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31.5.1899 Erstes Blatt
 
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Aints- und Anzeigeblatt für den Urri- Gieren.

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-chnkstriße Nr. 7.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dtätter für hessische UaiKsKunde.

In seiner letzten Sitzung am Samstag behandelte der Kongreß mehr sachliche Fragen, denen allgemeineres In­teresse kaum zukommt. Am Freitag wurden 67 Teilnehmer am Kongreß im Neuen Palais vom Kaiserpaar empfangen. Die Vorstellung dauerte fast zwei Stunden, die drei ältesten Prinzen waren dabei zugegen. Das Kaiserpaar sprach dem Präsidenten des Kongresses, Herzog zu Ratibor, gegenüber seine Freude über den Verlauf des Kongresses aus. Die Majestäten und die Prinzen sprachen mit jedem einzelnen Delegierten, und unterhielten sich längere Zeit mit den aus­ländischen Delegierten. Offenb. Ztg.

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Alt-Reichskanzlers Fürsten Otto von Bismarck. Besonder- wird ferner darauf hingewiesen, daß die nationalen Auf­gaben der Kriegervereine, die von ihren Mitgliedern die Pflege eines treuen monarchischen Sinnes und lauterer Vaterlandsliebe in den Vereinen und demgemäß die Be­tätigung solcher Gesinnungen im bürgerlichen Leben er­fordern, nur im innigen Zusammenarbeiten mit den Staats­behörden erfüllt werden könnten. Die Ausgestaltung des Ständigen Kyffhäuser-Ausschusses, welcher alle deutschen Kriegerverbände mit 20663 Vereinen und 1 707 232 Mit­glieder umfaßt, nimmt erfreulichstenFortgang. Die folgenden Abschnitte, welche von den einzelnen Zweigen des Bunde- handeln, legen ein beredtes Zeugnis ab von der segens­reichen Thätigkeit dieses größten deutschen Kriegerverbandes. Der Bund vereinigt jetzt in 295 Verbänden und 13068 Ver­einen 1126 232 Mitglieder. Das Bundesvermögen beläuft sich auf rund 1017 238 Mark. An Unterstützungen wurden im verflossenen Jahre gewährt: an 4376 Kameraden und 2863 Witwen 108382 Mark. Hierzu kommen die Kosten der Waisenpflege einschl. der Beträge für Neu- und Um­bauten mit 131629 Mark. In den beiden Kriegerwaisen- häusern zu Römhild und Canth in Schlesien befinden sich gegenwärtig 176 Kinder. Das dritte Waisenhaus wird ira Juli d. I. in Osnabrück seine Weihe erhalten. Die Zahl der Sanitätskolonnen des Bundes beläuft sich auf 485, welche sich im Kriegsfälle dem Roten Kreuz zur Verfügung stellen. Die Kolonnen sind aber auch befähigt, im Frieden bei plötzlichen Unglücksfällen willkommene Dienste zu leisten. Auch dieser Bericht giebt wieder einen Beweis von der patriotischen und gemeinnützigen Thätigkeit und der großen Bedeutung des Kriegervereinswesens.

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Wenn wir in folgendem kurz das Fazit des Kongresies sichen, so haben wir zunächst der in den Verhandlungen mehrfach betonten Thatsache Erwähnung zu thun, daß die gitatiftif der Tuberkulose leider noch sehr unvollkommen ist. Qie Gründe hierfür liegen darin, daß die Statistik der Erkrankungen an Tuberkulose, soweit es sich um leichtere Me handelt, sich zumeist der Feststelluug entziehen, und baß bei den in der Hauptsache durch Tuberkulose verur- jochten Todesfällen nicht selten andere Krankheiten, an denen der Patient zuletzt litt, als Todesursache angegeben werden. Auf Grund dieser noch mangelhaften Statistik ist festzustellen, d< in Deutschland im Durchschnitt auf 1000 Einwohner jährlich 2,25 Todesfälle an Tuberkulose kommen. Die Tuberkulose ist mithin diejenige übertragbare Krankheit, v-elche die größten Opfer an Menschenleben und Gesundheit fordert, und diese Opfer fallen wirtschaftlich um so schwerer mi's Gewicht, da, wie wir schon früher hervorhoben, die verhältnismäßig größte Anzahl dieser Opfer auf die wirt- Maftlich produktivste Altersklasse von 20 bis 30 Jahren Mfällt. Hieraus resultiert, daß-nicht nur aus humanen md sozialen, sondern schon aus wirtschaftlichen Erwägungen suraus die größten Opfer, welche in dem Kampfe gegen diiie Tuberkulose gebracht werden, sich als gerechtfertigt rrnveisen.

Was die Entstehung der Tuberkulose betrifft, so herrschte amf dem Kongreß Einstimmigkeit darüber, daß die erbliche

der glänzendsten I der freiwilligen HilfSthätigkeit erwartet. Es sind große, ...... 1 schwere Aufgaben, die uns hier gestellt sind, und sie werden nicht von heute zu morgen, sondern nur in langer, müh­samer Arbeit zu erfüllen sein. Der Tuberkulosekongreß war die erste Etappe auf diesem Wege, der an die Opfer­willigkeit der Allgemeinheit die höchsten Anforderungen stellt, und wir zweifeln nicht daran, daß wir auf diesem Wege eminent sozialen Fortschritts erfolgreich fortschreiten werden.

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AuslMd.

Wien, 29. Mai. Ein überaus erfreulicher Wahlsieg wird uns aus Salzburg gemeldet. Im Landtage von Salz­burg halten sich die Klerikalen und die Deutschgesinnten die Wage. Ein von den Klerikalen innegehabtes Mandat der Salzburger Landstädte war frei geworden und es bewarb sich um dasselbe der Reichsratsabgeordnete Hueber, ein entschieden radikalnational gesinnter Mann. Bei der Sonn­abend vorgenommenen Wahl wurde nun Hueber mit 165 von 218 abgegebenen Stimmen, also mit großer Mehrheit gewählt. Der deutsche Radikalismus macht also überall Fortschritte.

Paris,29. Mai. Vor dem Kassationshofe begann heute die öffentliche Verhandlung in dem Revisions­verfahren gegen Dreyfus, desgleichen vor dem Assisenhofe der Prozeß gegen DLroulSde, der bekanntlich gelegentlich des letztenPräsidentenwechselsTruppen und Volk zu einem Putschversuche veranlassen wollte und sie aufforderte, nach dem Elysee zu ziehen. Die Verhand-

seiner Gesundheit auf etwa 5 bis 6 Wochen nach Bulpera: bei Tarasp im Engadin zu begeben.

Berlin, 29. Mai. Das deutsch-englische Ab­kommen. Das Erscheinen eines deutschen und eines eng­lischen Geschwaders in Liffabon hat das deutsch-englische Abkommen wieder in den Gesichtskreis gebracht. Portu­giesische Zeitungen behaupten, daß das Abkommen nun bald veröffentlicht werden würde, und englische Zeitungen be­stätigen diese Angabe mit dem Hinzufügen, daß die Be­kanntmachung Anfang Juni erfolgen und sich daran auch die Ausführung sofort anschließen werde. Die Wahrschein­lichkeit spricht für diese Meldung, denn Portugal sieht sich am Ende aller finanziellen Hilfsmittel. Schon vor zwei Jahren erklärte der Major Mousinho in Berlin, daß ave finanziellen Quellen verstopft wären.

Berlin, 29. Mai. Die ..Post" bleibt dabei, daß die vom ..Vorwärts" veröffentlichten Briefe des Freiherrn v. Stumm aus dem verschlossenen Pulte des Chefredakteurs derPost" auf dem Wege des Einbruchsdiebstahls entwendet worden sind, und meint, derVorwärts" hätte nach dem ! Maßstab aller rechtlich Denkenden nur ein Mittel, sich von dem ihm gemachten Vorwurf zu befreien, wenn er bet der bevorstehenden gerichtlichen Verhandlung den Nachweis erbringe, auf welchem ehrlichen Wege er in den Besitz der Briefe gelangt sei. ,

Berlin, 29. Mai. Deutscher Kriegerbund. Der I siebenundzwanzigste Geschäftsbericht berührt seiner Ein­leitung zunächst zwei Ereignisse, welche das ^ahr 1898 zu I einem für das deutsche Kriegervereinswesen besonders denk­würdigen machen. Die Uebernahme des Protektorats über I den Preußischen Landes - Kriegerverband durch Seme

nben. im

Deutsches Deich.

Berlin,29. Mai. Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich-Este traf heute im strengsten Inkognito zu einem Besuche bei seiner Schwester, der Herzogin von Württemberg, hier ein.

Berlin, 29. Mai. Ein parlamentarischer Bericht­erstatter will erfahren haben, es werde an maßgebender offizieller Stelle die Auffassung vertreten, daß der S chlu'ß des Landtages sich Ende Juni oder Anfang Juli er- möglichen lassen werde. , r

Berlin, 29. Mai. Im Abgeo rdnetenhause hat der Bureaudirektor Gall das Verzeichnis der unerledigten Vor­lagen ausgegeben. Nach diesem harren noch 24 Regierungs­vorlagen, 6 Initiativanträge, 6 Berichte der Wahlprüfungs­kommissionen und 15 Kommissionsberichte über Petitionen der Durchberatung.

Berlin, 29. Mai. Der Bericht der Kommission über die Gewerbenovelle ist bis jetzt nicht aus- qeqeben worden. Aus einer vorläufigen Zusammenstellung der Beschlüsse ist zu ersehen, daß bezüglich des Ladenschluffes außer dem obligatorischen Ladenschluß um 9 Uhr und dem­jenigen um 8 Uhr auf Antrag von wenigstens zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber auch ein solcher um die Mitte des Tages beschlossen worden ist, wenn er ebenfalls von zwei Dritteln der Geschäftsinhaber beantragt wird.

Berlin, 29. Mai. Der Kriegsminister v. Goßler gedenkt sich in den ersten Tagen des Juni zur Kräftigung

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

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frftehd tS-kich Itt Ausnahme bei Montags.

Die Aießener

»neben bem Anzeiger r?tzevNich viermal beiflelegt

Das Fazit des Tuberkulose-Kongresses. -----T... , ,

Der Verlauf des am Samstag geschlossenen Kongresses I ganen der sozialen Versicherung, von den Gemeinden und von m Bekämpfung der Tuberkulose" einer p- 1 - ftnb orofec'

Versammlungen, die sich je zur Erörterung wtssenschaft- lcher oder sozialer Probleme zusammengefunden hat, hat dem Erwartungen, welche an diesen Kongreß geknüpft worden vairen, in jeder Beziehung entsprochen. Wir hatten in der Et ürterung über die Ziele des Kongresses schon hervor- achoben, daß es nicht Aufgabe desselben sein konnte, mit überraschenden Enthüllungen und Entdeckungen vor die Welt m treten, sondern daß seine Aufgabe nur dann bestehen komnte, eine Aussprache der Männer der Wissenschaft und dm Praxis über diese hochwichtige Frage herberzuführen, das vorhandene Material zu sammeln und zu sichten, und nicht zuletzt das allgemeine Interesse auf diesen bedeutsamen Tail der sozialen Frage hinzulenken. Wer den Verhand- lninqen des Kongresses mit Aufmerksamkeit gefolgt tst, kann erfreuliche Thatsache feststellen, daß dem Kongreß dte Erfüllung der beiden ersterwähnten Aufgaben in umfassendem Maße gelungen ist. Wir zweifeln nicht daran, wenn die Thatsache auch schwerer festzustellen ist, daß auch das dritte tiiel, welches der Kongreß sich gesteckt hatte, nämlich das Mqemeine Interesse aus di- Frage der Bekämpfung der iumgentuberkulose hinzulcnken, sich in vollstem Maße reali-

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Veranlagung hierbei keine oder doch nur eine verschwindende | Rolle spielt. Die furchtbare Verbreitung dieser Krankheit ist einerseits auf die Verbreitung der Tuberkulose unter den I

Jfc. 21 d°-R°ich-g°s°tzbla..--, an-g°g-b-n den 25.b.mt8.,

® 8 XmÄ Samt Gi-si-n wiederholter Ansteckung in Kraft tritt, auf den gesunden

Großherzogliches Kreisamt Gtetz Menschen schwacher wirkt und ihren Hauptherd IN engen,

__- ----- schlechten und den Anforderungen der Hygiene nicht ent- ]

Gießen, den 26. Mat 1899. sprechenden Wohnungen findet. Aus Grund dieser Fest-

Jeftr.: Lehrerkonferenzen. I stellung und der Erkenntnis, daß die Gefahr der Tuberkulose

Die mit der Bevölkerungsdichtigkeit wächst, wurde von mehreren

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an die Schulvorstände und Bürgermeistereien $3^ auf die Behandlung der Tuberkulose drückten

des Kreises. sich die meisten Redner mit der Zurückhaltung aus, die hier

Die diesjährige Kreislehrerkonferenz findet Dienstag geboten ist, und von der nur die enragierten Anhänger der

dem 6. Juni d. I., vormittags 10y2 Uhr, in Steins I Bakteriologie und der reinen Wasserbehandlung eine Aus- Hur ten dahier statt. Sämtliche Lehrer des Kreises sind na^me machten. Die überwiegende Mehrheit aber stellte der pflichtet, zu derselben zu erscheinen. I sich auf den Standpunkt, daß es ein spezifisches Heilmittel

Tagesordnung. I gegen die Tuberkulose zurzeit noch nicht giebt, daß gegen-

ll Statistische Mitteilungen über die Volksschulen des I über dem Tuberkulin als Heilmittel nach wie vor abwartende

Kreises für das Jahr 1899/1900. Vorsicht geboten ist, und daß die Hauptbedeutung aus die

2. Vortrag des Kreisassistenzarztes Herrn Dr. Tjaden | diätetisch-physikalische Behandlung, und vor allem auf vor­über die Gesundheitspflege in der Volksschule. I beugende Maßregeln, unterstützt durch allgemeine Hygiene,

An die Konferenz schließt sich ein einfaches Mittag- zu legen ist. Der größte Wert ist in dieser Hinsicht aus ,fr.n an. die möglichst zahlreiche Gründung von Heilstätten zu legen.

Wir beauftragen Sie, die Lehrer Ihrer Gemeinden Es handelt sich um außerordentliche Opfer, die hier gebracht

auf 72 Millionen Mark veranschlagt. Die Ausbringung dieser ungeheuren Opfer wird in erster Reihe von den Or-

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