Ausgabe 
31.3.1899 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

s

'I

1 di* j ift

' Weis3., N Co.

189

uhlvare«

PreUtoert. Als b((M digg 6t< ^ltt6 in gediegennSicl- i, Marktplatz » lillftilfflBtii

(sehen Schutzgebiet?- otten Nur Geld-Gewinne otottia .>100600=1*' la 50000=» 1185000=» la 15000=1* !. 10000= * la 5000=M (h 11)91) 1 00.50#=* > WfW-Av 0. 50= W HMS4W» 816

aben bei: Buchacker, Cigami

iS'»* >rädei offen, "A rdentlich kW16 I, DWlD

*Zfl* Dloft Iptad' ;

. c°A-

lkiMp" .

Kreitag den 31. März

1800

Erstes Blatt.

.77

Gießener Anzeiger

.Hie Gießener

General-Anzeiger

Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Giefzen.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf«, vierteljährlich.

Aezug-prel« vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, mouatlich 75 Pf^ mit Bringerloh».

Llle Anzeigen-BermittlungSstellen bei In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ent gegen.

w**ri ttgNch

, Ml Ausnahme des viontags.

Wtkn dem Anzeiger «Mheutlich viermal beigrlrgt.

I mime »en «n»rig.° ,u der nachmittags für den fiHpbon Lag erfcheinenden Nummer dis vorm. 10 Uhr.

I

Rtbeftion, Epreditton und Druckerei:

Zch.kstrntze Ar. 7.

Adrefle für Depeschen: >«|tlgtT frkit*.

Fernsprecher Nr. 51.

Gratisdeilasrn: Gießener Familienblätter, Der heWhe Landwirt Klätter für hessische Volkskunde._________________

Deutsches Keich.

Berlin, 29. März. Der Vertrag des Reiches mit dem Norddeutschen Lloyd wegen Unterhaltung deutscher Postdampfschiffs-Verbindungen nach Ostasien und Australien tritt nach neueren Vereinbarungen mit dem Norddeutschen Lloyd nicht am 1. April, sondern erst am 1. Oktober d. I. in Kraft.

Königsberg, 29. März. Im P r o z e ß Ros e n g art beantragte der Staatsanwalt die Eröffnung des Grabes des verstorbenen Gutsbesitzers Rosengart, um festzustellen, ob fick etwa das Mordgewehr im Grabe befinde.

Königsberg, 29. März. Die G r a b e s ö f f n u n g wurde um 2i/, Uhr nachmittags vorgenommen, der Sarg blos- aeleqt und ebenfalls geöffnet. Das Ergebnis der genauen Untersuchung war gänzlich negativ. Es fand sich kein Gewehr noch sonst irgend ein verdächtiger Gegenstand vor.

Hamburg, 29. März. Offiziere und Mannschaften der Bulqaria" werden am Samstag unmittelbar nach dem Festessen vor dem kaiserlichen Seeamt vernommen werden.

Ausland.

Wien, 29. März. Zu Vertretern Oesterreich-Ungarns auf der Friedens-Konferenz wurde der Stalwnschef im Auswärtigen Amt, Graf Welsersheimb, und der Gesandte im Haag, Okolicsanyi, ernannt. Denselben wird ein militärischer und ein juridischer Fachmann bei- gegefon-pc. ${e £agC des Grafen Thun, so wird uns aus der Donau-Kaiserstadl geschrieben, gelten als oeräblt In Oesterreich werden Schritte zur Besserung immer noch nach dem alten Rezeptefestinalente (eile nut Weile) in die Wege geleitet. Schließlich kann es aber gar nicht fehlen, dasi Vorstellungen, die an der maßgebenden Stelle dahm aemacht werden, daß mit derartig subalternen Maßregeln, wie sie neuerdings in Wien mit Vorliebe angewandt werden

zu gehen, hat sich der Fürst nach Baden-Baden begeben, und dort verbringt er seinen Geburtstag in voller Zurück­gezogenheit, welche die immer noch frische Trauer um die aus dem Leben geschiedene Fürstin bedingt. I^n.^r Hinsicht hat der heutige Geburtstag des Fürsten-Reichs- kanzlers auch eine politische Bedeutung. Nur wenige Wochen sind verstrichen, seitdem wieder einmal von einer bald bevorstehenden Kanzlerkrisis die Rede war, und un­widersprochen ist bisher die halboffiziöse Erklärung geblieben, daß Fürst Hohenlohe aller Voraussicht nach bald nach Vollendung des achtzigsten Lebensjahres von seinem Amte zurücktreten werde. Man darf demnach jetzt ernstlich die Frage ventilieren:Wird binnen Kurzem em Wechse in der Person des Reichskanzlers eintreten?" Fürst Hohenlohe ist ein alter Mann und frei von b ««** k,< der Macht zu führen. Er hatte ein '

Karfreitag.

6in Tag der Trauer nnd doch ein Tag des Triumphes ifür der Karfreitag. Der Menschheit ganzer Jammer, dWil gesamte Leid der Erde findet sein Sinnbild in dem ttmuze, an dem der einzige Gerechte, den die Erde je ge- i schn hat, den Tod der Schmach und Schande gestorben ul Der Menschheit ganzes Heil, die vollkommene Fülle Mel seligsten Trostes leuchtet zu uns von dem Kreuze her- nmeder, an dem der treue Heiland und erbarmende Freund .unserer. armen, sterblichen Geschlechts sich freiwillig für uns m Opfer gebracht und dem Tode die Macht genommen h^i. vor der Größe dieser Erlösungsthat fällt auch in den Krrzm derer, die dem Herrn ferne stehen, die gewohnte Mcichg iltigkeit ab, und in großen Scharen ziehen am H^lfreitage auch die zum Gotteshause, die sich des Kirchen- gxchns sonst entwöhnt haben. Dem Gekreuzigten haben fije allr zu danken, denn dem Siege des Kreuzes auf Erden is-: alles zuzuschreiben, was wir als die kostbaren Güter cktchbcher Gesittung besitzen. Wenn doch auch die Haupt- s.ßch sich den Herzen der Menschen recht einprägen wollte, duf khristi Tod für jeden einzelnen von uns ein Erlebnis f.': int? eigenen Jnmrn werden soll, damit wir alle, von ^.nvislxnsnot und Todesfurcht befreit, als Gottes Kinder, irnHeiiitze. Pes ewigen Lebens, das auch den Tod überwindet, umserem Heiland nachfolgen, und den Frieden Gottes be- st,Mjg in uns tragen können! Ja, würde doch Christi Mreuz 'in unser aller Herzen aufgerichtet, damit auch wir D-tauns getrösten lernen: In diesem Zeichen mißrst du siegen!

übernommen, als er L- ..

wurde: er folgte dem Rufe nur, weil der Kaiser erklärt hatte:Ablehnen gilt nicht", und im allgemeinen hat er sein Amt mit entsagender Würde geführt, dem alten Satze folgend, daß man mitunter aus Klugheit Dinge gutheißen müsse, die man nicht hindern oder ändern kann. Danut wollen wir dem hochverdienten obersten Reichsbeamten durch­aus nicht zu nahe treten; jedermann muß erkennen, daß Fürst Hohenlohe in allen Fällen vom besten Willen beseelt gewesen ist. wenn es ihm auch nicht vergönnt war, die Zeit seiner Kanzlerschaft mit hervorragenden Thaten auszufüllen.

Schon oft ist von der Regierungsmüdigkeit des Fürsten Hohenlohe die Rede gewesen, und gar vielfach hat sie auch wohl ernstlich bevorgestanden. Im Jahre 1897 erklärte Prinz Alexander Freunden gegenüber, sein Vater werde im Herbst aus dem Amte scheiden, und der Kanzler selbst hat damals aus seiner Amtsmüdigkeit kein Hehl gemacht. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war er niemals heraus­fordernd, es fehlte ihm aber auch die mächtige Leidenschaft­lichkeit des Fürsten Bismack, und deshalb hat sich Fürst Hohenlohe wohl kaum einen persönlichen Gegner erweckt.

Der Fürst blickt an seinem heutigen Ehrentage auf em ungemein bewegtes und thatenreiches Leben zurück. Dem Deutschen Reiche und nicht minder den Einzelstaaten Preußen und Bayern hat er seine Kräfte in aller Uneigennützigkeit und Berufstreue gewidmet, und das wird ihm unvergessen bleiben, selbst wenn die Geschichtsschreiber vielleicht betonen, daß seiner Kanzlerschaft die Thaten gefehlt haben. Sem Patriotismus und seine Opferfreudigkeit stehen unübertroffen da und können als Vorbild gelten einem jeden echten deutschen

Manne.

sollten ein großes Reich wie das österreichisch-ungarische unmöglich auf die Dauer regiert werden könne, ihres Ein­drucks nicht verlustig gehen. Und an solchen Vorstellungen hat es in der That nicht gefehlt. .

Tarnowitz, 29. März. In der hiesigen Kavallerie- Kaserne fand zwischen dem Oberst-Leutnant Baron B. und dem Ober-Leutnant Prinzen C. vom hiesigen Dragoner- Regiment ein Duell statt. Letzterer ist schwer verwundet

Rom 29. März. In der italienischen Presse hat das englisch-französische Afrika - Uebereinkommen Verstimmung gegen England hervorgerufen. Man spricht mit Rücksicht auf die englisch-italienische In eressengemein- schaft in Afrika ganz offen von emer Enttäuschung, die

t I durchtteuft. Der Kassationshof hat heute

die Untersuchung des diplomatischen Dossiers beendet. Das Gutachten über das Revisionsgesuch wird noch vor Beendi­gung der parlamentarischen Ferien veröffentlicht, so ver­sicherte wenigstens der Präsident des Kassationshofes. Der Kassationshof wird eine ergänzende Untersuchung anordncn, in welcher Picquart dem General Roget gegenubergestellt werden wird. Barres veröffentlicht über den Putsch­versuch Deroulödes weitere Einzelheiten und sagt, Dtzroulöde sei es bei seiner Verhaftung darum zu thun gewesen, sich gewisser kompromittierender Schriftstücke, welche er bei sich trug, zu entledigen. Es sei ihm dies auch gelungen, indem er diese Papiere in seinem Ofen verbrannte. Unter diesen Papieren habe sich ein Aufruf an das Land sowie ver­schiedene Briefe an politische Persönlichkeiten befunden, worin er diese auffordert, mit ihm die Beseitigung der Republik und die Abänderung der Verfassung von 1871 zu

unterzeichnen.

Paris, 29. März. Zum gegenwärtigen Stande der Drevfus-Angelegenheit wird derTägl. Rundsch. aus Paris geschrieben: Erst die Verhandlungen des Obersten Gerichtshofs über den vom Advokaten der Frau Dreyfus gestellten Antrag haben das Aktenstück zu Tage gefordert, in welchem die vom früheren Ministerpräsidenten Brffson befragten Räte des Obersten Gerichtshofs ihr Gutachten gegen die Revision begründet haben. Es wird darin gesagt, daß keinerlei Beweisstück für die Unschuld des Dreyfus bei­gebracht worden sei. Oberst Henry habe auf die Ent­schließung zum Verfahren gegen Dreyfus keinen Einfluß genommen, seine Rolle sei überhaupt in der ganzen Sache eine bedeutungslose gewesen, und die von ihm begangene Fälschung könne nicht als die vom Gesetz verlangteneue Thatsache" gelten, weil sie erst zwei Jahre nach der Ver­urteilung begangen worden sei. Mit Recht ist aus diesem juristischen Gutachten und seiner Nichtbefolgung geschlossen worden, daß Brisson, nur um seiner radikalen Gefolgschaft zu gefallen, dennoch das Verfahren einleiten ließ. Denn auch der Justizminister Sarrien hatte dem Gutachten zuge­stimmt und nachträglich nur dem Drucke des Ministerpräsi­denten nachgegeben. Bei der erwähnten Verhandlung ist übrigens auch die Unfähigkeit offensichtlich geworden, die dem Generalstaatsanwalt Manau seither nur von Jemen antirevisionistischen Gegnern nachgerühmt wurde. In seinem Eifer ließ der Generalstaatsanwalt die Gutachter des Obersten Gerichtshofes Dinge sagen, die in der Senats­kommission von den Dreyfusfreunden gesprochen worden waren. Der Berichterstatter des Kassationshofs mußte da­her Herrn Manau unterbrechen, während, wie der revisions- freundlicheFigaro" hervorhebt, die Herren Räte lächelten. Herr Manau ist nämlich einpolitischer" Richter. ©eine I Stellung verdankt er nicht seinen Talenten oder seiner Tha- tigkeit, sondern seinen radikalen politischen Freunden. Hauptmann Freystätter, einer der Richter aus dem Drey- fus-Prozesse, hat schon vor mehreren Monaten einige ihm von elsässischen Landsleuten, die ihn in Madagaskar ver­storben wähnten, in den Mund gelegte Aeußerungen als freche Erfindungen bezeichnet. Das hat dieJndependance Belge" nicht gehindert, neuerdings dieselben Aeußerungen, wonach Freystätter von der Unschuld des Dreyfus überzeugt sei, in die Welt zu setzen. Der genannte Hauptman yat nunmehr demTemps" mitgeteilt, daß er immer von der Schuld des Dreyfus überzeugt gewesen und daß die Ver­urteilung auf Grund der eidlichen Auslagen unbefangener 3eU9£onbon°29.gj?är$. Nach Telegrammen aus Washm^to« | haben weitere Konferenzen zwischen dem deutschen Bot-

AmtlicherM.

Bekanntmachung,

Reffend: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Aufnahme bin Rmcbttiere in das Provinzialherdbuch im 2. Korbezirk.

Die Körkommission des 2. Körbezirks (Simmenthaler Ai tb) wird nachfolgende Körtermine abhalten:

Donnerstag den 6. April 18SV:

Vormittags 10 Uhr zu Inheiden,

Mittags 12 .. Bettenhausen, Nachmittags 2 Muschenheim.

Die Züchter von Simmenthaler Vieh, welche ihre Tiere iti das Herdbuch eintragen lassen wollen, werden ersucht, betreffenden Tiere an dem von betr. Großh. Bürger- nasslcrei hierzu bezeichneten Orte aufzustellen, damit die Weiten der Kommission ohne Aufschub erledigt werden kiömm.

Anmeldungen zur Körung sind an den Vorsitzenden bäeftr Kommission, Herrn Gutspachter Pfannstiel-Angen- rM ober dem Geschäftsführer, Herrn Landwirtschaftslehrer rchßtihelt in Alsfeld, direkt zu machen.

Laubach, den 25. März 1899.

Der Präsident des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen:

Friedrich Graf zu Solms^Laubach.~

Kurz und bündig

,$u sein, war der Inhalt unserer gestrigen Bitte an dunsr^iwilligen Mitarbeiter unseres Blattes. Richtete sich biliKic wut an einzelne, so gilt unsere heutige Bitte dem ge- fjiitem Leserkreise. Ihr kann jeder entsprechen, sofern en miO.

Bei Verwandten, Freunden und Bekannten zugunsten dtikl.Gießener Anzeigers" ein gutes Wort einzulegen, ver- i»«ag jeder unserer verehrlichen Leser; und mehr verlangen nMr fmr heute nicht.

Eigenlob stinkt! Darum sehen wir davon ab, unser 259Ialt anzupreisen; wenn aber überzeugte Freunde ihm das Wm reden, so erkennen wir das dankbar an.

Jede Erweiterung des Leserkreises kommt inner fter Linie dem Inhalte des Blattes zugute.

Aufgabe geeigneter Adreffen zur Versendung von Probe- imnutrn und freundliche Winke, die die Verbreitung des ,.®itb'itner Anzeigers" fördern, sind uns stets willkommen.

Reichskanzler Fürst Hohenlohe aaWftet am heutigen Freitag sein achtzigstes Lebensjahr. W« Men persönlichen Beglückwünschungen aus dem Wege