Rückkehr der letzten Expedition arbeitete man 3 Monate mit pen größten Anstrengungen, um die „Stella polare" zu befreien und zu reparieren. Tepots für 20 Menschen wurden am Cap Flora, Cap Rudolf und im Franz Josefs- land hinterlassen. „Stella polare" besuchte auf dem Hinweg Nansens Hütte auf Franz Josefsland. Die elf Monate andauernde Einschließung im Eise erfolgte aus dem Rückwege. Diejenige Expedition, welche 86 Gra» 33 Min. nördlicher Breite erreichte, lebte 100 Tage ausschließlich von Hundefleisch. Weil er zwei Finger erfror, wurde der Herzog der Abruzzen verhindert, an ocefer Expedition teilzunehmen.
Schiffsllachrichten.
Nordd-utfchn Lloyd, in Gießm ncrtrrten dmch Me Agenten r«rl Loos und 3. M. Schulhof.
Bremen. 6. September. sPer transatlantische Telegraph.j Der Scknellooftdampfer„Labn", Kapitän <X. Pohle, vom Norddeutsch » Aoyd in Bremens ist heute 1 Uhr morgens wohlbehalten in Newysrk angekommen.
. ttlücx ,c6lbem2p
huste», Keuchhusten, Ctick- hustenLrampf- hustru, Kitzelhusten, Bluthusten, Set-' schleimung — auchder stärkst. Art, Heiserkeit, Engbrüstigkeit. Schleimlösend, hustenstillcnd, reizmildernd, anfeuchlcnd.
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Mein Tanz-Unterricht beginnt wieder
üflontag den S- Oktober 1900.
Gest Anmeldungen erbitte möglichst vorher in meinet Wohnung, Sonnen- stratze 8, zu macken Unterricht für Einzelne, sowie für mehrere Personen zu jeder Tageszeit. Hochachtungsvoll 5799
Joseph MöliL


