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Nr. 256 Zweites Blatt
Dienstag den 31 Oktober
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Englische Artillerie im Transvaalkriege.
Die schwere Niederlage der Buren ist zum großen Teil durch die Ueber- legenheit der englischen Artillerie verursacht. In der Schlacht brachten die Engländer das Maxim-Automobilgeschütz zur Anwendung, das sich neben seiner Schnelligkeit im Feuer durch große Beweglichkeit auSzeichnet. Wir führen unfern Lesern eines der englischen Automobilgeschütze im Bilde vor.
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Deutsches Reich.
Berlin, 28. Oktober. Der Kaiser traf heute morgen 7 Uhr 40 Minuten auf dem Potsdamer Bahnhof hier ein und begab sich unmittelbar darauf nach der Siegesallee, um die Verstümmelungen an den Denkmälern in Augenschein zu nehmen. Von 9 Uhr ab hörte der Kaiser im königlichen Schloß den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke. Um lV/2 Uhr empfing der Kaiser den türkischen Botschafter Tewfik Pascha, der sich eines Auftrages des Sultans entledigte, um U’/4 Uhr den Unterstaatssekretär Lohmann, um 12 Uhr den Hofbaurat Ihne und um 1 Uhr den Fürsten Pleß.
— Eine Vorführung von Motorwagen zu Militärzwecken vor dem Kaiser hat stattgefunden. ES handelt sich um vier versuchsweise für die Beförderung des Mannschaftsgepäcks und die Eilbeförderung von Mannschaften gebaute Benzin-Motorwagen. Die Vorführung ist durch Major Madlung vom Kriegsministerium bewirkt worden. '
— Offen zur Sozialdemokratie bekannt hat sich der Pfarrer Blumhardt in dem württembergischen Bad Boll. Er erklärte damit im Geiste Christi zu handeln, der selber ein Sozialist gewesen sei. Blumhardt, der noch bei den letzten Reichstagswahlen für die Konservativen agitiert hat, will den Beweis liefern, daß sich die Religion recht wohl mit der Sozialdemokratie vertrage.
— DieReichtagsersatzwahlim württembergischen Wahlkreise Eßlingen hat für die Deutsche Volkspartei mit dem Verlust des seither innegehabten Mandates geendet. Brinzinger (Demokrat) erhielt 4516, von Geß (Deutsche Partei) 4921 und Schlegel (Soz.) 6850 Stimmen. Es kommt somit zur Stichwahl zwischen dem Sozialisten und dem Nationalliberalen.
— Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht an der Spitze ihrer heutigen Nummer einen Artikel zur Flottenfrage, in welchem die Entwickelung unserer Flotte dargelegt wird, wie sie sich durch das vom Reichstage angenommene Flottengesetz gestaltet hat. Darnach dürfte es sich für die Jahre 1901 bis 1917 um die Stapellegung von 48, oder jährlich 2,8 großen Schiffen handeln. Man wird sich der ernsten Erwägung nicht entziehen können, ob es nicht richtig ist, nach dem Jahre 1900 das bisherige Bautempo beizubehalten und jährlich auf Stapel zu setzen: 3 große Schiffe (Linienschiffe oder große Kreuzer), 3 kleine Schiffe (kleine Kreuzer, Kanonenboote oder Spezialschiffe) und eine Torpedoboot-Division. Ein derartiges Bauprogramm erscheint sehr wohl ohne neue Steuern durchführbar. Die Frage, ob eine planmäßige Verstärkung der Marine in dem angegebenen Umfange innerhalb der nächsten 16 Jahre erforderlich ist, würde zunächst zur Entscheidung gebracht werden müssen. Würde die Frage von den gesetzgebenden Faktoren des Reiches bejaht werden, so könnte der Limit-Paragraph des Flottengesetzes kein Hindernis für die weitere Entwickelung der Marine sein.
— Die durch eine Abordnung der Aerztekammer erweiterte wissenschaftliche Deputation für Medizinalwesen hat in dieser Woche unter dem Vorsitze des llnterstaatssekretärs Br. v. Bartsch getagt. Wie die ..Kreuzzeitung" vernimmt, haben die Beratungen ein allseitig befriedigendes Ergebnis gehabt, sodaß die gewonnenen Resultate für die Zwecke der Verwaltung nutzbar gemacht werden.
— Wie die „National-Zeitung" hört, haben die Besprechungen zwischen dem Fürsten Hohenlohe und dem StaatSsäretär Tirpitz in der Flottenfrage in Baden- Baden ein vollständiges Einvernehmen herbeigeführt,
wodurch der Gang der Angelegenheit wesentlich beschleunigt werden dürfte. Die Bekanntgabe des Planes der HeereS- Verwaltung dürste unmittelbar bevorstehen.
Baden-Baden, 28. Oktober. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird am nächsten Montag von hier wieder abreisen und sich direkt nach Berlin begeben.
Karlsruhe, 29. Oktober. Der russische Kais er - besuch ist verschoben worden. Das Ministerium hat den Zeitungen einstweilen jede Notiz darüber untersagt.
Kiel, 28. Oktober. Die „HohenzoIlern" soll am 13. November seebereit sein. Dieselbe wird für die Reise des Kaisers nach England auf Wochen ausgerüstet.
Die Flotteuvorlage und die Presse.
Berlin, 29. Oktober. Sämtliche Morgenblätter nehmen eingehend Stellung zu dem neuen Flottenprogramm der Regierung. Die „Post" schreibt: Wir hoffen, daß unser deutsches Volk sich den ernsten Erwägungen, welche die leitenden und verantwortlichen Kreise zu einem abermaligen Appell an den Patriotismus und die einmütige Opferwilligkeit des Vaterlandes bestimmen, nicht verschließen wird, sondern daß es die unumgänglich notwendigen Forderungen der Regierung nach reiflicher Prüfung annimmt. — Die „Kreuzztg." meint, der Reichstag sei zwar nicht formell, wohl aber der Sache nach verpflichtet, das Erforderliche zu chun, damit wir mit den übrigen Seemächten gleichen Schritt halten können, denn der Geist der Vereinbarung von 1898 verlange doch wohl, daß die Schlagfertigkeit auf der Höhe der Zeit bleiben müsse. Gehe die Regierung in diesem Sinne vor, so würden die Konservativen dafür volles Verständnis zeigen. Wie die übrigen Parteien sich im Jahre 1901 zu verhalten gedenken — denn früher treten Neuforderungen an den Reichstag schwerlich heran — darüber sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. — Die „Deutsche Tagesztg." will erst den neuen Flottenplan eingehend prüfen, und bezeichnet die Form seiner Veröffentlichung als wenig zweckmäßig. Man könne nämlich aus ihr nicht erkennen, ob es sich wirklich um Absichten der verbündeten Regierungen oder um Gedanken des Reichsmarineamts oder um irgendwelche offiziöse Stimmungsmache handle. Es werde vor allem nicht klar, ob alle diese Pläne und Möglichkeiten schon im Bundesrat erwogen sind, und dann fehle dem ganzen Plan vollkommen die Begründung, dem man mit dem größten Argwohn gegenübertreten müsse. Das Blatt hält es für ausgeschlossen, daß dieselben Herren neue Forderungen begründen werden, die das Flottengesetz s. Z. als die stärkste Bindung der Regierung bezeichneten. Sei die Begründung derart, daß eine Beschleunigung zwingend notwendig erscheint, dann werde man sich eben nicht verschließen können. Wie das Deutsche Reich und insbesondere der deutsche Mittelstand die neuen Lasten erschwingen soll, bleibe eine offene Frage. Die „Staatsbürgerztg." will erst die Frage prüfen, ob der Flottenvermehrungsplan mit der Finanzkraft des Reichs überhaupt vereinbar ist. — Die „Berliner N. Nachrichten" treten fortgesetzt für eine rasche erhebliche Verstärkung unserer Flotte ein. Ohne dieselbe würde unsere Flotte weder im Stande sein, der deutschen Friedenspolitik in überseeischen Fragen dieselbe wirksame Unterstützung zu gewähren, wie das starke Landheer, noch im Kriegsfall unsere Küsten sowie unseren überseeischen Verkehr und unsere im Ausland erwerbsthätigen Mitbürger wirksam zu schützen. — Die ..Nationalztg." sagt: Wird die Notwendigkeit einer Verstärkung der Flotte anerkannt, so muß und wird das deutsche Volk die Kosten aufbringen. Aber wie die Parteiverhältnisse liegen, muß man, indem dieser Flotteuverstärkungsplan aufgeworfen wird, zugleich mit der Eventualität einer Reichstagsauflösung
rechnen, denn es läßt sich nicht vorhersehen, ob das Zentrum die seinerseits für eine Mehrheit erforderliche Stimmenzahl stellen wird. Wir hoffen es, aber es ist keineswegs sicher. Der „Börsen Courier" steht dem neuen Flottenplan sympathisch gegenüber und erklärt, wenn dessen Durchführung wirklich ohne neue Steuern ausführbar sei, so wäre allerdings der Opposition der Boden zum Teil entzogen. Die „Vossische Zeitung" zollt der Reichsregierung die Anerkennung, daß sie mit ihren Absichten nicht hinter dem Berge hält, und lobt das rührige Preßbureau des Reichs- marineamts. Das Blatt schildert alsdann eingehend die zahlreichen Wandlungen bei den Flottenforderungen und schließt mit den Worten: Und abermals in l1/, Jahren kann es heißen: Fortsetzung folgt. Das „Berliner Tageblatt" meint, der Verfasser dieser marineoffiziösen Auslassung müsse ein beneidenswertes Naturell besitzen. Er sehe alles rosenrot, und von des Gedankens Blässe erscheine er absolut nicht angekränkelt. Seine Berechnungen schwebten vollständig in der Luft, und über das Bedeckungsverfahren schweige er sich mit einer Gründlichkeit aus, die seinen sonstigen Darlegungen zu wünschen gewesen wäre. Das Blatt befürchtet, daß mit dieser publizistischen Arbeit den Flottenplänen derReichsregierung kein besonderer Vorschub geleistet worden ist. Die „Volkszeitung" schließt ihre Betrachtung wie folgt: die neue Flottenvorlage übertrifft weit alle Befürchtungen, die man um ihretwillen haben mußte. In konstitutioneller Beziehung bedeutet sie die Bankerotterklärung des Reichstages; in finanzieller Beziehung die schärfste Zu- muthuug an ein Volk, das unter dem Drucke schwerer Steuerlast schon jetzt mühsam ringt, nur in der Umklammerung des Land- und Wassermilitarismus nicht zu ersticken. Darum, wer weiten Blicks in die Zukunft sieht und an eine bessere Zeit glaubt, die dem Deutschen Volke beschieden sei, die es sich selbst aber schaffen muß, der sage mit uns: Nieder mit der Flottenvorlage! Der „Vorwärts" führt u. A. auö: Dieser neue Flottenplan, der beim Reichstag keinesfalls Annahme finden kann, weil er sich nicht zum zweiten Mal durch die Vorspiegelung einer Bindung auf Jahre hinaus düpieren lassen wird, ist zwar keine auS militärisch technischen Erwägungen, aus den Bedingungen der äußeren Politik heraus entstanden und zu erklärende Aktion, sondern offenbar nichts als eine Thal der inneren Politik, ein Miquel- sches Mittel, um durch einen Konflikt im Reich aus der unmöglichen Lage in Preußen herauszukommen. Der Kanalhandel soll in den Marinewirren sein Begräbnis finden. Die Regierung will den Konflikt. Warum sie ihn will, ist klar. Was sie aber von ihm erhofft, vermag kein Verständiger zu begreifen. Man darf nicht Wind säen, wenn man nicht so straff und stark ist, um die Ente des Sturmes ohne Lebensgefahr zu bergen und zu bewältigen. — Dem „Lokal-Anz." wird noch zu dem gestrigen Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." von sonst gut unterrichteter Seite geschrieben, daß es sich dabei um eine programmatische Kundgebung handle, mit welcher der Bundesrat in seiner Gesamtheit noch keine Gelegenheit gehabt habe, sich zu identifizieren. Es müsse sogar bezweifelt werden, daß der Reichskanzler, wenn er auch persönlich die Tendenz des Artikels durchaus billige, mit der Veröffentlichung desselben einverstanden sei, da damit die Freiheit der Entschließung des Bundesrats beinträchtigt erscheine. Noch gestern abend habe sich eine maßgebende Persönlichkeit in der Neichs- regierung dahin ausgesprochen, daß eine Marinevorlage für die Wintersession des Reichstags noch nicht in Betracht komme. Da man sich indes auf allen Seiten der Ueber- zeugung nicht verschließen könne, daß im Flottenbau ein beschleunigtes Tempo eingeschlagen und auch der Sollbestand der Schiffe erheblich vergrößert werden müsse, damit Deutschland zu der erforderlichen Seegeltung gelange, so habe man wohl in dieser Art des Vorgehens keine Quelle zu weiter- gehenden Differenzen unter den verbündeten Regierungen zu erblicken. Diese könnten sich nur auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung beziehen, da über den Inhalt des neuen Flottenprogramms an den beteiligten Stellen Einigkeit herrsche.
Ausland.
Wien, 28. Oktober. Eine Pariser Meldung der „Pol. Korr." versichert, daß die französische Regierung in die Transvaalfrage nicht einzugreifen beabsichtige, daß zwischen Delcasso und Murawiew in dieser Angelegenheit nicht verhandelt wurde, und daß infolge der Haltung Deutschlands (!) auch keine andere euro- päische Macht dazwischenzutreten plane.


