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31.8.1899 Erstes Blatt
 
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vorstehendem Schild, Revolver mit Patronentasche und Seitengewehr.

Neisse, 28. August. (Telegramm derKöln. Ztg.") In auffallender Art, ganz anders, als es bisher der Brauch der auf deutschen Katholikentagen auftretenden Kirchenfürsten war, trat heute, in der ersten öffentlichen Generalversamm­lung, der Kardinal Fürstbischof Kopp für die weltliche Herrschaft des Papstes und für seine Berechtigung der Teil­nahme an den Arbeiten der verflossenen Friedenskonferenz ein. Kardinal Kopp äußerte in dieser Hinsicht:Es ist eine unerläßliche Notwendigkeit, daß der Papst in der Ausübung seines heiligen Amtes volle Freiheit hat. Diese Freiheit darf aber nicht von dem guten Willen irgend jemandes ab­hängen, denn daraus würde folgen, daß die Freiheit dem Papste wieder entzogen werden könnte. Diese Freiheit muß unser ganzes volles Vertrauen in Anspruch nehmen können, und daraus folgt, daß der Papst niemals Unterthan einer weltlichen Macht sein kann. (Lebhafte Zustimmung.) Das sind Forderungen, von denen die Kirche niemals ablassen kann, und deshalb werden alle treuen Katholiken diese Forderungen wiederholen, und man wird sie nicht damit einschläfern können, daß man sie auf die bestehenden Zustände hinweist. Das ist nur eine geduldete Freiheit, die auf die Dauer auch der beste Wille nicht mehr gewährleisten kann. Also unabhängige Freiheit des Papstes ist notwendig, damit er seine hohe Mission auf Erden ausüben kann. Diese Mission des Papstes umfaßt aber nicht allein die Sorge für die einzelnen, sondern für alle Völker, für die ganze Welt. Eine heiße Sehnsucht nach Völkerfrieden zieht durch die Herzen aller Anwesenden, und ein starker Zug geht durch die Welt, daß Streitigkeiten der Völker auf fried­lichem Wege ausgeglichen werden. Mögen auch Bestrebungen, die das zu erreichen suchen, zurzeit noch so geringen Erfolg haben, diese Idee beherrscht einmal die Menschengeister und sie werden nicht mehr verschwinden. Aber ein verhängnis­voller Irrtum ist es, daß man den Völkerfrieden auf ganz andere Grundlagen stellen will als auf die Religion. Leo XIII. sagt, ohne die Hilfe der Kirche und der Religion werden wir keinen Ausweg aus diesem Wirrsal finden. Nun ist das Papsttum die größte religiöse Macht der Welt, diese That- sache mag noch vielen unbequem sein, geleugnet kann sie nicht werden. Das Papsttum hat den größten moralischen Einfluß auf der ganzen Erde und deshalb ist das Papsttum auch der berufene Schiedsrichter zwischen Völkerstreitigkeiten, und deshalb betrachtet es der Papst als eines von seinen hohen Idealen, diese Rolle in der Welt einnehmen zu müssen, nicht aus Herrschsucht, sondern weil er sich fühlt als Ver­treter jenes Friedensfürsten, der mit einem Friedensgruß in die Welt treten und allen Menschen Frieden bringen wollte. Deshalb werden auch die Kinder der katholischen Kirche niemals anders denken und andere Ideale vor Augen haben, und sie werden niemals wirklich Vertrauen auf Friedens­bestrebungen haben können, die nicht die Religion zur Mit­wirkung heranziehen." Der Kardinal besprach dann noch im allgemeinen den Zweck der Tagung und begrüßte sehr kurz die katholischen Brüder aus dem Nachbarlande, auf deren Treue zu ihrem Glauben und zu ihrem Kaiser man mit Bewunderung Hinblicke.

Ausland.

Wien, 29. August. Infolge allerhöchster Berufung sind Baron Chlurnecky und Staatsrat Baron Braun hier eingetroffen. Man bringt die Berufung mit den bevor­stehenden wichtigen Ereignissen in der innerpolitischen Situation in Zusammenhang.

Prag, 29. August. Die Ernennung des Brünner Bischofs l)r. Bauer zum Erzbischof von Prag steht bevor.

Rom, 29. August. Im Vatikan werden große An­strengungen gemacht, um den Papst von der Absicht abzu­bringen, anläßlich des heiligen Jahres eine En cykl ika gegen den Antisemitismus zu erlassen.

Rom, 28. August. Die ungünstigen Gerüchte, die im Hochsommer über die Gesundheit des Papstes in Um­lauf gesetzt zu werden pflegen, sind durch das Erscheinen Leos XIII. bei seinem Namensfeste, S. Gioacchino am 20. August, sehr gründlich widerlegt worden. Aus den ein­gehenden Berichten der römischen Presse über den Empfang der Glückwünsche in der päpstlichen Privatbibliothek geht hervor, daß der Papst während der mehr als zwei Stunden füllenden Zeremonie mit einer erstaunlichen Frische und Lebendigkeit allen Glückwünschenden antwortete und sich mit Behagen in Erinnerungen aus seiner Jugend erging. In­dem er nämlich die Hoffnuilg aussprach, daß es ihm noch vergönnt sein möchte, im kommenden Jubeljahre die heiligen Pforten von St. Peter zu öffnen, erzählte er von dem Jubeljahr 1825, welches er als Jesuitenzögling des Kollegin Romano mitgemacht hatte. Seine Erinnerung an jene Zeit ist noch so außerordentlich frisch und treu, daß er mit zahl­reichen Einzelheiten über die Teilnahme des damaligen Papstes Leo XII. an den Festen berichtete. Insbesondere erweckte folgende Episode das Interesse der Zuhörer: Der jetzige Papst wurde als Ibjähriger Schüler mit dem Auf­trag ausgezeichnet, im Namen der Studenten dem Papst Leo XII. eine lateinische Huldigungs- und Glückwunsch- Adresse zu überreichen: der damalige Papst erwies sich gegen seinen künftigen Nachfolger sehr väterlich wohlwollend und schenkte ihm eine goldene Denkmünze.

Belgien. Belgiens künftiger Thronfolger, Prinz Albert, ist jetzt von Amtswegen in die Liste der für die Wahl der Repräsentantenkammer stimmberechtigten Bürger eingetragen worden unter folgender Aufzeichnung: Prinz von Belgien, Herzog von Sachsen, Albert Leopold Klemens Mane Mainrad, Offizier in Brüssel am 8. April 1875 in bcr Rue be la Rögence geboren und gnsässig. Er hat drei Wahlstimmen. Wie fein Vater, der Graf von Flandern, bei allen Wahlen in dem Wahllokal seinen Stimmzettel ab­

gibt, so wird es auch der Prinz thun. Der Letztere ist aber nur bei den Deputiertenwahlen stimmberechtigt, da man mindestens 30 Jahre alt sein muß, um an den Wahlen für den Senat, für die Provinzialräte und Gemeinderäte teil­nehmen zu können. Es ist bemerkenswert, daß beide Prinzen ihren Sitz im Senat nicht eingenommen haben, während Leopold II. als Kronprinz dem Senat angehört hat und als Senator schon damals Reden hielt, in denen er dafür eintrat, daß Belgien sich überseeische Absatzgebiete und Ko­lonien schaffen müsse. Heute sitzen auch im Senat Sozia­listen, und da ist es den Prinzen nicht recht geheuer, sich in einer so gemischten Gesellschaft zu befinden. T. R.

Madrid, 29. August. Die Gesellschaft zum Rothen Kreuz ist über die letzten Nachrichten von den Philippinen sehr befriedigt. Aguinaldo hat nämlich versprochen, alle kranken spanischen Kriegsgefangenen in Freiheit zu setzen.

Kopenhagen, 28. August. Die Direktion des Arbeit­gebervereins in Kopenhagen erklärte, sie sei bereit, mit der Direktion der Fachverbände über den Ausgleich der Aussperrung auf einer gewissen Grundlage in Verhandlung zu treten. Die Direktion der Fachverbände erwiderte, die Arbeiter seien bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen auf der Basis des schon angenommenen Heideschen Vergleichs­entwurfs mit einigen Änderungen. Die Fachverbände seien gerne bereit, mit der Direktion des Arbeitgeber-Vereins über alle Angelegenheiten der Aussperrung in Verhand­lungen einzutreten.

Chamberlains Rede hat in Pretoria feine sonderliche Aufregung hervorgerufen. Bezüglich der Rede erklärte Präsident Krüger, er könne nicht sagen, ob diese richtig oder falsch wiedergegeben sei. Wenn Chamberlain sich direkt an ihn wenden sollte, so werde er feine Worte in Erwägung ziehen und dann wissen, was er zu ant­worten habe.

In Beantwortung der letzten Depesche Chamberlains notificierte die Regierung von Transvaal dem britischen Agenten, daß sie sich an ihr letztes Anerbieten halte und keine weiteren Zugeständnisse machen wolle.

Konstantinopel, 29. August. Zahlreiche Verhaft­ungen von Militär- und Civil-Personen erfolgten in den letzten Tagen auf Grund der Entdeckung neuerlicher jung- türkischer Umtriebe.

New-Bork, 29. August.New-Dark Herald" veröffent­licht ein Telegramm aus San Domingo, worin die Lage als eine sehr kritische dargestellt wird. Die Regierung von San Domingo soll gestürzt und ihre Auflösung eine Frage weniger Tage sein. Der Kommandant Lionas ist mit einer Anzahl Soldaten fahnenflüchtig geworden und in das Lager der Rebellen übergegangen. Die telegraphischen Leitungen in das Innere des Landes sind von den Rebellen zer­schnitten worden. Ein französischer Dampfer liegt im Hafen bereit, um Soldaten an Land zu setzen, welche eventuell das Leben französischer Kolonisten schützen sollen.

Nach einer Washingtoner Drahtung desMorning Leader" wurde in der Alaska-Grenzfrage ein ge­heimes Abkommen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten geschlossen, das bis November 1900 in Kraft bleibt. Kanada werde demzufolge den freien Gebrauch des Hafens am Lynnkanal haben. Gewisse Klassen kanadischen Bau­holzes und Quebecker Kohle können zollfrei in die Ver­einigten Staaten eingeführt werden. Amerika solle befugt sein, kleine Kriegsschiffe auf den großen Seen zu bauen. England verpflichte sich zu einer Abänderung des Cloyton- Bulwer-Vertrages, die den Bau des Nicaragua-Kanals ge­statten würde. Ursprünglich sollten nur britische und kanadische Staatsangehörige das Recht haben, Besitzer von Bergwerken und Goldländereien zu sein. Diese Beschränkung ist durch den Vertrag zu gunflen anders beteiligter ameri­kanischer Bürger aufgehoben.

Lokales und MovinMes.

H. Bad Salzschlirf b. Fulda, 29. August. Die fünfzig­jährige Jubelfeier des Bonifaciusvereins in Fulda brachte zahlreiche Passanten hierher, unter denen sich auch der Bischof Haffner aus Mainz befand, welcher mit seinem geistlichen Gefolge unser Bad besichtigte und sein reges Interesse für das Gedeihen desselben zu erkennen gab. Generalsuperintendent Hefekiel aus Pofen traf auf feiner Durchreise hier ein, und nahm im Kurhause Wohnung. Das vierte Dilettantenkonzert zugunsten des Baues einer evange­lischen Kapelle brachte 262 Mk. Der Bazar orientalischer Stickereien zugunsten armenischer Frauen und Waisen sand seitens des Kurpublikums lebhaftes Interesse und hilfsbereite Unterstützung. Das Gedächtnis des Goethetages wurde gestern durch eine prächtige Illumination der Kuranlagen mit Konzert und anschließendem großen Feuerwerk nebst Leuchtblumenpolonaise und Huldigungsakt vor der Statue des Dichters gefeiert. Die Badezeitung bringt dazu folgenden sinnreichen poetischen Hinweis:

Zum 15 0. Geburtstage Goethes.

Es gleicht der Mensch dem Geist, den er begreift", Dies Wort des Meisters tritt uns allerwegen, Wenn unser Blick durch feine Werke schweift, Mit ganz besondrer Energie entgegen.

Versuchen wir darum, den hohen Geist Am Ziele seines Strebens zu erreichen, Denn ihn begreifen wollen, das beweist Den schönen Wunsch, dem Meister auch zu gleichen.

-s Alsfeld, 29. August. In eine recht empfindliche, aber auch verdiente Strafe wurde dieser Tage ein Wirt aus H. vom Schöffengericht Alsfeld genommen. Seine Kinder hatten mit anderen aus triftigen Gründen Nach­arbeiten in der Schule. Offenbar, um feinem schon länger gegen den Lehrer gehegten Groll gründlich Luft zu machen, drang er mit einer Peitsche in das Schulgebäude ein. Im Hausgang die ernsten Abmahnungen des Lehrers unbeachtet

lassend, betrat er unter beleidigenden Aeußerungen gegen letzteren auch den Schulsaal und erzwang hier, durch eine fortgesetzt drohende Haltung die vorzeitige Entlassung feiner Kinder. Erst bann entfernte er sich. Vor Gericht suchte er ben Unschuldigen zu spielen, aber sein wüstes Vorgehen wurde ihm hinlänglich bewiesen. Die Vertretung der Staatsanwaltschaft beantragte als Sühne 14 Tage Ge­fängnis wegen Hausfriedensbruch und 20 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung, dazu Tragen aller Kosten. Das Gericht ging noch über diesen Antrag hinaus und erkannte wegen Hausfriedensbruch auf 14 Tage und wegen Be­leidigung auf 10 Tage Gefängnis, abgerundet für beide Vergehen eine (Sefamtgefängnidftrafe von 3 Wochen und Ersatz aller Kosten.

3. Zell b. Alsfeld, 29. August. Ein schweresWetter zog gestern nachmittag um 3 Uhr über unsere Gegend. Durch die Gewalt des Sturmes wurden in verschiedenen Gemarkungen mit Frucht beladene Wagen umgeworfen, der lang ersehnte Regen war sehr ergiebig. Von Blitzschlägen sind bis jetzt bekannt: hier in Zell in eine Scheuer und auf dem Felde in einen Fruchthaufen, der verbrannte; in Romrod in einen Apfelbaum mitten im Ort, und ebenfalls in einen Apfelbaum auf dem Felde; in Alsfeld in ein Bahn­wärterhaus.____________________

Vermischtes.

* Zur Goetheseier erscheinen nicht nur ernste Schriften, um dem Genius des großen Dichters zu huldigen, sondern auch scherzhafte. So hat der bekannte Leipziger Humorist Edwin Bormann eine Sammlung feiner Goethe- und Schillerscherze, die den Titel führt:Wenn Geedhe un Schiller gemiehdlich sin", eben zur rechten Zeit im Selbst­verläge herausgegeben. Hier ein Pröbchen des amüsanten Buches:

Gennft du das Land?

Gennst du das Land? wo die Zitronen bliehn, (Wo wer' ich das nich genn, ich bidde Ihnen!) In dunkeln Laub die Goldoranschen gliehn, (Bei uns nennt mehrschdendheels mersch Abbelsinen.) Ae sanfder Wind von blauen Himmel weht, (Bis in de Bubben steigt der Baremeder.) De Märdhe still un hoch der Lorwer steht, (Na, gorz un gut, Jdaljen gennt ä jeder!) Gennst du es wohl? Dahin, dahin (Ich genn es, bidde, fragen Sie nich Widder!) Mecht ich mit dir, o mei Gcliebder, ziehn.

(Das will ich gloowen, ja, das toeer nich bibber.)

Gennst du das Haus? Uf Seilen ruht das Dach, (Nadierlich iss ä Renoissanggebeide)

Es glättst der Saal, es schimmert das Gemach, (Stilvolle Zimmer machen stets mer Freide.) Un Marmorbilder stehn un sehn mich ahn: (Von hoffentlich nich zu andiker Kleidung!!) Was hat mer dir, du armes Gind, gethan?

(Ich will nich färchden, daß es von Bedeidungk.) Gennst du es wohl? Dahin! dahin

(I sehn Se mal, da gennde jeder gommen!) Mecht ich mit dir, o mei Beschitzer, zieh».

(Doch ä Beschitzer wärd noch mitgenommen?!)

Gennst du den Berg un seinen Wolkensteg?

(Ich goofde meinen Bädeker erscht heier.)

Das Mauldhier sucht in Newel seinen Weg; (Schasseebeleichdungk geem ooch gor ze dHeier.) In Heehlen wohnt der Drachen olde Brut;

(Na, wer solch Zeig noch gloobt, der gönn mich dauern.) Es stärzt der Fels und iwwer ihn de Fluth.

(Ja jaa, das gommt von morschen Fuddermauern.) Gennst du es wohl? Dahin! dahin (Diß Reesefiewer is nich auszedilgen!) Geht unser Weg! o Voder, laßt uns ziehn!

(No, wenn ä Voder mitgeht, will ich's billgen.)

* Goldbergwerk in Tirol. Wie demB. für Tirol" berichtet wird, ist dos seit dem Jahre 1526 in Hainzenberg in der Nähe von Zell am Ziller bestehende Goldbergwerk, welches seit einigen Jahrzehnten aufgelassen war, weil es sich nicht rentierte, nunmehr von einem Berliner Konsortium angekauft worden, welches dasselbe in Betrieb setzen wird.

* Die Schnelligkeit der Borastiirme, welche aus Ost­nordost wehen und durch ihre rasende Wut bekannt sind, hat Herr Mozelle in Triest noch zehnjährigen Beobachtungen auf im Maximum 112 Kilometer in der Stunde (gleich 31,1 Meter in der Sekunde) erreichend bestimmt. Noch größer ist aber die Gewalt und Schnelligkeit einzelner Stöße, die nur 410 Sekunden dauernd und meist in Zwischenräumen von 4050 Sekunden wiederkehren, wobei mittelst eines registrierenden Apparates 200 Kilometer in der Stunde oder 55,6 Meter in der Sekunde gemessen werden.

* Dienstmädchen nach Deutsch Südwest Afrika gesucht! Von Gouverneur Leutwein ist der Deutschen Kolonialgesell­schaft, welche es bekanntlich in die Hand genommen hat, die Ueberfiebelung deutscher Mädchen nach Südwestafrika zu erleichtern, die Mitteilung zugegangen, daß wiederum eine größere Anzahl im Schutzgebiete angesiedelter Familien bereit sei, deutsche Mädchen in Dienst zu nehmen, sofern die Gesellschaft die Ueberfahrtskosten trüge. Bezüglich der Dienstherrschaften bürgt das Gouvernement für gute Unter­kunft und Verpflegung. Die Bewerberinnen müssen von tadellosem Rufe, nicht über 30 Jahre alt, gesund und kräftig und in allen Hausarbeiten geschickt sein. Die Mädchen müssen sich auf 2 Jahre verpflichten, doch kann der Vertrag bei einer Verheiratung vorher gelöst werden. Die Kosten der Hin- und Rückbeförderung werden von der Kolonialgesellschaft getragen. Die Abreise erfolgt im Ok­tober, spätestens November d. I. Die Meldungen sind an die Deutsche Kolonial-Gesellschaft Berlin, Potsdomerstr. 22a, einzusenden.