Ausgabe 
31.12.1899 Zweites Blatt
 
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Sonntag den 31. Deeember

iehener Anzeiger

Hmeral-Anzeiger

Zlints- «nd Anzsigeblatt für den ALreis Gietzsn

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Alle Anzeigen.Berm'trlungSstellen deS In« und AuSlaadeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgege».

Kinder unter 14 Jahren

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Kchntstraße Ar. 7.

Annahme »an Anzeigen zu der nachmittags für de« (« end en Lag erfcheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

von vormittags 7 Uhr bis abends 7 Uhr mit Ausschluß der für den Vormittagsgottesdienst bestimmten zwei Stunden, von 9 bis 11 Uhr, festgesetzt.

Gießen, den 21. Dezember 1899.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kanbwirt, Mittler für hessische Dotbskunde. __________

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hletz«.

Fernsprecher Nr. 51.

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Jugendliche Arbeiter (unter 16 Jahren)

darauf, daß seit der letzten Festsetzung der ortsübliche» Taglöhue gewöhnlicher Tagearbeiter beretts Mier 6 Jahre verflossen sind, auch dieselben den thatsachlichen Verhältnissen nicht mehr entsprechen, eine Neufestsetzung dieser ortsüblichen Taglöhue empfohlen. Unter Bezug­nahme auf unsere Verfügung vom 31. Mar 1892 (Anzeige­blatt Nr. 128) und die dort milgeteilten Grundsätze beauf­tragen wir Sie daher, alsbald mit der Stadtverordneten­versammlung, bezw. dem Gemeinderat, wegen der uns zu machenden diesbezüglichen Vorschläge ins Benehmen zu treten, die beantragten Festsetzungen in eine dem nach­stehenden Muster entsprechende Tabelle einzutragen, die von dem gesamten Ortsvorstand zu unterzeichnen ist, und uns dieselbe binnen längstens 14 Tagen einzusenden.

v. Bechtold.

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Erwachsene Arbeiter (über 16 Jahren)

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Bezugspreis vierteljährlich

2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich.

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Der Vorstand.

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KsKatrs uv- VrooiM-vtt.

Gießen, den 30. Dezember 1899.

** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 41G 3«dr«, «n 1. Januar l484, erblickte der Schweizer Reformator Ulrich Zwingli zu Wildhaus in der GrafschaftToggen^trg da« Licht der Welt. Ein ebenso begeisterter Prediger wie Dichter, ausgezeichnet

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Avsisnd.

Wien, 29. Dezember. König Alexander von Serbien traf heute früh nach 8 Uhr auf dem Südbahn­hofe hier ein, wo er vom Kaiser Franz Josef erwartet und herzlich begrüßt wurde. Beide Monarchen begaben sich alsdann in die Hofburg, wo Graf Goluchowski den König begrüßte. _ r.

Wien, 29. Dezember. Der König von Serbien verlieh dem Kaiser Franz Joseph das Großkreuz des Or­dens Milosch des Großen. .

Prag, 29. Dezember. Die deutsch-fortschritt­lichen Landtagsabgeordneten hielten heute eine Ver­sammlung ab, in der sie den Eintritt der deutschen Ab­geordneten in den Landtag beschlossen. Der Wiedereintritt wurde mit der Veränderung der politischen Situation be­gründet und zugleich der Wunsch ausgedrückt, daß man endlich die Forderungen der deutschen, besonders diejenigen, welche sich auf die nationalen Kurien und die Abgrenzung der Bezirke beziehen, bewilligen möge.

Prag, 29. Dezember. Der Ausschuß der deutschen Fortschritts-Partei sprach sich gestern für die Be­schickung des Landtages aus, welcher nach der Er­ledigung des Budget-Provisoriums, wahrscheinlich am I Sonntag wieder vertagt wird. Nach der Vertagung dürste es, falls die Tschechen die Initiative ergreifen, unter Aus- schluß des Großgrundbesitzes zu Ausgleichs-Verhandlungen zwischen den Volksvertretern beider Nationalitäten kommen.

Paris, 29. Dezember. Das von den Nationalisten organisierte Meeting fand gestern ohne Störung statt. Etwa 5 bis 6000 Personen nahmen daran teil. Nachdem mehrere heftige Reden gehalten waren, wurde eine Tages­ordnung angenommen, worin die Ausnahmegerichte ver­dammt werden und gegen die bevorstehenden Verurteilungen in dem Komplottprozesse auf das entschiedenste protestiert wird. Infolge der außergewöhnlichen polizeilichen Vorsichts- I maßregeln kam es auch am Schlüsse der Versammlung zu I keinen Ruhestörungen.

Paris, 29. Dezember. Der Mmrsterprasident Waldeck- Rousseau hatte gestern eine längere Konferenz mit den I Ministern des Krieges, der Marine, des Aeußern und der I Kolonieen, um sich über die zu treffenden Maßnahmen I zur Verteidigung der französischen Küste und I der Kolonieen zu einigen. Es war dies bereits bie I zweite Konferenz, welche innerhalb der letzten acht Tage m I dieser Angelegenheit abgehalten wurde.

Paris, 29. Dezember. Aus Le Havre wird gemeldet, I daß DreyfuS daselbst eingetroffen sei, und eine Villa be­zogen habe, worin er einen längeren Aufenthalt nehmen I werde. . _ ,

Paris, 29. Dezember. DemPetit Parisien" zufolge I hat der Ministerrat beschlossen, beim Wiederzusammentritt I der Kammer einen Gesetzentwurf betreffend die V e r- ! mehrung der französischen Flotte einzubringen. I Der Vorlage haben bereits sämtliche Minister zugestimmt.

Die Summe der Ausgaben soll 400 Millionen Franks be- I tragen und zur Erbauung von zwölf Schlachtschiffen ersten I Ranges dienen. . , , L ,

Zürich, 29. Dezember. Der Schweizer Bundesrat hat den Gesandten in Berlin, Dr. Roth beauftragt, nach dem I Haag zu reisen und die auf der Friedens-Konferenz vereinbarten Konventionen mit Ausnahme derjenigen über I das Landkriegsrecht zu unterzeichnen.

Odessa, 29. Dezember. Der Simferopoler Militärchef Oberst Perejaslawezew wurde wegen Erpressung zum Verluste seines Ranges, des Adels und der Orden, sowie I zur Deportation nach Tobolsk verurteilt.

I Madrid, 29. Dezember. Der zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten im Jahre 1877 unterzeichnete Friedens- und Freundschaftsvertrag ist gestern I erneuert und in einem dem spanischen Handel günstigen Sinne ergänzt worden. a a

Alexandrien, 29. Dezember. Eine aus 8 bis 10000 Mann bestehende Armee ist nach der Grenze des Tigre- Gebietes unterwegs, angeblich um den Einfluß Meneliks in dieser Gegend zu wahren, wahrscheinlich aber um einen Teil des englischen Gebietes zu besetzen.

erscheint täglich mit Ausnahme deS MvntagS.

Die Gießener M«»ikie«ßl»tter «erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigeleßt.

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Berlin, 29. Dezember. Der Kaiser hat dem Staats­sekretär des Reichspostamts v. Podbielski jein Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift zum Geschenke gemacht.

Gegen Prinz Arenberg ist, tote diePost meldet, die Untersuchungshaft verhängt worden, woraus zunächst der Schluß zu ziehen ist, daß das in Afrika ge­fällte Urteil nicht als endgiltig anzusehen ist. Andererseits wird man die amtliche Klarstellung des Sachverhalts erst nach dem Verlauf der Untersuchung zu erwarten haben.

Die Eröffnung des preußischen Landtages wird am 9. Januar, mittags 12 Uhr, im Weißen Saal des königlichen Schlosses im Auftrage des Kaisers durch den Ministerpräsidenten, Fürsten Hohenlohe, erfolgen. Vorher finden die üblichen Gottesdienste statt. Die erste Sitzung des Abgeordnetenhauses, zur Feststellung der Beschlußfähig­keit, wird um 1 Uhr stattfinden. Am Mittwoch, 10. Januar, erfolgt zunächst die Konstituierung des Hauses, welche, da das bisherige Präsidium - v. Kröcher, Frhr. v. Heere- mann Dr. Krause durch Akklamation wiedergewahlt wird,' nur kurze Zeit in Anspruch nimmt. Alsdann wird in die Tagesordnung eingetreten: Entgegennahme von Mit­teilungen der königlichen Staatsregierung. $er Finanz­minister Dr. v. Miquel wird dem Hause den Etat über- reichen und dabei die mit Spannung erwartete große Rede halten. Auch das Herrenhaus wird gleich nach der Er­öffnung zu einer Sitzung zusammentreten. Auch hier wird das Präsidium der vorigen Session Fürst zu Wied, Frhr. v. Manteuffel, Oberbürgermeister Becker-Köln durch Zuruf für die neue Session bestätigt werden.

DerReichsanzeiger" schreibt in feinem nichtamt­lichen Teil: DerBerliner Lokal-Anzeiger" fährt gegenüber dem Dementi fort, mit seinen Mitteilungen über d-n angeblichen Inhalt des d-utsch-kugl,scheu Vertrags Reklame zu machen. Wir find zu der Er­klärung ermächtigt, daß diese Angaben auf dreister und ungeschickter Erfindung beruhen.

Köln a. Rh., 29. Dezember. Zu den Aussichten der Kanalvorlage schreibt dieKöln. Volksztg.", die Ent­scheidung liege, auch wenn ein Teil der Koiffervativen em- chwenken sollte, beim Centrum, das auch nicht die mindeste Veranlassung habe, sich für den Kanal an den Laden zu legen Andererseits sei es nicht ausgeschlossen, daß die Kanalfrage von der Tagesordnung verschwinde, namentlich, wenn wirklich die dreijährige Dienstzeit erneut auftauche, was durchaus nicht als unwahrscheinlich gelte.

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Jugendliche Arbeiter (unter 16 Jahren)

**Lerner.

Amtlicher Teil.

Gießen, den 28. Dezember 1899.

Betreffend: Festsetzung der ortsüblichen Taglöhne ge­wöhnlicher Tagearbeitet, sowie der Durch­schnittswerte der Naturalbezüge.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

AN die Grohh. Bürgermeistereien des «reifes.

Auf Grund des §2 der Verordnung vom 13. Dezember 1899, betreffend Ausführung des JnvalidenversicherungS- gesetzes vom 13. Juli 1899 (Kreisblatt Nr. 303) haben wir dem Kreisausschuß Vorlage gemacht und dieser mit Rücksicht

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tintrfo 50 Pfg,

Saalbau), aber 1899: onzert 9088

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n C. Krausse.

Entrtie 30 Pfg.

Bekanntmachung.

Betr.: DaS Gesetz wegen Verwendung von Mitteln deS Reichs-Jnvalidenfonds vom 1. Juli 1899.

Nach dem Gesetz wegen Verwendung von Mitteln des Reichs-Jnvalidenfonds vom 1. Juli 1899 (R.-G. Bl. 339/40) sollen den Witwen der im Kriege gefallenen oder infolge deS Krieges gestorbenen Militärpersonen im Falle der Be­dürftigkeit neben den gesetzlichen Bezügen Zuschüsse aus dem genannten Fonds gewährt werden. Von den im Befehls­bereiche des 18. Armeekorps wohnenden berechtigten Witwen sind Anträge auf Bewilligung dieser Zuschüsse bisher nur in geringer Anzahl eingegangen, während reichliche Mittel zur Verfügung stehen. Die im diesseitigen Kreise etwa noch vorhandenen bedürftigen Witwen werden daher zur Stellung von Anträgen auf Bewilligung dieser Zuschüsse hierdurch aufgefordert.

Gießen, den 29. Dezember 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.

Gießen, den 29. Dezember 1899.

Betr.: Wie oben.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen

au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie alsbald orts- Mich veröffentlich«!. _________________

Bekanntmachung

Betr.: Maul- und Klauenseuche. .

->n Queckborn ist die Maul- und Klauenseuche m allen Gehöften, mit Ausnahme von einem, erloschen, und deshalb die Gemarkungssperre ausgehoben worden. Gehoft- sperre bleibt bestehen.

Gießen, den 29. Dezember 1899. feaS Grobherzogliches Kreisamt Gießen.s

I. V.: Dr. Wagner.

Bekanntmachung.

Betr.: Maul- und Klauenseuche.

In Hattenrod ist die Maul- und Klauenseuche er­loschen und die Aufhebung der Sperrmaßregeln angeordnet.

Gießen, 29. Dezember 1899.

Großh. Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.______________

Bekanntmachung.

Betr.: Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, insbesondere den Verkauf von Neujahrs-Glückwunschkarten.

Für den Verkauf von Neujahrs - Glückwuusch- karteu am Eouutaa dem 31. Dezember ! jvkb den Papierhändlern die Verkaufszeit auf die Stunden

Jung« Leute zwischen 14 und 16 Jahren

männlich

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