Ausgabe 
9.6.1900 Zweites Blatt
 
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Nummer) am 12. Juni ihren Anfang nehmen und mit dem 6. Vortrag am 24. Juli ihren Abschluß finden.

** Am Donnerstag der nächsten Woche, 14. Juni, von IO*/? Uhr ab, tagt in Gießen, Steins Garten, dieGießener Theologische Konferenz", die Geistliche aller Richtungen aus dem Großherzogtum, aus den Konfistorialbezirken Cassel, Wiesbaden, Frankfurt, zumal auch aus dem Kreis Wetzlar, zu vereinigen pflegt. Borträge werden gehalten von Herrn Prof. D. Joh. Weiß-Marburg überDie Idee des Reiches Gottes in der evangelischen Theologie" (Referat), und Herrn Pf. E. Förster-Frankfurt überDie Rechts­lage der evangelischen Kirche in Deutschland 1800 und 1900 (mit Thesen zur Diskussion).

Defitzwechsel. Das Haus des Herrn Schulmeyer, Ludwigstraße 12, ging für den Preis von 48 000 Mk. in den Besitz der Ortskrankenkasse Gießen über.

Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot­geborenen, betrug in der Woche vom 20. bis 26. Mai in Mainz 40, in Darmstadt 31, in Offenbach 22, in Worms 9 und in Gießen 10, zusammen 112, davon 30 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 25,6, Darmstadt 22,8, Offenbach 26,4, Worms 12,3 und auf Gießen 12,0 Die Todesursache anbelangend, verstürben an Masern und Röteln 5 (Mainz 1, Darmstadt 4), an Scharlach 1 (Darmstadt), an Rachenbräune 2 (Mainz), an Keuch­husten 3 (Darmstadt), an Diarrhöe und Brechdurchfall 4 (2 in Offenbach, je 1 in Mainz und Worms), an Lungen­schwindsucht 14 (5 in Mainz, 4 in Gießen, 3 in Darm­stadt, je 1 in Offenbach und Worms), an entzündlichen Krankheiten der AtmungSorgane, inkl. Influenza, 16 (6 in Mainz, 5 in Offenbach, je 2 in Darmstadt und Worms, 1 in Gießen), an Gehirn-Apoplexie 4 (3 in Mainz, 1 in Darmstadt), an allen übrigen Krankheiten 62 (22 in Mainz, 17 in Darmstadt, 13 in Offenbach, je 5 in WormS und Gießen), gewaltsamen Tod erlitt 1 Person (WormS).

§ Holzheim (Kr. Gießen), 7. Juni. In einem Stroh­haufen auf dem Felde wurde heute die Leiche eines orts­fremden Mannes aufgefunden, der anscheinend der Bettler- klaffe angehörte. Die Behörde traf zur Untersuchung des Falles noch gegen Abend hier ein.

Friedberg, 7. Juni. In der letzten GemeinderatSfitzung wurde u. a. auch über die Herstellung des Stadt- kirchenturmeS beraten. Architekt Kratz, der im Auf­trage des Bürgermeisters erschien, legte zwei Projekte über die Wiederherstellung der Westseite der Stadtkirche vor. In dem ersten Projekt ist der südliche Turm vollständig auSgebaut. Die Kosten der Ausführung dieses Entwurfes stellen sich auf 200220 000 Mark. Das zweite Projekt stellt den Vermittlungsvorschlag dar. Der nördliche Turm wird mit der Südseite des Langhauses in Einklang gebracht. Die Kosten der Renovation des nördlichen Turmes mit Herstellung der Gallerie stehen auf 1617 000 Mk. Der

südliche Turm wird ungefähr 3 Meter heraufgeführt. Die Ausführung dieses Teile« der Westseite wird auf 12 bis 13 000 Mk. zu stehen kommen. Im Ganzen kostet also die Ausführung beider Türme nach dem Vermittlungsvorschlag 2830 000 Mk. Die Summe wurde bewilligt. Ferner wurde der ortsübliche Tagelohn gegen früher erhöht, männl. Arbeiter Mk. 2.50, jugendl. männl. Arbeiter Mk. 1.20, weibl. Arbeiter Mk. 1.50, jugendl. weibl. Arbeiter Mk. 1.-. (Neue Friedb. Ztg.)

x Alleudorf a. d. Lda., 7. Juni. Heute ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Der 20jährige Sohn des Maschinenbesitzers Heinrich Wagner VI. war an der Kreissäge beschäftigt; dabei drang ihm durch einen unglück­lichen Zufall eine Latte tief in die Brust. Der an der Lunge schwer Verletzte wurde nach Gießen in die Klinik gebracht, wo er bald nach der Ankunft starb.

Salzschlirf, 8. Juni. Der kommandierende General des 11. Armeekorps, Excellenz v. Wittich, ist zur Kur hier eingetroffen. Da Salzschlirf für das 7., 8., 11. und 18. Armeekorps in die Reihe der Militärkurorte eingetreten ist, fand am SamStag eine Besichtigung des Bades durch den Generalarzt Dr. Jarosch statt, der feine rege Be­friedigung über die Zweckmäßigkeit und Annehmlichkeiten der hiesigen Kureinrichtungen zu erkennen gab.

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Vermischter.

* Eine romantische Erzählung der heimlichen Trauung eines Neffen des Reichskanzlers, Fürsten v. Hohenlohe, des jungen 21jährigen Prinzen Heinrich von Sayn-Wittgen­stein, einzigen Sohnes des Prinzen Friedrich, der bei Pe­tersburg begütert sei, wird von Rußland aus verbreitet. Da dieser Sohn aber selbst der nur morganatisch ge­schloffenen Ehe seines Vaters mit Fräulein Wilhelmine Hagen entstammt, hat er den fürstlichen Namen Sayn nie geführt; denn der Vater verzichtete auf alle mit dem Sayn- schen Fideikomiß verbundenen Rechte und führt seit 1879 selbst nur noch den Namen eines Grafen von Altenkirchen; der Sohu ist auch nicht Graf, sondern heißt v. Altenkirchen. Dabei sei bemerkt, daß der zweite Bruder der verstorbenen Fürstin Hohenlohe, zu dessen Gunsten der Aeltere verzichtete, als Wittwer einer Prinzeß Blaca d'AulpS, 1883 wiederum zu Gunsten feines Sohnes verzichtete, um Fräulein von Krolkowska heiraten zu können, und den Namen eines Grafen Hachenburg annahm, während der Gemahl der ehe­maligen Tänzerin Amalie Lilienthal aus Berlin, jetzigen Frau v. Reischach, den Namen eines Fürsten von Sayn beibehielt. Allerdings blieb die Ehe, die der Tod des Fürsten 1876 nach achtjähriger Ehe löste, kinderlos.

* Wieder ein Absturz! Im Karwendel stürzte der Tourist Trapp, ein Kunstmaler aus Darmstadt, der an der Münchener Akademie studierte, ab. Er stand im Alter von 24 bis 25 Jahren und wird als außerordentlich

talentiert geschildert. Münchener Freunde des Verunglückten haben sich nach Scharnitz begeben, um die Leiche in Empfang u nehmen. Sie soll bann von München nach Darmstadt gebracht werden.

Kunst und Wissenschaft.

Köln, 7. Juni. Der deutsche Lehrer verein hielt, hier seine Hauptversammlung ab. Von beii zahlreichen Vor4 trägen sei nur erwähnt, daß der Schulinspektor er er aus Worms folgende Leitsätze verteidigte:1. Die i^it- wickelungsgeschichte der Menschheit lehrt uns, daß neben der Sprache die technische Arbeit am meisten dazu beigetragen hat, den Menschen zu höheren Kulturstufen emporzuheben und seine geistigen Fähigkeiten zu entwickeln; demnach ist die technische Arbeit auf allen Kulturstufen em wichtiges Erziehungsmittel gewesen. 2. Auch für die Kultur­menschen unserer Zeit ist die technische Arbeit ein wichtiges Erziehungsmittel, sie dient zunächst der Bildung von Auge und Hand, befördert aber auch weiterhin die geistige und sittliche Bildung. 3. Die Entwich lung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse des deutschen Volkes verlangt eine größere Berücksichtigung des technischen Moments in der Jugendbildung, ins­besondere in der Volksschule; diesem Zwecke soll in erster Linie der Handfertigkeitsnnterricht dienen. 4. Der Hand- fertig leit sunt erricht mutz, wenn er seine volle Wirkung ausüben soll, ein organischer Bestandteil des Lehr­plans der Volksschule sein und nach pädagogischen Grund­sätzen erteilt werden. 5. In ihrer gegenwärtigen Gestaltung Jana jedoch die Volksschule dieser Forderung nicht nach- lommen; es muß erst eine Umgestaltung des Lehr­plans nach den Forderungen des Kulturlebens und der Pädagogik unserer Zeit erfolgen. 6. Solange das nicht qeschel-e'ii ist, muß der Handfertigkeitsunterricht m Nebew- klassen, Schülerwerkstätten und .Knabenhorten methoorsch weiter ausgebildet werden". Die Versammlung sprach sich jedoch nach lebhafter Debatte mit aller Entschiedenheit gegen die Aufnahme des Handfertigkeitsunterrichts in den Lehrplan der Knabenschulen aus.

«in- Wichtig- medizinisch- Entdeckung. «m Hygienischen Institut der Universität Würzburg wurde eine wichNge medizinische Entdeckung gemacht: die bakterienvernichtende Eigenschaft bestimmte elektrischer Ströme, die zur Heilung einer Anzahl auf Infektion durch Bakterien beruhender Krankheiten angewendet werden können. L>as einfache Verfahren ist von Zahnarzt Zierler entdeckt und erfolgreich angewandt worden. Das Verfahren ist mehrere Zentimeter hef wirksam, aber schmerzlos, da nur Ströme von lOWstel Ampöre Verwendung finden. Maßgebende Kreise sind von der Bedeutung der Entdeckung überzeugt, über die eine größere Veröffentlichung in Aussicht steht.

S ißt zu einer guten Tasse -w Kaffee unumgänglich notwendig.

(Original-Marke in Dosen.)

Bekanntmachung.

Alle Steigerer, welche sich noch mit der Abfuhr deS Holzes im Gietzeuer Ttadtwald im Rückstände befinden, werden aufgefordert, die Abfuhr ihres Holzes aus dem Wald um so gewiffer bis zum 20. Juui d. I. zu bewerkstelligen, als sonst forstgerichtliche Anzeige gegen sie erhoben werden wird.

Gießen, dm 6. Juni 1900. 4006

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

___________Gnauth. __________________

Bekanntmachung.

Die diesjährige Graserute von Wegen uud Schneisen im Siebener Stadtwald soll

Dienstag den 12. Juni d. I., vormittags IO/, Uhr, i« Hose bei der Bürgermeisterei, Garteustraße 2, öffentlich versteigert werden

Die Großh. Bürgermeistereien der umliegendm Orten werden ersucht, die» in den dortigen Gemeindm bekannt machm zu laffm.

Gießen, den 6. Juni 1900.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

4005_______Nnvukh._______________________

Bekanntmachung.

Nachdem die Stadwerordueten-Ber'ammlung in ihrer Sitzung nom 31 Mai 1900 beschlossen hat, die Gebühren für all« auf deu beide« ftüdtische« Lastwaage» vorkommeude» Verwiegungen vo« Wagenladungen ans 1 Psg. pro Zentner sestzusetze», bringen mir dies mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß der neue Ge­bührensatz mit dem Erscheinen dteser Bekanntmachung in Wirksamkeit tritt.

Gießen, den 6. Juni 1900.

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 4004

Rübsamen'sche

Bade- und Schwimm-Anstalt.

- Hierdurch die ergebene Mitteilung, daß die Anstalt in allen Ab- tellunoen eröffnet ist, und lade ich zum Abonnement höflichst ein. Die Lifte liegt in der Anstalt zum Einzeichnen offen, und bitte ich, nähere Bedingungen daselbst zu erfragen. (Für Familien Preisermäßigung; Semefterkarten für die Herren Studenten ebenfalls zu ermäßigten Preisen.)

Die Badestunden für die Schuljugend find vormtttags von 10 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. In diesen Stunden wird gute, aewifienbaste Aussicht geübt, sodaß die geehrten Eltern m jeder Beziehung benlhigt sein fönneu. Schwimmunterricht in den gleichen Stundem 9 Die Anstalt ist geöffnet von morgens 6 Uhr bis 1 Uhr mittags und von 3 Uhr mittags bis 8 Uhr abends. 3973

Albert Rübsamen.

Wlanz am 31. Dezember 1899.

Aktiva.

Passiva.

1 enfilien-Konto

156.82

Mitgliederanteil-Konto

510.-

Kaffenbestand

367.33

Reservefond

1498.04

Waaren-Konto

8124.10

Betriebsrücklage

1644.45

Diverse Warenausstände

672.05

Aufgenommene Kapitalien

1500.

Diverse Gläubiger

3404.97

Reingewinn

762.84

9320.30

9320.30

Mitgliederstand Enl

x 1898 102

Zugang in 1899

Abgang in 1899

4036

Zahl der Mitglieder Ende 1899 102

Beuern, den 7. Juni 1900.

Konsumverein II, G. H. m. unöeschr. Kastpflicht.

Konrad Gommerlad IV , PH. Liudenstruth V., Dirck.or. Lagerhalter.

Akademische Vorträge

Mittwoch den 20. Juni 1900, abends 8 Uhr.

Professor Dr. von Wagner:

Der Kampf ums Dasein in der Tierwelt.

Eintrittskarten sind in der Rickerschen, Freesschen und Ferberschen Univ. - Buchhandlung, Studentenkarten beim Uni- ▼ersitatshausmeister zu haben. 4019

Pflasterstein- Lieferung.

Zur Herstellung ven Fahrbohn- pflaster in hiesiger Gemeinde soll die Lieferung von 78 cbm gerichteten Basaltpflastersteinen (Hartbasalt) in öffentlicher Submission vergüten werden.

Termin ist anberaumt auf

dikllstag den 16. Im b. Is., vormittags 10 Uhr.

Die entsprechenden Offertformulare mit Bedingungen können von uns gegen Einsendung von 20 Pfennigen (m Briefmarken) bezogen werden.

Seligenstadt, am 28. Mai 1900. Großh. Bürgermeisterei Seligenstadt.

Hover. 3893

Prima neue

Matjes-jUringe

eingetroffen. 3870

H. F. Nassauer

Telephon 92. Aeuenweg 15.

Französische Vorträge

Dienstag den 19., 26* Juni und 10«, 17«, 24. Juli abends 8 Uhr, in der Lteinen Aula der AniversttLt.

Die Teilnehmer werden gebeten. EintrittSkart-rr zum Preise von Mk. 5. für den Cyklus von 6 Vorträgen in der Ricker'schen Buchhandlung oder bei Herrn Verwalter Stork in Empfang zu nehmen. 4016

Lektor A. Goetschy.

KieukOchtkrukrem für Gießen uud Umgegend.

V er Sammlung

Sonntag deu 10. Juui, nachmittags 3 Uhr, bet Bauer. Tages-Ordnung:

1. Vereinsangelegenheiten, hier: Haftpflicht. 2. Erhebung der Beiträge'. Bemerkt wird, daß Waben uno Bienengerätfchaften vorrätig sind.

Der Vorstand.

Eier

5Va und 5 Pfg.

H. Arnold H., ________Marttstraß- 38. 3097 Ad. Geisse empfiehlt Kücken- v. Geflügelfnlter sowie Hundekuchen 8942 der

Mrstde-tschkll Hmdekochkv-jabrik Köln-Laugenfeld.