Ausgabe 
30.5.1899 Zweites Blatt
 
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Dienstag den 30- Mai

Zweites Blatt

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""" Besuchen Eltern und Schwestern sind gestattet, solche anderer Personen nur unter Begleitung eines Mitglieds des

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Meßmer Anzeiger

Heneral-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieszen

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tk Gietzener

Wien dem Anzeiger eU-itiid) viermal beigelegt.

Deutsches Reich-

Darmstadt, 27. Mai. Aus London, 27. Mai, wird der Darmst. Ztg. gemeldet: Ihre Königlichen Hoheiten der und die Großherzogin haben gestern

Aussichtsrats. b mitiu6lingcn: i Bettdecke, ein

Unterbett, 1 Kissen (Bettstelle und Matratze werden gestellt), 1 doppelter Ueberzug, 1 weißer Bettüberwurs, ^Betttücher, 2 einfache Druckzeugkleider, 6 Hemden, 4 Handbücher, zwei Bettjacken (Kleider und Wäsche gezeichnet),, 1 Kleiderbürste, 1 Schuhbürste, 1 Zahnbürste, 1 Regenschirm, 1 Nahstem Zeug und Leinwand zur Anfertigung bezw. Unterhaltung von Kleidern, Hemden und Bettwäsche, Wolle und Garn zu Strümpfen und Socken rc. und 2 Vorhangschloßchen.

Am Schlüsse des Kursus findet eme Ausstellung der gefertigten Arbeiten, die Uebergabe von Zeugnissen über , 1 Betragen und Leistungen, sowie eme feierliche Entlassung t I der Schülerinnen statt, wozu deren Eltern und Angehonge

Der 2. Kursus pro 1899 beginnt Samstag den 1. Juli und wird Freitag den 1. Dezember geschlossen werden.

Die Meldungen hierzu sind bei dem unterzeichneten Vorsitzenden des landw. Bezirksvereins Büdmgen unter gleichzeitiger Angabe des Vor- und Zunamens, des Tages, Monats und Jahres der Geburt und des Wohnorts der Schülerin und des Namens der Eltern oder des Vormunds schriftlich einzureichen. . . .

Beim Eintritt in die Anstalt hat eme jede Schülerin ein ärztliches Zeugnis vorzulegen, das sich über ihren Ge­sundheitszustand, sowie weiter darüber aussprechen mutz, datz gegenwärtig keine ansteckende Krankheit in chrer Familie und bei deren Hausbewohnern bestände.

Lindheim, 17. April 1899.

Der Vorsitzende des landw. Bezirksvereins Büdmgen. Jrle, Kreisrat.

Der Aufsichtsrat:

Westernacher, Oberamtmann. Frau Westernacher. Buß, Kreisschulinspektor. Bär, Pfarrer.

Lipp, Bürgermeister. König, Beigeordneter.

Grosch in Pastell in ganzer Figur gemalt worden. Die Sitzungen, die sehr rasch vor sich gehen mußten^ haben fast alle in Gegenwart der Großherzoglichen Eltern statt- qefunden. Das Gestellchen ist ganz weiß gehalten, nur aus dem blonden Lockenköpfchen sitzt ein pikantes, matt- ila Schleifchen, desien Ton noch einmal in einem im Hinter­gründe stehenden Fliederstrauß repetiert. Das blasse Lila ist nämlich die bevorzugte Farbe der kleinen Prmzeß, die ein auffallend richtiges Gefühl für Farben und Kartier am^n^ ^ämH^^ce^1eitetnJie die kleine Prinzeß Elisabeth wurde auch der Prinz Georg, der Sohn der Prinzessin Ludwig von Battenberg, im Matrosenanzug von Fräulem Grosch porträtiert. .

Von seinen heimischen Dichtern hat Darmstadt einen dem Tode lassen muffen, aber nicht der Vergessenheit; denn so lange die Dialektpoesie hier blüht, so lange es fröhliches Aarnevalstreiben giebt, und so oft sich geschickte, die hessische Mundart beherrschende Deklamatoren finden, welche zur Erheiterung größerer und kleinerer Kreise aus Karl SchafsnitsSpäßen" vorzutragen wissen bei der zu Ehren des Stenographentages arrangierten Abendunterhaltung thaten diese erst kürzlich ihre volle Wirkung wird man sich mit Dankbarkeit des hessischen Poeten erinnern, der den Vorkommnissen des alltäglichen Lebens die Lichter eines sonnigen Humors aufzusetzen wußte. -sch.

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Feuilleton.

Briefe aus der Hiefidenz.

(Orlatnrlbericht für den .Gietzener Anzeigers)

(Nachdruck verboten.)

XIII.

Fremdenverlehr. Alte und neue Et°blifi-me»tS. fa rträts lürstlicher Kinder. Den Manen Karl SchuffnltS.

Als EinsallSthor für den Odenwald kommt die Groß- ümoalich hessische Residenz für die Touristenwelt feit lange $ Bttracht, aber in den letzten Jahren dürfte auch die =a,M der Fremden gestiegen sein, di-Darmstadt langer als mn nu flüchtiger Rast betreten. Merklich gestreckt und .dehnt hat sich die Residenz in den letzten zehn Jahrem LJ Straßen, ganze Villenviertel sind entstanden, freilich .«ich manches, das zum alten Bild- gehörte, unwied-rbr.ng. W verschwunden. Große Einschränkung hat namentlich M Gebiet der öffentlichen und privaten Garten erfahren, tat stua der Großstadt nach Uniformierung und großt- »iiolichfter Ausnutzung des Terrains macht sich auch bei miß fühlbar, und unmerklich muß das blühende Gartenland »-M steinernen Häuserkomplex weichen. Auch die ..Wirt- st>Pst mit Sitzen im Freien unter schattigen Kastanien ver- lirat sich mehr und mehr. Für das hübscheste und an- iwtigst7 Etabliffement dieser Art, Markworts, bezw. Hausts

I hat. Außerdem sind noch etwaige Ausgaben für Arzt und nimiiip i Köchele zu bestreiten. _

Vom Tage des Eintritts an, also während des Kursus, dürfen die Mädchen ohne Erlaubnis oder Auftrag der Haus- unb die Großherzogin yaoe» g-g»»

mutter außerhalb der Anstalt nicht verkehren und hab f I . c>h^r Majestät der Königin Schloß Wmdsor verlassen, der einaeführten Hausordnung unweigerlich zu fügen. | .1. k»«. rsunfihprinn benähen ück hier-

Insbesondere ist ihnen auch Ehrerbietung, Gehorsam und Unterordnung gegen das AufsichtS- und Lehrerperfonal, Freundlichkeit, Verträglichkeit und liebevoller Verkehr, unter- ttnander und endlich Treue, Fleiß und Sorgfalt bet den Arbeiten zur strengsten Pflicht gemacht.

An Sonn- und Feiertagen werden die Mädchen veran­laßt, den Gottesdienst ihrer Konfession zu besuchen, wobei die Hausmütter bezw. die Assistentin die Begleitung über, nimmt. Morgens vor dem Frühstück, vor und nach d-m Mittageffen und abends vor dem Schlafengehen findet ge>

Die landw. Haushaltungsschule , za Lindheim (Provinz Oberheffen).

Di- zu Lindh-im seit zehn Jahren bestehende Hau«- kllnngsschule des landwirtschaftlichen Vereins für die Pro- «i Ob-thess-n steht unter Oberleitung . «nd Verwaltung ß, landw. Bezirksvereins Büdingen und eines Aussichtsrats üindheim und hat die Aufgabe, Mädchen im Alter von M, 16-20 Jahren die Gelegenheit zur Aneignung der- Mgrn Kenntniffe und Fertigkeiten zu geben, welche zur Filhmmg einerwohlgeordneten, einfachen bürgerlichen Hans- battinng erforderlich sind, sie an Reinlichkeit, Pünktlichkeit inb ^leiß, Ordnung und Unterordnung, sowie an Sparsam- kit iim Haushalt zu gewöhnen, und auf Geist und Gemüt Meid einzuwirken. , . .>

In dieser Lehranstalt erhalten die Mädchen Unterricht inb ^praktische Anleitung im Kochen, indem die Unterweisung sirrim abteilungsweise an zwei Kochherden erfolgt und aus die 'Erlernung der Zubereitung einer schmackhaften uno kiüflngen sog. Hausmannskost gerichtet ist, im Konservieren m Nahrungsmitteln, wie Einmachen von Gemüsen und Früihten, Einsalzen von Fleisch, Räuchern von Fleisch und Wuilftwaren und im Backen, ferner im Waschen, in der Be- MNung der Wäsche und Kleidung, im Bügeln, Putzen, im MMereiwesen, und zwar in der Behandlung der aus dem Ottr Lindheim bezogenen Milch und Bereitung von Butter mb Käse in der in dem Anstaltsgebäude eingerichteten klem- vilsichaftlichen Molkerei, in der Bestellung und Ausnutzung dcö »Gemüsegartens, sowie Unterricht in der Zucht und Pflege des 'Geflügels. Es werden ferner die Mädchen in der Sertiiqung weiblicher Handarbeiten gründlich unterwiesen, inttz.zwar im Stricken, Flicken, Stopfen und Weißnahen mit _ dn:hant> und mit der Maschine, und erhalten Anleitung I eingeladen werden, iw Kleidermachen, wobei sie sich für den eigenen Bedarf unb für denjenigen ihrer Familie beschäftigen dürfen. Auch Birin in den Fortbildungsfächern, nämlich im Rechnen, in dec Abfassung von Aufsätzen und Briefen und in der Buch- fthrmng Unterricht erteilt, wie auch Unterricht m den An- hnvsaründen der Gesundheits- und Krankenpflege erfolgt. A ist in der Anstalt für eine geist- und gemütsbildend- Lektüre gesorgt, und wird der Gesang gepflegt. Em Klavier ist teer unentgeltlichen Benutzung der Mädchen überlassen.

Die unmittelbare Leitung der Anstalt ist einer Vor- ftchierin (Hausmutter) und einer Assistentin (J"dustrie- Itbrcrin) übertragen, welche beide in dem Anstaltsgebaude Beinen. Außerdem erteilen in der Anstalt der Großh. «lkisarzt zu Büdingen, ein Landwirtschaftslehrer, em Volks- schwllehrer und der Kreisobstbau-Techniker Unterricht.

Es finden jährlich zwei Unterrichtskurse von je fünf Banaten statt, in welchen jede Schülerm für Unterricht, Wiche und Logis 20 Mk. bei dem Eintritt, und für Kost unb Verpflegung pro Tag 1 Mk. in Monatsraten prä- uuwerando am 1. jeden Monats schuldet und zu entrichten

Seine Königlich eH oh eit der Großherzog begaben sich hier- her und werden noch einige Tage m Buckingham Palace wohnen, während ihre Königliche Hoheit die Großherzogin mit Prinzessin Elisabeth die Königin nach Balmoral be- aleiteten. Im Gefolge Seiner Königlichen Hoheit des

I Großherzogs befindet sich Oberstallmeister Freiherr M. von Riedesel? im Gefolge Ihrer Königlichen Hoheit der Groß. Herzogin Schlüsseldame Freun von Grancy und Oberhof­meister Freiherr V. von Riedesel.

Berlin 27. Mai. In der heutigen Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft, die unter dem Vorsitz des Herzogregenten Johann Albrecht von Mecklen- burg-Schwerm stattfand, wurde als .Ort für die nächste I Vorstandssitzung Straßburg i. E., für die nächstzahrige I Hauptversammlung Koblenz bestimmt.

V Berlin, 27. Mai. vr. Leyd s, der die südafrikanische I Republik bei einer Reihe europäischer Staaten vertritt, I hält sich zurzeit in Berlin auf. Heute morgen wurde er vom Staatssekretär von Bülow empfangen.

Berlin, 27. Mai. Laut telegraphischer Mitteilung an das Reichs-Marineamt ist die nach Jtschausou gesandte I Expedition von dort nach Tsintau.fort äurückgekehr. I Hiermit erledigen sich also .^e Gerüchte, die von emer Ermordung dreier Offiziere in Jtschausou wiffen wollt n.

Berlin, 27. Mai. Wie diePost" berichtet, ist hier I nichts davon bekannt, daß innerhalb der nächsten zwei Jahre I England Wei-hai-wei an Deutschland abtreten werde I und dafür ein Zugeständnis von letzterer Macht tn Sud. I Afrika erhalten würde.

I Die neue Rang- und Quartierliste. Die neue Rang- und Quartierliste weist im wesentlichen folgende Veränderungen auf: Neu errichtet ist das 18. Armeekorps zu Frankfurt a. M. aus der bisherigen 21. unb 25. Divi­sion, während das 11. Korps jetzt aus der bisherigen 22.

I und der neuen 38. Division (Erfurt) besteht. Es ist ferner neu errichtet die 37. (Allenstein) beim 1., die 39. Division (Kolmar'i. E.) beim 14. Korps. Beide Korps bestehen so- : I nach jetzt aus 3 Divisionen. Die 39. Division hat eine, , | bie 82., Brigade in Kolmar, die nur aus Yagern besteht, > der erste derartige Fall im deutschen Heere Die viel- umftrittenen Meldereiter oder Jäger zu Pferde haben fetzt die BezeichnungEskadron" statt ..Detachement" erhalten.

I Je eine befindet sich beim Garde-, 1., 14., 15. uni) 17 ÄorpS. Ein Stellenwechsel fand im vergangenen Jahre statt bei vier Armeekorps, 18 Divisionen, 42 Infanterie-, 12 Kaval- . I lerie-, 9 Feldartillerie-, 2 Fußartillerie-Brigaden, bei der I Eisenbahnbrigade und Traindepot-Jnspektion. Neu errichtet I ist die Verkehrsinspektion. Es sind abgegangen durch Tod

Garten am Herderweg, sind ine Tage bereits gezählt. Der Besitzer hat günstig verkaufen können, und auf bem Gartengrund wird die neuerBeffunger Kirche' zu stehen tOm Auch die alte beliebte Kaffeewirtschaft in der ..Fasanerie'' geht ein, und statt ihrer beginnt sich dicht vor dem Hirsch­kopf-Portal ein stolzes Hotel zu erheben.

Im Innern der Stadt fehlt es auch nicht an neuen Unternehmungen. Das bemerkenswerteste neue Etabliffe­ment für Restaurations- und Geselligkeitszwecke ist das Neue Kasino" in der Wilhelminenstraße mit seinem weiten, stattlichen , an die Münchener Bierpaläste ennnernben Trinkraum im Erbgeschoß, bet auch zu allen ^ageszeiten feine Gäste hat, und demWiener Cafö" in der Rhemstraße erfolgreiche Konkurrenz bietet. ,

Im ganzen aber ist hier mit Anfang Mai doch saison morte5 Von Künstgenüffen, abgesehen davon, daß die Kap-ll- Hilg- ihr- Dauu-rSIagS-Kauz-r,- >m Saalbau w.-d-r aufnimmt, ist nichts zu i-h-n, nach zu har-n. Dach dürst- daS Hofth-atcr wegen der großen Goethe-F-l-r am 28. August diesmal um einig- Tag- früher eröffnet w°rd°" °ls ge- wöbnlich, und zwar mitGotz von Berlichmgen . Der Hof weilt noch in England, und die Darmstadter muffen noch einige Zeit den Anblick ihrer geliebten kleinen Prmzeß Elisabeth entbehren. , , . ,

Bor der Abreise nach England ist das anmutige, freund­liche Kind von unserer tüchtigen Porträtmalerin Klara