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Sonntag den 3t- Deeember
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* Der Krieg tu Südafrika.
Gießen, den 30. Dezember 1899.
Das Schreiben des Präsidenten Krüger an die amerikanische Nation hat jenseits des Atlantischen Ozeans die Sympathien für die Buren noch gesteigert, und die Engländer sind nahe daran, auch ihre letzten Freunde zu verlieren, denen sie doch im letzten spanisch-amerikanischen Kriege manch guten Dienst geleistet hatten. Freilich bleibt noch der Sultan, das Haupt aller Gläubigen, der Freund Englands, und man munkelt jetzt, daß seine Freundschaft schon recht bald auf eine Probe gestellt werden solle. England habe nämlich die Absicht, des Padischah Erlaubnis einzu- holen, daß egyptische Truppen in Südafrika verwendet werden. Wenn nun auch diese Nachricht sehr unwahrscheinlich klingt, so ist sie doch ein Beleg dafür, in welcher Verlegenheit England sich befindet wegen der Heranschaffung des Menschenmaterials.
Seine Kolonien kann es nicht ganz entblößen, denn auf die Loyalität der unterjochten Völker zu rechnen, dazu bat England keine Veranlassung, und die häufigen Aufstände in dieser oder jener Kolonie haben gezeigt, daß manche Stämme sich nur widerwillig unter das fremde Joch gebeugt haben.
In Großbritannien setzt man jetzt alle Hoffnung auf das Eingreifen der Generäle Roberts und Kitchener m die Aktion. Es fragt sich nur, ob überhaupt noch einzelne Persönlichkeiten, mögen sie noch so hervorragend sein, aus den Gang der Ereignisse einzuwirken vermögen. Die bi^ her erlittenen Niederlagen haben die Engländer Physisch und moralisch erheblich geschwächt, und wenn auch> die strenge Censur alle Nachrichten, welche von emer Erhebung der Kapkolonie gegen England sprechen, unterdrückt, so kann man doch aus dem Wenigen, was trotzdem ZU uns gelangt, Ersehen wie schlecht die englischen Aktionen in Südafrika ^CI9In der Unzufriedenheit daselbst würden auch einige Erfolge auf feiten Englands kaum etwas ändern, die Überdies noch in ferner Zukunft stehen dürften.
lagen in Südafrika auch auf die Situation in den übrigen englischen Kolonien einwirken, darüber liegen noch keine Meldungen vor. Lauten diese ungünstig, so würden sie shnehin der Unterdrückung verfallen.
Daß man in England schon längst eingesehen hat, wie verhängnisvoll es war, den Chamberlain'schen Planen nach- ruaeben wollen offiziöse Kreise zwar nicht zugeben, aber im @ro8 der Bevölkerung ist der Kolonialminister langst verurteilt. Auch wenn wider Erwarten England doch noch Erfolg haben sollte, so sind die Wunden, welche ihm geschlagen
Gewitter an ro-ttett.e|^e§ Jahr w ie das Iah r 1 89 9 hat man seit Menschengedenken, vielleicht niemals, gehabt. Dte Gewüter sind w den beiden letzten Jahrzehnten des IS Wunders viel ah reicker netten früher geworden und mit ihnen die Einschläge. Das letzte ÄÄ ,uLe6 selben Jahres I* M X ” ? ®e‘ günstig. Es blieb mild und nicht zu feucht bis Medardustag (8. De zember), sodaß wir die Herbstbestellung noch recht^schdn Ein kleines Erdbeben im Ried wurde auch im sudl chen• -eile: bet: W» vinz Oberhessen verspürt und bildete den würdigen Abschluß der excessiven Naturerscheinungen des Jahres 1899.
Was die Erträge des Jahres 1899 anbelangt, so sind sie durch, gängig gut ; dagegen sind die Preise gewichen, und das verdirbt wieder vieles. Die letzten Jahre zeigen: Feuchte (aber lerne nassen) Jahr Kg™ ben fyB=mnunb Beamten». 1 ber noch nn.ühlig-
Bäcker und Metzger ihre Preise hoch halten. Aufl» der hat nn
Arbeitermangel zu kämpfen, mehr als je; ^e Tag. und Gesindelohne steigen fortwährend, die Leistungen werden mäßiger, statt dessen wachsen die Ansprüche des Gesindes an Putz, Vergnügungen und Getränke Da, wo die landwirtschaftlichen Maschinen nicht angewendet werden können, also in Gebirgsgegenden, wird der Körnerbau wehr und mehr zurüa- treten müssen? und statt dessen dürfte Obstbau und Viehzucht zu pflegen sein. Im Vogelsberge werden große Meliorationen ^landwi^schaft^ licher und forstwirtschaftlicher Hinsicht vorgenommen. In den Thalern
aus auen xanoern ötyuni. ...... —— _ . (
mals 7000 bis 8000 Einwohner haben mochte, einen Weltruf erhielt.
Für uns Landwirte wurde Liebig im Jahre 1840 durch sein unvergängliches Werk: „Chemie in Anwendung auf Agrikultur und Ph>^ siologie^' zum Wohlthäter und Bahnbrecher. Es giebl-wohl kaum noch ein Buch auf der Welt, das so die Anschauung der Menschen nicht blos der Landwirte - geändert hat, wie dieses. Darum hat es ab c auch wie teilt anderes zahllose, begeisterte Freunde und ebenso viele grimmige Feinde und erbitterte Gegner gefunden, um schließlich die herrlichsten Triumphe zu feiern. Liebig lehrte uns, die Pflanzen richtig z ernähren, dem Boden die entzogenen Stosse wieder zu ersetzen, die physikalischen Eigenschaften des Ackers zu verbessern und bo, wobie mineraliscyen Stoffe fehlen, sie durch künstliche zu ergänzen. Er zerstörte die Ansicht: der Boden könnte dereinst erschöpft werden: und wies nach. Sobald dem Boden die entzogenen Mineralstosie nach der Ernte wieder zurückgegeben werden, muß das Feld bet guter Bearbeitung wieder Ernten in gleicher Größe bringen.
Durch die Anwendung von künstlichen Dungstosten hat Ltebig ben SlÖlf Cm _ _ . < rx O.Httämann hpr nackt untäbliae
Tabak, Hopfen, Zuckerrüben, gewannen bedeutend. Im Jahre iv^ unb Heuwender folgten nach und werden jetzt, nachdem überall F ld- bereintgungm ftattsindm oder schon stttttgesunden haben, silbst von
alle lange genug auf die Erfüllung ihrer Wünfche gewartet haben, so kann mans ihnen auch gönnen! — I
Ueber das neue Jahrhundert, das nun heraufsteigt, sind die Streitakten noch immer nicht geschloffen. Trotz aller amtlichen Feststellungen und Verfügungen wird die Gruppe der Opponenten in dieser Frage: nicht zum^Schwngen gebracht werden, und eine ganze Anzahl unserer Zeitgenoffen wird die Jahrhundertwende erst em Jahr spater feiern. Ich habe mir mit meinen Freunden die Sache hm und her überlegt und nach reiflicher Erwägung sind wir zu dem Entschluß gekommen, beide Termine festlich zu begehen^ Denn obgleich die 1901er nicht Unrecht haben, hat es zu wenig Verlockendes, bei so fröhlichen Gelegenheiten im Schmollwinkel zu stehen! „Wo alles l«bt, tarn!Rad aUein nicht hassen!" Und wer weiß, wie nächstes Jahr die Aktien stehen' Darum los: es lebe das neue Jahrhundert, auch Lernt'=8 noch nicht ganz trocken hin^den Ohr-n^m sollte! Und daß es mit einer Glückshaube zur Welt
kommt, obwohl der Sonntag just verrauscht ist, sei unser ^""unsere lieben Spaßvögel übrigens haben es heillos gut durch dieses neue Jahrhundert! Wie billig »nd dabei wie wirksam sind jetzt die Pointen einer gewissen Sorte! Der Mann, der zum Sylvestertag versichert, daß die Bezahlung seiner Schulden in diesem Jahrhundert nicht mchr erfolgen werde und einen einfältigen Piccolo damit stutzig macht, kommt in den Rus eines ganz ungeheuerlichen Witzboldes und wer sich am ersten Januar mit Redensarten wif • , Daraus kann ich mich nicht mehr besinnen, das war noch im^v o^ri gen^J ahr hundert!" versieht, kann darauf rechnen, als Teilhaber in irgend eine Lustsptelstrma auf. genommen zu werden. Daß die Worte emeS Mitternachts
redners, der eine Minute vor zwölf beginnt, „durch zwei Jahrhunderte hallen", ist selbstverständlich, doch äensoselbstverständlich wird es auch sein, daß die ersten Kater des neuen Säkulums den letzten Affen des verflossenen w^rd^ie^erste Bör?enhausse wird aller Wahrscheinlichkeit nach » -jstjüä'. ...
stehen sollen, der „alten Zeit" so würdig wie möglich zu ertragen suchen. Wenn nach dem ersten unvermeidlichen Katzenjammer nur sonst alles gut und glatt geht, ttnTö Berlin schon zufrieden sein! Wer freilich kann das wisseni. Der Berliner hat einen ganz netten Wunschzettel, und ich glaube nichts daß sich alle Posten aus dieser L-P°r-ll°-L.st- realisieren lassen werden! Da siguneren neue Bahnhose, neue Straßenbahnlinien, Parkanlagen, Tarifverbilligungen, niebriaerc Mieten und geringere Steuern! Auch etwa» weniger Bevormundung in allerlei
dem echten Spree.Athener nicht unerwünscht! Von den kleinen Herzenswünschen der Einzelnen g°r n>cht zu red^n^
Aber das wird m Berlin nicht allein Jo l«n. De Mensch ist überall daraus angelegt, sich bei passenden Ge- leaenheiten mal in Wünschen was zu gute zu thun und sich dadurch in eine angenehmere Stimmung zu bringen, und ich zweifle nicht, daß auch Du, lieber Leser, so manches auf dem Herzen hast, was Dir das Jahr mit den zwei Nullen erfüllen soll! Möge es denn, wie das ganze Jahrhundert, nicht im Zeichen der Enttäuschungen stehen! Und nun. Prosit Neujahr und auf Wiedersehn! . . Ai R1
Feuilleton.
Berliner Aries.
(Plaudereien aus der Kaiserstadt.)
(Nachdruck verboten.)
Kurschnerwetter. — Das neue Jahrhundert,
eine Fundgrnb? für unfere Spaßvögel- Berliner Wunschzettel für das kommende Sakulum.
Eine aanre Reihe schmunzelnder Gesichter hat der liebe
»erben! - »ber diesmal rone tau(cnb ber
hdrlich durch die Straß . (tc8 roelj>en dem nimmer, frönen ^Df.ol“bean^1'* x ^.dankbaren Moloch Ösen in den satten und dabei oft n {(irren am Arm der
Rachen geschoben; ' . Backfische und der ärmste Bursche gutvermummten rotbackigen i
aus Rikdors Die
Patschen in noch dcker wärmendes ^'^^e mit- Kürschner ab» lächeln so Bister von Berlin geworden.
wurden, so tief und nachhaltig, daß dadurch der Gewinn I bilden sich Wafserbttugeiiossenschaften, wozu die LandeS-
vollständia ausgewogen wird. Und dabei bleibt immer oas I (re^itta^e unb die Landeskulturrentenkasie bereitwillig und gegen gering Odium auf England hasten, am Schluß des Jahrhunderts, l Zinsen die Kapitalien herleihen. Das
unmittelbar nach der Haager Friedenskonferenz, einen Krieg Muijt J ^Di?Haushaltungsschulen für Bauern-
leichtfertig vom Zaun gebrochen zu haben. I Achter füllen sich mit jedem Jahr mehr durch fleißige Schülennnen, das
lanbmirtschaslliche G-n°ff-nschaftSw-,°n st-ht in großer Blüte, unb all-
Landwirtschaftliche Rück-, Um- und Vorschau wöw roütWn übrig und zwar vor.
0U^ bad|inb Jahrhundert. $ $ I an veralteten s" ^„elwlfen baben und können
0. Aus Oberhessen, Ende Dezember. bie NEUNgen.^Sleo«o ^danken aufschwingen: Hilf Dir selbst,.so
Seit einer Reihe von Jahren ist es unsere Gewohnheit cm „Gieß L[ft Dir Gottl, für den wir seit zehn Jahren m dieser Zeitung eu,-
Lnreiger" einen kurzen Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr zu I ^^reten sind. . _ una
„erfen, gl-ichsam eine Man,, ,u d-alsch Schlnbr-chnnng °ü,nMen Nachdem wir km, hwr anbeuteten, wie 19 ^brtunbert
wie es bei aewiflenhasten Geschäftsleuten auch zu geschehen pflegt. Dieses gussieht, wollen wir einmal zurückschauen, wie es ,m 19. Jahrhundert Jahr haben wir besondere Ursache dazu; denn wir stehen nicht blos am I gusgeschaut hat. Pnnbmirtt
Schlüsse eines Jahres, sondern eines Jahrhunderts — wie nun einmal y Die Franzosenkriege von 1796 bis 1814 schlugent der- Landwrrt beschlossen worden ist, aber unserer Ansicht nach mit Unrecht, denn die schast schwere Wunden. Nach diesen Kriegen kam das !hungerrahr
Lundert sind noch nicht voll, so sehr auch die Herren disputieren mögen I JJ bi schlechten 20er Jahre, m denen das Getreide Nichts galt. Befler
- und da ift benn boppelt Ursache" Rück-, Um- unb Voeschan »“""e eä in ben ^Wen *'3^«*»»Ä
... ' I krücbte nute Preise erzielten. Der berühmte Thaer begründete im erpen
’ ^ Zuvörderst fragen wir: Was hat das Jahr 1899 geleistet? In Zettel des 19. Jahrhunderts die rationelle Landwirtschaft und war er
Berua auf die Witterung die für den Bauer eine Lebensfrage zu sein I Stifter der eisten landwirtschaftlichen Lehranstalt m Celle.
vsiat Ä unsmanchmal recht kratzig. Die erste Jahreshälfte war @ine fz^liche Revolution in derLandwirtschaftriefunsr be-
so ungemütlich wie möglich - Sturm und Regen, Hochwasser bei ewigem tü^mter Landsmann Liebig (geb. 12. Mar 180 m: Darmstadt^ gch. Sudelwetter Schmutz, Schneegestöber ohne Eis und Schlittenbahn: das I 18y $ i( 1873 in München) hervor. Er wurde bereits mit I h
Machte uns das erste Quartal. An dieses schloß sich ein unbehaglicher ^erordentlicher und mit 23 Jahren °rdentlich^ Professor der Chemie Frühling an. Die Bäume blühten, sie wurden aber durch Regen, beem- in Gießen, wo er in kurzer Zert so bedeutende Erfo ge erzielte, h h trächtig? Trotzdem gediehen Getreide, Wiesenwachs Hackfrüchte und au§ aQen Ländern Schüler Gemüse jeder Art recht gut, und als. der Juli und August wochenlangen Sonnenschein brachten, kam die Ernte wohlbehalten unter Dach. Der September wurde wieder schlecht, bis zum Ende des Monats hielten d,e


