Ausgabe 
29.10.1899 Erstes Blatt
 
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ifultät der Universität Je« wÄltcnburg zum Shr.ndoklor. phitosophischm Fakultät Leipzjz des deuischen Seminars, Herr um Dekan für das laufende c ynamttn Falulist war uv

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Kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinde.

Dienstag den Bl. Oktober.

NachmmagS um 4/> Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beredte.

Mittwoch den 1. November.

Allerheiligen.

BormittagS von SV, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor und in derselben Austeilung der beil. Lomrnunion; BormittagS um 8 Uhr: die zweite heil. Messe; Militärgottesdienst mit Predigt.

. um 9i/s Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5 Uhr: Predigt; darauf Rosenkranzandacht mit Segen.

Nack der Andacht und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Donnerstag den 2 November.

Allerseelen.

Vormittags von 6«/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Cornrnunion.

, um 8 Uhr: Seelenann für alle Verstorbenen der Pfarrei; in demselben Austeiluug der hl. Communion. Nachmittags um 61/i Uhr: Rosenkranz-Andacht mit Segen. Schluß ____________des Rosenkranzgebetes.________________________________

Briefkasten.

Herrn Dr. F. S. hier, Steinstratze. Herzlichen Dank für Ihre freundlichen Zeilen, die im Journalistenleben nicht allzuhäufig sind. Bei d^n vielen Unannehmlichkeiten, die naturgemäß die Redigierung einer Tageszeitung mit sich bringt, berühren solche Worte ungemein «ohlthuend.____________________________________________Die Red.

Neueste Meldungen.

Depeschen deS BureauHerold*.

Darmstadt, 28. Oktober. (Tel.) Gestern abend wurde der hiesige unverheiratete Oberlehrer an der Stadt- müdchenschule Gaß wegen Vergehen gegen die Sitt­lichkeit verhaftet. Derselbe bestellte die Schülerinnen in seine Wohnung und nahm unzüchtige Handlungen mit den­selben vor.

Darmstadt, 28. Oktober. (Tel.) Das russische Kaiser- Paar weilte heute in unserer Stadt und nahm verschiedene Einkäufe vor.

Darmstadt, 28. Oktober. (Tel.) Von feiten der hiesigen Stadtverordnetenversammlung wurde gestern dem hiesigen Verein für Feuerbestattung auf dem Friedhöfe ein Platz zur Errichtung eines Krematoriums mit Urnenheim kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Berlin, 28. Oktober. Gestern abend um 11 Uhr hat der Kaiser die Rückreise nach dem Neuen Palais ange­treten. Heute nachmittag wird sich der Kaiser mit dem Botschafter Grafen Eulenburg nach Liebenberg in der Mark zur Jagd begeben.

Berlin, 28. Oktober. Vor seiner Abreise nach Blankenburg am Harz hat der Kaiser den türkischen Botschafter Tewfik Pascha empfangen, der ein Geschenk des Sultans überreichen sollte.

Berlin, 28. Oktober. DemKleinen Journ." zufolge soll es sich bei der neuen Flotten-Vorlage um den Bau von 30 Schlachtschiffen handeln.

Berlin, 28. Oktober. Nach demKleinen Journal" ist der Rücktritt des Fürsten Hohen loh e-Oeh ringen vom Posten des Oberst-Kämmerer lediglich auf seine Haltung in der Kanalfrage zurückzu­führen. Bekanntlich ist der Fürst konservativer Abgeord neter und hat als solcher gegen die Kanal-Vorlage gestimmt. (Vgl.Deutsches Reich".)

Wie», 28. Oktober. Einer offiziösen Meldung des Fremdenblattes" zufolge, wird die deutsche Negierung bei Beginn der Reichstags-Session bei Erörterung der Flotten­frage das Schwergewicht ihrer Ausführungen darauf legen, daß angesichts der maritimen Anstrengungen anderer Welt­mächte und behufs nachdrücklicherVerteidigung deutscher Interessen bei überseeischen Territorialfragen namentlich auf die Eventualität eines Seekrieges Deutsch­land mit den bewilligten 19 Schlachtschiffen sein Auskommen nicht finden könne, daher an die Vermehrung dieser Zahl rechtzeitig denken müsse.

Paris. 28. Oktober. Eine offizielle Note stellt die von deutschen Blättern verbreitete Meldung in Abrede, das Kabinett B ourgeois habe seinerzeit, als Kaiser Wilhelm das bekannte Glückwunschtelegramm an den Präsidenten Krüger sandte, England seine Unterstützung zur Bekämpfung Transvaals an­geboten.

Paris, 28. Oktober. Wie diePatrie" meldet, wurde im Ministerrat beantragt, man möge Rußland und Deutschland veranlassen, England ein Schieds­gericht in Angelegenheit des Transvaal- Konfliktes aufzuzwingen. Dieser Vorschlag soll an dem Widerstande der übrigen Minister gescheitert sein.

Bom Kriegsschauplatz.

Loudon, 28. Oktober. General Joubert richtete ein Beileidstelegramm an die Witwe des Gene­rals Symons.

London, 28. Oktober. Im Kriegsministerium herrscht tiefe Niedergeschlagenheit über die aus Natal vorliegenden Nachrichten. Diese Nachrichten werden aber im Kriegsministerium zurückgehalten, bis das Parlament vertagt ist. Thatsache ist, daß ein großer Teil der britischen Kolonien in der Hand des Feindes ist, der von der England feindlichen Bevölkerung unterstützt wird. Der Rest stehe vor einer Revolution und werde nur durch die rigorosesten Maßregeln im Zaume ge­halten. Die Buren behaupten die Bahnstrecke Colenso- Ladysmith und wollen versuchen, die um Ladysmith ver­einigten, aber augenblicklich wegen Ueberanstrengung unfähigen Truppen der Generale White und Aule auch vom Meere abzuschneiden.

London, 28, Oktober. DieTimes" berichten aus Kapstadt, das Ergebnis der Unterredung zwischen Lagdan und den Basutos-Häuptlingen werde als sehr befriedigend

bezeichnet. Eine Revolte dejr Basutos gegen die Engländer sei nicht zu erwarten.

Loudon, 28. Oktober. Die Engländer verloren bisher, soviel bekannt, 19 tote und 55 verwundete Offiziere und 82 tote und 430 verwundete Mannschaften, sowie 12 Vermißte. Die Totalsumme beträgt 597 Mann.

London, 28. Oktober. An der Oftgrenze ist eine Teuerung ausgebrochen, die sich vorläufig nur auf Spirituosen erstreckt.

London, 28. Oktober. Die letzten Meldungen aus Kap­stadt und Durban bringen keine Bestätigung der an­geblichen Vorteile, welche die Engländer bei Mafeking errungen haben sollen.

London, 28. Oktober. Die Regierung hat das Aner­bieten der Vereinigten Staaten angenommen, wonach die letzteren England das H ospitalschiffMaine" zur Verfügung stellen. Die englische Regierung hat ferner das Anerbieten des amerikanischen Komites angenommen, die innere Ausstattung des Schiffes zu ändern.

London, 28. Oktober. Aus Pietermaritzburg wird ge­meldet, daß daselbst 188 gefangene Buren eingetroffen sind, darunter 11 Offiziere. Oberst Schiel ist in Lady­smith zurückgeblieben.

Kapstadt, 28. Oktober. Ein englischer Dampfer ist mit einem großen Teile der Intendantur hier ein ge­troffen. An Bord des Panzers befand sich auch Prinz Christian von Schleswig-Holstein.

Kapstadt, 28. Oktober. Der Gouverneur der Kap-Kolonie erließ eine Proklamation, worin er die von den Buren des Oranje-Freistaates veröffentlichte Proklamation, betreffend die Annektierung des von ihnen besetzten Landes, als nichtig und ungiltig bezeichnet. Ferner wird darin erklärt, daß jeder englische Unterthan, welcher sich den Forderungen der Buren fügt, als Spion betrachtet werden würde.

Durban, 28. Oktober. Der Kommandant von Durban hat Befehl gegeben, daß nach 9 Uhr abends sich nie­mand mehr auf der Straße zeigen darf. Jeder, der sich dieser Anordnung widersetzt, wird verhaftet.

Kapstadt, 28. Oktober. Die Veröffentlichung der Kor­respondenz, welche zwischen dem Kabinettschef der Kapkolonte und dem Magistrat von Vryburg stattgefunden hat, liefert den Beweis, daß die Hauptursache der Neber gäbe dieser Stadt an die Buren in der feindliche» Gesinnung der Einwohner gegenüber den Eng­ländern bestand,

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Gießen, den 27. Oktober 1899.

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