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1.11.1900 Drittes Blatt
 
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Nr. 256 Drittes Blatt. Donnerstag de« 1 November 15». Jahrgang lltftQ

Gießener Anzeiger

Heneral-Unzeiger

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Srentrftitr für hen ®tfanMrn Freiherr« i. Ketfeler.

Peking, 7. September 1900.

Gestern nachmittag um halb 6 Uhr fand eine Gedenk­feier für Herrn v. Ketteler an der Stelle statt, wo er vor elf Wochen seinen Tod gefunden hat. In den ersten Tagen der Verwirrung und Wiederbelebung, die dem Einzug der verbündeten Truppen am 14. August gefolgt waren, war hier in Peking alles so drüber und drunter gegangen, daß niemand an anderes denken konnte als an seine eigenen häuslichen Angelegenheiten. So wurde erst der letzte Tag, den die Witwe des verstorbenen Gesandten noch in Peking zubrachte, zu einer Andacht ausersehen, an der die deutsche Gemeinde und die Truppen teilnehmen sollten. Weniger als einen Kilometer nördlich von der großen westöstlichen Mauer, die die Chinesenstaöt von dem Quartier der Mandschu (Tatarenstadt) trennt, findet sich -auf der vom Hatamenthor nördlich laufenden Straße die Stelle, wo Freiherr v. Ketteler von chinesischen Soldaten überfallen und erschossen wurde. Es ist gerade an der Einmündung einer kleinen Straße, und auf dem erhöhten Fahrdamm stehen zwei Straßenlaternen in jenen kleinen pfeilerartigen Steinhäuschen, die in größeren chinesischen Städten die trübe brennenden Oellampen zur Straßen­beleuchtung aufnehmen. Wenige Schritte davon war auch später der Holzsarg gefunden worden, worin die erschrocke­nen chinesischen Behörden dre Leiche des Ermordeten ge­borgen und begraben hatten, die erst dann im Garten der Gesandtschaft beigesetzt wurde. An dieser geschicht­lichen Stätte versammelten sich Abteilungen der beiden Bataillone der Marine-Infanterie, Abordnungen der Pio­nier-Kompagnie und der Feldbatterie, die den See­bataillonen beigegeben sind. Dazu erschienen die Mit­glieder der deutschen Gesandtschaft, General v. Höpfner mit seinem Stabe und die wenigen übrigen zurzeit in Peking befindlichen Deutschen. In einer grünen Manda- riuensänfte war auch Baronin v. Ketteler gekommen, die bei dieser Gelegenheit zum ersten Male die Unglücksstätte zu sehen bekam. Marinepfarrer Keßler hielt eine warm­empfundene Ansprache, in der er mit schlichten, eindring­lichen Worten die Laufbahn und das Ende des Gesandten schilderte. Zuversichtlich und frohgemut, wie eine Sieg- sried-Natur, sei er durchs Leben gegangen, streng und treu, wie ein Soldat, habe er seine Pflicht erfüllt bis zum Tode, der ihn im Beruf getroffen habe wie den Krieger nuf den/ Schlachtfelde. Die Bataillonsmusik spielte und die altvertrauten Weisen heimischer Choräle erfüllte die große Heerstraße der chinesischen Hauptstadt, und Scharen von Europäern und fremden Soldaten unterbrachen ihren Weg und zollten dem Andenken des deutschen Diplomaten ihre Achtung, dessen Tod die wahnsinnig verblendeten Chi­nesen erschreckt und gezwungen hatte, über ihr frevelhaftes Bernichtungswerk nachzusinnen. Mit einem brausenden Hoch auf den Kaiser, das General v. Höpfner ausbrachte, schloß die kurze Feier, die in ihrer einfachen Herzlichkeit und Würde bei allen, und nicht zum wenigsten bei den Ausländern, einen tiefen Eindruck machte. Heute morgen ist nun Frau v. Ketteler von hier abgereist, wo sie so viel schweres durchgemaM hat. Zunächst verlor die schwergeprüfte Frau ihre in Detroit lebende Mutter, dann Tont die Nachricht, daß ihr Bruder auf den Philippinen gefallen sei, und nicht lange danach traf sie der schwerste Schlag, die Ermordung des Gatten. Nach alledem, was sie in der deutschen Gesandtschaft erlebt und noch nach dem Tode ihres Mannes durchzumachen gehabt hat, war der Abschied von dieser Stätte des Unheils, wo sie so treue Freunde und Tröster zurückließ, bitter und schwer. Herr v. Hanneken, der eigens zu ihrer Abholung nach Peking gekommen war, wird sie zunächst nach Tungtschau geleiten, von wo die Fahrt den Peiho hinunter zu Boot gemacht werden soll. Ein Besuch bet Freifrau o. Ketteler, der greisen Mutter des Gesandten, ist in Aussicht genommen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 31. Oktober.

* DaS ReichSverficherungsamt hat an die Vorstände der Berufsgenossenschaften ein Rundschreiben gerichtet, wo­rin es diese auf einige besonders wichtige, das Entschädigungs- Verfahren betreffende Vorschriften hinweist. Insbesondere sollen es die Vorstände sich zur Pflicht machen, dafür zu sorgen, Laß sich die Unfallfürsorge an dieLerstungen der Krankenversicherung thunlichst lückenlos anschlreße. In den Fällen, wo die Berussgenoffenschasten unter gewissen Voraussetzungen schon vor dem Beginn bet 14. Woche nach dem Unfall eine festzusetzende Rente zu gewahren haben, soll Lie Festsetzung der Rente möglichst schon vor Ablauf der Lreizehnwöchigen Wartezeit bewirkt werden. Die Fest­stellung der Entschädigung soll auch sonst überall m be­schleunigtem Verfahren stattsinden, und in allen Fällen, in Lenen die endgiltige Feststellung nicht sofort erfolgen kann,

soll eine vorläufige Entschädigung zugebilligt werden. Ferner weist das Reichsversicherungsamt darauf hin, daß jeder Be­scheid in Zukunft abgesehen von den zum Teil ab­weichenden Vorschriften deS Gesetzes als Berufungsfrist einen Monat" anzugeben und nicht mehr den Schieds­gerichtsvorsitzenden, sondern das zuständige Schiedsgericht zu bezeichnen habe, sowie darauf, daß, da die neuen Schieds­gerichte erst am Januar 1901 in Wirksamkeit treten werden, bis dahin in der Rechtsmittelbelehrung noch die bisherigen Schiedsgerichte bezeichnet werden sollen.

** Feldpost. Es wird darüber geklagt, daß an die in Ostasien befindlichen deutschen Truppen Druck­sachensendungen von der Beförderung ausgeschlossen sind und im Falle ihrer Auflieferung an die Absender zurück­gegeben werden. Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß zwar Drucksachensendungen in offenen Umschlägen oder unter Kreuzband zur Beförderung mit der Feldpost, für deren Betrieb eine solche Versendung mit übergroßen Un­zuträglichkeiten verknüpft ist, nicht angenommen werden können, daß aber trotzdem die Versendung von Zeitungen und anderen Druckschriften an unsere Truppen möglich ist, nämlich indem maft sie in verschlossenen Umschlägen als Feldpostbriefe einliefert, die bis zum Gewichte von 250 Gramm zulässig sind. Drucksachen von höherem Gewicht zerlegt man einfach in mehrere Teile und ver­sendet sie in mehreren Feldpostbriefen bis zum Einzel­gewichte von 250 Gramm. Bis 50 Gramm werden Feldpost­briefe portofrei befördert, darüber hinaus kosten sie bis zum Höchstgewichte von 250 Gramm 20 Pfg. Porto. Trotz aller Hinweise kommen doch nvch immer recht viel Feld­postsendungen mit ungenügender Aufschrift, in mangel­hafter Verpackung oder sonst unstatthafter Beschaffenheit zur Versendung, was den Feldpostdienst recht unliebsam erschwert und für die Absender mancherlei Weiterungen verursacht. Es muß deshalb immer wieder darauf auf­merksam gemacht werden, daß es unbedingt erforderlich ist, die Vorschriften gewissenhaft zu beobachten. Insbe­sondere muß die Aufschrift recht genau und deutlich sein, und außer dem Namen des Empfängers seinen Dienst­grad oder Dienststellung, sowie die genaue Bezeichnung des Kriegsschiffes oder des Truppenteils, bei dem er sich befindet, auch bei Briefen den Vermerk:Feld­postbrief" enthalten. Bei Paketen, die bis 5 Pfund zulässig sind, in dauerhafte Kistchen oder feste Kartons verpackt und außerdem noch mit haltbarer Leinwand oder Wachsleinwand umhüllt, sowie fest verschnürt sein müssen, darf der Name des Llbsenders und eine genaue Inhalts­angabe nicht fehlen. Zur Adresse ist eine Feldpostkarte zu verwenden, welche haltbar aufzukleben oder aufzuheften ist. Die Größe der Feldpostpakete soll 35 Zentimeter in der Länge, 15 Zentimeter in der Breite und 10 Zenti­meter in der Höhe nicht erheblich überschreiten, doch sind geringfügige Ueberschreitungen dieser Maße gestattet. Von der Versendung sind Flüssigkeiten, leicht verderbliche, zer­brechliche und entzündliche Gegenstände ausgeschlossen. Das Porto muß stets vom Absender bezahlt werden (bei Paketen 1 Mark). Die Auflieferung der Feldpostpakete soll nie bis in die letzten Tage vor Abgang des Dampfers hinausgeschoben, sondern es soll mit ihr möglichst zeitig begonnen werden, um einen pünktlichen Abgang nach China zu sichern. Schon jetzt hat die Paketbeförderung an unsere Truppen einen erheblichen Umfang ange­nommen : während der ReichspostdampferKönig Albert" am 2. Oktober 958 Pakete nach China mitnahm, umfaßte der mitPrinz Heinrich" am 23. Oktober abgegangene Versandt bereits deren 5598 Stück; der nächste Dampfer mit Feldpostsendungen geht am 14. November ab. Uebrigens beabsichtigt die Reichspost, demnächst auch Feld- Poftanweisungen bis 800 Mark Kur portofreien Beförderung sowohl von Deutschland an unsere Truppen in China, als auch umgekehrt zuzulassen.

Kolorrialpost.

DerReichSb." erhält ans Nufindi in Nhehe, Deutsch- Ostafrika, folgende Zuschrift:

Es dürfte zur Anregung der Interessen für unsere hiesige Kolonie von nicht ganz geringer Bedeutung sein, wenn ich mich beehre. Ihnen mitzuteilen, daß ich im Hochwalde von Uhehe einheimischen Kasfee gefunden habe. Diese Thatsache ist noch nirgends bekannt. Für etwaige Einwanderer möchte es von Wichtigkeit sein, zu wisien, daß der Kaffeebaum hier in einer Höhe von 18001900 Meter über dem Meere wächst, also in fieberfreier Gegend. Die Luft ist hier im allge­meinen sehr feucht und kühl und das Land oft tagelang in dichten Nebel gehüllt. An Fruchtbarkeit, auch für säst alle europäischen Früchte, sowie auch an Naturschönheit läßt die Gegend kaum etwas zu wünschen übrig. Merkwürdig ist, daß der Botaniker Götze, der vor l/a Jahren während meiner Abwesenheit von der Station sich hier acht Tage aufhielt und Pflanzen sammelte, den Kaffee nicht entdeckte.

Die bisherigen Versuche mit dem Anbau von Kaffee beschränkten sich fast ausschließlich auf die Landschaft Ufam- bara. Auch dort wurde einheimischer Kaffee gefunden.

Universität und Hochschule.

Man berichtet aus Heidelberg: Dr. Radolf Stllib, Kustos an der hiesigen Untvetstläisbibltotbek, übernahm im Auftrag der Badischen Historischen Kommission die Fortführung der ursprüng­lich bis 1508 geplanten Regesten der P-alzgrasen bet Rhein bis zum Jahre 1436. Aus Karlsruhe, vom 27. d8., wirb unS geschrieben: Heute fand an der hiesigen Technischen Hochschule der Rektoratswechsel statt. Der bisherige Proreklor Hofrat Professor Brauer wies in seinem Rückblick darauf bin, daß 75 Jahre ver­gangen seien fett der Gründung der Technischen Schule zu Karls­ruhe, die beute über 1300 Besucher zähle. Mit Genugthuung ge­dachte Professor Brauer der tm verflossenen Jahre veranstalteten VolksbildungSkurse, die vom besten Erfolg begleitet waren und auch in diesem Jahre sich deS besten Besuches erfreuten. Der neue Prorektor, Professor Dr, Lehmann hielt seine Antrittsrede über das Thema:Physik und Politik." In Berlin begeht heute der Ophtalmologe Geh.-Rat Professor Dr. Karl Schweigger, der bis vor kurzem Direktoc der Klinik für Augenkrankheiten war, den 70. Geburtstag. Der Direktor des Seminars für orientalische Sprachen an der Universität Berlin, Geh.-Rat Proseffor Dr. Sachay, feiert heute fein 2bjähriges Jubiläum als o. Proseffor.

Auszug aus den KircheudScher» der Stadt Gieße«.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Matthäusgemeinde.

Den 20. Oktober. Johannes Peter Minke, Küfer und Wirt zu Gießen ein Witwer, und Anna Margarethe Karoline Schwalb, Tochter des verstorbenen Landwirts Christoph Schwalb zu Großen-Buseck.

Lukasgemeinde.

Den 20. Oktober. Dr. Georg Bernhard Schäcker, praktischer Arzt zu Assenheim und Ottilie Charlotte Ritsert, Tochter des Post-Direktors i. P. Karl Ritsert zu Gießen.

Denselben. Wilhelm Schmahl, Taglöhner zu Gießen und Lina Hartmann, Tochter des Taglöhners Heinrich Hartmann zu Gießen.

Den 21. Oktober. Wilhelm Emil Hermann Friedrich Euler, Maler und Weißbinder zu Gießen und Anna Maria Wehrmann, Tochter des verstorbenen Bäckermeisters Leopold Wehrmann zu Gießen.

Johannesgemeinde.

Den 20. Oktober. Johannes NiSpel, Fabrikarbeiter zu Gießen, und Katharina Maus, Tochter des Polizeidieners Ludwig Maus zu Burg-Gemünden.

Getaufte.

Matthäusgemeinde.

Den 21. Oktober. Dem Eisendreher Gustav Heinrich Krausch ein Sohn, Ernst Ludwig Friedrich, geboren den 27. August.

Markusgemeinde.

Den 21. Oktober. Dem Schreinermeister Karl Ludwig Wacker eine Tochter, Elisabeths Johannette, geboren den 31. August.

Denselben. Dem Milchkutscher Karl Schäfer ein Sohn, Heinrich Hermann, geboren den 5. September.

Lukasgemeinde.

Den 21. Oktober. Dem Zimmermeister Georg Schubecker ein Sohn, geboren den 10. April.

Johannesgemeinde.

Den 23. Oktober. Dem Waldhornist im hessischen Jägerbataillon Nr. 11 Adolf Schwarz eine Tochter, Bertha Emma geboren den 2. Oktober.

Beerdigte.

Matthäusgemeind c.

Den 24. Oktober. Ludwig Schmitt, Glasermeister, verheiratet, 6 t Jahre alt, starb den 22. Oktober.

Den 25. Oktober. Matthias Heinrich Hollmann, verheiratet, Tape­zier, 56 Jahre alt, starb den 23. Oktober.

Johannesgemeinde.

Den 23. Oktober. Heinrich Christian Gerhard, Lehramtskandidat, Sohn des Rentners Friedrich Gerhard zu Gießen 25 Jahre alt, starb den 21. Oktober.

Aus dem Geschäftsleben.

Der köstlichste Wohlgeschmack. Obwohl die Vanille das feinste Gewürz und geeignet ist, selbst einfachen Gerichten hohen Reiz zu verleihen, ist sie doch bisher nur auf Gastrollen im Haushalt er­schienen. Ihr hoher Preis, ihr unsicherer Einkauf und die aufregenden Eigenschaften, die ihr eigen sind, ließen sie in der bürgerlichen Küche nicht heimisch werden. Heute können wir die Vanille-Schoten ganz ent­behren und trotzdem ihren herrlichen Geschmack in unvergleichlichersRein- heit, mit geringeren Kosten und ohne jede Befürchtung übler Einwirkung auf unser Nervensystem genießen. Der Körper, der der Vanille ihr köstliches Aroma verleiht, das Vanillin, ist in seiner chemischen Zusammen­setzung erforscht und seine Abscheidung in reinem Zustand erfunden worden. Das patentierte Verfahren wird von der Firma Haarmann u. Reimer in Holzminden ausgeübt. Das reine Vanillin wird entsprechend der Menge, wie es in der allerfeinsten Vanille enthalten ist, mit Zucker verbunden und in den Originalpäckchen von Haarmann u. Reimer (Ge­neralvertreter Max Elb in Dresden) in den Handel gebracht. Nur diese von den Patentinhabern und Fabrikanten selbst hergestellten Päckchen bieten dem Publikum Garantie für Reinheit und stets gleichmäßige Aus» giebigkeit. Das Aroma ist in dieser Form sofort löslich, teilt sich daher beim Backen und Kochen den Speisen und Getränken schnell mit, ver­ursacht auch nicht wie die Vanille häßliche schwarze Punkte in den Ge­richten und braucht zum Vorteil der Ausgiebigkeit nicht mit ge­kocht, sondern nur mit den Speisen gut verrührt zu werden.