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Mr. 76
Erstes Blatt.
Donnttstag den 30. März
1S99
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Zsreiwillige Wilaröeiler.
An alle Leser unseres Blattes, die es können, richten wir 6ti Beginn des neuen Vierteljahres die Bitte, sofern 5t beit „Gießener Anzeiger" nicht nur halten, sondern auch etwas von ihm halten, uns ihre freundliche Gesinnung durch ztlcgfntliche Mitarbeit bekunden zu wollen. Möchten sie sich i Hitler Veranlassung die Winke zu eigen machen, die Herr Kugo Wienandt in den „Kieler Neuesten Nachrichten" in zltichtr Sache seinen Lesern giebt. Da heißt es: „Wie «iß inan denn der Redaktion schreiben, um ihr zu gefallen?" Uid unsere Antwort lautet: So einfach wie möglich, so 'schell wie möglich, so kurz wie möglich und so deutlich wie inöglich. So einfach wie möglich. Darum „jedes ' Sfyvtlgen in Worten" vermeiden, nicht „Bandwurmsätze" 1 cfaieben, sondern klar und durchsichtig sagen, was man *1 trabt auf dem Herzen hat. Mit einem Worte: so schreiben, > m vicm spricht. So schnell wiemöglich. Nicht eine Nachricht tagelang mit sich herumtragen, sondern sie alsbald ftirisch-fröhlich zu Papier bringen. Ueberall giebt es ja heute sßrstbriefkasten. Und was ihnen anvertraut ist, geht nicht iwlorcn. So kurz wie möglich. Vielfach herrscht riivth He Ansicht im Publikum, die Redaktionen litten oft- rmls un Stoffmangel. Gerade das Gegenteil ist der Fall. cZjt erliegen vielmehr fast dem Andrang von Tagesneuig- t leiten, und jede einzelne Zeitung stellt gewissermaßen nur ein rMziagsgefecht dar, das die Zeitungsleitung dem täglichen hllistui m von Meldungen und Mitteilungen liefert. Darum s Ä morn sich in seinen Nachrichten an die Redaktion mög- l-«Hst kurz fassen. Auch gilt das Wort: „Kürze ist des Wales Würze." So deutlich wie möglich. Nie- nuuiö ist verpflichtet, eine „schöne Hand" zu schreiben, aber divülich zu schreiben, sollte in jeder Lage jedermann bemüht fiürii. Wer undeutlich schreibt, kennzeichnet dadurch seine Nichtachtung gegen den Empfänger des Schreibens. Eigen- nrNtn werden am besten zwei mal, in deutscher und lateini- fthn Schrift geschrieben. Es ist das eine leichte Mühe, vkich viel Steiger aber würde dadurch dem Zeitungsmanne ‘5«r|fodrt werden." Damit im Notfall das Manuskript zer- jcfliiitten, und an mehrere Setzer verteilt werden kann, beschreibe man nur eine Seite des Papiers.
Fe mehr unsere verehrten Leser die Ueberzeugung ge- tvimntn, daß wir unausgesetzt um die Hebung des „Gießener 9 lustig et" in jeder Richtung bemüht sind, um so nachhaltiger pblltit sie auch darauf bedacht sein, wie ein jeder nach Maß- gijuk seiner Gaben zur erwünschten Entwickelung beitragen film. Der Redakteur, der es allen recht macht, wird immer l wch gesucht; damit wir es aber möglichst vielen recht machen Mnntn, helfe man uns selbst dazu.
Bekanntmachung,
ietr.: den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche.
Zu Burg-Gräfenrode, Kreis Friedberg, ist die ÄZlliil- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöft- spstM verfügt worden.
Gießen, den 28. Mürz 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Deutsches Reich.
Af.P.C. Berlin, 28. März. Erholungsreisen der Minister. Die Anforderungen, welche durch die langen (SSeifioeten der Parlamente an den leitenden Beamten des MsMienstes gestellt werden, lassen es begreiflich erscheinen, ra« tote Herren, soweit möglich, gern Veranlassung nehmen, diw Ofterpause zu Erholungsausflügen zu benutzen. Den Akuüng damit hat diesmal der Staatssekretär des Reichs- fd^antS, Frhr. v. Thielmann gemacht. Er hat zuvor nciih aLe Vorbereitungen, um die Konsequenzen der zeitigen FtzÄigftellung des Etats möglichst ungesäumt in Kraft treten zm (ijjetn, getroffen. Seinem Beispiel ist dann der Präsident de»c Reichsbank Excellenz v. Koch gefolgt, dessen Kräfte in letzter Zeit durch die zahlreichen Sitzungen der Bank- focnini^'ton des Reichstags ganz besonders stark in Anspruch gepömmen wurden. Auch der Staatssekretär des Aus- wckche-a Amtes, Frhr. v. Bülow hat sich auf 8—10 Tage iwZ HMsteinische, in feine Heimat zurückgezogen. Und der Rßfist!Unzler, Fürst zu Hohenlohe, ist nach Baden-Baden
gereift, wo er feinen 80. Geburtstag, der auf den Karfreitag fällt, im Kreise der ©einigen zu verbringen gedenkt. Ob auch noch andere hochstehende Mitglieder der Reichsverwaltung und des preußischen Staatsministeriums zu Ostern einen Erholungsurlaub nehmen werden, dürfte wesentlich davon abhängen, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen gestaltet.
M.P C Politische Polizei. Der in das Staatsministerium berufene bisherige Polizeipräsident von Königsberg, Dr. Schütte, gehörte früher als hervorragendes Mitglied der Berliner politischen Polizei an und war dann mehrere Jahre Polizeichef in Wiesbaden. Er ist insbesondere auch ein außerordentlich genauer Kenner der Vereins-Gesetzgebung, und der Handhabung der Maßregeln, welche für die Bekämpfung der Ausschreitungen der Sozialdemokratie in Betracht kommen.
M.P.C. Marine. In Marinekreisen hat es einige Verwunderung erregt, daß sich der Abgeordnete Herr Richter int Reichstage gegen Veränderungen in der Organisation der Marineverwaltung stark machen zu wollen scheint. Diese bezwecken doch zum wesentlichen Teile, dem Reichsmarineamt seine Aufgabe zu erleichtern, soweit dieselbe sich auf die Wahrnehmung konstitutioneller Rücksichten bezieht. Ebenso wie der vorige Chef des Reichsmarineamts hat auch der jetzige jederzeit großen Wert darauf gelegt, dem Reichstage das zukommen zu lassen, was sein Recht ist. So hat er sich auch noch bei der dritten Etatsberatung dafür verbürgt, daß keine durch die Neuorganisation bedingte Ausgabe aus Reichsmitteln gemacht werden würde, bevor nicht der noch aufzustellende Nachtragsetat vom Reichstag gutgeheißen ober abgeändert worden ist.
Berlin,28. März. Verwahrloste Mädchen. Der Landesverein preußischer Volksschullehrerinnen hat an den Reichstag eine Petition um ein Reichsgesetz zum Schutz sittlich gefährdeter oder verwahrloster Kinder gerichtet. Die Petition weist auf die großen Mängel der öffentlichen Waisen- pflege hin, verlangt die Entziehung der elterlichen Rechte und staatlich überwachte Erziehung dort, wo Kinder in verbrecherischen Häusern unter dem Einfluß von Dirnen, Dieben, Zuhältern und Trunkenbolden aufwachsen. Der Verein verlangt Heraufrückung der Strafmündigkeit über das zwölfte Jahr. Die mit Gefängnis bestraften Kinder sollen nicht wieder in die Volksschule gelangen, wo sie einen Ansteckungsherd für andere Kinder bilden, sondern in eine Besserungsanstalt gebracht werden. Ebenso wird in der Petition verlangt, daß Schulmädchen, wenn sie thatsächlich sich der Unsittlichkeit ergeben, in Besserungsanstalten untergebracht werden. Die Unterbringung erfolge gewöhnlich erst, wenn ihnen ein Vergehen gegen das Eigentum nachgewiesen werden kann. Eine geschlechtliche Verirrung in so früher Jugend wirkt aber in viel höherem Grade vernichtend auf die sittliche Persönlichkeit des Mädchens als ein Vergehen gegen das Eigentum.
Berlin, 28. März. Ein herbes Urteil über den Nationalcharakter der Yankees fällt in der „Münch. Allg. Ztg." ein New-Iorker Gewährsmann. Man betrachtet in Nordamerika die Abberufung des deutschen Admirals von Diederichs als eine Desavouierung desselben und als eine Bestätigung der Hongkonger Hetzlügen. Und man sagt und schreibt darüber: „Da Deutschland durch die Enthebung des Admirals stillschweigend zugesteht, daß er gegen Admiral Dewey in Manila intriguiert hat, so werden auch die anderen sogenannten Hetzberichte die Wahrheit geschildert haben. Ebenso wird es sich mit Samoa verhalten." Von dem Standpunkt der in der auswärtigen Politik gänzlich unbewanderten und von der Presse bereits verhetzten Massen in Nordamerika ist diese Folgerung vollständig logisch. Sie sagen: Wer sich unschuldig fühlt, braucht sich nicht zurückzuziehen. „Ich hebe", so fährt jener Gewährsmann dann fort, „dies Einzelereignis besonders hervor, weil es klar beweist, daß es sich in keinem Fall lohnt, Republiken gegenüber sich nachgiebig zu zeigen. Republiken sind naturnotwendig undankbare und unzuverlässige Verbündete, weil in ihrem internen Leben zu viele Sonderintereffen vorwalten und die Exekutivgewalt keine stabile ist. Von Fall zu Fall hängt alles von der Gunst der Massen ab. Zu diesen auch in der idealistischen Republik obwaltenden natürlichen Verhältnissen gesellt sich hierzulande noch die Erscheinung, daß die amerikanische Geldgier den Geist der Unabhängigkeit, der Unparteilichkeit (Fairness) und der Gerechtigkeit zurückgedrängt hat. Die heutigen Amerikaner, mit denen das Ausland zu rechnen hat, sind nicht mehr die Amerikaner von wenigen Dekaden zurück. Die „Smartneß", Geld zu verdienen, und andere Leute übers Ohr zu hauen, hat sich
über die Maßen breit gemacht. Diese Aeuderung im amerikanischen Nationalcharakter wird leider im Auslande noch nicht genügend gewürdigt. Die hohen Charaktereigenschaften, die ein Washington besaß, südliche Galanterie, Rechtsliebe, Edelmut, Hilfsbereitschaft, feine Umgangsformen, alles das scheint hierzulande mit der Niederlage der Südstaaten für immer zugrunde gegangen zu sein. Der heutige Nationalcharakter ist eben ein Vermächtnis aus dem Bürgerkrieg; mit diesem Charakter muß jeder, der mit uns in Berührung kommt, rechnen. Deutschland namentlich, welches uns Deutsch- Amerikanern näher am Herzen steht wie irgend ein andere« Land und mit welchem wir alle am liebsten immer in Frieden leben möchten, sollte das nie vergessen. Den Nationalcharakter der nächsten Generation werden nunmehr der spanisch-amerikanische Krieg und seine Folgen bestimmen. — Das ist in wenigen ungeschminkten Worten die wirkliche Lage."
Berlin, 28. März. Der Verein für Kind erhellst ä 11 e n a n dendeutschenSeeküsten, dem die Kaiserin Friedrich aus der Friedrich-Wilhelm-Viktoria - Stiftung 1000 Mk. zuwandte, hat im verflossenen Jahre in seinen vier Hospizen, in Norderney, Wyk, Groß-Müritz und Zop- pot, 1666 Kinder, 786 Knaben und 843 Mädchen, insgesamt 137 mehr als im Vorjahre verpflegt. 520 dieser Kinder waren aus Berlin. Von den Kindern starben zwei, ungeheilt blieben 33, gebessert wurden 532, geheilt beziehungsweise wesentlich gebessert 1041; 32 waren überhaupt nur erholungsbedürftig oder verblieben ganz kurze Zeit in Pffege; 26 waren am Jahresschluß noch in der Winterpflege auf Norderney. Die Zahl der Mitglieder ist leider wieder zurückgegangen und zwar von 619 auf 587. Die Einnahmen beliefen sich auf 288 000 Mk., darunter befinden sich 52 000 Mk. Beiträge der ordentlichen und außerordentlichen und der Nichtmitglieder, 61 120 Mk. Legate, 7600 Mk. Zinsen und 6000 Mk. für verkaufte Werte; an Pflegegeldern gingen 147 750 Mk. ein. Verausgabt wurden an Betriebs- und Verpflegungskosten und für Neuanlagen 177 800 Mk., an Aufwendungen für Freistellen 14 600 Mk., für die allgemeine Verwaltung 1600 Mk. Für 98 000 Mk. wurden Wertpapiere angekauft. Der Vermögensstand hat sich feit dem Vorjahre vermehrt um 63 000 Mk. bei dem Gründungsfonds, um 24 000 Mk. bei dem Stiftungsfonds und um 10 000 Mk. bei dem Verwaltungsfonds. Das Vermögen beläuft sich zurzeit auf 1 062 000 Mk. Gefördert wurde die Thätigkeit des Vereins durch den Berliner Frauen-Hilfsverein und durch die Zweigvereine in Dresden und Braunschweig.
— Unlängst hatte sich wieder eine eigenartige tschechische Aeußemng zur Dr«eibundfrage ans Tageslicht gewagt. In einer Parteiversammlung zu Karolinenthal bei Prag bemerkte der öfters erwähnte jungtschechische Abg. Brzeznowsky unter anderem: „Preußen lauere auf Böhmen und Mähren als Beute; dem Redner sei aber seit der Zeit, wo er das kräftige Rußland mit seinen intelligenten Offizieren kennen gelernt, für das Dasein des tschechischen Volkes nicht mehr bange." — Dem Wiener ..Fremdenblatt", das nahe Fühlung zum Auswärtigen Amte besitzt, ist diese Aeußerung doch sichtlich unbequem. Es läßt nämlich jenem Mitgliede der Regierungsmehrheit folgende allerdings recht zahme Rüge zu Teil werden: „Herr Brzeznowsky will feit jeher in Sensation um jeden Preis machen und gefällt sich in der Rolle eines enfant terrible, wobei er stets mehr enfant als terrible zu sein pflegt. Aber selbst Scherze von einer Seite, denen im politischen Leben keine Bedeutung beigelegt wird, müssen sich innerhalb der Grenzen der Schicklichkeit bewegen und die öffentlichen Empfindungen respektieren. Sollte Herr Brzeznowsky thatsächlich die oben erwähnten Worte gesprochen haben, so könnten sie nur auf das entschiedenste zurückgewiesen und verurteilt werden. Man kann niemandem gestatten, seine groteske Phantasie auf einem politischen Gebiete spielen zu lassen, das nur mit Ernst betreten werden darf." — Diese Zurechtweisung ist nun ja immerhin anzuerkennen, es fehlt ihr indessen noch eine wesentliche Ergänzung. Jene Versammlung bestand nämlich aus Wählern des Finanzministers Dr. Kaizl, an dessen Stelle der Obmann des Tschechenklubs, der Abg. Dr. Engel, den Vorsitz geführt hatte. Unter diesen Umständen gewinnt der Ausfall des angeblichen enfant terrible, zumal er sich ja harmonisch allerlei früheren tschechischen Herzensergüssen anreiht, doch etwas mehr Bedeutung. Trotz- dem aber hat sich bisher keiner der journalistischen Trabanten des Ministeriums Thun vernehmen zu lassen, um gleich dem Organe des Grafen Goluchowski dem Abg. Brzeznowsky ein Zeichen des Mißfallens zukommen zu lassen. — Auch


