Ausgabe 
8.6.1900 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

itfMtiüfdjtn v 21.-25. b.®., i" eint Mbschl , Das vorläußgk ttagl: BtfichtiWü jahrt-tt/rrichmgu unkt fatyunbigti i btt Hamburg- sttwarte. Nach- YL ^kox\ W1

- U. 3ttfl naä) Sitl - X , der Segatttn, bti Mute der Laiser- i Seeoffizieren, iisenba-nunsall tyate früh bei dm h,^derLokomotiv ührnLu Äug liichl euftrahe m ^VX; i bie n* W ibenwaitn, W nbe oder antiu^- sich noch fttM* m troffen iP?' ib aus MW

aab unb B M »kl# t ml H*. *! au« N*'* itlf, (oluie eu V,r m baDonttug-

;Xf 111 üJlatb**^ S>Ä ÄgS bl«$Ä JfijJ [$aW* |Mw ;Ä LtzS

|ebgb fai, lii e' Dan,^

« feinet M- - StadtbaL

Mb in

Wt lang.

^maligm höh^ in §anno:.- len empfangen - «mtbaumtistn 3 * Weist ptabtbaumeifter fr Egesührt teortr Pstündntrhanr, ta der Littorichi en war ein t*- ausgezeichnet bescheidener, nUt- W Publikum put, en Gründen fytrt! Lor einigen fsen, Don bim n llkermS/Mtn

***<^

;5iJ

«» ru? auch h';J

sollten sich der Sache annehmen.

-m.

unb treffender Aphorismenlieber Zigarren". Hier mögen sie folgen:Zigarren sind wie Menschen: so schwer zu behandeln, so leicht zu verletzen. Zigarren sind wie Blumen: für uns duften und sterben sie. Zigarren sind tuie Mädchen: sie glühen für die Männer. Die Männer beurteilen Zigarren meist so, wie sie Frauen beurteilen: nach der Außenseite; innen steckt oft der beste Tabak, abev wegen des Deckblattes allein verschmäht man sie sehr oft. Zigarren sind wie gute Ehefrauen: sie hängen glühend am Munde des Mannes; der Mann aber wirft oft die halb gerauchte Zigarre fort, wenn er zufällig anderswo eino Sorte findet, die ihm besser schmeckt. Zigarren sind wie Minister, sie dauern nicht allzulange. Zigarren sind wie Edelleute: sie werden nach ihrer Herkunft" geschätzt. Zigarren sind wie Theaterstücke: es muß immer etwas abgeschnitten werden, wenn sie brauchbar sein sollen.« Zigarren sind wie Hausfrauen: sie taugen nicht viel, wenn sie immerfort ausgehen. Zigarren sind wie Büh- nen-Novitäten: man bezahlt sie teuer, weil sie von einem berühmten Fabrikanten herrühren und hinterdrein sind sie oft gar nichts wert. Zigarren sind wie Liebesschwüre: man weiß niemals genau, ob sie echt sind. Zigarren sind wie böse Kritiker: sie sind immer schief gewickelt. Zi­garren sind wie politische Reden: wenn man sie an der unrechten Stelle»' in den Mund nimmt, verbrennt man sich das Maul. Zigarren sind wie Theater-Agenten: sie «machen einem blauen Dunst vor, sind teuer und selten gut zu haben. Zigarren sind wie Feeerien: die Ausstattung ist oft prachtvoll, aber der Inhalt taugt nichts. Zigarren sind wie wichtige Entschließungen: sie müssen abgelagert sein und kühl behandelt werden. Zigarren sind wie realistische Theaterstücke: dem einen wird übel, weil sie ihm viel zu stark sind, dem anderen, der sie vertragen kann, schmecken sie vortrefflich. Zigarren sind wie tugendhafte Frauen: sobald man mit ihnen die Grenze überschreitet, hat man Unannehmlichkeiten. Zigarren sind wie Schau­spieler: man muß sie fest packen, sonst reiben sie sich fort­während und Schaden sich gegenseitig. Zigarren sind wie Bühnenkünstler: man muß ihnen die richtigen Formen beibringen, so lange sie noch jung und grün sind. Zi­garren sind wie die Moral: Jedermann führt sie im Munde, aber -niemanden fällt es ein, in ihr Innerstes einzudringen, ündi wenn er sich sie einmal ins Einzelne zerlegt, dann ist sie für ihn unbrauchbar geworden. Die Zigarre ist wie eine Geliebte: wenn du aufhörst, für sie anziehend zu sein, erlischt ihre Glut sehr bald. Zigarren werden wie die Menschen in ihrer frühesten Ju­gend gewickelt; aber die Zigarre kommt aus der Kiste, wenn sie gebraucht wird, während der Mensch dann in die ; Kiste kommt, wenn er verbraucht ist. Beide aber werden zu Asche".

flandSfitzung imCity-Hotel* begaben sich nachmittags , 4 Uhr sämtliche anwesenden Turnlehrer nach dem Anger, I um Spielvorführungen beizuwohnen. Die Spiele ver- I liefen schön und erregten allseitiges Interesse. Abends I 61/, Uhr fand in derFreundschaft" die Begrüßung der I Gäste statt. Hierauf fand unter Borsitz von Prof. Keßler bie Voroersammlung zur Erlebigung innerer und geschäft- licher Angelegenheiten statt. Um 8 Uhr begab man sich nach den ^National-Festsälen", wo vom TurnvereinJahn" das FestspielErntefest" von H. Mohr aufgeführt wurde. Hierzu hatten sich gegen 1000 Personen eingefunden; auch Vertreter von staatlichen und städtischen Behörden, Leiter von Schulen und Stadtverordnete waren anwesend. Die Aufführung nahm einen glänzenden Verlauf und befriedigte alle Besucher. Am zweiten Psingstfeiertage früh be­gannen unter sehr starker Beteiligung aus allen Teilen | Deutschlands im großen Saale derFreundschaft" die , Verhandlungen der 14. allgemeinen deutschen Turnlehrer­versammlung und des 2. Turnlehrertages des deutschen Turnlehrervereins. Anwesend waren u. a. die Professoren Euler und Eckler-Berlin, der Direktor der Zentral-Turn- lehrer-BildungSanstalt in München, Wirk!. Rat Weber, aus Württemberg Professor Keßler, Direktor Bier-Dresden, Schmuck-Darmstadt, Inspektor des Turnwesens im Großherzogtum Hessen, Prof. Dr. Rühl-Stettin, Geschäfts­führer der deutschen Turnerschaft. Die Verhandlungen nahmen ihren Anfang mit der Vertreter-Versammlung des deutschen Turnlehrervereins. Städtischer Lehrer und Turn­lehrer Kalp-Berlin sprach über das Thema: In wie weit bleibt das Schulturnen hinter den Forderungen und Wünschen der Behörden zurück, und wie ist Abhilfe zu schaffen? Auf Vorschlag des Prof. Eckler-Berlin beschloß die Ver­sammlung, die um daS Turnwesen so hochverdienten Herren Hofrat Maul-Stuttgart, Moritz Böttcher-Görlitz, Profeffor Dr. Euler-Berlin, Prof. Dr. Lion-Leipzig und Prof. Dr. JÜger-München zu Ehrenmitgliedern des Vereins zu er­nennen. Die erste Hauptversammlung, an der Ober- Präsident v. Böttcher, Oberbürgermeister Schneider, Bürger­meister Fischer u. a. teilnahmen, wurde von dem Vorsitzenden der 14. allgemeinen deutschen Turnlehrer-Versammlung, Prof. Keßler-Stuttgart mit einer kurzen Begrüßung eröffnet. Nach weiteren Begrüßungsansprachen hielt der Wirk!. Rat ®.. H. Weber-München einen Vortrag überDie Angriffe auf unser heutiges Schulturnen und ihre Abwehr". Ins­besondere besprach und verteidigte er die Vorteile der Spieß'schen Methode. Den zweiten Vortrag hielt Turn­lehrer K. Möller-Altona überKunst und Leibesübung in ihrer Wechselbeziehung". Der Redner führte aus, daß die Vollendung einer ästhetischen, ebenso einer ethischen Bildung nicht gedacht werden könne ohne eine gründliche Körperpflege. Nachdem noch mit großer Mehrheit beschlossen worden war, als Ort für die Errichtung des GutS-Muths-Denkmals Quedlinburg, deffen Geburtsstadt, in Aussicht zu nehmen, vereinigte man sich zu einem gemeinschaftlichen Mittagsmahl in derFreundschaft". Darauf begab man sich nach dem Turnplatz im Friedrich WilhelmS-Garten, wo turnerische Vorführungen der Schüler unter Leitung des Turnlehrers Köhler stattfanden. Abends begab man sich zu einer Schwimmvorführung des Schwimmklubs von 1896 nach dem WilhelmSbade.

Am nächsten Morgen wurden die Verhandlungen des deutschen TurnlehrertageS fortgesetzt. Nach einer Vertreter­versammlung, in der verschiedene geschäftliche Angelegenheiten erledigt wurden, begannen die Hauptversammlungen. Zu­nächst sprach Gymnasiallehrer Chr. Kohlrausch-Magdeburg Über das Thema: Welche Förderung kann für den Turn­unterricht von der Anstellung der Schulärzte erwartet werden? Wirk! königl. Rat Weber-München bemerkte, man müsse deu Aerzten sehr zu Dank verpflichtet sein für das energische Eintreten zu Gunsten des Turnens. Turninspektor Bottcher- vannover sprach über die Turnlehrerfrage, lieber Turnen und Turnlehrerbildung an deutschen Hochschulen sprach zum Schluß Oberlehrer Heinrich-Schöneberg Berlin. Es wurde beschlossen, die nächste Tagung der deutschen Turnlehrer- Versammlung und den Turnlehrertag des deutschen Turn- lebrer-VereinS wieder gemeinsam abzuhalten. Turninspektor Schröer-Berlin schloß die Verhandlungen, nachdem noch die Äusschußwahlen vollzogen worden, mit herzlichem Danke für die freundliche Unterstützung. Im großen Saale der Gesellschaft zurFreundschaft" fand daun das Festessen statt, an dem etwa 150 Personen, darunter Vertreter der Staats­und städtischen Behörden teilnahmen. Mit der Absendung eines Huldigungstelegramms an den Kaiser erklärte sich bie Versammlung jubelnd einverstanden. Nach dem Esten be­gab man sich nach der Friesenturnhalle, wo em Turnen der Turnlehrerinnenvereinigung stattfand.

Kunst und Wissenschaft.

Der große Erfolg, den die Neubearbeitung des Oberon an dem König!. Theater zu Wiesbaden gefunden und der dadurch zum Aus­druck kommt, daß die Oper bisher stets vor total ausverkausten Häusern gegeben wurde, hat die Intendantur veranlaßt, sie vorläufig auf dem Repertoire zu belasten; sie wird voraussichtlich 2 bis 3 mal wöchenllich zur Aufführung gelangen.

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

«N die städtische Verwaltung zu Gießen.

Freunde der Natur vermißten an den verflossenen Festtagen den an der Ltcherstraße gelegenen sogenanntenLumpenmanns- brmmen", d. h. der Brunnen ist noch da, nur har er den Betrieb vollständig eingestellt. Er soll, wie man härt, an chronischer Ver­stopfung leiden! Müd' und malt und von Durst geplagt, steht der Wanderer davor, und denkt an die schönen vergangenen Zeiten, in denen man noch das köstliche Naß schlürfen konnte, und jetzt soll das vorbei sein? Hoffer tlich wirb diese kleine Anregung genügen, daß die städtische Verwaltung die nötige Anordnung trifft, um den Brunnm recht bald wieder zum Laufen zu bringen.

Auch wäre es gewiß sehr wünschenswert, dem Förster in dem daneben stehenden Forsthautz die Erlaubnis zu erte len, dem Publikum auf Wunsch Milch, Bier rc. verabreichen zu dürfen. Korporationen

Familien Nachrichten.

Verlobter Magdalena Momberger mit Friedrich Feiling, Butz­bach. Gießen. Bella Fleischmann mit Jakob Grünewald, Fürth (Bayern)

Gestorben r Frau Katharina Hummer geb. Glitsch in Darmstadt. Herr Karl Berg in Offenbach a. M. Herr Philipp Pfeffer IV. in Bad-Nauheim. Herr Joseph Jacobsohn in Homburg v. d. Höhe.

Krieskasten der Redaktion.

Serrn Vürgrrmeister M. ta W. Wir werden Ihren Wunsch erfülle^ obwohl sich die Großh. Badedirektion in Nauhemi wenig entgegenkommend zeigt. __

Arbeiterbewegung.

W. Gießen, 7. Juni. Die im Ausstand befindlichen Wetß- bin bet hielten gestern nachmittag in d«r O.big'jchen Wirtschaft in der Riltergaffe eine gut besuchte Versammlung ab, in der einstimmig der Beschluß gefaßt wurde, an den früher präzisierten Forder­ungen festzuhalten. Eine rasche ®cenbigung deS Ausstandes dürste also kaum zu erwarten sein. , v .

Berlin, 7. Juw. Ein Biick-rftreik wird nach btr in den Gesellenkreisen benschenden Stimmung ru urteilen, wahrscheinlich heute nachmittag proklamiert werden. Die Arbeit wird in denjenigen Bäckrnien nicht wirket -ausgenommen, wo die Forderungen nicht anerkannt stad. _, . «. .

Königsberg L Pr., 6. Juni. Zwischen den Bediensteten und btr Direktion der bustgen Psetdebahng-.sellschaft ist wegen Ver- b fferung der Lage b?t Bediensteten eine Einigung erzielt worden, so daß kein Ausstand eintreten wird.

Märkte

Gießen, 7. Juni. Marktbericht. Aus dem heutigen Dochemnarkt kosteten: Butter per Pfd. «M» 0 901.00, Hühnereier per 6t. 56 H, 2 St. 1011 A, Enteneier 2 St. 1214 A. Gänse» eiet per 6t 1011 H, Käse 1 6t. 57 H, Käsematte 2 6t 56 A, Erbsen per Liter 19 A, Linsen per Liter 30 A, Tauben per X < .830.90, Hühner per 6t. X 1.201.60, Hahnen per Stück X 1.402.20, Enten per 6t. X 2.002.50, Gänse per Pfund X o.ooo.oo, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 A. Kuh. und Rindfleisch per Pfd. 62-64 A, Schweinefleisch per Pfd. 50-70 A. Schweine, fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 A, Kalbfleisch per Pfd. 6466 tzammemeisch per Pfd. 5066 A, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bis 5.00 X, Seil traut perEt 0000, Zwiebeln per Etr. X 8.009.00, Milch per Liter 16 A-

Limburg <u d. L»hN, 6. Juni. Fruchtmarkt Durch­schnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.63 Mk., Weltzer Welzen . Mk., Korn 11.70 Mk., Gerste 9.30 Mk., Hafer 7.19 Mk., Erbsen . Mk., Kartoffeln. Mk.

Für die Frauen.

Weimarer Frau en taa. Der mit seinen Ortsgruppen über ganz Deutschland verbreitete VereinFrauenbildung, Frauen­ft udi um", mit dem bisherigen Hauptsttz in Wiesbaden, hielt seine Generalversammlung in der Woche vor Pfingsten in Weimar ab. Professor Dr. W. Rein (Jena) sprach über Koedukation, der Ein­heitsschule für Knaben und Mädchen, die theoretischen Erörterungen mit gewichtigen Belegen au8 der Praxis stutzend. Am zweiten Abend behandelte Frau Marie Stritt (Dresden), Vorsitzende desBundes Deutscher Frauenvkreine":Die Frauenfrage, eine Menschheits­frage-, und die Jenaer, die auch eine Angliederung an diesen Weimarer Frauentag wünschten, hatten sich Frl. Dr. E. Mensch (Darmstadt) erbeten zu einem Vortrag überBildungSideale . Da die seitherige 1. Vorsitzende, Frk. Dr. Anna v. Doemming, durch ihre ärztliche Praxi« zu überbürdet ist, und die Leitung noch länger zu besorgen deshalb ablehnte, fid bie Wahl der 1. Vorsitzenden auf Frau Professor Adelheid Steinmann (Freiburg i. Br.). 2. Vor­sitzende des Vereins ist FtSulcin Dr. Elisabeth Winterhalten (Frankfurt n. M), die einige intereffante Einzelheiten über die Frühjahr 1901 in Frankfurt a. M. zu ei öffnende Gymnafialschule für Mädchen zur Kenntnis brachte. Frl. Ella Hagemann (Wies­baden) wurde vom Verein als Vertreterin zur Enthüllung deS Luise Otto-Denkmals in Leipzig delegiert.

Vermischtes.

* Berlin 6 Juni. Der mit Heimatsurlaub in Berlin eilende P°liz°im°ist°r Olbrich aus Kamerun ist bi er verhaftet worden. Olbrich diente bei der Schutz- nmppc und erhielt dann di- Stellung eines LagerverwalterS. Va er sich anscheinend gut sührte, wurde er später zum Loli,eimeister ernannt. Vor einiger Zeit kam er mit einem halbjährigen Urlaub nach Berlin und wohnte in der Kon.gs- bergerstraße 35. Nach seiner ilbr-ise stellten sich indessen Unregelmäßigkeiten bei der Lagerverwaltung heraus, die bem Polizeimeister zur Last gelegt werden. Dieser wird beschuldigt, auf Rechnungen -,ng-z°g-ne Beträge unterschlagen «nd salsche Rechnungen ausgestellt zu haben. Auf Ver- »nlassung der Kameruner Behörde wurde Olbrich, der ,cde Sibu d beitreitet, durch Vermittelung d-S Auswärtigen Amte« Jast-t un7 vvn der Kriminalpolizei dem UntersuchungS- "*$"* Ä»mcn Ludwig Barnahs über die z i a a rren In seiner Wiesbadener Muße Hat sich Hos- nnt^äidwig Barnay schon mehrfach schrrststelfer>sch betha- iu$t. Heute sendet er von dsrt eine Anzahl sehr feiner

Neueste Wldungen.

Darmstadt, 7. Juni. (Telefonmeldung.) DieD. Ztg." erfährt von maßgebender Seite, baß bie Mitteilungen von dem Selbstmorb bes Försters Sau er wein unb bie an­geblichen Enthüllungen besselben in ber Mordsache Kuh- michel von Anfang bis zu Ende erfunden sind.

Mainz, 7. Juni. (Telefonmeldung.) In ber Sitzung bes Allbeutfchen Verbandes, welche z. Z. hier tagt, wurde beschlossen, aus dem Burenfond, welcher etwa i/4 Million Mark beträgt, 10 000 Mark an die Orts­gruppe Johannesburg für bie Hinterbliebenen ber Gefallenen zu überweisen. Weitere 20000 Mark wurden zu dem gleichen Zwecke ber Hauptleitung des Ver­bandes zur Verfügung gestellt. Heber den Rest des Fonds wird später Beschluß gefaßt werden.

Berlin, 7. Juni. Die große FrühjahrS-Parade der Berliner Garnison, die bereits zweimal wegen des schlechten Wetters ausfallen mußte, fand heute vor­mittag auf dem Tempelhofer Felde vor dem Kaiser und in Anwesenheit der Kaiserin, des Kronprinzen und der Kronprinzessin von Griechenland, sowie zahlreicher anderer Fürstlichkeiten unter dem Befehl deS kommandierenden Gene­rals des GardekorPS, General von Bock und Polach statt.

Berlin, 7. Juni. Der Kaiser und der Kronprinz von Griechenland waren gestern abend einer Einladung des Offizierkorps des 2. Garde-RegimentS, bei dem letzterer im Jahre 1890 Dienste gethan hat, zum Diner gefolgt.

Berlin, 7. Juni. Die Schul-Konferenz hat sich (siehe Leitartikel) in ihrer gestrigen Sitzung grundsätzlich für die Gleichberechtigung der Abiturienten der Real-Gymnasien mit denen der humanistischen Gymnasien ausgesprochen. Einige Vorbehalte mußten gemacht werden, da gewisse Disziplinen, auf denen ber ganze Stubiengang einer Fakultät sich aufbaut, ben Real-Gymnasien fehlt. Betreffs ber Reform-Gymnasien erklärte die Konferenz, daß die ins Leben gerufenen Anstalten vollste Würdigung und Beachtung verdienten, doch sei man heute noch nicht in der Lage, die Stellung des Staates zu diesen Lehranstalten schärfer zu präzisieren, müsse vielmehr eine abwartende Haltung einnehmen. Die Konferenz dauerte bis 7 Uhr abends.

Jüterbog, 7. Juni. Gestern abend gegen 6 Uhr schlug der B l i tz in den Lager-Pulverschuppen ein und zündete. Die Chaussee wurde, da man jeden Augenblick eine Explosion befürchtete, für den Verkehr gänzlich 'ge­sperrt. Gegen 8 Uhr erfolgte auch thatsächlich unter furcht­barer Detonation die E x p l o s i o n. Das Magazin enthielt 15 000 Kilogramm Pulver. Das Gebäude selbst ist nicht gänzlich zerstört. Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Könitz, 7. Juni. Der Erste Staatsanwalt erläßt fol­gende Bekanntmachung: In der Untersuchung wegen ber Ermorbung des Gymnasiasten Ernst Winter ist es bisher nicht gelungen, zwei sehr wichtige Zeugen zu ermitteln, nämlich zwei junge Leute, anscheinend Gym­nasiasten, die am Sonntag ben 11. März gegen 2 Uhr nachmittags sich auf ber Danziger Straße in der Nähe der Mauerstraße bei Winter befunden haben. Einer von ihnen soll ebenso groß wie Winter, ber anbere kleiner gewesen sein unb einer einen grünen Hut getragen haben. Eine namhafte Belohnung wird diesen beiden jungen Leuten, wenn sie sich melden, oder demjenigen zugesichert, der ihre 5ameonbinbt7. Juni. DenZenlral-News" wird aus Tientsin telegraphiert: Nach Peking, gehen keine Züge.

Schiffsnachrichteu

Der Postdampfer ^Friesland^ derRed Star Linie", in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 4. Juni wohlbehalten in New-Pork an« gekommen. _______________________________________________

Handel und Urrkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse von 6. Juni.

Wechsel aal New-York zu 4.201/i_211/i«

Prämien auf Kredit per ult Juni 1.25 %, do. per ult Juli 2.400/e, Diekonfo-Kommandit per ult. Juni 1.05®/©, do. per ult. Juli 2.40 o/o, Lombarden per ul*. Juni 0.60 °/c, do. per ult. Juli 1.05%, Berliner Hondelages, per ult. Juli 0.00.

Notierungen: Kreditaktien 223-222.90-00., Diskonto- Kommandit 185-184 60-00, Staatsbahn 140.90-00.00, Gotthard 140.80, Lombarden 28.90-00.00, Ungar. Goldrente 97 20, Italiener 95.00, Sproz. Mexikaner 25 25. Oesterr Coupons 84, Ämerik. Coupon* 4 18»/4 Privat-Diflkont 43/t°/o Brief.

l</,-2? < Uhr : Kreditaktien 222.90-000 00,00 Diekonto-Kom- mandit 184.60-80, Staatsbahn 140 60-141.00, Lombarden 29.00-00, Portugiesen 00.00, Bochumer 000.00.