Ausgabe 
2.9.1900 Drittes Blatt
 
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"benbe zu verteilen. Cs wurde schließlich folgender An­trag zum Beschluß erhoben:

Die Generalversammlung ersucht den Zentralvor- ! stand über die im Zentralverband bestehenden Einkaufs- vereine, deren Gesellschaftsformen, die Zeit des Be­stehens und die Zahl ihrer Mitglieder eine Aufstellung zu machen und empfiehlt die Gründung von Vereins- Röstereien, Gewährung von Rabatten und solchen Ein­richtungen, soweit sie nach den örtlichen Verhältnissen notwendig erscheinen/'

Die General-Versammlung beschäftigte sich alsdann mit den Warenlagern. Kaufmann Heidelberg (Lauterberg) empfahl eine höhere Besteuerung der Warenlager zu bewirken. Der Antrag gelangte darauf einstimmig zur Annahme. Handelskammer-Syndikus Tr. Rocke-Han­nover befürwortete folgenden Antrag:

Der Zentralverband sieht in dem Vorgehen der Zentrale für Spiritusverwertung eine un­berechtigte Bevormundung und eine Schädigung des De­tailhandels und fordert seine Mitglieder auf, sich nicht bedingungslos den Vorschriften der Zentrale zu unter­werfen. Er beansprucht, daß bei Regelung der Verkaufs­bedingungen für Spiritus Vertreter des Kleinhandels gehört werden."

Der Antrag des Dr. Rocke, mit dem Hinzusügen: den Antrag der Regierung zu überweisen, gelangte danach e i n st i m m i g zur Annahme. Auf Antrag des Kauf­manns Deutscher (Magdeburg) wurde beschlossen:Den Zentralvorstand zu beauftragen, eine freiwillige Samm­lung zur Errichtung einer Alters- und Jnvaliden-ePnsions- kasse zu veranstalten und eine Kommission zwecks Ausarbei­tung von Satzungen zu wählen." Es folgte der.Antrag des Schutzvereins für Handel und Gewerbe in Greifenberg (Pommern):Der Zentralverband wolle dahin wirken, daß der Befähigungsnachweis wieder eingeführt werde und zwar in der Weise, daß ein jeder, der ein Geschäft oder Handwerk anfangen will, drei Jahre gelernt haben muß" Dieser Antrag wurde ohne weitere Erörterung damit er­ledigt, daß der Vorsitzende Schulze erklärte: Der Zentral­vorstand habe bereits in diesem Sinne eine Petition cm den Reichstag gerichtet; letztere solle noch einmal einge- rercht werden. Es wurden hierauf die turnusmäßig aus­scheidenden Vorstandsmitglieder: Geest (Leipzig), Hoff­mann (Coblenz), Löhe (Meiningen), Riel (Berlin), Steindorff (Hamburg) und Tripp (Cassel) wieder­und Reinhardt (Leipzig) neu in den Vorstand gewählt. Senator Schulze wurde durch einmütiges Erheben von den Sitzen wiederum- zum Präsidenten des Zentralver­bandes und danach Eisenach als Abhaltungsort für die nächstjährige Generalversammlung gewählt.

Die thkmtischk Ausbildung der jungm zmlwirte.

Kurz vor dem Wiederbeginn der landw. Winterschulen erscheint es angezeigt, die Aufmerk­samkeit der landw. Bevölkerung wiederholt auf jene An­stalten zu lenken, die hervorgegangen find aus dem Be­dürfnis nach einer besseren Fachbildung, aus der Er­kenntnis, daß die Führung eines geordneten landw. Be­

triebes insbesondere unter den heutigen Verhältnissen ein verhältnismäßig hohes Maß von Kenntnissen und Um­sicht erfordert.

Der landw. Betrieb ist an keiner Stelle der gleiche; andere klimatische, Boden-, Absatz- und sonstige Verhält­nisse bedingen daher stets auch einen veränderten Betritzb^. und da selbst innerhalb der einzelnen Wirtschaft die Pro­duktionsbedingungen naturgemäß verschiedenartig gestaltet sind, so ist einleuchtend, daß nur der Landwirt mit sicht­lichem Erfolg zu wirtschaften vermag, der in der Lage ist, die verschiedenartigen Produktionsoedingungen in hrer Bedeutung für seinen Betrieb zu erkennen und seine Maß­nahmen ihnen entsprechend anzupassen. Sogenannte Scha­blonenarbeit bringt am allerwenigsten in der Landwirt­schaft Segen, weil'd er Landwirt es nicht mit starren, leb­losen Formen zu thun hat, sondern weil sein Beruf ihn mitten in die belebte Natur hineinführt. Wie kann er da ersprießliches schgffen, wenn er nicht vermag, die Stoffe und Kräfte der Natur feinem Betriebe so dienstbar zu machen, daß ihm der höchste Ertrag aus feinen Unternehm­ungen gesichert ist?

Viele Aufgaben und Forderungen treten an den Land­wirt heran. Der moralische und pekuniäre Erfolg hängt in erster Linie von dem zeitigen und zielbewußten Han- deln oder mit anderen Worten von der persönlichen kör­perlichen wie g e i st i g e n Befähigung des Betriebs­leiters ab. Diese Befähigung sich in erhöhtem Maße anzueignen, ist Pflicht eines jeden Landwirts. Der leider noch zu oft befolgte Grund­satz, erst abzuwarten, wie und mit welchem Erfolg der Nachbar wirtschaftet, um es dann,wenn es eingeschlagen hat", gedankenlos auf die eigene Wirtschaft zu übertragen, ist ein durchaus verwerflicher, weil darüber die beste Zeit verlor n geht und auch in der Landwirtschaft ZeitGeld" bedeutet.

In ihrem schwierigen Berufe beratend und hel­fend stehen dem Lanowirt in erster Linie die landw. Vereine zur Seite, die in uneigennützigster Weise stets das Wohl der Gesamtheit, wie das des Einzelnen im Auge haben. Pflicht ist es daher für jeden Landwirt und Freund der Landwirtschaft, ihnen die weitgehendste Unterstützung zuteil werden zu lassen. Aher nur damit ist ein Teil von dem gteschehen, was not thut. Pflicht ist es insbesondere für jeden Vater, der sich des Besitzes von Söhnen erfreut, die das väterliche Anwesen späterhin zu verwalten be­rufen sind, oder die sich die Landwirtschaft überhaupt als Lebensberuf erwählt haben, diesen Gelegenheit zu geben, rechtzeitig für ihr Fach etwas Tüchtiges zu lernen. Dazu gehört vor allem, im Anschlüsse an die erste praktische Lehrzeit zu Hause oder auf fremden Gütern, der Besuch! einer landw. Winterschule, die in zwei auf­einanderfolgenden Winterhalbjahren, also zu einer Zeit, während der die Wirtschaft der Beihilfe der Söhne ganz gut entbehren kann, dem jungen Landwirt die landwirt­schaftlichen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse mit auf den Lebensweg giebt, ohne die er im späteren Leben nicht auszukümmen vermag. Ja, in der landw. Wink er - schule werden ihm die Aufgaben seines Be­rufes erst recht klar, er wird befähigt, das kompli­

zierte Werk eines landw. Betriebes mehr und mehr zu überschauen, sein geistiger Blick wird für Die mannigfache« Anforderungen geschärft und die Liebe zu feinem Berufe nicht unwesentlich erhöht.

Die Ausgaben, die durch den Besuch einer landw. Winterfchule verursacht werden, sind dabei derartig gering, daß auch der Landwirt, der sehr mit seinem Gelde zu rechnen hat, seinen Söhnen den Vorteil einer besseren Aus­bildung zuteil werden lassen kann, umsomehr, da die augen­blicklichen Auslagen eine Kapitalanlage bedeuten, wie sie besser nicht gedacht werden kann, weil sie eine hohe und zugleich dauernde Rente abwirft, von der unter Umständen das Wohl und Wehe der Wirtschaft, der Familie in Zu­kunft abhängt.

Die Zeit von der Entlassung der jungen Leute aus der heimatlichen Schule bis zum Eintritt in den Militärdienst ist kurz und schnell für sie vergangen. Sie ist aber gerade die Zeit, in der der junge Landwirt die Winterschule be­suchen sollte. Einsichtsvolle Eltern sollten daher diese Zeit nicht vorübergehen lassen, ohne ihre Söhne der landw. Schule anvertraut zu haben.

Die Gesamtkosten einschließlich der Ausgaben für Bücher und Schreibmaterialien, für Schulgeld stellen sich für das Winterhalbjahr im Ganzen auf 145 bis höchstens 225 Mark, je nach der räumlichen Entfernung vom Schul­ort und den Ansprüchen, die bezüglich! des Mittagessens gestellt werden. Dabei fehlt es nicht an Kosthäusern, die zu -billigen Preisen eine reichliche und dabei gute Kost verabreichen. Ter Lehrplan der landw. Winter­fchule endlich umfaßt diejenigen Fach- und Naturwissen­schaften, welche zur Führung einer mittleren und kleinere« Wirtschaft erforderlich find, unter Berücksichtigung der be­sonderen, für die betr. Gegend in Betracht kommende« Verhältnisse. Auf eine entsprechende Durchbildung im Rechnen, in der Schrift- und Buchführung, sowie in allen den Disziplinen, die zu der Landwirtschaft in näherer Be­ziehung stehen, wird, ihrer Bedeutung entsprechend, großes Gewicht gelegt.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

34. Woche vom 19. August bis 25. August 1900.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.)

Sterblichkeitsziffer: 16,77%o, nach Abzug der Ortsftemden lO,48»/oo»

Kinder

Es starben an. Zusammen: Erwachsene:

1.

im

Lebensjahr:

2 en

1

vom

2.15. Jahr:

1

1

Lungenentzündung Herzleiden Blinddarm- und Bauchfellentzündung Convulsionen Syphilis Brechdurchfall Skrophulose Unbekannte Ursache

1

1 CD

1 (1)

i (1)

1

1

1

- 1 1 1 1 1

Summa: 8 (3)

3 (2)

3 (1)

2

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von außwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

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