Donnerstag den 6. Dezember
150. Jahrgang
286 Viertes Blatt.
1900
Gießener Anzeiger
Hmeral-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.
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Koloniales
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Fritz Nowack
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NUN |at »en Anzeigen zu der nachmittags für de» erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uh», viastellungen spätestens abends vorher.
NM». Expedition und Druckte»;
Nr. 7.
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Adresse für Depeschen: Anzeiger chtstz«tz
Fernsprecher Nr. 51.
Kommerzienrat Heichelheim, Karl Röhr und Zurbuch. (Siehe Inserat.)
t-z. Burgergesellschaft. Man schreibt uns: Es ist für jeden Volksfreund eine höchst erfreuliche Erscheinung, daß der Musik als der volkstümlichsten aller Künste in allen größeren Geselligkeitsvereinigungen von Jahr zu Jahr ein breiterer Boden gewährt wird. Sie trägt damit wesentlicher als manches sonst gepriesene Moment dazu bei, daß unsere Geselligkeit eine hoffen wir immer höhere Bildungsstufe erreicht und sich vom materiellen Genüsse immer mehr dem geistigen zuwendet. Auch die „Bürgergesellschaft" hatte am Sonntagabend ihr Fest mit einem sehr gut zusammengesetzten musikalischen Programm eröffnet. Wir wollen nur erwähnen, daß darauf stand das bekannte Kremser'sche Abendlied im Felde, liebe alte a capella Sachen und Volkslieder, wie Silcher's: „Wohin mit der Freud?", Sitt's: „Aennchen lieb", v. d. Slucken's: „UebersJahr", Schubert's: „Die Nacht" und endlich das größere Werk mit Orchesterbegleitung: „Die Birken und die Erlen" von Max Bruch. Als Solistin hatte Frau M. Balser-Landmann ihre gütige Mitwirkung zugesagt, den Gießenern ein stets willkommener Gast. Wir haben uns bei der Wiedergabe aller Sachen vor allem an der Sicherheit und Gediegenheit des Herrn Dirigenten K. W. Mulch recht erfreut. Möchte seine Mühewaltung in Zukunft vor allem auch von dem Damenchor recht eifrig und fleißig unterstützt werden. Wir sagen dies hier nur, weil sich auch hier die alte Erscheinung wiederholt, daß die Herren mehr bei der Sache sind, als die Damen. Alle Ausführenden gaben sich im übrigen mit Liebe und Gelingen ihrer Aufgabe hin. Frau Balser Landmann • sang einige prächtige Lieder, darunter Brahms „Feldeinsamkeit" und Grieg's „Ich liebe dich", die Herr Mulch mit größter Anpassung an die Künstlerin begleitete. Aber überrascht waren wir, nachdem Frau Balser seit 2 Jahren hier nicht gesungen hat, zu vernehmen, wie deren helle, glockenreine Sopranstimme an Umfang und Kraft gegen früher gewonnen hat. Wir beglückwünschen die Künstlerin aufrichtig hierzu und geben uns der Hoffnung hin, dieselbe auch einmal im Konzertverein oder im akademischen Gesangverein zu hören zu bekommen. Ganz besonders zeigte sich dieser Gewinn an Kraft und Umfang in einer hübschen Zugabe, die sich die Künstlerin zudem selbst am Klavier begleitete. Also auf Wieder—hören! Herr Musikdirektor G. Trautmann wird der geschätzten Künstlerin gewiß auch zu den besten musikalischen Darbietungen unserer Stadt den Weg bahnen können.
** D i e F e r b e r'sche Universitäts-Buchhandlung (C. Koch), Seltersweg 87, übersendet uns ihren diesjährigen elegant ausgestatteten Weihnachts-Katalog. Tas vornehme Werk ist mit größter Sorgfalt zusammengcstellt und bringt besonders alle Neu-Erscheinungen aus sämtlichen Gebieten der Litteratur zur Kenntnis des Publikums. Wer ein gutes Geschenk zu kaufen beabsichtigt, wird aus der Fülle der ausgeführten Erscheinungen leicht eine passende Gabe zu finden wissen, mag diese für Kinder, für die reifere Jugend oder für Erwachsene bestimmt sein. Wie wir hören, gelangt die große Auflage des Katalogs in den nächsten Tagen zur Verbreitung an den Kundenkreis der genannten Firma.
fc. Laug-Göns, 3. Dezember. Dem Streckenarbeiter Friedrich Müller hier fiel heute beim Abladen von Bahnschwellen eine derselben auf das Bein. Der 63 Jahre alte Mann erlitt einen doppelten Knöchelbruch.
Darmstadt, 4. Dezember. Dem in den Ruhestaud versetzten Oberkonsistorialrat Martin WaaS widmet die „Allg. Evang.-Luth. Kirchenztg." die folgenden ehrenden Worte:
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Seltersweg
Ecke Flockstrasse
Seltersweg
Ecke Flockstrasse
Volttische Tagesschau.
.Z» dem Rücktritt des gothaischen Ministers von Strenge :bt Sie „Kreuzztg." folgende Erklärung:
: 3« tir. igen Tagen erhielten wir Kenntnis von einer Druckschrift,
Aus Stadt md Fand.
Gieße«, 5. Dezember.
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trttM hn Anzeiger i BW mit „Hess. iMbudrt" u. „Blätter x HW Volkskunde" SchM iral beigelegt.
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i, Handtüchern etc.
■ResT, 'Me i»er Präsident der Kolonialgesellschaft, Herzog a yaiM Alkrecht zu Mecklenburg, in der am 1. Dezember i ^WF geh^Henim Vorstandssitzung der Kolonialgesellschaft mit- ,'fi enati tzas 1WItc'' die Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amte gem itt Schaffung einer Auskunftsstelle für deutsche ff ä M iSttmnderer durch die Deutsche Kolonialgesellschaft mit Äj Meß, 'ter'iligmig des Deutschen Reiches nunmehr zum Ziele ■ ■ * WVI komMn. In dem Reichshaushalt für 1902 beabsichtigt 17 I f M^P^gierung, die für die Subventionierung dieser lSkumsirst«lle nötigen Mittel zu fordern. Dieselbe wird
vorn» Emil. Perthes, dem früheren Eigentümer der Perthes'schen riasp.4kichh»ndlung in Gotha, veröffentlicht worden ist; sie führt den t<J , .'Eine moderne Gründergeschichte", und behandelt die Geschichte » HutnjanKrunfl des Perthes'schen Unternehmens in eine Mtiengesell- iit. . Zn der Druckschrift wird auch der seinerzeit für die freisinnige itfei;1 slhr Gütige frühere Notar Strenge, der spätere Minister von irengrer, vielfach erwähnt, und zwar in einer Weise, die nicht gerade dgn-trti ist, für ihn besonders einzunehmen, im Gegenteil. Falls die g:i! qthtu Schilderung von dem Verhalten des nunmehr abgetretenen !;.ntfhta$ ben Thatsachen entspricht, so war er nicht nut als Minister, lderrn überhaupt als Träger eines verantwortungsvollen Verwaltungs- nes fmtchin unmöglich. Die Vorwürfe, die ihm dort ge- wdlUdlb V >cht üitben, sind so schwerwiegend, daß er, sofern sie unbe- ünde« find, schon wegen des Ansehens des früher von ihm bekleideten lf hen vules durch Erhebung der Klage gegen den Verfasser eine
arste Mg ^beiführen müßte : jedenfalls aber muß auffallen, daß sein toem Erscheinen der Perthes'schen Druckschrift zeitlich zu- imenfftllt, rin ursächlicher Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen Icheimr deihnlb nicht ausgeschloffen.
„Eine wettere Folge der Totenfestbewegung, die ja schon sei mehr alö fünf Wochen in Aussicht stand, ist die QuieSzierung deS OberkonststorialraiS und Superintendenten Waas in Darmstadt „auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen und rreugeleisteten Dienste". Ist mit dieser Anerk«nr.Ul>g auch keine besondere Auszeichnung verbunden worden, so folgt dem in Ruhestand Versetzten doch dir Hochachtung der gesamten Geistlichkeit für sein charakterfestes Auftreten, und kiese Anerkennung für Waas wiegt jetzt um so schwerer, als man ihm anfangs bei seinem Amtsantritt von manchen Seiten mit Mißtrauen begegnete."
Diesen Worten kann man sich qcwifc nur anschlüßen.
Frankfurt a. M., 4. Dezember. Eine Mitglieder- Versammlung des hessischen Zweigs des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat nach längerer Unterbrechung hier getagt unter dem Vorsitz des Geh. Ober-Medizinalrats Dr. Neidhart- Darmstadt. In dem Rechenschaftsbericht wurde bedauert, daß sich die Wirksamkeit des Vereins nach außen mehrere Jahre im großen und ganzen auf die Gewinnung neuer Mitglieder beschränkt habe; einzelne Mitglieder haben jedoch privatim eine rege Thätigkeit entfaltet. Die von Darmstädter Vorstandsmitgliedern im Jahre 1890 gegründete Volksküche z. B. erfreut sich des besten Zuspruchs. Ebenso konnte Dr. niet). Pullmann-Offenbach von zwei dort im Laufe des Jahres errichteten Kaffeebuden berichten, die in überraschender Weise benutzt werden. — Die von Ober-Konsistorialbuchhalter Rotbermel geführte Rechnung wurde geprüft und richtig befunden; sie schließt mit einem Vermögensstand von 860.53 Mk. — Die sehr zusammengeschmolzene Zahl der Vorstandsmitglieder erforderte umfassende Ergänzungswahlen. Zum Vorsitzenden wählte die Versammlung einstimmig wiederum Geheimerat Dr. Neidhart, als Stellvertreter Medizinalrat Dr. Weckerling-Fried^ berg, als Schriftführer Dr. med. Collatz und Pfarrer Waldeck-Darmstadt. — Nach eingehender Besprechung wurde als Arbeitsprogramm aufgestellt: Die Mitglieder schließen sick zu Ortsgruppen oder Bezirksvereinen zusammen uno nehmen irgend eine Arbeit im Sinn des Kampfes gegen den Alkoholismus auf, etwa nach dem Offenbacher Beispiel. Eine aus sechs Vorstandsmitgliedern gewählte Kommission unter dem Vorsitz des Medizinalrats Dr. Weckerling wird mit der Durchführung dieses Programms betraut. Auf diese Weise soll dem oft erhobenen Vorwurf begegnet werden, der Verein leiste nichts. — Wenn dann rührige Ortsgruppen und Bezirksvereine eine größere Zahl Gesinnungsgenossen und Volksfreunde gesammelt haben, ist es möglich, sich mit Hessen-Nassau zu einem Verband zusammen zu schließen, und vielleicht, wie Pfarrer Schlosser-Gießen vorschlug, einen eigenen Geschäftsführer anzustellen. Diesen Plan uird den anderen, daß sich der hessische Zweigverein mit alter Energie an der vom hiesigen Zweigverein geplanten Gründung einer Trinkerheilanstalt in der Nähe von Gelnhausen beteiligt, ließ die Versammlung vor jenem zuerst aufgestellten Programm zurücktreten infolge der vom Geschäftsführer Just-Hildesheim vorgebrachten triftigen Gründe. Wenn daher eine finanzielle Unterstützung der im Entstehen begriffenen „Trinkerheilanstalt für beide Hessen und Nassau" erst für später in Aussicht gestellt werden konnte, so hinderte das nicht, die von Frankfurter Vorstandsmitgliedern gemachten Mitteilungen zu begrüßen, zumal die Anstalt schon gleich zu Anfang auch f ü v Hessen offen stehen soll.
uundr desjenigen erteilen, das der Deutschen Kolonial- rsellfiW aus privaten Quellen zufließt. Organe der luSkuUnterteilung sollen, von der Hauptstelle abgesehen, )lie AMiluagen der Deutschen Kolonialgesellschaft und die- /enigem Lerxine sein, die sich schon bisher mit der Aus- x\iniftßeMiliang an Auswanderer beschäftigt haben. Die
ÄT V j nennung des Leiters der Auskunftsstelle erfolgt durch den Wr mA / räsidiirM der Kolonialgesellschast, unterliegt aber der t & / enehcriigimg des Reichskanzlers.
GrMsbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hrMche Landwirt KMrr Dr hessische DslkskM-e.
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rtfiti *" ffvviuzialausfchuß. Samstag, 8. Dezember l. Js., «161161 vÄwfflitrtajj 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude (Brand- ’’ . >tz 9) dahier eine öffentliche Sitzung des Pro-
lausschusses der Provinz Oberhessen mit eodte° Mö gend .«Tagesordnung statt: 1) Nebenbahn Friedrichsdorf' •erlichen M Enteignung in der Gemarkung Nodheim
;Pr Bürger^“- eD erküiÄMg des Ausspruchs der Enteignung); 2) Gesuch und reine" . |ade und 1* MMrS Heinrich Wagner zu Echzell um Genehmigung 88e Kaffee. Ch0K Jahre8^ An^Mng eines neuen Wasserrades; 3) Die Anlage reS newi Friedhofs zu Bad Nauheim, hier Enteignung;
DierHtcignung deS zur Verlegung der Ockftädter Straße GcraMng Friedberg nötigen Geländes des dortigen Friedhofs; 5) Gesuch des Johann Ludwig kon Geiß-Nidda um Erlaubnis zur Errichtung jElbv** v • -v FMegelsteinbrennerei in der Gemarkung Geiß.Nidda. w **'HmLelskammerwahl. Gestern wurden zu Mitgliedern
Ha:a dilsssammer für den Stadtbezirk gewählt die Herren


