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1 29. Mi 1899. rönigliche Hoheit der geruht, zum 15. Julr isfenbach den Charakter
Königliche Hoheit der geruht, am 24. Julr atsgericht Gernshem, ivg seiner langjähmgen Wirkung vom 3. Sep- ,u versetzen.
Durch Entschließung Innern vom 24. Julr gerungsassessor Lauer «weise mit der Wahr- :ne8 Kreisamtmannes XS* 6*o9t tatiM W «* üb-rh(? £ her ti ,
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erlitten 5 Personen (je 1 in Mainz und Offenbach, 3 in | Darmstadt). ___________
Darmstadt, 28.Juli. Seine Majestät der Kaiser hat die Erlaubnis zur Anlegung des Seiner Durchlaucht dem Fürsten Franz Joses zu Isenburg undBüdingen in Birst ein verliehenen Großkreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen demselben zu erteilen geruht.
Aus der Zeit fBr die Zeit.
Vor 22 Jahren, am 30. Juli 1877, erlitten die Russen bei Plewna im russisch-türkischen Kriege eine schwere Niederlage. Vergebens suchte General Krüdener die Türken aus ihren wohlverschanzten Stellungen zu werfen und sich der Stadt zu bemächtigen; nach einer mörderischen Schlacht, in welcher die Nüssen 8000 Tote und Verwundete auf dem Schlachtfelde ließen, mußte sich Krüdener zurückziehen. Die Türken schändeten ihren Sieg durch Grausamkeit gegen die Gefangenen, obwohl die Pforte der Genfer I Konvention beigetreten war.
Vor 50Jahren, am 31. Juli 1849, starb Ungarns größter Dichter Petöfi, der ein Sänger und ein Held zugleich, kaum 27 jährig als Adjutant des Generals Bem in der Schlacht von Schäßburg fiel. Da sein Leichnam nie gefunden wurde, wollte das ungarische Volk lange nicht an den Tod seines Lieblings glauben. Petöfi wurde am 31. Dezember 1822 in Kiskörös geboren.
Vermischtes.
* Von der Berliner königlichen Sternwarte wird dem „Reichs-Anz." folgendes mitgeteilt: Die sogenannten leuchtenden Nachtwolken, deren Erscheinen in den letzten Jahren seltener und lichtschwächer geworden war, sind in den letzten Wochen in den russischen Ostseeprovinzen aufs neue deutlich wahrgenommen worden. Im Interesse der Erforschung der sehr merkwürdigen Erscheinung ist es angezeigt, die Aufmerksamkeit der weitesten Kreise wiederum auf diese Wahrnehmung zu richten. Jene Wolken, die in ihrer Struktur den feinsten Federwolken ähneln, sind in den Sommernächten vom Ende Juni bis Anfang August in der Nähe des nördlichen Horizonts gegen Mitternacht in eigentümlich weißem Glanz zu erblicken, und zwar leuchten sie in der Regel am hellsten etwas nach Mitternacht am nordöstlichen Himmel. Bedingung der Sichtbarkeit in unseren Breiten ist es, daß nicht nur für uns der Himmel in der Nähe des Nord- Horizonts völlig frei von tiefer liegenden Wolkenbildungen ist und uns so den Ausblick auf jene in großer Höhe über der Erdoberfläche über den mittleren Parallelkreisen von Schweden und Norwegen schwebenden Gebilde öffnet, sondern daß der Weg von der über den nördlichsten Regionen der Erde die Nacht hindurch leuchtenden Sonne bis zu jenen hohen Wolken ebenfalls nicht durch tiefer liegende Wolkenbildungen im höheren Norden verlegt ist. Man darf sich deshalb nicht irre machen lassen, immer und immer wieder in hellen Nächten nach der eigentümlich eindrucksvollen Er- scheinung zu spähen, wenn man auch wiederholt bei einer am Beobachtungsort ganz durchsichtigen Himmelsbeschaffenheit nichts davon erblickt hat. Es hat eben dann infolge von Trübungen der Luft im höheren Norden die gehörige Beleuchtung der Wolken durch die Mitternachtssonne gefehlt. Wodurch jetzt eine erneute und größere Ausdehnung und Helligkeit jener Wolken verursacht sein könnte, steht noch dahin. Offenbar können dieselben sowohl durch vulkanische Emporschleuderungen, als durch Einströmungen von Massenteilchen aus dem Himmelsraum Zuzug empfangen. Es ist festgestellt worden, daß jene Wolkengebilde seit 1885 anhaltend in einer und derselben Höhe, nämlich 82 Kilometer über der Erdoberfläche, geschwebt haben, und daß sie in dieser hohen Region eigentümliche Bewegungen erfahren, welche auf die Zustände in den Grenzschichten der Atmosphäre ein völlig neues Licht werfen, das möglicherweise zur Aufhellung des Problems der gesamten Bewegungs-Erscheinungen in unserer Atmosphäre beitragen wird. Schon die zweifellos erwiesene Thatsache, daß Stoffteilchen, welche das Sonnenlicht in ähnlicher Weise reflektieren wie die Eiskristalle der tiefer (unterhalb 30 Kilometer) gelegenen sogenannten Cirruswolken, sich jahrelang in jener großen Höhe schwebend erhalten, ist von solcher Wichtigkeit, daß die Fortführung und Bestätigung jener Ergebnisse durch alljährlich wiederholte Beobachtungen und Messungen nicht genug empfohlen und gefördert werden kann. Noch wichtiger wird aber die Fortführung und Vervollständigung der Messungen hinsichtlich der Geschwindigkeiten und Richtungen der Wolkenbewegungen in jenen großen Höhen sein. Gerade die Gegenden zwischen Mitteldeutschland und dem südlichen Schweden sind hierfür sehr geeignet. Wer für photographische Meßbildaufnahmen, bei deren Ausführung die Berliner Sternwarte gern raten und helfen würde, nicht eingerichtet ist, wird schon einen wertvollen Beitrag liefern, wenn er in einem möglichst genau festgestellten Zeitpunkt die Lage der Wolken zu bestimmten Punkten des Nord-Horizonts womöglich durch sorgfältige Zeichnung, unter genauer Angabe seines eigenen Standorts, seststellt.______________________________________________________________________
UmverMts Nachrichten.
— BreSlau. Der Prwntdozent der Theologie (Dogmatik) an unserer Universität, Ltc. M. Schulze ist zum außeroroenlichen Pro- jefsor ernannt worden.
— Jen«. Dr. Ferdinand Gumprecht, Dozent der gerichtlichen Medizin an der hiestgen Untoerfität wurde zum außerordentlichen Profeffor ernannt.
— Greifswald. In der theologischen Fakultät unserer Universität habilitierte sich für neutestamevtltche Exrgefe Ltc. Dr. JuliuS Kögel, ein Sohn des verstorbenen Oberhospredtgers. Seine An- tttttSvorlefung handelte von der KanonSgeschtchte des Hebräerbriefs.
— Göttingen. Der vor kurzem an dte hiesige Universität berufene außerordentliche Profesior der dogmatischen Theologie D. Adolf Link zu Königsberg ist gestorben.
— Kiel. An Stelle des nach Greifswald übergestrdelten außerordentlichen Professors der Theologie Lic. Dr. Bosse ist der Professor D. Heinr. G. Voigt, bisher in Königsberg, nach hier berufen worden. t „ , „ ,
— München. Der KustoS des pflanzen-physiologifchen Instituts, Prtoatdozent Dr. Karl Giesenhagen. hat, wie die „TSgl. Rundschau" mitteilt, aus Retchsmttteln einen Zuschuß von 6000 Mk. zu einer längeren Forschungsreise nach dem südöstlichen Asien erhalten. Er wird sich vor allem der Erforschung deS wenig bekannten Innern der Halbinsel Malacca widmen.
Mteratur, Wissenschaft und Kunst.
— Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. 21. Jahrgana. 1898/99. (A HartlebenS Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu 85 Pfg., Pränumeration inel. Franko-Zusendung 10 Mk.) Die „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik", ist dte vtelsetltgste unter allen geographifchen Zeitschriften, woraus sich ihre wette Verbreitung erklärt. Indem sie alle Zweige der Erdkunde in gleichem Maße pflegt, bietet sie jedem Lefer etwas Interessantes. Gediegene Aufsätze von hervorragenden Fachmännern und Reifenden über Länder- und Völkerkunde, Beiträge aus den Gebieten der Astronomie und Statistik, Biographien zettgenöfsischer Geographen und ForschungSretfender, zahlreiche Mitteilungen über geographtfche Vorgänge auf dem ganzen Erdenrund bilden Ihren Inhalt. So gestaltet sie sich zu einem internationalen Organ der Geographie, welches den Lefer in allen geographischen Dingen stets auf dem Laufenden hält. Nicht zu unterschätzen ist dte Beigabe vorzüglicher Illustrationen und sorgfältig ausgeführter Karten. Wir können die „Deutsche Rundschau für Geogravhie und Statistik" jedermann aufs beste zur Pränumeration empfehlen. __________________________________________
Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.
Aufgebote.
Juli: 23. Wilhelm Göbel, Handelsmann zu Gießen, mit Walburgis Stander hierselbst. 25. Gabriel Spier, Kaufmann zu Gießen, mit Mathilde Nachmann Hierselbst. 25. Heinrich Marx, Uhrmacher dahier, mit Theodore Wilhelmine Amanda Emma Lotz hierselbst. 26. Wilhelm Aumann, Stations-Gehilfe zu Gießen, mit Martha Eltfabeth Fischer hierselbst. 27. Franz Joseph Eonrad, Friseur zu Gießen, mit Marie Katharine Elisabeth Dotzenrodt hier- selbst. 28. Georg Friedrich Ruhl, Metzger zu Mannheim, mit Marte Susanne Größer zu Lollar.
Geborene.
Juli: 17. Dem Kreiskasserechner Adam KauS eine Tochter. 19. Dem Schlosser Ludwig Kreuter ein Sohn, August Wilhelm. 21. Dem Cementarbeiter Philipp Scklitz eine Tochter. 22. Dem Metzger Jakob Klein eine Tochter, Margarethe Luise. 23. Dem Hausburschen Wilhelm Eisfeller ein Sohn, Heinrich Peter Wilhelm. 24. Dem Kaufmann Siegmund Schmidt ein Sohn, Fritz David. 25. Dem Kaufmann August Rinn eine Tochter. 26. Dem Lokomotivheizer Johann Heinrich Christian August Schaumburg zu Marburg ein Sohn. 26. Dem Postschaffner Friedrich Gräf ein Sohn. 27. Dem Bautechniker Peter Grobe ein Sohn.
Gestorbene.
Juli: 21. Jakobus Johannes von Ryk, 61V« Jahre alt, Rentier von Mastricht in den Niederlanden. 21. Henrique de Miranda, ca. 53 Jahre alt, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister von Rio de Janeiro in Brasilien. 22. Elifabethe Röhmig, geb. Launbardt, 53 Jahre alt, Ehefrau von Weißbinder Philipp Röhmig IV. zu Ober-Rosbach. 22. Maria Johann« Koch, 6 Monate alt, Tochter von HauSbursche Jacob Koch dahier. 23. Johannette Berghäußer, 17 Jahre alt, Tochter von Berginvalide Philipp Berg- häußer IV. von Niedergirmes. 24. Margarethe Hansel, geb. Fassold, 40 Jahre alt, Ehefrau von Maurer Johannes Hansel dahier. 25. Hedwig Charak, 4 Monate alt, Tochter von Milchhändler Naftali Charak dahier. 27. Louis Horn, 47 Jahre alt, Schuhmacher dabier. 28. Marie v. Baransky, geb. v. Chawlowsky, 47 Jahre alt, Ehefrau von wirklichem Staatsrat und Reichsbank Direktor Alexander v. Baransky zu Petersburg. 28. Margarethe Rein, 20 Jahre alt, Dienstmagd von Allendorf a. d. Lumda.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
JohanneSgemeinde.
Den 25. Juli. Wilhelm Schneider, König!. Förster zu Krofdorf, und Agnes Specht, Tochter deS verstorbenen BuchbindermetsterS Johann Ludwig Specht zu Saalfeld.
Getaufte.
Markuvaemeinde.
Den 23. Juli. Dem Taglöhner Heinrich Pitz eine Tochter, Karoline Marie, geboren den 31. Mai.
Denselben. Dem Ofensetzer Albert Hoß eine Tochter, Erika Karoline Sophie Marte, geboren den 19. Juni. ,
Denselben. Dem Rangiermeister B«lthasar Wißker ein Sohn, Heinrich, geboren den 11» Juni.
Lukasgemetnde.
Den 23. Juli. Dem Sattler Johann Schweiger ZwillingS- töchter, Mari- und Martha, geboren den 3. Juli.
Den 29. Juli. Dem MechanikuS Gottlob Hempel eine Tochter, Elise Martha, geboren den 22. Juni.
JohanneSgemeinde.
Den 23. Juli. Dem Dreher Franz Josef Ganß eine Tochter, Lina, geboren den 12. April.
Denfelben. Dem Hausierer Friedrich Benner eine Tochter, Ann« Marie Elifabethe, geboren den 29. Juni.
Beerdigte.
M«rkuSgemetnde.
Den 23. Juli. Helene Schweitzer, geb. Müller, Witwe des verstorbenen Bahnwärters Konrad Schweitzer.
Denfelben. Wilhelm Heil, Dienstmann, verheiratet, 57 Jahre alt, starb den 21. Juli.
JohanneSgemeinde.
Den 27. Juli. Margarethe Hansel, geb. Fasfold, Ehefrau deS Maurers Johannes Hanfel, 40 Jahre alt, stirb den 24. Juli.
Temperatur der Lahn und Luft
nach Re«umur gemeffen am 29. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mitt«gS: Wasser 16«/,°, Lust 15°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
Verkehr, Land- und Volkswirtschaft.
Gietzeu, 29. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90—1.20, Hühnereier per St. 0—0 H, 2 St. 13—14 H, Enteneier 1 St. 7 —8 H, Gänse« eiet per St. 10-11 -S, Käse 2 St. 5-8 H, Käsematte per St. 8 Erbsen per Liter 22 H, Linsen per Liter 32 H, Tauben per Paar X 0.75—0.90, Hühner per St. X 1.00—1.50, Hahnen per Stück X 0.65—0.90, Enten per St. X 2.00—2.50, Gänse per Pfund
X 0 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74,5), Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Schweinefleisch per Pfd. 60—72 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bii- 12.0 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. X 8.50—9.10, Milch per Liter 16 H, Kirschen per Pfd. 40 bis 00 Pfg.
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Meldungen.
Depefchcn des Bureau „Herold".
Berlin, 29. Juli. Nachdem die Revision der Jn- validen-Versicherung zu stände gekommen ist, wird man sich wieder in den zuständigen Ressorts einer Reform der Unfall- und der Kraukcn-Versicherung mehr zuwenden önnen. Bei dem Inkrafttreten der ersten Kranken Ver- icherungs-Novelle sind in den Parlamentarischen Verhaud- ungen viele Veränderungs-Vorschläge aufgetaucht, welche jedenfalls bei den behördlichen Arbeiten eine Prüfung erfahren werden. Es darf als sicher angenommen werden, laß beide Novellen dem Reichstage in verschiedenen Tagungen zugehen werden.
Berlin, 29. Juli. Die Neuner-Kommission des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe von Berlin und Vororten tagte gestern abend in einer kombinierten Sitzung mit der Lohn-Kommission der Putzer. Nach langen Verhandlungen einigte man sich dahin, daß die Akkordarbeit im Putzergewerbe beibehalten werde. Die Einführung eines einheitlichen Arbeitsvertrages erkannten beiden Teile für notwendig. Die Arbeitgeber werden einen dahingehenden Entwurf ausarbeiten und den Arbeitern vorlegen.
Kiel, 29. Juli. Eine mit acht Mann besetzte Segelgig des Hafen-Kavitanats kenterte bei stürmischem Westwinde im Kriegshafen. Der Dampfer „Bötticher" rettete den Deck-Offizier und den Obermaat, eine Dampfpinasse weitere drei Mann. Drei Matrosen der 1. Kompagnie ertranken.
Zoppot, 29. Juli. Der unter dem Verdachte der Spionage hier verhaftete Reisende Berg aus Berlin ist, da sich der Verdacht als unbegründet herausgestellt hat, wieder aus der Haft entlassen worden.
Rom, 29. Juli. Der vom Papst ernannte Ausschuß von Kardinalen, der sich mit der Untersuchung über die christlich-soziale Bewegung in Oesterreich und Belgien befaßt, hat sich mit den österreichischen und belgischen Bischöfen in Verbindung gesetzt, um von diesen genaue Berichte über die Haltung der katholischen Demokraten zu erlangen, um dem Papste den einzuschlagenden Weg vorzuzeichnen.
Brüffel, 29. Juli. Die Mitglieder der Opposition hielten gestern abend während der Kammersitzung eine geheime Sitzung ab, in welcher infolge des Ausscheidens Lorands aus bei Opposition die nun eingetretene Lage beraten wurde. Wie verlautet, beabsichtigen die Sozialdemokraten, einen Aufruf an das Volk zu veröffentlichen, um eine für die Einführung des allgemeinen Stimmrechts günstige Stimmung herbeizuführen.
Paris, 29. Juli. Die Untersuchung über die vorgestrige Börsenpanik ergab, daß fünf klerikale Agenten im Auftrage der Jesuitenklöster und Kongregationen mehrere Millionen Staatsrente unter Ausstreuung falscher Gerüchte so lärmend als möglich verkauften. Die Schuldigen werden suspensiert.
Paris, 29. Juli. Der bevorstehenden Zusammenkunft des deutschen Kaisers mit dem Zaren wird hier größere Bedeutung beigemessen. Es verlautet, bei der Konferenz würde der Plan einer kontinentalen Allianz gegen England erörtert werden. Der Zar mache England für das Scheitern der Friedens-Konferenz verantwortlich. Dagegen rühmte der Zar wiederholt die offene und ehrliche Haltung Deutschlands. Die Reise des Zarenpaares nach Darmstadt und die Begegnung mit Kaiser Wilhelm ist bestimmt. Wahrscheinlich findet dieselbe in Berlin statt.
Paris, 29. Juli. Beaurepaire veröffentlicht heute im „Echo de Paris" die angeblichen Schuldbeweise gegen Dreyfus, welche die von ihm eingeleitete Untersuchung bezüglich des Prozesses ergeben haben. Die Erklärungen sind in fünf Abschnitte eingeteilt. In den verschiedenen Teilen führt Beaurepaire Zeugen für die Schuld Dreyfus an.
Paris, 29. Juli. „Figaro" behauptet, das Resultat der von der Regierung eingeleiteten Untersuchung gegen das Börsen-Manöver vom letzten Donnerstag habe ergeben, daß ein Mitglied der Polizei-Präfektur, welches in der Börse Dienst hatte, Miturheber der falschen Gerüchte gewesen ist. Die Absetzung dieses Beamten sei bereits angeordnet.
Paris, 29. Juli. Gegenüber anderweitigen Meldungen versichert die Regierung, es seien keine Maßregelungen gegen den General Metzinger, den Kommandanten des 15. Armeekorps, getroffen worden.
Triest, 29. Juli. Der Korrespondent des „New-Aork Herald", welcher ein Interview mit dem Admiral Dewey hatte, versicherte, letzterer habe ihm erklärt, der nächste Krieg, den die Vereinigten Staaten zu führen haben würden, werde ein Krieg mit Deutschland sein. (!)
Belgrad, 29. Juli. Nachdem in Semlin sich eine große Anzahl politischer Abenteurer aufhält, welche durch lügenhafte Meldungen über angebliche Vorfälle in Serbien in ausländischen Zeitungen die serbische Regierung bei den Mächten in Mißkredit bringen, beabsichtigt die letztere, die österreichisch-ungarische Regierung um Ausweisung dieser Individuen zu ersuchen.
NewYork, 29. Juli. Ein Kongreßmitglied erklärte einem Journalisten, die Vereinigten Staaten hätten mit England ein Offensiv- und Defensiv-Bündnis geschlossen, zu welchem der Präsident Mae Kinley seine Zustimmung bereits gegeben habe. Dieses Bündnis werde jedoch aus politischen Gründen geheim gehalten. (?)


