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alle Staatsbedürfnifse aufkommen müssen. Da der Staat das Dynamitmonopol hat, so müssen die Bergwerksgesellschaften etwa 5 Millionen Mark jährlich mehr für Dynamit bezahlen, als wenn es im freien Betrieb hergestellt würde. Der Redner machte nun nähere Angaben über die StaatS- versafsung, und besprach die von England für die UitlanderS gestellten Forderungen. Diese bezweckten namentlich Mitwirkung der UitlanderS bei Gesetzgebung und Verwaltung mit rückwirkender Kraft behufs Erwerbung des Bürgerrechts. Krüger gestand zwar vieles zu, aber auf ein Zugeständnis der rückwirkenden Kraft konnte ec sich nicht einlassen, weil dadurch sogleich die UitlanderS die Majorität bekommen hätten. Chamberlain, der nun zum Krieg trieb, hatte nicht berechnet, daß erstens die beiden Burenrepubliken Zusammenhalten würden, und daß sie zweitens so gut gerüstet seien. Sonst wäre er wohl höflicher gewesen. Es kam also, wie wir es bereits alle wissen. Wie es hieß, machte Transvaal Deutschland das Angebot eines Protektorats über die Republik. Dies sei möglich. Welche Schädigungen der Krieg namentlich dem Kapital erbringen wird, dürfte die Zukunft bald zeigen. Beträgt doch das in und um Kimberley angelegte Kapital ca. 480 Millionen Mark, welches auf einen Schlag vernichtet werden kann. England stehen in diesem Kriege noch ungeheure Opfer bevor. So kann es kommen, daß 50000 Männer eins der größten Reiche in seinen Grundvesten erschüttern. Die Ursache des Krieges bildete nur die Bereicherung einiger Großkapitalisten, für die der Krieg nur ein Geschäft war. Man will nur in den Besitz von Goldgruben gelangen, sonst nichks. So verdienen die Buren unsere Sympathie gegenüber den Engländern. Denn das Vorgehen Englands ist brutal und gewaltthätig. Eine Niederlage Transvaals kann nun für uns Deutsche noch lange nicht das Schlimmste sein, was uns in Afrika begegnet. Denn die Buren würden in jenem Falle nach Südwestafrika auswandern und die dortigen Schutzgebiete kolonisieren. Der Bur ist im allgemeinen arm, bedürfnislos und einfach. Doch giebt es auch reiche Buren, z. B. Krüger selbst, der in der Leipzigerstraße in Berlin und in Brüssel Häuser besitzen soll, dabei aber doch sehr einfach lebt. Nachdem der Vortragende Mitteilungen über die Lebensweise der Buren gemacht und Episoden aus dem Leben Krügers erzählt hatte, wurde unter Mitwirkung des Professors Kohl eine Anzahl von Lichtbildern mittelst eines Projektionsapparates vorgeführt und vom Redner erläutert. Man zeigt unter anderen Kirche und Regierungsgebäude in Prätoria, eine Burenfarm, Aufbau derselben, ein Bergwerk, Pochwerk, Cyanitwerk, schwarze Bergarbeiter, die Börse von Johannesburg,Hauptstraße dortselbst,Viehmarkt, Ochsenwagen auf der Fahrt. Dann bemerkte noch der Redner, daß das gesamte in Transvaal und Kimberley angelegte europäische Kapital sich wohl auf 2 Milliarden beziffern könne, welche mit 300 Kisten Dynamit vernichtet werden könnten. Sollte England wirklich siegen, so werde es schließlich um einen Preis sein, daß es die Welt mit Staunen erfülle. Hierauf wurden noch einige Bilder von unserer neuesten Erwerbung in der Südsee, von Samoa vorgeführt, welche in der Thal zeigten, welches Paradies Deutschland mit jenen Inseln erworben hat.
*• Stadttheater. Morgen Mittwoch findet das zweite Gastspiel des Herrn Emil Richard, und zwar als „Lebrecht" in dem VolkSstück „Unser Doctor", statt. Uefcer fein Gastspiel am New Korker Germania Theater schrieb die dortige „Staats-Zeitung": Der Gast, Herr Emil Richard, hat sich gestern abend dem Publikum in einer neuen Rolle gezeigt, als Lebrecht in dem wirkungsvollen Vollsstück „Unser Doctor" von Treptow und Hermann. Er hat damit den guten Eindruck, den er als Onkel Bräsig hervorrief, verstärkt und befestigt. Er gehört zu den Künstlern, die man gern auf der Bühne sieht, die eine be hagliche Wärme ausströmen und die die Bühne füllen. Namentlich in allen Szenen, wo der breite volkstümliche Humor vorwiegt, wo es gilt, biederen Gestalten Leben zu verleihen, da wirkt der Künstler schlicht und überzeugend. Das alte Bolksstück fand starken Beifall, und vergnügtes Lachen begleitete die humoristischen Szenen, an denen das Stück reich ist.
** Ehremlrknnde an verdiente Turner. Der Ausschuß der deutschen Turnerfchaft hat beschlossen, verdiente alte Turner durch eine Ehrenurkunde auszuzeichnen. Die Anträge der Gaue und Vereine auf Verleihung dieser Auszeichnung sind bis zum 15. März 1900 bei dem Kreisvertreter einzureichen.
** Rene Wegepolizei Berordnung. Das Amtsblatt der Königl. Negierung zu Wiesbaden veröffentlicht die Wege- polizeiverordnung für Fuhrwerke, d. h. für alle Arten von Wagen, welche ohne Benutzung von Schienen durch Menschen, Tiere oder andere Kraft fortbewegt werden, mit Einschluß von Schlitten, Fahrrädern und Selbstfahrern unter Ausschluß von Kinderwagen, Kindervelozipeden, Kinderschlitten, Rollstühlen für Kranke u. bergt Die Verordnung gilt für den Umfang des Regierungsbezirks Wiesbaden.
Zn dem Weihnachtsfeste haben die Rückfahrkarten auf den preußischen Staatsbahnen eine Giltigkeitsdauer vom 18. Dezember bis einschließlich 8. Januar 1900, also 22 Tage.
•• Erledigte Stellen für MUitäranwarter im Bezirk des 18. Armeekorps. Ober-PostdirektionSbezirk Frankfurt (Main), zwei Landbriefträger, je 700 Mk. jährlich und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß.
Das Bad Salzschlirf ift, wie Kasseler Blätter berichten, von einem Kasseler Konsortium für den Preis von V/4 Millionen angekauft worden. Die Kuranlagen sollen erheblich vergrößert werden.
•* 3» Amerika verstorbene Hessen. Detroit, Mich., Wilhelm Homburg, 75 Jahre alt, aus Calden, Stur« Hessen. Findlay, Ohio, Wittwe Peter Steinmann, 74 Jahre alt, aus Ellenbach. Ridgeway, Ja., Phil. Kratz, 79 Jahre alt, aus Framersheim. South East
Hope, Ean., Margaretha Faulhaber, 75 Jahre alt. Elmira, Ont., Jakob Luckhert, 74 Jahre alt, aus Stärklos, Kurheffen. Allegheny, Pa., Adam Albrecht, 57 Jahre alt, aus Heffen-Darmstadt. Roß Township, John Lückel, 43 Jahre alt, aus Wega, Hessen Rasta». Lee Center, Lee Co., Jll., Elisabeth« Wiener, geb. Huhnstock, 67 Jahre alt, aus Wommern, Kurheffen. Radcliffe Ja., Catharina Himmel, geb. Pfeil, 69 Jahre alt, aus Niedermöllrich, Kurheffen. Johnstown, Pa., Frau Friedrich Dietz, 69 Jahre alt, aus HeffenDarmstadt. Hoboken, N. I., Louis Bindewald, 56Jahre alt, aus Marburg. Syracuse, N. K., Valentin Helder, 48 Jahre alt, aus Gimbsheim. Belleville, Jll., Adam Dinges, 66 Jahre alt, aus Vockenhausen. New-Kork, Louis Bock, 61 Jahre alt. New-Kork City, Georg Daab sen., 71 Jahren alt, aus Groß-Bieberau. Dayton, O., John P. Kempf, 61 Jahre alt, aus Unter-Ostern. Buffalo, N. K., Jakob Fink, 80 Jahre alt, aus Partenkirchen. Newark, N. I., Heinrich Strauch, 70 Jahre alt, aus Busenborn.
O Londorf, 27. November. Am Sonntag hielt der Eisenbahnsekretär Blum aus Gießen im Saale des Herrn Gastwirts Ziegler in Londorf einen Vortrag über die Organisation, den Zweck und die Aufgaben des Deutschen Flotten-Vereinö, sowie über die Notwendigkeit der Verstärkung der deutschen Kriegsflotte. Obschon die Versammlung nicht gerade stark besucht war, da zu gleicher Zeit in einem anderen Lokale ein Vortrag über landwirtschaftliche Angelegenheiten gehalten wurde, hatten die Ausführungen des Vortragenden, dem alle Anwesenden mit sichtlicher Spannung folgten, das immerhin schöne Ergebnis, daß alsbald 31 Herren aus den verschiedensten Berufskreisen dem Verein als Mitglieder beitraten. Der Vortrag, welcher 1^2 Stunde währte, schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät den deutschen Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog von Hessen, in das die Versammlung mit Begeisterung einstimmte.
— Nieder Ohmen, 27. November, Allgemeine Ausstellung für Küche, Keller und HauS vom 11. bis 20. November 1899. München. Der Molkereigenossenschaft, E. G. m. u. H. zu Nieder Ohmen wurde für vorzügliche Butter aus süßem und saurem Rahm die höchste Auszeichnung das Diplom zur goldenen Medaille zuerkannt.
•8. Alsfeld, 27. November. Patriotische Feiern anläßlich des Doppelgeburtstages unseres hessischen Fürstenpaares haben vorgestern hier stattgefunden. Bei dem im Hotel zur Krone veranstalteten, zahlreich besuchten Festessen brachte Herr Kreisrat Dr. Melior einen mit Begeisterung aufgenommenen Toast auf Ihre Königl. Hoheiten Großherzog Ernst Ludwig und Großherzogin Viktoria Melitta aus. — Im Deutschen Kaiser tagte die festliche Veranstaltung des Veteranen- und Kriegervereins. Kamerad Louis Martin hieß die in stattlicher Zahl erschienenen Gäste und Kameraden in herzlichen Worten willkommen, würdigte die Bedeutung des Tages und seine Feier und gab seiner Freude Ausdruck, daß der Gedanke, die patriotischen Feiern des Veteranen- und Kriegervereins der Allgemeinheit zu erschließen, so warmen Anklang finde. Kamerad Ehrenklau feierte die in den Einzelstaaten des Reiches gepflegte und geübte Treue zum Landesherrn. Als würdiges Glied in der Reihe der deutschen Bundesstaate« sei Hessen allezeit bestrebt, miteinznstehen für des Reiches Macht und Größe. Freudigen Widerhall in der Versammlung fand der auf Großherzog Ernst Ludwig, den treuen Bundesgenossen unseres friedliebenden Kaisers, den landesväterlichen Fürsten, sowie dessen erlauchte Gemahlin, Großherzogin Viktoria Melitta, ausgebrachte Toast. Patriotische Lieder im Verein mit den Klängen der Kapelle Spannknebel trugen das Ihre zur Hebung der Feier bei. Aus der Mitte der Versammlung widmete ein Redner dem tapferen Burenvolke zündende Worte der Teilnahme und Bewunderung. Eine Parallele ziehend zwischen jener Begeisterung, die in der großen Zeit der Befreiungskriege das von dem ehrgeizigen korsischen Erorberer unterjochte Deutschland entflammte, und derjenigen, mit welcher das von einem Übermächtigen, beutegierigen Gegner überfallene, friedliebende Burenvolk gegenwärtig für feine Freiheit und Unabhängigkeit kämpft, forderte Redner die Anwesenden auf, ihrer Sympathie für dasselbe lauten Ausdruck zu verleihen. Ein donnernd Hoch erklang darauf den mutigen Streitern im fernen dunklen Erdteil. — Herr Kreisrat Dr. Melior sowie Herr Major Hellwig beehrten in Begleitung einer Anzahl Reserveoffiziere gleichfalls die Versammlung mit ihrem Besuch. Vom Präsidenten des Kriegervereins, Herrn Georg Kurtz jr., in herzlichen Worten begrüßt, dankte Herr Major Hellwig im Namen der Erschienenen für den freundlichen Empfang. Herr Louis Martin begrüßte in Herrn Kreisrat Dr. Melior den direkten Vertreter der Regierung, erfreut, daß derselbe so ost fein Interesse an den Veranstaltungen des Kriegervereins bethätige, woraus Herr Kreisrat seinerseits die Zusicherung erteilte, daß er stets bemüht fein werde, die Bestrebungen des Kriegervereins zu unterstützen und besten Jntereffen wahrzunehmen. — Auf ein von der Festverfammlung an Ihre Königliche Hoheiten abgesandtes Huldigungstelegramm traf Tags darauf aus Darmstadt folgende Antwort ein: „Großherzog und Großherzogin danken bestens für treue Glückwünsche. General-Adjntantnr."
Brauerschwend, 25. November. Der heutige Tag war- für die hiesige Gemeinde ein Freudentag. Für das seit dem Tode des früheren Bürgermeisters Grünewald erledigte Bürgermeisteramt sollte ein neuer Inhaber gewählt werden. Wer die hiesigen Verhältnisse kennt, mußte sicherlich befürchten, daß bei dieser Gelegenheit die alten Parteigegen- sätze in ihrer ganzen Heftigkeit wieder aufeinanderplatzen würden. Wie überrascht war man aber, als das Wahlergebnis bekannt wurde und sich zeigte, daß Herr Landwirt
Jakob Schuchard mit 73 Stimmen einstimmig zum Bürgermeister gewählt worden war. Voll Freude über das erzielte Resultat begaben sich die Wähler mit Musik und drei Fahnen vor die Wohnung des neugewählten Bürgermeisters, holten denselben ab und zogen dann mit demselben an der Spitze durch das freudig erregte Dors vor das Pfarrhaus, wo der Ortsgeistliche unter herzliche» Glückwünschen für Herrn Schuchard feiner Freude über die friedliche Wahl Ausdruck gab und gleichzeitig an alle Anwesenden ernste Mahnworte auch zu fernerer Eintracht richtete. Eine gemütliche Nachfeier in den verschiedenen Lokalitäten gab der Feier ihre« Abschluß.
Q Nidda, 27. November. Der gute Erfolg, den die im letzten Jahre zum Zweck der schnellen und reichlichen Gewinnung von Eis, zugleich zur Gewinnung einer schönen Eisbahn bewirkte künstliche Ueberschwemmung des großen städtischen Wiesenkomplexes nördlich unserer Stadt gehabt hat, hat den Stadtrat veranlaßt, neuerlich besondere Abschlußanlagen an fraglichem Wiesengelände machen zu lasten. Um bei eintretendem Frost rasch Eis zu haben, wird eben schon mit der Überschwemmung begonnen, zumal wieder ein gelinder Winter prophezeit wird. Die anfangs gehegte Besorgnis, der GraSwuchs könne durch die Anlage Not leiden, hat sich nicht bestätigt, im Gegenteil war das Gras in den überschwemmten Stellen schöner als je, und das im Boden sein Wesen treibende Ungeziefer wurde zugleich vernichtet. Die Eisbahn selbst hatte im verflossenen Winter allsonntaglich zahlreiche Auswärtige herbeigeführt. — Infolge der feuchten, nebeligen Witterung haben sich in der Umgegend Mumms und Halskrankheiten eingestellt. — In Bad Salzhaufen stürzte vorige Woche von einem Neubau ein Arbeiter ab und verletzte sich am Kopf und an der Schulter.
n. Friedberg, 27. November. Nachdem im vorigen Jahr die Auflösung der 1895 gegründeten Obstverwer- tungs-Genossenschaft Wetterau beschlossen worden war, gelangte in letzter Woche der noch vorhandene Kassevorrat zur Verteilung unter die Genossen. Die Gesellschaft hatte 80 Anteile ä 50 Mk. herausgegeben. Vorhanden waren noch 3344 Mk. 44 Pfg. Der Verlust beträgt also im Ganzen 655 Mk. 56 Pfg. Auf einen Anteilschein wurden 41 Mk. 70 Pfg., zusammen mithin 3336 Mk. zu- rückbezahlt. Die restierenden 8 Mk. 44 Pfg. werden nach Vorstandsbeschluß zu verschiedenen Zwecken verwendet. Da jeder Genosse im vorigen Jahr schon 12 Säcke im Werte von 4 Mk. 80 Pfg. erhalten hat, beläuft sich der zurück- erhaltene Anteil auf 46 Mk. 50 Pfg., sodaß der Verlust hieran, den Zinsverlust außer acht gelassen, Mk. 3.50 beträgt. Heute wurde hier die Generalversammlung des Mathilden- stifts Friedberg-Butzbach abgehalten. Nach dem dabei vorliegenden Auszug aus der Rechnung für 1897 betrugen die Gesamteinnahmen 2950783 Mk. 28 Pfg., wovon auf Friedberg 2 349410 Mk. 17 Pfg., auf Butzbach 601373 Mk. 11 Pfg. entfallen. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 2 806 371 Mk. 53 Pfg. und zwar 2229872 Mk. 64 Pfg. für Friedberg und 576498 Mk. 89 Pfg. für Butzbach. Der Gesamtüberfchuß beziffert sich demnach auf die ansehnliche Summe von 144411 Mk. 75 Pfg. Hiervon gehören Friedberg 119537 Mk. 53 Pfg., Butzbach 24874 Mk. 22 Pfg. Das Vereinsvermögen beträgt insgesamt 6330858 Mk. 84 Pfg., die Schulden betrugen 6062823 Mk. 98 Pfg., sodaß 268034 Mk. 86 Pfg. als Referve- fond verbleiben. Das Gesamt vermögen hat sich gegen das Vorjahr um 525328 Mk. 76 Pfg. vermehrt. Bei Friedberg wurden 313253 Mk. 62 Pfg., bei Butzbach 70000 Mk. 44 Pfg. mehr angelegt; an Kaufschillingen sind bei Friedberg 129424 Mk. 20 Pfg. und bei Butzbach 12650 Mk. 50 Pfg. mehr angekauft worden. Die Schulden haben sich um 596658 Mk. 45 Pfg. erhöht. Bei Friedberg wurden 513 303 Mk. 62 Pfg., bei Butzbach 33354 Mark 83 Pfg. mehr eingelegt. Die noch nicht erhobenen Zinsen betragen bei Friedberg 5564 Mk. 23 Pfg., bei Butzbach 1605 Mk. 90 Pfg. und haben sich im abgelaufenen Rechnungsjahr um 159 Mk. 50 Pfg. erhöht.
Darmstadt, 27. November. Vom Hofe. Seine Kgl, Hoheit der Großherzog geruhten wegen Ablebens Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Fürstin Marie zu Leiningen, geborenen Prinzessin von Baden, eine Hoftrauer vom 26. November bis einschließlich den 3. Dezember anzuordnen.
Wetzlar, 27. November. Bei der heute vormittag im Kreishause stattgehabten Wahl von vier Kreistagsabgeordneten im Wahlverband des größeren Grundbesitzes, der Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer nahmen von 19 Wahlberechtigten 16 Teil. Es wurden an Stelle der vier ausscheidenden Herren Kreistagsabgeordneten: 1) Prinz Hermann zu Solms Braunfels, 2) Pfarrer Liebrich zu Wißmar, 3) Gewerke Heinrich Jung zn Bahnhof Wetzlar, 4) Beigeordneter Heinrich Beppler zu Niederkleen, folgende Herren wieder- bezw. neugewählt: 1) Prinz Hermann zu Solms Braunfels, 2) Superintendent Schöler zu Wetzlar, 3) Gewerke Heinrich Jung zu Bahnhof Wetzlar, 4) Fabrikant Adolf Neumann zu Bahnhof Wetzlar.
Betzdorf, 23. November. Nach der neuesten Perfonen- standsausnahme beträgt Betzdorfs Einwohnerzahl jetzt 3735 Seelen, ist somit gegen das Vorjahr (3345) um fast 400 gestiegen. (B. Z.)
Werdors, 26. November. Die etwa 40jährige Ehefrau des Karl Lenz von hier war heute morgen in aller Frühe mit ihrem Manne im Backhaufe beim Backen. Auf einmal entfernte sie sich und kam nicht mehr wieder. Sie war vom Backhaufe aus direkt nach dem Mühlgraben gegangen und halte sich darin ertränkt. An der unglücklichen Frau, welche außer ihrem Manne drei Kinder zurückläßt, waren schon seit längerer Zeit Spuren von Geistestrübung bemerkbar gewesen. Offenbar hat sie in einem solchen Anfalle ihrem Leben ein Ende gemacht.


