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Zweites Blatt
M. 26
1899
Gießener Anzeiger
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General-Unzeiger
Amt»« unh Anzrigeblatt für den Ureis Giefzen
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Amtlicher $eit
Bekanntmachung.
Nach Beschluß des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen soll der Bezug von Thomasphosphatmehl und Kainit durch den landwirtschaftlichen Bezirksverein, jedoch ohne jegliche Garantieleistung durch den Verein, vermittelt werden. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
1) daß bei Bestellungen von Mitgliedern des landwirtschaftlichen Bezirksvereins, die den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transports der künstlichen Dünger per Bahn bis Gießen, Grünberg, Hungen, Lollar, Lang-Göns auf die Bezirksvereinskasse übernommen werden;
2) daß Bestellungen von Landwirten, welche nicht Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht vorher «och Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins werden und sich zu diesem Behufe bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten;
3) daß zur Ausführung der Bestellungen rc. eine Kommission gebildet werden wird;
4) daß Bestellungen bei dem Unterzeichneten bis längstens 15. Februar 1899 einzureichen sind;
5) daß die Zahlung des Düngers bei Empfang der Ware alsbald zu erfolgen hat.
Die Vermittlung wird nur dann ausgeführt, wenn bis zum 15. Februar Bestellungen in genügender Zahl eingelaufen sind.
Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden zu veröffentlichen, Anmeldungen entgegenzunehmen und längstens bis zum 15. Februar an den Unterzeichneten einzusenden.
Gießen, den 26. Januar 1899.
v. Bechtold.
Feuilleton.
Luthers Keirat
kia Gedenkblatt zum 400jährigen Geburtstage von Luthers Käthe
(29. Januar 1899.)
Von Dr. Max Rupprecht.
(Nachdruck verboten.) (Schluß.)
Es liegt wohl nahe, daß die Verpflichtung, für die Zukunft seiner Schützlinge Sorge zu tragen, auch in Luther wrübergehend den Gedanken an Verehelichung mit einer dieser Nonnen wachrief. Er selbst äußert sich in einer seiner Tischreden vom Jahre 1538: wenn er schon vor p Jahren habe freien wollen, so würde er wohl Ave von kchönfeld genommen haben, er habe aber nicht gewollt.
konnte er sich damals nicht entschließen, obwohl er 011 sich durchaus kein Gegner der Ehe war und das Cölibat als eine Gott und der Natur widersprechende Institution b-kämpfte. Die Ehe an sich erschien ihm zwar durchaus icht von allen Schwächen frei, „ohne Ehe zu sein", sagte kl, „erspart viel Unruhen, Ungemachs und Leides", besonders in den drangvollen, stürmischen Zeiten von damals ließ sich mancherlei für den ehelichen Stand sagen. Wer der Ehe JJ Wahrheit nicht bedarf, das war ihm ein reicher, hoher Geist, der sich dann der Thätigkeit für Gottes Wort widmen onnte. Aber diese hohen Geister seien selten, unter 1000 Mrn einer, die Ehe sei also das natürliche, und wer dennoch «llern zu bleiben sich vermesse, der nehme einen unmöglichen Etreit wider die Urnatur auf sich. Die Sorgen und Be- Ichiverden des Ehestandes müsse man in Gottes Namen und ■jn Vertrauen auf ihn tragen. Luther selbst nahm teil an ter Hochzeit seines Freundes Bugenhagen (Oktober 1522) ?b freute sich der Verehelichung seines Freundes Link, - einstigen Augustinervikars, ja, er ermunterte sogar seine zu diesem Schritte, vor dem sich damals viele "^e der zu fürchtenden Schmähungen wegen scheuten. iticJr ^er Ehe schämt, der schäme sich auch, daß er ein ' "ich sei, oder mache es besser, denn Gott es gemacht
Zur Lage in Bulgarien.
Die in Sosta ausgebrochene Ministerkrisis lenkt wieder einmal die Augen auf das Reich Ferdinands. Europa hat an diesem aus dem letzten russisch-türkischen Kriege hervorgegangenen Staate bisher nur wenig Freude erlebt. Der Anfang sah sich ja sehr gut an, und wir glauben auch, daß Fürst Alexander Volk und Land schließlich auf eine weit höhere Stufe gebracht hätte, als es jetzt überhaupt noch möglich ist. Jedenfalls ist Bulgarien seit dem Treubruch an dem Baltenberger tief gesunken, und es erfreut sich heute keines allzu großen Ansehens mehr im Kreise der Völker. Länger als elf Jahre hat nun Ferdinand von Koburg die Zügel der Regierung inne, aber von irgend welchen „Thaten" im Interesse seines Landes hat man noch nichts gehört. Freilich ist er nach jahrelangen Bemühungen endlich von den Mächten anerkannt worden, damit ist jedoch nur seiner Eitelkeit Genüge geschehen, sein Volk hat keine Vorteile erlangt, es hat im Gegenteil manche Demütigungen erfahren müssen.
Fragt man sich, ob die Aera Stoilow Bulgarien zum Segen gereicht hat, so muß man mit einem ganz entschiedenen „Nein" antworten. Sein Vorgänger Stambulow hatte zwar auch seine Fehler und Schwächen, aber aus allen seinen Handlungen ersah man doch das ernste Bestreben, dem Lande zu dienen und das bulgarische Volk groß zu machen, ohne Rücksicht auf den Fürsten. Stoilow dagegen war mehr oder weniger ein gefügiges Werkzeug in der Hand Ferdinands, und aus diesem Grunde wurde auch der Fürst persönlich für die schmachvolle Handlungsweise der bulgarischen Regierung gegen Stambulow, ja sogar für dessen Ermordung verantwortlich gemacht. Alle noch so entrüsteten Ableugnungen haben diese Auffassung nicht zu verschleiern vermocht. Darin liegt auch der Grund dafür, daß alle Schuld für verfehlte Regierungsmaßnahmen auf den Fürsten geschoben wurde, und daß dessen Popularität mehr und mehr im Lande sank. Seine Millionen konnten bisher noch immer eine Katastrophe zurückhalten, ob das aber ohne Aenderung des Regimes auf die Dauer möglich ist, erscheint denn doch fraglich.
Vielleicht ist unter diesen Umständen der Sturz Stoi- lows ein Glück für den Fürsten und seine Dynastie, insbesondere da anzunehmen ist, daß dann auch das Verhältnis
zu Oesterreich wieder erträglicher wird. Die Hauptsache bleibt, welcher Mann an die Spitze der Regierung gestellt werden wird; ob Dr Grekow die richtige Persönlichkeit ist, läßt sich heute noch nicht beurteilen. Es giebt freilich einen Mann, der schon manche Beweise von echter Vaterlandsliebe und Uneigennützigkeit geliefert hat — wir meinen den früheren Kriegsminister Petrow - aber auf diesen wird schwerlich die Wahl des Fürsten fallen, denn der Fürst will selbst regieren zum Schaden seines Landes.
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Deutsches Reich.
Berlin, 28. Januar. Das Reich und Preußen haben 125 Millionen Mark 3 v. H. preußische Konsols und 75 Millionen Mark 3 v. H. Reichsanleihe an die „Deutsche Bank" in Berlin verkauft. Hiermit ist der gesamte diesjährige Bedarf der Finanzverwaltungen im Reiche und in Preußen gedeckt, so daß weitere Anleihen im Laufe dieses Jahres nicht mehr zur Ausgabe gelangen werden. Die übernommenen Beträge werden demnächst zu einem von der Reichs-Finanzverwaltung und dem preußischen Finanzminister zu genehmigenden Kurse zur öffentlichen Subskription gestellt.
Berlin, 29. Januar. Aus allen arößeren Städten des Auslandes, in denen sich reich-deutsche Kolonien befinden, find längere Drahtmeldungen über schön verlaufene Festlichkeiten zu Ehren des kaiserlichen Geburtstages eingegangen. So aus Zürich Bern. Basel, Gtnua. Rom, Brüffel, London, Petersburg. Jn Paris fand unter dem Vorsitz des deutschen Botschafters Grafen zu Münster ein Festessen der deutschen Kolonie statt, welchem Herzog Paul von Mecklenburg, zahlreiche auf der Durchreise b.findliche Deutsche und über zweihundert Mitglieder der deutschen Kolonie mit ihren Damen beiwohnten Graf Münster brachte den Trink'pruch auf Kaiser Wilhelm aus, in welchem er ausführte, das schönste Fest der Deutschen im Auslande s i Kaisers Geburtstag; an diesem Taae fühlte sich jed-r Deut che mit verdoppeltem Stolze als Unterthan dcö we sen, edlen, mächtigen Herrschers, als Ang.'böriger der deutschen Nation, deren Name jetzt überall ein ach unugebietender sei. Der Kaiser blicke mit Befriedigung auf die O 'entreise des abgelaufenen Jahres zurück; der Zweck der R se war die Einweihung der evangelischen K'rche in
hat", schrieb er an Wolfgang Reißenbusch, den Präzeptor des Antoniusordens in Lichtenberg. Er selbst aber lebte damals noch im Kloster wie ein schlichter Mönch; erst allmählich nahm er die Lebensweise und Kleidung eines gewöhnlichen Bürgers an, was uns nicht wundern darf, da ihm seine Art zu leben in Fleisch und Blut übergegangen war, und seine geringen Bedürfnisse in derselben Genüge fanden. Oft drangen seine Freunde und Anhänger in ihn, er möge nun auch selbst die Konsequenzen seiner Lehren ziehen und sich für den Ehestand entschließen, doch noch im November 1524 erklärte er, so wie sein Herz bisher gestanden und jetzt stehe, werde es nicht geschehen, daß er ein Weib nehme, „nicht als ob ich mein Fleisch und Geschlecht nicht spürte, da ich weder Holz noch Stein bin, aber mein Sinn ist fern vom Heiraten". Möglich, daß auch die unsicheren Verhältnisse, in denen er lebte, und der ihn damals beherrschende Gedanke, daß er nicht lange mehr zu leben habe, seinen Entschluß mit bestimmten.
Die Vorwürfe, die man gegen ihn erhob, in Verbindung mit den Wirkungen seines einsamen Lebens, auch sein Gemüt — er war allgemach im Augustiner-Kloster mit nur einem Gefährten allein geblieben und sehnte sich wohl nach Geselligkeit und geistiger Anregung — bewogen ihn aber bald darnach, sich hinsichtlich seiner Stellung zum weiblichen Geschlechte anders zu entscheiden. Auch ein äußerer Umstand trug dazu bei. Katharina von Bora hielt sich noch in Wittenberg auf. Sie war gerade keine Schönheit, wohl aber eine kräftige, angenehme Erscheinung von gesundem Geist und Herzen, eine mehr männliche als zarte Natur, wie sie wohl geeignet war, einem großen Hauswesen vorzustehen und wie sie sich zur Gattin eines Mannes, der so freigebig und hochsinnig, wie der Reformator war, vorzüglich eignete. Zu jener Zeit trug das junge Mädchen indessen eine andere Neigung im Herzen, deren Gegenstand ein junger Nürnberger war. Hieronymus Baumgärtner. Beide hatten Bekanntschaft angeknüpft, als Baumgärtner in Wittenberg studierte, und auch er schien eine innige Neigung für Katharina z« empfinden. Nach seiner Rückkehr in die Heimat fand er es jedoch für angemessen, die Verbindung mit dem armen Mädchen zu lösen und eine reiche Braut an ihre Stelle zu setzen. Daher
verfehlte auch Luthers Mahnung (in einem Briefe am 12. Oktober 1524) ihren Zweck. Der Reformator schrieb darin u. a.: „Wenn Ihr Eure Käthe von Bora behalten wollt, beeilt Euch, ehe sie einem andern gegeben wird, der bei der Hand ist; sie hat die Liebe zu Euch noch nicht überwunden; ich gewißlich würde für Euch beide mich freuen, wenn Ihr zusammenkämet. Von dem „andern", einem Dr. Glatz, wollte indessen Katharina nichts wissen. Sie bat Luthers Freund Amsdorf, Luther von dem Projekt abzubringen, „wolle Luther oder Amsdorf sie haben, so sei sie bereit, mit dem einen oder anderen eine ehrsame Ehe einzugehen."
Diese Aeußerung mag wohl mit bestimmend für Luther gewesen sein, dem Gedanken der Verheiratung ernstlicher nahe zu treten und zugleich Katharina selbst mehr als bisher in den Kreis seiner Betrachtungen zu ziehen. Vorher hat er wohl keine direkte Neigung für sie empfunden, er gesteht wenigstens in einer seiner Tischreden, er habe sie nicht geliebt, weil er sie für hochmütig gehalten habe. Wer weiß indessen, ob nicht in jenem Verdacht, daß sie hochmütig sei, schon eine unbewußte Regung tieferen Interesses enthalten war. Sicher ist, daß Luther bald hernach seinen Entschluß einer Verbindung mit ihr des öfteren andeutet. „Gott hat es also gewollt, daß ich der Verlassenen mich erbarme", wie er später äußerte. Die Vermählung fand denn auch am Abend des 13. Juni 1525 in seiner Wohnung in Gegenwart des Malers Lukas Cranach und dessen Ehefrau, des Professors Dr. Apel, des Propstes Jonas und des Stadtpfarrers Bugenhagen statt. Ein kleines Frühmahl am andern Morgen und eine öffentliche Hochzeitsfeier am 27. Juni schlossen sich an. Zur letzteren hatte er zahlreiche Freunde geladen, u. a. Spalatin, Link, Amsdorf und Leonhard Koppe, den Helfer Katharinas bei ihrer Flucht aus dem Kloster.
Wie man sich denken kann, erregte die Verheiratung des einstigen Mönchs mit einer ehemaligen Nonne ungeheure Sensation. Nicht nur seine Gegner überschütteten ihn mit Hohn und Beleidigungen, auch viele seiner Freunde mochten den Schritt nicht billigen. Sogar Melanchthon sah anfangs eine Erniedrigung des großen Mannes in seiner That. Trotz


