Ausgabe 
2.9.1900 Zweites Blatt
 
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kaiserlich e Stadt feierlich zu begehen. Biele Eunuchen kommen aus dem Palast heraus, um sich zu er­geben. Die Insassen des Palastes erhielten die Versiche­rung, daß sie rücksichtsvoll behandelt werden würden.

Aus Yokohama wird gemeldet: Da der japanische Tempel in Amoy in Brand gesteckt ist (die Chr- nesen behaupten, ein japanischer Priester habe ihn ange­zündet), sind am Dienstag fünf Kompagnien der yapanv scheu Garnison von Thaipe auf Formosa abgerückt, um nach Amoy eingeschifft zu werden, wo bereits von zwei Kreuzern eine Abteilung Marinesoldaten gelandet worden ist.

Der russische General Grodekow meldet unter dem 30. August aus Chabarowsk an den Kriegsminister: Nach zweitägigen Zusammenstößen am 17. und 18. ds. n a h m die Abteilung des Generals Ssacharow Aschehe, wobei sieben Geschütze, viel Kriegsvorräte und große Niederlagen von Proviant erbeutet wurden. Unsere Verluste sind: acht Mann wurden verwundet. Ter Gehilfe des Gouverneurs, die Truppen sowie fast die ganze Bevölkerung sind geflohen. Wir haben Abteilungen gebildet, die die Verbindung mit der Nikolsker Abteilung vermitteln und die Eisenbahnlinie abwärts von Aschehe besetzen und schützen sollen.

Nach einem Telegramm des Chefarztes des Marine­lazaretts in Yokohama ist Korvettenkapitän La ns wieder dien st fähig und wird in ein bis zwei Monaten nach der Heimat zurückkehren.

Die deutschen LinienschiffeWeißenburg",Branden­burg" undFriedrich Wilhelm" sind, wie aus Hongkong gemeldet wird, am 31. August nach Wusung weitergefahren.

DieBert. Korresp." bringt auf Grund amtlichen Ma­terials eine Verlustliste der in den Gefechten bei Taku und Tientsin gefallenen oder verwundeten deutschen Marinemannschaften einschließlich des 3. See-Ba­taillons. Die Liste ist am 4. Juli ausgestellt. Die größte Mehrzahl der Verwundeten befand sich bei Abgang des Berichtes im Deutschen Lazarett in Tientsin, das am 26. Juni, ldjurch den Marine-Stabsarzt Dr. Schlick in den Räumen des Deutschen Klubs eingerichtet wurde. In­zwischen ist ein kleinerer Teil der Verwundeten bereits nach Yokohama in das dortige Deutsche Marinelazarett übergeführt. Es lag bei Abgang des Berichtes in der Absicht, auch einen größeren Teil der übrigen Verwundeten mit den: für Aufnahme von 80 Kranken eingerichteten DampferKöln" nach Yokohaina überzuführen.

Telegramme des Gteheuer Anzeigers.

Berlin, 1. September. DerLok. Anz." veröffent­licht eine Unterredung mit einer diplomati­schen Persönlichkeit, die, wie er behauptet, über die in den deutschen Etlichen Kreisen herrschende Ansicht genau informiert sein soll. Nach den Mitteilungen dieses Gewährsmannes ist es ganz verfehlt, von einer von Rußland und den Vereinigten Staaten unter­nommenen Sonder-Aktion zu sprechen. Die Ver­einigten Staaten haben sich dem russischen Vorschläge, Peking zu räumen, durchaus nicht so unbedingt geneigt gezeigt, wie nran aus Washingtoner Zeitungsmeldungen schließen könnte. Die Regierung der Vereinigten Staaten erklärten ihre prinzipielle Bereitwilligkeit, ihre Truppen aus Peking und Tientsin zurückzuziehen, wenn die andern Mächte das gleiche thäten. Bisher hat noch keine Macht eine definitive Antwort auf den russischen Vor­schlag gegeben, der allen Kabinetten einschließlich des Pariser überraschend kam. Die französische Regierung scheint die russischen Bedenken bezüglich der Schwäche der Verbündeten in Peking nicht ganz zu teilen. Dieselbe ist damit einverstanden, den! Sitz der Gesandtschaften einstweilen nach Tientsin zu verlegen, lieber die Mo­tive, die Rußland zu diesem plötzlichen Jdeenwechsel ver­anlaßt haben, läßt sich schwer etwas sagen. Es spielen hierbei zu viele Faktoren mit. Die Befürchtung, daß diese neueste Wendung der Dinge das Einvernehmen der Mächte gefährden könnte, erscheint durch die that- sächlichen Verhältnisse kaum gerechtfertigt. Auch Japan scheint entschlossen zu sein, dieser Einmütigkeit gegenüber seine Sonder-Interessen einstweilen in den Hinter­grund zu stellen und schickt sich an, seine Aktionen in Amoy wieder rückgängig zu machen. Was die deutsche Politik betrifft, so wird dieselbe nach wie vor bestrebt sein, im Sinne der Friedensvermittelung zu wirken und auftauchende Meinungsverschieden­heiten auszugleichen versuchen.

Köln, 1. September. DieKöln. Ztg." schreibt zu der Annahme einiger Blätter, Rußland mache angesichts der militärischen Schwäche der in Peking versammelten Truppen den Räumungsvorschlag: Jeder Gedanke an eine Gefährdung unserer Truppen müsse verschwinden, wenn man bedenke, daß das kleine zusammengewürfelte Detache­ment unserer Seesoldaten die Gesandtschaften monatelang gegen den Ansturm der Boxer und der regulären chinesi­schen Truppen erfolgreich geschützt haben.

Kiel, 1. September. Das Deutsche Reich ist nunmehr unter allen Mächten durch die größte Anzahl Linienschiffe vertreten. Auf dem Kriegsschauplätze sind 17 000 Mann Verstärkungen angekommen. Im in­dischen Ozean schwimmen noch sieben Transportschiffe, dar­unter zwei mit allein 4000 Mann.

London, 1. September. Die New Yorker Tribuna ver­sichert, Li-Hung-Tschang habe ihrem Berichterstatter Mitgeteilt, daß Idie Räumung von Peking seitens der ver­bündeten Truppen die Friedens-Verhändlungen ganz be­deutend erleichtern würde.

London, 1. September.Morning Post" meldet aus Washington, Deutschland habe auf die amerikanische Note geantwortet, es sei mit der Räumung von Pe­king nicht einverstanden. Sollte jedoch die Räu­mung aus. militärischen und nicht politischen Gründen er­folgen, so würde es mit den Großmächten im Einver­ständnis handeln.

London, 1. September.Daily Mail" meldet aus Petersburg: Ein amtliches Telegramm berichtet über die Einnahme von Tsitsikar durch den General Ren- nenkaMp.

Wien, 1. September. An hiesiger unterrichteter Stelle wird versichert, Oesterreich-Ungarn werde gleich Deutschland bei der weiteren Behandlung der China-Frage keine Sonderstellung einnehmen, falls die militärische Si­tuation es gestatte, in die Räumung Pekings einwilligen und der Einleitung von Friedensverhandlungen mit Li-

hungtschang beistimmen, wenn letzterer imstande ist, unan­tastbare Vollmachten für eine solche Aktion beizubringen.

Washington, 1. September. Die amerikanische Re­gierung steht, wie aus bester Quelle versichert wird, dem Vorschläge Rußlands durchaus sympathisch gegenüber. Die Vereinigten Staaten glauben auf die Unterstützung der französischen Regierung rechnen zu dürfen. Allem An­scheine nach wird die amerikanische Regierung ihre aus­wärtige Politik vollständig ändern.

Der Krieg in Südafrika.

Lord Roberts hat bisher die Welt im Dunkeln gelassen über den Ausgang der Kämpfe um Belfast und über die Maßnahmen, die et getroffen hat, um die Buren festzu­halten und zur Fortsetzung des Kampfes zu zwingen. Botha hat das Gelände südlich der Eisenbahn geräumt und sich aus die nördlich gelegenen Berge, deuen ein Berichterstatter das Beiwortentsetzlich" glaubte geben zu müssen, zurück­gezogen, in Stellungen, vor denen DundonsldS berittene Truppen schon bei der Farm Helvetia, wenige Kilometer nördlich von Machadodorp, die versuchte Verfolgung ein- stellen mußten. Aehnlich ging es French, der, statt sein Ueberflügelungsmanöver im Norden fortzusetzen, sich wieder südöstlich wandte, wo er eine Burenabteilung bei der Farm Elandsfontein beim Abkochen überraschte und zum schleunigen Rückzug zwang. Das Reutersche Bureau meldet aus der Farm Helvetia vom 29. dS.:Buller ist mit French und Pole-Carew hier zusammengetroffen, und ihre ver­einten Streitkräfte haben die Buren von den umliegenden Höhen vertrieben. Berittene Jnsanterie verfolgt sie. Die kanadische Kavallerie ist in Watervalboven ein­getroffen. Ein kleiner Teil der Buren wendet sich nach Norden, die Hauptmacht mit der Artillerie geht nach Baber- ton." Ein Telegramm des Feldmarschalls Roberts meldet auS Belfast vom 30. August: Nach den Meldungen über die Besetzung von Watervalboven und Watervajvnder durch die Engländer hat General Buller mit berittenen Truppen eine Stellung inne, die Nooitgedacht beherrscht, das augen­scheinlich verlassen ist. Nur britische Gefangene ziehen in langen Reihen nach Westen auf Watervalonder hin. Ein­geborene sagen, Präsident Krüger und alle Buren-Kommandos seien gestern nach PilgrimSrest abgezogen. General French berichtet, daß die Bahnlinie bis Watervalonder unbeschädigt ist mit Ausnahme einer kleinen Brücke bei der Station.

Deutsches Reich.

B e r l i n, 31. August. Zur morgigen großen Herbst- Parade des Gardekorps sind hier eingetrossen der Großherzog von Sp-ejfen, der Großherzog von Ol­denburg, der Fürst zu Wied, Herzog und Herzogin zu Schleswig-Holstein, der Fürst von Hohenzollern, Prinz Friedrich von Hohenzollern, Prinz Heinrich, Prinz Fried­rich August und Prinz Johann Georg von Sachsen, der Erbprinz von Sachsen-DhÄningen, der Erbgroßherzog von Sachsen, der Fürst zst Waldeck und Pyrmont.

Anläßlich der Fertigstellung des d e u t s ch - a m e r i- kanischen Dabels richtete der Kaiser an Mac Kinley folgendes Telegramm:

Bei der heutigen Eröffnung des neuen Kabels, das Deutschland mit den Vereinigten Staaten in engste te­legraphische Verbindung bringt, freut es mich, Ew. Ex­zellenz meine Befriedigung über die Vollendung dieses bedeutsamen Friedenswerkes auszusprechen. Ich weiß wich mit Ew. Exzellenz eins in dem Wunsche und in der Hoffnung, daß die Kabelverbindung die allgemeine Wohlfahrt fördern und zur Erhaltung derFestig - feit der freundlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern beitragen möge, gez, Wilhelm.

Präsident McKinley erwiderte:

Sr. Majestät dem Kaiser und König Wilhelm II. Berlin. Ich empfange mit großer Genugthuung das Glückwunschtelegramm Ew. Majestät anläßlich der Er­öffnung des Kabels, welches das Netz des engeren Ver­kehrs zwischen diesem Lande und dem deutschen Reich vervollständigt. In diesem Zeitalter des Fortschritts fördert jedes Land, welches die Nationen in ihren kom­merziellen Beziehungen und freundschaftlichen Interessen einander näher bringt, ihre allgemeine Wohlfahrt. Es kann nicht verfehlen, ihr herzliches Verhältnis zu stärken und ihren wechsel­seitigen Vormarsch auf den Friedens Pfaden zu beschleunigen.

DerReichsanzeiger" weist auf die Eröffnung des neuen deutschen Kabels Bo r kum-H or t a - New York hin und spricht die Erwartung aus, daß das deutsche Publikum durch die ausschließliche Benutzung des neuen Verkehrsweges für amerikanische Telegramme das nationale Unternehmen in wünschenswerter Weise unterstützen werde. Telegramme, die über das neue Kabel gehen sollen, müßten die BezeichnungVia Emden-Azoren" tragen. ' ,

Zum Schutze des K a i s e r s in S t e 11 i n aus Anlaß der bevorstehenden Kaiser-Manöver werden die Sicherheits- Maßnahmen schon jetzt getroffen. So wird die Polizei- Verordnung betreffend das Meldwesen für den Umfang des Stettiner Polizeibezirks für die Zeit vom 1. bis 12. September verschärft.

Heute fand im Reichstagsgebäude eine Sitzung des deutschen Hilfs-Komitees für Ostasien in Anwesenheit der Kais er in statt. Aus dem Bericht über die bisherige Thätigkeit des Roten Kreuzes für Ost- afien geht hervor, daß das Rote Kreuz bisher für Lazarett­schiffe, Lazarette usw. in Ostasien 300 000 Mark auf ge­wendet hat, ferner für dorthin geschafftes Material 75 000 Mark ausstellt. c r

Aus Anlaß der morgigen Feier der 25. Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung des Sultans Abdul Hawid bringt dieNordd. Allg. Ztg" an der Spitze ihrer heutigen Nummer einen Glückwunsch-Artikel, in dem auch der Reise des deutschen Kaiserpaares nach Konstantinopel und Palästina vor jtoei Jahren gedacht wird, die dazu beigetragen habe, in den deutsch-türkischen Beziehungen das f r eu nd sch a ftli che Ver h ä 11 n i s | zweier Staaten zu befestigen. Auch derReichs-Anz."

wünscht dem gastfreundlichen Herrscher, dem am 8. No­vember 1898 der denkwürdige Trinkspruch des Kaisers in Damaskus galt, dem freundwilligen Schützer und Förderer deutscher Kulturarbeit in der Türkei eine lange friedliche und gesegnete Fortdauer seiner Regierung.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, ist dem Bundes­rat eine Vorlage zugegangen, die das Verfahren über die Geschäftsführung beim Reichsversicherunqs- amte betrifft.

Staatssekretär Graf Bülow hat im Hinblick auf die politische Lage in diesem Jahre auf feine gewohnte Erholung in der österreichischen Sommerfrische verzichtet. Wenn der Staatssekretär doch für kurze Zeit Berlin ver­lasse, so werde er innerhalb Deutschlands bleiben und die Leitung der Geschäfte in der Hand behalten.

Ein Telegramm meldet den heute dort plötzlich erfolgten Tod des' deutschen General-Konsuls in Barcelona Richard Lindau. General-Konsul Richard Lindau, der jüngere Bruder von Rudolf und der sieben Jahr ältere Bruder von Paul Lindau, erreichte ein Alter von achtundsechzig Jahren.

In Bonn tritt am Sonntag die 47. General­sammlung der Katho liken Deutschlands zu viertägigen Beratungen zusammen. Die Verhandlungen gliedern sich in geschlossene und öffentliche Generalver­sammlungen, von denen es je vier geben wird. In den geschlossenen Sitzungen wird der geschäftliche Teil des Katholikentages und das in den Anträgen vorliegende Ma­terial zur Erledigung gelangen, während in den öffent­lichen Versammlungen die katholische Weltanschauung im Rückblick auf das vergangene und im Ausblick auf das kommende Jahrhundert behandelt werden soll. Nach bis­herigen Mitteilungen ist u. a. die Behandlung der Je­suitenfrage, der Agrar- und FrauensrHge, sowie des Missi­onswesens zu erwarten. Die erste Frage dürfte in der Annahm e der bisherigen Beschlüsse auf unbeschränkte Wiederzulassung der Jesuiten gipfeln, die zweite, ebenfalls wiederholt schvn auf den Katholikentagen erörterte Frage wird unter Berücksichtigung der bevorstehenden Beratiing der neuen Handelsverträge behandelt werden, während die dritte Frage, die erst neuerlich in das Programm der Katholikenversammlung aufgenommen worden ist, in dem Pater des steierischen Franziskanerklosters Mautern einen eifrigen Verfechter auf dem letzten Katholikentage in Neiße fand. Inzwischen ist eine Vorkämpferin in der Frauen­frage, Frau Gnauck-Kühne, zum katholischen Glauben über­getreten und wird jedenfalls als Rednerin zu diesem Thema auf dem Katholikentage auftreten. Wie alljährlich ist mit der Generalversammlung zugleich die Zusammenkunft der verschiedensten katholischen Vereinigungen vorgesehen die jedoch gesonderte Sitzungen abhalten. Außerdem ist für Montag eine Versammlung anberaumt, in der ein Kar­tellverband sämtlicher deutscher Bauern­vereine gearünbet werden soll. In der Einladung wird gesagt, daß dies Zusammengehen gegenüber der bevor stehenden Beratung der neuen Handelsverträge dringend nötig sei. Wie im Jahre 1898 in Krefeld, so wird auch in diesem Jahre eine Wallfahrt veranstaltet. Während man damals Kevelaer besuchte, ist diesmal der Kreuzberg! bei Bonn in Aussicht genommen. Ferner ist mit der Ver­sammlung eine reichhaltige Ausstellung für christliche Kunst verbunden.

Die deutschsoziale Reform Partei hält ihren Parteitag vom 8. bis 10. September inMagde- burg ab. Die Anträge betreffen zum Teil die Partei­presse, die parlamentarische Berichterstattung, die Lasten der sozialen Gesetzgebung u. a., vor allen Dingen aber die Organisation. Was diese Organisationsfrage anlangt, so hat der frühere Abg. Zimmermann dem Parteitage einen im einzelnen ausgearbeiteten Organisationsplan unterbreitet, während Abg. Raab seinen von dem vor­jährigen Parteitage abgelehnten Antrag wiederholt. Es handelt sich bei diesen Anträgen in der Hauptsache um die Frage des Verhältnisses zwischen der Parteileitung und der Reichstagsfraktion.

Wie dieKreuz-Ztg." hört, besteht die Absicht, in dem neuen, aus Anlaß der Schulkonferenz vom Juni d. I. auszuarbeitenden Lehrplan für die Gym­nasien die Wochenstundenzahl des Lateinischen von! 62 auf 69 zu vermehren und den Unterricht im Eng­lischen obligatorisch zu machen. Ferner soll für das Realgymnasium eine Verstärkung des La­teinischen von Quarta bis einschließlich Prima um je eine Stunde geplant fein. Die Wochenstundenzahl würde sich dadurch auf 50 erhöhen. Die Schulkonferenz hatte sich dagegen ausgesprochen. Ob es sich bei alledem um em Definitivum handelt, kann dieKreuz-Ztg." nickst sagen. Auf der Schulkonferenz war beschlossen worden, über die Lehrpläne in einer besonderen Beratung von Schiulmännern im Kultusministerium entscheiden zu lassen. Ob das schon geschehen ist, entzieht sich der Kenntnis.

Ausland.

Paris, 31. August. Die Ankunft des Zaren erfolgt am 18. September. Eine große Anzahl russischer Geheim- Polizisten ist bereits hier eingetroffen. Der Zar wird auch der großen Truppen-Revue in Ehalons beiwohnen. Die Vorbereitungen für seinen Empfang sind in vollem Gange.

Der Handelsminister hat infolge einer Anregung des Deputierten Paschal Grousset eine Enquette über bic Frage angeordnet, ob es sich empfehle, die Weltaus­stellung bis zum Frühjahr 1901 zu verlängern.

Rom, 31. August. Die von Bresci eingelegte Re- Vision wird von dem Advokaten Dr. Merl in o vor dem KaffationShofe vertreten. Demnächst wird der Prozeß gegen mehrere verhaftete Anarchisten wegen Komplotts beginnen. Die Regierung beabsichtigt, von England die Auslieferung MalatestaS wegen gemeiner Verbrechen zu fordern.

Zschl 31. August. Der König von Rumänien ist beute von hier abgereist. Der Kaiser, der den König vom Hotel abholt-, begleitet- ihn zu« Bahnhof, wo et» äußerst herzlicher Abschied stattsand. Auch Gras Goluchowrky war aus de« Bahnhof- erschienen, mit dem sich der König längere Zeit unterhielt.

Bukarest, 31. August. Infolge der andauernden Truppen.Konzentrierungen in der Dobrudscha