Zweiten Ausschusses über die Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf, das Faselwesen; 9. ein Antrag des Abg. Ulrich, betreffend die Errichtung einer technischen Mittelschule in Offenbach; 10. ein Bericht des Ersten Ausschusses über die Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf über die höheren Bürgerschulen.
** Karl Zöppritz. In den ersten Tagen des Oktober starb in Mergelstetten in Württemberg der Gey. Kommerzienrat Zöppritz, der auch Verwandte in Gießen zurückgelassen hat. Karl Zöppritz war am 26. April 1812 in Darmstadt geboren als der 6. von 7 Brüdern aus einer lang dort eingebürgerten hochangesehenen Kaufmannsfamilie. Diese war durch nahe verwandschaftlrche Bande verknüpft mit der Familie des Litteraturhistvrikers Georg Gottfried Gervinus, der mit seinem um wenige Jahre jüngeren Vetter Karl Z. in lebenslanger, inniger Freundschaft verbunden war, wie er denn z. B. einen Teil seiner „Geschichte der poetischen Rationallitteratur der Deutschen" im Hause des Verstorbenen schrieb. Letzterer trat, nachdem er zu seiner Ausbildung längere Zeit im Ausland, besonders in Frankreich, sich aufgehalten, im Jahre 1834 in das elterliche Tuchgeschäft zu Darmstadl ein und gründete 1835 seinen Hausstand mit Margarethe Sofie, Tochter des großherzogl. Hofgerichtsadvokaten Weidenbusch. Gern wandten sich die Gedanken und Erinnerungen des Greises auf jene Darmstädter Jugendepoche zurück. 1847 wurde Z. als Abgeordneter in die Zweite Stände- kammer des Großherzogtums Hessen gewählt und verschaffte sich durch das Gewicht seiner Persönlichkeit bald eine einflußreiche, bedeutende Stellung. Keine Verhandlung in jenen nicht blos für Hessen, sondern für ganz Deutschland so wichtigen Jahren 1847/49 war, an der der Verstorbene sich nicht aktiv beteiligt hätte. So hat er nicht nur als Berichterstatter des Ersten Ausschusses der Kammer einen umfangreichen, 230 Druckseiten umfassenden Bericht über die hessische Finanzverwaltung der Jahre 1842/44 verfaßt und vorgetragen, sondern namentlich eine ganze Reihe von Initiativanträgen gestellt, die sich durch klares Erfassen der Volksbedürfnisse und edlen Liberalismus auszeichneten. Wir heben unter denselben als be sonders bedeutsam den von dem Verstorbenen am 13. April 1849 gestellten Antrag hervor, durch den er auch in die Geschicke des großen deutschen Vaterlandes aktiv eingriff:
„In der jetzigen kritischen Lage des Vaterlands erscheint eS dringend nötig, daß die Stände des Groß- ' Herzogtums das Ersuchen an die Staatsregierung stellen, ihrerseits zu erklären, daß sie die Reichs Verfassung anerkenne und die Annahme der ihm an
getragenen Kaiserwürde von feiten des Königs von Preußen mit Zuversicht erwarte".
Den wichtigsten Umschwung seines äußern Lebens brachten die 50 er Jahre. Schon im Jahr 1828 hatte sein ältester Bruder Jakob die Mühle in Mergelstetten gekauft und dorthin eine Wolldeckenfabrik verlegt. Einige Jahre später zog derselbe den Bruder Georg ins Geschäft und im Jahre 1856 folgte auch Karl Z. dem Rufe der Brüder nach Schwaben, da in jenem Jahr das Geschäft durch Anlage der Spinnerei in Neubolheim wesentlich erweitert worden war. Und als die beiden ältesten Brüder im Jahr 1871 aus dem Geschäft ausschieden, ging es an Karl über. Die Firma Gebrüder Zöppritz in Mergelstetten gehört heute zu den bedeutendsten in Württemberg. Dem gewerblichen Sachverständigen - Verein für Württemberg, Baden und Hessen gehörte der Verstorbene als stellvertretendes Mitglied an.
*' Ersatzpflicht der Post. Tine neue, für Geschäftsleute und Fabrikanten wichtige Entscheidung des Reichspostamts stellt den Begriff des bei gewöhnlichen Paketsendungen wirklich erlittenen Schadens fest und bestimmt, daß dem Absender einer beschädigten Sendung als Schadenersatz derjenige Geldbetrag zu gewähren sei, der ihm den früheren Zustand der Ware herzustellen gestattet, also den Zustand, in dem sich die Ware vor der Beschädigung des Pakets befunden hat. Nach dieser Entscheidung hat somit ein Fabrikant alle Kosten zu beanspruchen, die ihm, einschließlich der an die Arbeiter gezahlten Löhne rc., zur Herstellung seines Artikels erwachsen sind. Der bei der Versendung erhoffte Gewinn ist aber von der Entschädigungspflicht der Postverwaltung auszuschließen.
*• Zur Bewältigung des Weihnachtsverkehrs läßt die Post v waltung in diesem Jahre Paketsonderzüge in großem 11 fange laufen. So verkehren von Berli n nach Frankfurt a. M. nicht weniger als drei Paketsonderzüge täglich, während in früheren Jahren nur einer abgelasscn wurde. Jeder Postsonderzug besteht in der Regel aus 15 Wagen oder 30 Achsen. Die Paketsonderzüge verkehren vom 19. Dezember ab.
•* Hessischer Volkswitz. In dem von uns mehrfach erwähnten unlängst erschienenen Buch „Das tolle Jahr" sagt Profeffor Alex Büchner in Caen (Verlag von Emil Roth), von seiner Vaterstadt Darmstadt redend, die er mit dem Pseudonym Pensionopolis benennt: „Arkadien" (i. e. das Grvßherzogtum Hessen) „besaß zwar/fwie andere gebildete Staaten, eine politische Konstitution; aber das
Mönighd'Cr,
13cvor Sie jl;ren Nedars in Seiden- Üoffcn berfcn, ver- langen 4, Sie' in ■3b'"cni . 3n,crcffe erst un i ged end und .franko Ui u ft er von
Höhensteiner Seidenweberei „Lotze“, Hohenstein Ernstthal Königlicher, <?rotzherzvgi'iches. und' herzo^iict'er bdflicferhnt
war nur ein Stück Papier, welches sich unberufruers«, zwischen den Fürsten und sein treues Volk gedrängt Es hatte auch eine Kammer mit Abgeordneten. Dies^ waren aber lauter in Pensionopolis ansässige StaatSdi>tz Darum schrieb einmal bei nächtlicher Weile ein schätz Spaßmacher auf die jungfräulich weißgewa-chene Wand Ständehäuses mit roter Kreide und verruchter Hand i, , höhnischen Worte:
Eio popeio, schlag's Gickelchen tot!
Es legt mir keine Eier und frißt mir mein Brot.
Gickelchen wurde aber keineswegs totgeschlagen, soudy fuhr tapfer fort, vom besten arkadischen Brot nebst Zu,;, zu freffen.
Universität und Hochschule.
Marburg, 29. November. Das „Verzeichnis des Persons v der Studierenden auf der König! Universität Marburg" ist sort«. schienen. Es gießt über den Besuch der Universität folgende Im Sommersemefier 1900 sind immatrikuliert gewesen 1153 ©tuünrr davon sind abgegangen mit Exmatrckel 418, weggegangen, ohnefi^ zumelden 4, gestrichen 3; hinzu sind gekommen im Wintersemchr ij sodaß die Gesamtzahl der Studierenden 1 0 5 5 foirti Mit Erlaubnis des Rektors hören 49 Personen, darunter,-^ Vorlesungen, sodaß die Gesamtzahl der Berechtigten sich auf Mh, läuft. Auf die einzelnen Fakultäten verteilen sich diese wie folgt-, logische Fakultät 82 Studenten, 2 Hörer, juristische Fakultät 345 v denten 7 Hörer, medizinische Fakultät 2i7 Studenten, 5 Höker,rk sophische Fakultät 409 Studenten, 35 Hörer.
Professor Röntgen hat von der Cvlumbia-Universitit i New-Por! die Barnard-Medaille erhalten, und diese AuszeiHnq mit einem Briefe an den Präsidenten der Universität beantwortet. 2* Forscher sagt darin mit Bescheidenheit: „Durch die Verleihung M Medaille seitens einer so hervorragenden wissenschaftlichen Anstalt i der Columbia-Universität im Verein mit der National-Akademt, t Wissenschaften hat meine Arbeit über die X Strahlen eine Anerkenn erhalten, die mich, obgleich sie nach meiner eigenen Schätzung über -? Verdienst hinausgeht, hoch erfreut hat, und für mich ein Spom, weiterer Arbeit sein wird."
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