Ausgabe 
8.5.1900 Viertes Blatt
 
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Nr. 106 Dritte? Blatt. Dienstag den 8 Mai

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ZeitmpretS: lokal 12 Pfg., ontolrtl 20 Pfg.

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G^chetnt tügKch mit Ausnahme tef

MontagL.

Di« Gieße«« AamiNeudt^tter werde» dem ***** hn Wechsel eM ^HeH. Landwirt^ ». ^BÄlür für Hess. Botfil I»** »64tl. 4 mal beigste,».

Gießener Anzeiger

General-Unzeiger

21 litte* und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.

«ebattio», Expedition Mb »*4«ü: Kchatstraße Nr. 7.

GrÄisbeitagev: Gießruer FamUiercklStter, Der hessische KmLmirt, Kätter Mr heWche DMskunde.

»reffe für Depeschen: Anzeiger Hieße».

Fernsprech« Nr. 51.

1440 000 Mann an die deutsche Grenze werfen zu können, wiobeÜ 7 mal 207, d. i. 1449 Züge zur Verwendung gelangen sollten. Die deutschen Militärbehörden bleiben hinter dieser Leistung keineswegs zurück, «nd so würden bei einem! neuen Kriege zwischen den Nachbar-Reichen vierundzwanzig Stunden nach der Kriegserklärung zwei riesige Heere an der Landesgrenze sich gegenüberstehen. (Internat. Patent­bureau Carl Fr. Neichelt, Berlin.)

Das Menu eines leckeren altrömischen Mahls finden wir in einem antiquarischen Roman w3m Grenz»all, eine Geschichte auS dem Decumatenland 138 bis 140 nach Ehr.-, den dieStraßb. P.- veröffentlicht. Da heißt eS: Betroffen blieb der alte Tafcldecker des Klubs stehen.Herr, Du fiehst aus wie Apoll im Speisekleide Testis cenatoria!- Aber TheodoruS nahm ihm lächelnd das Pergamentblatt mit der feingemalten Tischkarte ab nnd las:

Vorkost:

Frische gallische Lusteru. Aohukuch«.

Sardinen mit Scheiben von harten Giern.

Gesalzener Thunfisch aus dem Mittelmeer.

Meerkrebs mit tribokischem Spargel.

1. Speise:

Gemästete gallische Heimen.

Wildschwein mit Schnepfen garniert.

2. Speise:

Rheinsalm und Felchen von Bregenz.

Junge Hasen mit Trüffeln.

3. Speise:

6m Delphin aus feinstem Weizenmehl, gefüllt mit gewiegten Lendenstücken vom helvetischen Bergstier, Gänse» lebet, Kohl und den Brüsten vom germanischen Waldhuhn.

Rachkost:

Repfel aus Verona, getrocknete Feigen, IDatteln aus Karthago, die königliche Ruß, Kuchen aller Art.

Weine:

Mulsum aus Most und Honig.

Snrrentiner vom Fabischen Acker.

Gallischer Massilischer Wein.

Gelber ISjähriger Falerner.

Spützln irr vmisizlkn frankfurter 3i«Mhtttn.

Opernhaus.

Dienstag, 8. Mai. V-7 Uhr:Lohengrin^. Im Ab. Gew. Pr. Mittwoch, 9. Mai. Vr7 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: Wilhelm T e l V von Schiller. Außer Ab. Erm. Pr. Donnerstag 10. Mai. 7 Uhr:Silvana". Im Ab. Gew. Pr. Freitag, 11 Mai. Geschloffen. Samstag 12. Mai 7 Uhr:Die Mainacht". Im Ab. Gew. Pr. Sonntag 13. Mai. 7 Uhr: Neu einstudiert:Norma". Im Ab. Große Pr. Montag, 14. Mai. 7 Uhr: Fe stv o r st e ll un g zu Ehren des K o n g r e s s e s f ü r gewerblichen Rechts- schütz:Die Puppe". Auß Ab. Gew. Pr. Dienstag, 16. Mai. 7 Uhr:Die Mainacht". Im Ab. Gew. Pr.

Schauspielhaus.

Montag, 7. Mai. 7 Uhr:Schlaraffenland". Im Ab. Gew. Pr. Dienstag, 8. Mai. 7 Uhr:Wenn wir Toten er­wachen." Im Abonn. Gew. Pr. Mittwoch 9. Mai. Geschloffen. Donnerstag, 10. Mai ,/28 Uhr: Vorstellung bei kleinen Pr.Hedda Gabler". Auß. Ab. Freitag, 11. Mai. 7 Uhr:Madame Sans Gene". Im Ab. Gew. Pr. Samstag, 12. Mai. 7 Uhr:Cy» prienne" vorherFlügellahm". Im Ab. Gew.Pr. Sonntag, 13. Mai. 7 Uhr: Zum erstenmale:Therese Raquin". Im Ab. Gew Pr. Montag, 14. Mai. 7 Uhr:Cyprienne" vorher Flügellahm". Im Ab. Gew. Pr.

Aus Stadt und Kan).

(ttaonwt Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Sietzen, 7. Mai 1900.

VeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Bor 26 Jahren, am 7. Mai 1874, verständigte sich nach heißen Debatten der deutsche Reichstag mit drr Negierung über ein neues ReichS-Preßgefetz, da« -war durch Abschaffung des AeitungsstempelS und anderer drückender Abgaben materielle Erleichterung schuf, aber i» Betreff der Verantwortlichkeit der Redakteure periodischer Schristm und der Strafbestimmungen über Vergehen und Verbrechen durch die Presse viel Widerspruch fand.

Die UeberfthrtSverhiillnisse Bingen - «rtzeshei». Die Abgeordneten Pennrich und von Brentano haben bei der 2. Kammer der Landstände einen Antrag eiugebracht, «an wolle beschließen an die Großh. Regierung das Er­suchen zu richten: 1. Die Aufhebung, event. Revision des den hessischen Jntereffen in durchaus unzureichender Weise Rechnung tragenden Vertrages zwischen der Großh. Heff. und der König!. Preuß. Regierung vom 12. Oktober 1871, die Uebertragung des Ersterer auf dem linken Rhein­ufer bei Bingen und Kempten zustehenden Fährregals an die König!. Preuß. Regierung betreffend, auf der Basis der Freigabe der Querfahrt BingenRüdeSheim in die Wege zu leiten. 2. Den einschlägigen Behörden die strengste Handhabung der in Bezug auf die Kontrolle der zum Fährdienst aus dem Rheine verwendeten Transportmittel be­stehenden Vorschriften einzuschärfen, und insoweit die bezüglichen Polizeiverordnungeu etwa nicht als zum wirksamen Schutze des Publikums ausreichend erscheinen sollten, eine Revi­sion derselbe» nach dieser Richtung zu veranlaffen. 3. Die Einführung eines staatlich organisierten Rettungs­dienstes in den größeren Orten des hessischen Rhein- stromgebieteS ins Auge zu faffen.

Mainz, 6. Mai. Im goldnen Mainz arbeitet man eifrig daran, den 500jährigen Geburtstag Gutenbergs feierlich zu begehen. Für den historischen Festzug find 44,000 M. allein in der Bürgerschaft gesammelt worden. Der Zug, der eine Huldigung der großen Geister aller Zeiten und aller Kuliurnationen für den großen Erfinder darstellen soll, umfaßt 40 große Abteilungen. Herren und Damen auS den besten Kreisen nehmen daran teil; ihre Zahl beträgt 1400; außerdem wirken noch 1100 Statisten mit. 380 Mann Musiker (darunter 80 zu Pferd), die in etwa 21 Gruppen geteilt sind und in historischer Treue ihre Weisen ertönen lassen, sind vorgesehen. 40 Wagen, darunter 21 Prunk­wagen, werden mitgeführt und ca. 700 Pferde dabei ver­wandt. lieber die Zeit des Festes hinaus bleibt eine große typographische Ausstellung bestehen, die in außerordentlich reichem Materiale die Entwickelung der Druckkunst von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, die graphischen Künste und die verschiedenen Zweige des Buchgewerbes zur Anschauung bringen wird. Gar mancher unserer Leser wird daher Ende Juni seine Schritte zum Rheine lenken, um an dem Feste teilzunehmen, zumal es ja in eine Zeit fällt, wo die Land­schaft am Rheine ihre herrlichsten Reize entfaltet.

Mainz, 6. Mai. Ein verheirateter Brauer aus Sonnen­berg bei Wiesbaden, der hier beschäftigt ist und zu Hause Weib und Kind hat, wurde gestern auf die Anzeige einer Wittwe in deren Wohnung verhaftet. Der Verhaftete, der ein Freund des verstorbenen Ehemannes der Wittwe war, begegnete der letzteren vor einiger Zeit und wurde bei dieser Gelegenheit von ihr eingeladen, bei ihr Wohnung zu nehmen, welches Anerbieten der Brauer auch annahm. Als der Freund bei der Wittwe eingezogen war, versah sie ihn mit einem Anzug von ihrem Seligen, ebenso mußte er die Uhr, Ring, den Hut und den Schirm des verstorbenen Freundes tragen. Die Sache hielt einige Tage Stand. Auf einmal blieb der Brauer zwei Tage aus und erst gestern kam er wieder, um seine eigenen Kleider zu ver­langen; er wollte nicht länger bei der verliebten Wittwe bleiben. Darob geriet sie in große Aufregung, schloß den Ungetreuen in ein Zimmer ein und holte den Mann des Gesetzes. Sie beschuldigte den Ungetreuen, daß er ihr das Heiraten versprochen und sie um die Kleider und anderen Gegenstände ihres Seligen betrogen habe, worauf dann die Verhaftung des Brauers erfolgte. Dieser hat jetzt gegen Mc Wittwe Strafantrag wegen Freiheitsberaubung gestellt. Der Bierbrauer wurde gestern abend wieder aus der Haft entlaßen.

Geisenheim, 5. Mai. Bon den imFrankfurter Hof" hier versammelten Kartellphilistern aus Frankfurt, DSainz und der Umgegend wurde beschlossen: 1) den An­

hörige» sämtlicher ertrunkener KommerSteilnehmer soll als Ehrenpflicht des Verbandes kostenlose freie Beerdigung und Überführung der Leichen der bei Bingen Verunglückte» in die Heimat ihrer Familien angeboten werden; 2) auf ewige Zeiten ein Requiem am 17. April in der RochuS- kirche zu stiften; 3) ein noch näher zu bestimmendes Ge­denkzeichen, wahrscheinlich auf dem Rochusberge, zu errichten; 4) für standesgemäße Erziehung der drei Kinder de- er­trunkenen Weinhändlerpaares Erb in Winkel zu sorgen.

HimmelSerscheiuuugeu im Mai.

I« diesem Monat nimmt der Sternhimmel schon einen entschieden sommerlichen Charakter an, da die Sonne nahezu auf den Höhepunkt ihrer Licht- und Wärmeentfal­tung gelangt und zuletzt sogar die ganze Nacht hindurch ihren Einfluß geltend macht. Dann hüllt die Dämmerung den nördlichen Teil des Himmels in einen mattblauen Schimmer, sodaß man nur die helleren Sterne wahrnehmen kann und der Nebelstreif der Milchstraße, welche gerade diesen Teil des Himmels durchquert, unseren Blicken ent­zogen wird. Die Tage nehmen immer noch langsam au bis zum 21. Juni (Sommersanfang), ihre Dauer wächst im Laufe des Monats von 14 Stunden 52 Minuten bis auß 16 Stunden 22 Minuten. Die Zeiten des Sonnenaufgangs variieren zwischen 4 Uhr 38 Minuten und 3 Uhr 53 Mi­nuten, die entsprechenden Untergangszeiten zwischen 7 Uhr 30 Minuten und 8 Uhr 15 Minuten.

Der Mond zeigt sich zu Anfang als zarte, zunehmende Sichel, die am 6. zum ersten Viertel angewachsen und im Sternbild des Löwen bis gegen 1 Uhr 30 Minuten nachts am westlichen Himmel zu finden tft. Die weiterhin sich rundende Lichtgestalt erscheint am 14. als Vollmond in der Waage und glänzt dann von 8 Uhr abends bis 4 Uhr morgens am Südhimmel. Am 21. steht unser Trabant als letztes Viertel im Wassermann und verschwindet am 28. als Neumond vor der Sonnenscheibe. Am 9. erreicht der Mond seine größte Entfernung von uns. Der Planet Venus, der herrliche Abendstern, welcher schon vor Sonnen­untergang am Firmament erscheint, entfaltet mit zu­nehmender Dunkelheit eine immer größer werdende Licht­fülle und übertrifft die hellsten Fixsterne bedeutend an Schönheit und Glanz. Der Abendstern, Ivelcher wegen seiner geringen Entfernung von der Sonne nur selten in den späten Abendstunden zu sehen ist, nimmt in diesem Monat einen für die Beobachtung ganz besonders günstigen Platz am Himmel ein. Am 31. steht die Venus nur ein kleines Stück von der noch ganz zarten Mondsichel entfernt und bildet mit ihr eine prachtvolle Konstellation. Am 15. führt uns die in der Phase des Vollmonds stehende Lichtgestalt zum Planeten Jupiter, welcher sich rückläufig im Sternbild des Scorpions befindet. Obgleich seine Helligkeit recht bedeutend ist, wird er am Schluß dieses Monats doch, siebenmal von der Venus übertroffen. Als letzter der zur Zeit sichtbaren Planeten sei der Saturn genannt, welcher als heller Stern während der ganzen Nachtzeit im Stern­bild des Schützen am südöstlichen Himmel steht, jedoch rvegen seines allzu tiefen Standes nicht recht zur Geltung gelangt. Der Fixsternhimmel verliert mit dem Verschwin­den des Orion und der angrenzenden prächtigen Stern­bilder immer mehr an Schönheit und hat, wie schon ein­gangs erwähnt, sehr unter der Uebermacht der Sonne zu leiden, welche das .Himmelsgewölbe zur Nachtzeit in schwachem diffusen Lichte erscheinen läßt. Hoch oben glänzt der Große Bär oder Himmelswagen und darunter nach Süden zu der helle Arctur im Bootes, noch tiefer nach rechts dann die Jungfrau mit der Spika. Gerade im Westen leuchtet Regulus im Löwen und weiter nach Norden zu die Zwillinge Kastor und Pollux. Daran schließt sich am Nordhorizont das Fünfeck des Fuhrmanns mit der Kapella, der Perseus und die bekannte W förmige Kassiopeia. Im Osten funkelt ein fehr Heller Stern: die Wega in der Leher und rechts davon Herkules und die schöne Krone, mit Gemma, dem Edelstein, geziert.

Vermischtes.

* Von größtem Interesse nicht nur für militärische Fachleute sind die Fortschritte, die das Eisenbahn­transportwesen in den letzten dreißig Jähren ge­macht hat. Im Jahre 1870 brauchte die deutsche Heeres­leitung 11 Tage vom 24. Juli bis zum 4. August um 19 299 Offiziere, 536 000 Mannschaften, 161881 Pferde und 16 883 Geschütze und Train wagen in 1520 Eisenbahn­zügen auf den Kriegsschauplatz zu befördern. Inzwischen hat man sowohl die Zahl der Verbindungsstrecken, wie auch die Stärke und Schnelligkeit des rollenden Materials derart vervollkommnet, daß heut der Transport einer Armee von der gleichen Stärke und Schnelligkeit nur 24 Tage er­fordern würde ein taktischer Vorteil von ganz außer­ordentlicher Bedeutung. In französischen Militärkreisen glaubt man, auf 7 doppelgleisigen Linien in 24 Stunden

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