undMindschaftsbilb vor uns aufrollt, daß Wisby auch heute noch wie eine Meerbeherrscherin thront. — Es mag zur Zeit seines Glanzes einen bewundernswerten Anblick geboten haben, und noch jetzt gewahrt Lage und Eigenart der Architektonik so viel dos Reizvollen, daß das Entzücken hierüber sich jedem Beschauer mitteilt. Einen besonderen Reiz hat das Fatum WiSbys hinzugefügt, indem es Ruinen der alten Herrlichkeit in dieses interessante Stadtbild hinein- gestreut. das Eigentümliche des Ganzen vermehrend. Bald sollten wir auch das freundliche Wesen der Bewohner dieses historisch merkwürdigen Fleckchens Erde kennen lernen, und manch altes hochgiebliges Haus, Geräte und Truhen in den bürgerlich behäbigen Wohnungen erzählten uns von dem Wesen der alten Hansestadt, aber die hohe Bedeutung des früher so mächtigen Handelsemporiums ging uns in den Ruinen der stolzen Kirchen und der trutzigen Stadtmauern auf. — Hier unter diesen Geschichtstrümmern war uns der liebenswürdige Lektor Bergmann ein ausgezeichneter Wegweiser, und ich lasse ihm zur Erklärung von Wisbys früherer Bedeutung daher auch an dieser Stelle das Wort. Er sagt in seinem Buch „Altertümer von Wisby" folgendes: „Es wurde der Mittelpunkt aller der verschiedenen Handelsverbindungen, welche die westlichen Städte Deutschlands in fremden Ländern, England, Flandern, Skandinavien einzeln geschlossen hatten; denn so lebhaft der Verkehr zwischen diesen Ländern und den norddeutschen Städten auch gewesen war, so kam er doch erst zum Flor und nahm eine großartigere Richtung an, nachdem er durch Gothland in Verbindung mit dem Orient gesetzt wurde. Darum waren auch in England, Flandern u. s. w. große Handelsvorteile den gothländischen Kaufleuten zugeteilt. Wisby war für die Ostsee, was Venedig für das Adriatische Meer war, und wie ein Teil von Indiens und Persiens kostbaren Waren über das Schwarze Meer nach Venedig ging, so
ging ein anderer Teil davon auf der Wolga und den anderen russischen Flüssen nach Nowgorod und dann nach Wisby. Die höchst bedeutende Menge von sowohl orientalischen Münzen und altertümlichen Zierraten, als von anglosächslschen und altdeutschen Münzen zeugen von diesen ehemaligen Verbindungen mit dem Oriente, mit England, Dänemark und Deutschland. Die Kaufmannsgesellschaft in Wisby war so mächtig, daß neueren Untersuchungen gemäß das große Bündnis der Hansestädte zum großen Teil durch die Verbindung bereitet wurde, welche Kaufleute der verschiedenen Städte früher auf Gothland angeknüpft hatten."
Von diesem Handel, dieser Macht und Bedeutung, und von der Bildung, Dem Kunstsinn und der warmen Religiosität, die in Wisby blühten, zeugen hinlänglich die vielen Kirchen, Klöster und Zünfte, wie andere altertümliche Erinnerungen dieser Stadt. Der Chronik nach hatten die einzelnen Häuser Kupferthore und vergoldete Fensterpfosten, und im alten Liede von Nils Guldsmed (Goldschmied) und König Waldemar heißt es:
„Gold wiegen die Guten auf Ließpfundwage Und spielen um die edelsten Steine.
Die Frauen spinnen auf Goldspindeln,
Aus Silbertrögen fressen die Schweine."
Schon ein Rundgang von zwei bis drei Stunden giebt eine Vorstellung von der Fülle des Reichtums und der Kulturarbeit, die hier aus ferner Vergangenheit zu uns die gewaltige Sprache des weltgeschichtlichen Werdens und Vergehens redet. Hier wird das Wort wahr, daß die Steine reden, wenn auch Menschenzungen schweigen. Kaum ist irgendwo anders in Europa aus einem kleinen Fleckchen Erde soviel Erinnerung an das frühe Mittelalter aufgeschichtet — eine Fundgrube für Architekten und Archäologen.
Eine unverfälscht gehobene Stimmung hatte sich unser bemächtigt, als wir von dem alten Wisby zu den Freuden
des modernen gelangten und im „Pavillon", einem herrlich» gelegenen Sommer-Restaurant, ein Stündchen mit den freundlichen und gastfreien Bürgern Wisbys zusammensaßen. Die deutsche Sprache erklang hier auf dem von der Geschichte geweihten Boden wieder, wie vielleicht vor vielen Jahrhunderten bei den Gastmühlern, welche Gothländer und Deutsche verbanden. Trinksprüche auf Wisby und Schweden fanden Widerhall im schwedischen „Hurra" auf Deutschland und sein Kaiserhaus.
Als wir unser trauliches Wasserheim wieder aufsuchten, um weiter zu dampfen, gaben uns Hunderte das Geleit, noch einmal riefen wir unser Hoch vom Dampfschiff aus dem freundlichen Wisby zu, noch einmal tönte als Antwort ein kräftiges schwedisches Hurra von den Starken und schönen Gothlands, die am Strande versammelt waren, dann ging es hinaus auf das leuchtende Meer aus dem Hasen der nordischen Phäakenstadt, deren Freundschaftsbeweise noch immer nicht ihr Ende erreicht hatten. Denn an einer kleinen Landzunge hatte sich die „Säng-Föreningen" von Wisby ausgestellt, um uns zum Abschied jene weichen, schwedischen Lieder nachzusenden, die das Herz so voll und wehmütig ergreifen. — Und wehmütig wurde uns in der That der Abschied von den lieben gastfreien Menschen auf Gothland. —
Es geht eine Sage aus Gothland, und der Name unseres Dampfers „Thjelvar" brachte uns diese Sage nahe. Danach soll die Insel vor Urzeiten mit der untergehenden Sonne jeden Abend ins Meer gesunken und mit Der ausgehenden jeden Morgen wieder aufgetaucht fein. Seitdem aber der erste Kulturmensch auf Gothland — Thjelvar hieß er — zuerst sein Feuer entzündet, sei die Insel auf der Oberfläche des Meeres geblieben. Die Flamme der Gesittung, Kultur und Menschenliebe ist seitdem auf Gothland nie erloschen, und wir hatten ihre Wohlthat empfunden.
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