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m. 126 Erstes Blatt.
Freitag den 1. Juni
1900
Gießener Anzeiger
Heneral-Z^njeiger
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Volitische Tagesschau.
Die Wirren in China nehmen eine immer bedrohlichere Gestalt au. Die fremdenfeindliche Bewegung in China, die durch die sogenannten „Boxer" repräsentiert wird, hat einen Umfang angenommen, der beweist, daß es sich nicht wehr um kleine lokale Revolten, sondern um den Anfang einer Revolution handelt. Es wird für die Regierung, der wahrscheinlich nicht ohne Grund nachgesagt wird, daß sie mit den Bestrebungen der „Boxer" bis zu einem ge- wissen Grade sympathisiere, kein Leichtes sein, sich den vereinigten Mächten willfährig zu erweisen und die „Boxer". Bewegung völlig niederzuwerfen. Andrerseits freilich würde die chinesische Regierung nicht klug handeln, wenn sie die Dinge auf die Spitze zu treiben suchte, denn dann könnte eS leicht geschehen, daß die Mächte wirklich Ernst machten inb die erste Teilung Chinas dicht bevorstände.
Die „Times" meldet aus Peking vom 29. d. M.: Zufolge der Ausbreitung der Erhebung der Boxer herrscht in Peking bedenkliche Erregung. Die europäischen Gesandtschaften hätten das Tsungli-Aamen davon in Kenntnis gesetzt, daß europäische Schutz wach en berufen seien und uuoer-üglich eintreffen würden. — Die Brüsieler Direktion der Peking-Hankau Bahn erhielt eine direkte Depesche aus Khina über die Verbrennung der Station Kao- paitieu auf der Linie Lukutschio-Paoting trotz der Anwesenheit von 1500 Soldaten. Das europäische Stationspersonal ist in Sicherheit gebracht. Der Schaden an der zerstörten Strecke ist bedeutend. Die Hauptzahl der Belgier befindet sich in Hankau, wo keine Gefahr vorliegt. — Nach einem Telegramm aus London sieht man Washington iie Krisis in China als sehr ernst an. Der amerikanische Idmiral Kempff erhielt den Auftrag, jede Maßregel zum Schutze der amerikanischen Unterthanen zu ergreifen und eventuell seine Marinetruppen marschieren zu lassen. ES wird allgemein eine Intervention anderer Regierungen ir berechtigt gehalten. Die Regierung Mac Kinleys iirchtet allerdings, daß, wenn eine militärische Intervention remder Mächte notwendig wird, es mit Chinas Autonomie inb der von Amerika geschützten offenen Thürpolitik wohl rorbei sein wird. — Aus Peking wird vom 29. d. M. gemeldet: Ein Korrespondent des Reuterschen Bureaus und zwei andere Europäer ritten heute nach Fengtai, um Im von Boxer angerichteten Schaden, der auf eine halbe Million Taels geschätzt wird, zu besichtigen. Als die Herren Lurch das Südthor nach Peking zurückkehrten, fanden sie 3ic Straßen von Soldaten besetzt. Sie wurden von Sol- Laten mit Steinen beworfen, ritten aber im Galopp Lurch und erlitten nur einige leichte Verletzungen. — Aus Äientsin wird berichtet: Zum Schutze der fremden Gesandt- slhasten sind Truppendetachements der verschiedenen auswärtigen Mächte, jedes 100 Mann stark, nach Peking teoibert worden. Der Bizekönig lehnte aber die Beförder- mg der Detachements auf der Eisenbahn von Tientsin rach Peking ohne Genehmigung des Tsung-li-Yamens ab. In Taku sind 5 russische und ein englisches Kriegs- schiff eingetroffen; von letzterem wird jetzt eine Abteilung wclandet. In Tientsin sind 108 Amerikaner mit einem Maschinen und einem Feldgeschütz gelandet. Die „Boxer" laben anscheinend keine anderen Waffen als die, die sie vm Soldaten erhalten. Viele Soldaten gehen offen zu dm „Boxern" über.
Es ist unverkennbar, daß sich den Mächten so leicht Ctine so günstige Gelegenheit wieder bieten wird, gegen Wna vorzugehen. Andererseits wird die Zaudertaktik der Machte wohl durch die nur zu berechtigte Besorgnis be- ßimmt, sich in ein Kolonialabenteuer zu stürzen, dessen Gäbe gar nicht abzusehen wäre. Denn abgesehen von dem normen militärischen Aufgebot, das eine Besetzung größerer chnesischer Gebietsteile erfordern würde, hat jede der Mächte mich alle Ursache, der anderen nicht zu trauen. Der Ein- mrsch der Mächte in China würde wahrscheinlich auch im russisch-japanischen Konflikt den Stein ins Rollen bringen, an dessen Austrag auch England und Frankreich nicht uninteressiert wären. Kurzum, die Mächte haben allen Grund, sich jeden Schritt, den sie unternehmen, erst zweimal zu Lber legen.
Der Krieg in Südafrika.
Auf Grund der neuesten Nachrichten, die der Telegraph Ms Südafrika übermittelt hat, erklären die Londoner Me-genblätter vom Mittwoch den Kriea für in der Lauvtfache beendet. Man kann dieser Ansicht nur beipsiWen; wenn R o b e r t s w i r kl ich in Johannes-
burgein gerückt ist — und ein Zweifel daran ist kaum mehr möglich —, dann dürfte sich allerdings die Zeit bis zur Beendigung des Feldzuges nach Tagen bemessen lassen. Die geringen Hoffnungen, die die Freunde der Buren noch hegten, knüpften sich an die Ueberzeugung, daß die Transvaalburen der Jnvasionsarmee noch einmal die Stirn bieten und den Vormarsch Lord Roberts', wenn nicht hindern, so doch für eine Weile aufhalten würden. Es scheint aber, daß die englischen Meldungen von Mutlosigkeit und Niedergeschlagenheit unter den Buren diesmal den That- sachen entsprechen, aus Kroonstad sind die Burghers fast ohne Gegenwehr gewichen, den Vaalfluß haben sie nicht verteidigt, und die englischen Soldaten haben ihren Einzug in Johannesburg gehalten, ohne daß es, wie man fast allgemein erwartet hatte, unter den Mauern der Minenstadt noch einmal.zu einem ernsthafteren Kampfe gekommen iväre. Der Mißerfolg, den die Burengesandtschaft gehabt, hat seine moralische Wirkung auf die Kämpfenden nicht verfehlt, und so wenig begründet sonst ähnlich lautende Nachrichten waren, heute kann es als wahrscheinlich gelten, daß die Regierung von Transvaal zum Abschluß des Friedens, gleichviel unter welchen Bedingungen, entschlossen ist. Hier und da wird noch die Ansicht vertreten, die Buren würden ihre Hauptstadt noch verteidigen und dann einen Guerillakrieg beginnen. Wir geben an anderer Stelle einen Situationsplan von dem Distrikt Lydenburg und äußern uns darüber ausführlicher. Derartige Operationen wären im Großen und Ganzen ziemlich zwecklos, und es ist auch nicht anzunehmen, daß die. Buren noch weiter unter den Waffen bleiben. Tapferkeit und Vaterlandsliebe sind nicht die einzigen Erfordernisse für einen Guerillakrieg, das Temperament des Volkes muß auch anders sein als das den Buren eigne. Die Kämpfer sehnen sich nach Ruhe, sie sind zu schwerfällig, um als eine Art von GaribaldiaNer das Land zu durchstreifen, und andererseits auch zu ehrlich, um als Franktireurs den Engländern gefährlich zu werden.
So hat es den Anschein, als ob der Feldzug ohne einen letzten Vernichtungskampf zu Ende gehen und gewissermaßen im Sande verlaufen werde. Mag dem sein, wie ihm wolle, der Ruhm, ihr Vaterland in heldenmütigem Kampf gegen einen übermächtigen Feind verteidigt zu haben, wird den Buren darum doch bleiben.
Der Vertreter von Laffäns Bureau in Pretoria telegraphiert, er habe guten Grund für die Annahme, die Transvaalregierung werde unverzüglich Friedensunterhandlungen anknüpfen.
Eine Depesche des „Daily Chronicle" aus Vereenig- ing meldet, daß am Sonntag Kämpfe bei Meyerton und unweit des Klipflusses stattgefunden haben. Die dritte Reiterbrigade mit Artillerie und Infanterie griff die Buren an, die vertrieben wurden, nachdem sie die Bahnstation und die Geleise mit Dynamit zerstört hatten. Seitdem war der Vorstoß von French und Hamilton unbeanstandet.
Der „Daily Telegraph" meldet vom 27. Mai: Dio Buren senden Wagen, Vorräte und Frauen nach Zoutpans- berg: Präsident Steijn ist in Vrede. Die Burenführer bereiten sich vor, aus Transvaal zu entwischen. Präsident Krüger, der krank ist, fürchtet, daß man ihn nach St. Helena schickt, und wünscht, daß dies durch einen Friedensvertraa vermieden werde.
Die niederländische Bahn in Lorenzo Marques ver-, weigert die Annahme von Gütern nach Johannesburg, Telegramme werden noch angenommen, dürften aber kaunt weiter als Pretoria gehen.
Ein Telegramm Bullers aus Newcastle vom 30. Mai besagt, die Buren hatten bei Dornberg, östlich von. Newcastle, ein Lager errichtet, und bedrohten die rechte Flanke der Engländer. Er habe daher am 27. Mai eine Streitmacht unter Hildyard über Woolsdrift und Utrecht und eine andere unter Lyttleton über Jchangodrift nach Dornberg gesandt. Der Feind zog sich hierauf nach Norden hin zurück. Hildyard habe Utrecht, das sich ergab, besetzt. General Clary bombardiere Langsnek. Der ! Feind sei sehr entmutigt. Eine Proklamation des Generals Buller kündigt an, daß die britischen Truppen nunmehr durch Transvaal rücken, und daß den an der Marschstraße wohnenden Personen jeder Schutz gewährt werden wird, vorausgesetzt, daß sie sich neuttal verhalten; daß die Bewohner jedoch mit ihrer Person und mit ihrem Eigentum verantwortlich gemacht werden, wenn die Eisenbahn oder Telegraphen beschädigt oder wenn eine Gewalt-, thätigkeit gegen einen britischen Soldaten in der Nähe, ihrer Wohnungen verübt werden sollte.
Die letzten aus Johannesburg hier angekommenech Personen berichten, daß Plünderungen von Privathäusern in allen Teilen der Stadt Vorkommen, und daß die sanitären Verhältnisse vollständig im Argen liegen.
Eine sehr überraschende Meldung, die mit allen übrigen Nachrichten vom Kriegsschauplätze im Widerspruch steht, bringt „Reuter" aus Pretoria vom 30. Mai: Die englischen Truppen, die am Samstag den Vaalfluß in der Nähe bei Vereeniging überschritten, griffen die
Buren am Witwatersrand an, wurden aber von den Buren unter Louis Botha zurückgeschlagen. Den Buren, die den ganzen Tag heftig beschossen wurden, gelang es, die englischen Stellungen zu nehmen. Die Verluste der Engländer sollen beträchtlich sein.
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Telegramme deS Gießer»er Anzeigers.
London, 31. Mai. Aus Lorenzo Marquez wird berichtet: Die portugiesische Regierung hat Artillerie- Verstärkung nach der Transvaalgrenze abgesandt, da man einen ernsten Angriff der Buren auf portugiesisches Gebiet befürchtet.
Loudon, 31. Mai. Ein Telegramm der „Daily Mail" aus Vryburg berichtet, daß General Hunter 60 Meilen vor Lichtenburg eingetroffen ist.
Loudon, 31. Mai. Aus Pretoria wird gemeldet: Eine Anzahl englischer Offiziere befindet sich augenblicklich hier, um über die Kapitulationsbedingungen zu unterhandeln. Die englische Avantgarde ist auf halbem Wege zwischen Johannesburg und Pretoria, die andern englischen Streitkräfte befinden fich in Hatherley. Sämtliche Festungswerke in der Umgegend von Pretoria sind geräumt.
Loudon, 31. Mai. Das Kriegsamt hat bis heute nacht 1 Uhr keine Nachricht von Lord Roberts erhalten, aber die „Daily Mail" erhält ein Telegramm aus Prü- toria vom Mittwochvormittag 11 Uhr 40 Min., die besagt, daß Prätoria um 2 Uhr nachmittags besetzt sein werde, und Präsident Krüger nach Waterwalboven gegangen ist. Der Bürgermeister soll ermächtigt sein, die Engländer zu empfangen. Die Straßen sind von Menschen belebt, welche die Ankunft der Engländer erwarten, doch ist Alles ruhig.
Brüssel, 31. Mai. Dr. LeydS ist auf einige Tage nach Amsterdam gereist. In der TranSvaal-Ge- sandtschaft herrscht eine traurige Stimmung infolge der jüngsten Kriegsberichte. Trotzdem drückt man die Ueberzeugung aus, daß in Pretoria energischer Widerstand geleistet werden würde, und daß der Krieg noch zwei Monate dauern würde.
Deutsches Keich.
Berlin, 30. Mai. Zur gestrigen Abendtafel bett« Kaiserpaar waren geladen die Staatssekretäre Graf Posadowsky und Bülow sowie Admiral Hoffmann. Heute vormittag hatte der Kaiser im Auswärttgen Amt eine Be-i sprechung mit dem Staatssekretär Bülow und hörte später im Königlichen Schlosse die Borträge be3 Chefs des Civil- kabinetts v. Lukanus und des Chefs des Admiralstabes von. Diederichs. Um 10 Uhr 50 Min. fuhr der Kaiser nach Potsdam und hörte auf der Fahrt dorthin den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke. Im Potsdamer Stadtschloß nahm der Kaiser die Meldung des Kronprinzen entgegen, woraus dessen Einstellung in das 1. Garde-Regiment im Lustgarten erfolgte. — Nachdem der Kaiser die Front des Regiments abgeschritten hatte, nahm er in der Mitte des Vierecks Aufstellung, der Kronprinz ihm zur Seite, und hielt dann folgende Ansprache :
Nachdem Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz den Bildungs- und Entwicklungsgang, wie er für die preußische Armee und ihre Offiziere vorgeschrieben ist, durchgemacht und vollendet hat, durch Bestehen! des Examens, welches seine Vorgesetzten mit meiner Kö-, niglichen Belobigung zu beloben gebeten haben, stelle ich ihn nunmehr als aktiven dienstthuenden Offizier in die Reihen meines Regiments ein. Soweit überhaupt ein junger Offizier für seinen Beruf vorbereitet werden kann, soweit ist alles geleistet. Es wird nun au ihm, sein, in der geschichtlichen, a l t k l a s s i s ch e n Atmosphäre, die in den Reihen dieses Regiments weht und seine Fahnen umspielt, den Dienst in allen feine;», Phasen kennen zu lernen. Es ist eine Ehre sür ihn, inj diesem ausgezeichneten Regimente nunmehr in das militärische Leben hineinzutreten. Ich hege das vollste Vertrauen zu meinem Regiment, daß, wie es so manches preußischen König und manchen Prinzen und Heerführer ausgebildet und aus seinen Reihen hat hervorgehen sehen, ■e§ such auch an meinem Sohne bewähren möge. Und ihm will ich wünschen, daß er in den Reihen meiner alten tcheuren Kompagnie dieselbe Freube empfindet un Verkehr mit dem Grenadier und dieselbe Kameradschaft unter feinen Offizieren und vor allen Dingen dasselbe Ver-i tränen seiner Leute sich wird erwerben können, wi° -s °.uch mir °einst AluNgen ist und d°H er sich eng verwachsen suhle mit den Söhnen


