Mittwoch den 5 Dezember
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Die Goldgräber von Transvaal. Eine Er- zählung für die reifere Jugend von Karl Matthias. Mit vier Vollbildern nach Originalen von Walther Zweigle. Verlag von Levy L Müller in Stuttgart. 290 Seiten. Preis eleg. geb. Mk. 4.50. — Aktuell sowohl durch den Stoff als auch durch die treffliche Schilderung des B u r e n v o l k e s in Friedens- und Kriegszeiten, seines pittoresken Landes und des Lebens und Treibens in den Gold- und Diamantenfeldern, ist diese Erzählung geeignet, das Interesse der Jugend zu erregen. Der Verfasser entrollt hier in fesselnder Darstellung die Erlebnisse zweier deutschen Seeleute, die in das Staatsgefängnis von Lourenzo Marques geworfen, von da entfliehen und nach einem abenteuerlichen Marsche nach Johannesburg kommen, wo sie sich als Goldgräber niederlassen. Nach zahlreichen, herben Enttäuschungen machen sie endlich, dem Verhungern nahe, einen Goldfund, der es ihnen ermöglicht, die Reise nach den sagenumwobenen Diamantenfeldern in der Nähe von Kimberley am Modderriver fortzusetzen. Die Schilderung des Diggerlebens hier in der Wildnis bildet den Glanzlpunkt der an packenden Szenen reichen Geschichte. Dramatisch wird erzählt, wie die beiden Seeleute endlich nach Mühen und Entbehrungen einen reichen Diamantenfund machen, wie der eine der beiden in einem Streite mit einem englischen strolche- auch noch sein zweites Auge verliert, während der andere von einem Kaffern einen unschätzbaren Diamanten erwirbt, an dem Kampfe der Buren gegen die Engländer teil» nimmt und schließlich nach seiner Verwundung am Paardeberg mit seinem blinden Freunde in die HeimaL zurüÄehrt.
abreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.
Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätler für hessische Volkskunde.
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150. Aahrgang 1900
den Dichter wilder Rhapsodieen Walt Whitman, den Essayisten Ralph Waldo Emxrson, den englischen Staatsmann Gladstone, den Historiker Buckle, den feinen Kopf des Kardinals Newman, das Dichterehepaar Robert und Eliza Browning und ihre amerikanische Freundin Harriet B e e ch e r - S t o w e , die begeisterte christliche Heroldin ziu Gunsten der amerikanischen Sklavenbefreiung. — Eine Geschichte der englischen Präraffaeliten bilden die Porträts und Biographieen von Charles Swinburne, Bur ne-Jones, Rossetti und Watts, während John Franklin, der Nilerforscher Speke John Lubbock und von Deutschen Ferd. von Richthofen, Ad. Bastian und Georg Schweinfurt h die Naturgeschichte und Erderforschung vertreten. Von Schriftstellern finden wir I b s e n und B j o r n s o n, den italienischen Lyriker Car du c ei und den zu unrecht vergessenen Schweizer Menschenfreund Jean Henry Du- nant, den Begründer einer der größten Wohlthaten unseres Jahrhunderts, der Genfer Konvention und damit verbunden des Roten Kreuzes. Schließlich ist wie naturgemäß immer die deutsche Nationalität besonders reichhaltig vertreten in den Namen Ludwig Büchner, Ed. v. Gebhardt, Jos. Joachim, Ed. Mörike und eine ganze Geschichte unserer politischen Entwicklung kennzeichnen die Namen Karl Mathy, Georg v. Vincke, Welcker und Rotteck, Radowitz, Simson, der alte Harkort, Bamberger, Windthorst und Hermann S ch u l tz e - D e l i tz s ch, der Begründer des deutschen Genossenschaftswesens. Von neuen Mitarbeitern an den Biographieen finden wir Hauser, Woerner, Christlieb, Jakob, Ellissen, Kaufmann, O n ck e n und Struck, lauter ausgezeichnete Namen.
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Erstes Blatt.
Bekanntmachung
Betr.: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schul- zeuguiffe die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne weiteres zurückgegeben werden.
1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfuugs- Kommission nur daun einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.
Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. (Wenn z. B. mit Rück* sicht auf das Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinausgeschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugnis aber erst am Schlüsse des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugnis bis 1. April nachfolgen werde.
3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Akteuformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adrefle anzugeben.
4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis;
b) Die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für die Dauer des einjährigen Dienstes die Kosten des Unterhalts, mit Einschluß der Kosten der Ausrüstung, Bekleidung und Wohnung von dem Bewerber getragen werden sollen; statt dieser Erklärung genügt die Erklärung des gesetzlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er sich dem Bewerber gegenüber zur Tragung der bezeichneten Kosten verpflichte und daß, soweit die Kosten von der Militärverwaltung bestritten werden, er sich dieser gegenüber für die Ersatzpflicht des Bewerbers als Selbstschuldner verbürge.
Die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters und des Dritten, sowie die Fähigkeit des Bewerbers, des gesetzlichen Vertreters oder des Dritten zur Bestreitung der Kosten ist obrigkeitlich zu bescheinigen. Uebernimmt der gesetzliche Vertreter oder der Dritte die in vorstehendem Absätze bezeichneten Verbindlichkeiten, so bedarf seine Erklärung, sofern er nicht schon kraft des Gesetzes
Deutscher Reichstag.
B e r l i n, 3. Dezember.
Auf der Tagesordnung steht die Zentrumsinter- p e l l a t i o n über die K o h l e n n o t.
Abg. Dr. Heim begründet sie mit dem Hinweis auf die Mißstände auf dem Kohlenmarkt und schiebt dem Rheinisch-Westfälischen K o h l e n s y n d i k a t einen wesentlichen Teil der Schuld zu, da seit dessen Bestehen die Kohlenpreise ständig gestiegen sind, direkt Kohlen nicht mehr abgegeben und auch die Händlerkonkurrenz eingeschränkt worden sei. Handel, Industrie und Landwirtschaft haben unter der Preistreiberei der mit enormem Gewinn arbeitenden Grossisten gelitten. Besonders erschwerend sei die Zunahme der durch die billigen Ausfuhrtarife begünstigten Ko hl en ausfuhr, während gleichzeitig im Jnlande mit der Kohlenabgabe zuruckgehalten worden sei. Nur der milde Herbst habe eine Krisis verhindert. Auch die staatlichen Werke hätten es nicht viel besser getrieben. Bei der großen Bedeutung des Kohlenverbrauchs im Haushalt müsse man an Abhilfe denken. Als Abhilfemittel fällt neben etwaigen Maßnahmen für ib,ie Zukunft wie Exportverbot in den Handelsverträgen oder Ausfuhrverbot, die wenigstens zeitweise Aufhebung der besonderen Ausfuhrtarife und Verbilligung der Einfuhrtarife auf. Es werde aber auch an eine Gesetzgebung sür ldie Syndikate zu denten sein, die diese zur Verhütung neuer Ausschreitungen unter Aufsicht stellt.
Handelsminister Brefeld erklärt in Beantwortung der Interpellation, daß ihm eine Einwirkung auf das
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neunzehnte Jahrhundert in Bild- l ifilssn", herausgegeben von Karl Werckmeister, Berlin, P ybOlo graphische Gesellschaft, hat in den vor- {iegpben Lieferungen 56 bis 60 (Bildnisse 441 bis 480) föecaen seinen vierten, den vorletzten Band beendigt. Ein PrauchiMrk für den Weihnachtstisch, nicht nach dem land- 'ckiu^agm Begriffe, sondern ein Werk reichhaltig an Ma- r er toi und Anregung für jedes Feld schöpferischer Thätig- feitr Ivie kein zweites. In bunter Reihe treten uns hier die • Men Männer und Frauen unseres Jahrhunderts cntdwn! aus dem Reiche der Poesie, Malerei und Bild- l.aimrlurist, Musik, Architektur und daneben die großen RatUlsollscher und Philosophen, Mathematiker, Astro-
3CllV‘j erit5*' non«««, die Techniker, Aerzte, Pädagogen, Geologen, die A iind eiP WedÄ-ftrer, Nationalökonomen, die Sprachforscher und
** StEimänner, ebenso die Geschichtsschreiber und Publi-
-1 £ Das Leben in allen seinen Berufsarten tritt da vor
unäi auf Und neben den Portratkopfen, die auf Grund 4i«ger Nachforschungen das beste vorhandene tzilbick eines jeden bringen, predigen eindringlich den Lebüe-nsimhalt und die Lebensarbeit der Dargestellten die ttreffend und anregend geschriebenen Biographieen au eil km Federn von Fachleuten und Mitarbeitern aus den deutschen Gelehrtenrepublik, von denen wir Nansen wie. Avljiche, Falkenheim, Hermann Grimm, F. Kraus, Jota« Laaßtpitz" Marcks, Pfleiderer, Ruhl, nur zu nennen brcvsichmi, um ihren Wert anzudeuten. Die vorliegenden Lie^smagen bringen in dieser internationalen Gesellschaft «VN-I faütretern englischer Zunge die Amerikaner L o w e l l,
zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet ist, der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung.
c) ein UnbescholteuheitSzeuguiS, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen Militärberechtigten Anstalten) durch den Direktor der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist.
d) das Schulzeugnis.
Sodann wird noch besonders bemerkt:
zu pos. d. daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisie für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen, und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober- Realschulen, sämtlich nach Muster 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg. Bl. Nr. 27 von 1894 — ausgestellt sein müssen.
Im übrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. GroßherzoglichePrüfungS-Kommission für einjährigFreiwillige zu Darmstadt.
Der Vorsitzende: Wick.
Amtlicher Teil-
Bekanntmachung.
I« der gestrigen Bekanntmachung ist ein Druckfehler ntH alten. Der Hungener Viehmarkt, welcher als Sechveiuemarkt abgehalten werden kann, sindet am Mon» tagt btm 10. Dezember statt.
Ta« den Wietzener Schweinemarkt am 11. Dezember c-etixfft, so gelten im übrigen dafür ebenfalls die allgemeinen für: bk Gießener Viehmärkte erlassenen Bestimmungen über UntLksuchung der Markttiere auf dem Viehmarktplatze, QuiLrantcknepflicht und Strahenhandel.
tzitßen, 4 Dezember 1900.
Großherzogliches Kreis amt Gießen, v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Die landw. Haushaltungsschule zu Lindheim beM'int ihren ersten nächstjährigen fünfmonatlichen Lehr- aruD Donnerstag, den 3 Januar 1901.
Die Schule hat die Aufgabe, junge Mädchen zur Füh- . u-iufl citner wohlgeordneten, einfachen bürger- ichs iii Haushaltung vorzubereiten.
Gcsienstände des Unterrichts sind:
huiuSwirtschaft und Milchwirtschaft, Gemüsebau, Obst- jertrnduiig, GesundheitS- und Ernährungslehre, Kranken- ps' iM Rechnen, Abfassung von Aufsätzen und Briesen, Buch ühchmg, sowie weibliche Handarbeiten. Auch ist für gute deElW gesorgt und wird der Gesang gepflegt.
Die Schule besitzt einen Garten beim Hause, eigene ’lffodftrti und Geflügelhaltung.
Cie unmittelbare Leitung der Anstalt untersteht einer VocWrin (Hausmutter) und einer Assistentin (Jndustrie- lehrrrin). Sowohl diese als die Mädchen wohnen im An- staUISgcbäude. Für Unterricht und Logis sind 20 Mk. pro ?vurcsuii und für Kost und Verpflegung 1 Mk. pro Tag zu ; außerdem sind nur noch etwaige Ausgaben für Arzi?. iid Apotheke zu bestreiten.
Ausführliche Programme, aus denen das Nähere über e '»Meldungen, die möglichst frühzeitig erbeten werden, zu cfe'tytn ift, sind von dem Unterzeichneten, sowie von Herrn Dfcifaintmann Westernacher zu Lindheim erhältlich,
küdingen, den 31. Oktober 1900.
Der Vorsitzende des landw. Bezirksvereins.
Jrle, Gr. Kreisrat.
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KrehenerAnzergers
X | Alle Anzcigen-BermittlungSstellen be» In- unb Ausland«»
8 | ZT I |j ^7 Lz | II V 1 nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen,
v A V V' 4 l'"y V- -V Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
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