echW^
ond krä^
6151
t Gi088el\j
Men
treten durch die Agmtm: Carl |
!. Schulhof.
der Red: Star-Linie, in Antwerpen wohlbehalten in Ultw^orl anze
tr&b'&afiämt, in Mwtvptn, galten in ^ilabt^ii an-- >
. Kch» d«i M’l'l1 W»' adt.
is, MS ito W*'
Eg DamMtt WI,Ir
iicb‘ lier.
C. B«tb *2
, mm MO E tM&*. *i50W' ‘fU6r A 5Ojf*
Jessen eßer ** f0®a) • ßrä«
xrol*6
»i
'“meüPPÜ «di8 8'“cb
» k '*^5* • wurde V " jRtf J
1
> Rittes 'Aschen Mt b\^er 4
‘***J!T5 f^ÄSW* s
0|,8* Man scheib, i '« NlÄ^-N. rkiichuiq .milr J m Ni: l6ur9i'N ««•
>uch m der PE 2"» .«* -LZP YLZK w.
WM
*fi™ w * 4; v« Hochschule wird doch einmal ' RM die Meinung des Kieler n^ n Hamburgers, der das Thema * behandelt. $on L Ä °"e hr« zu gründende nsherigen deutschen Universitäten chule tm alten exklusiven Sinne ire mit einer Handelsakademie zsbedürfniffe weiterer Kreise auch n und gerade für hiesige 8tr Einrichtungm der amerilani- tniversität von Michigan, Ann rn einem Abgangszeugnis einer M w.e Hv'düdung nMUäz en erwartet wird, so ist doch auch zur Weiterbildung geboten, indem idierenden auch für sie solche üb» ter Form gehalten werden. 6i den „Publika" unserer Universi- schließlich nur Studenten zugäna-
Sonntag den 29 October
Nr. 255
Erstes Blatt.
1899
Gießener Anzeiger
Henerat-Anzeiger
Zlnits- «i»d 2lnzeigeblatt filt* den Urck Giesze»
ArjUflspreis vierteljährlich
2 Mark 20 Pf^ monatlich 75 Pfg^ mit Bringerloh«.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
SnNahme von Anzeigen zn der nachmittags für de« fotzenden Tag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr.
Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In- und Ausländer «rhmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
Erscheint täglich aut Ausnahme der Montags.
Die Gießener NamiltenVlälter werden dem Anzeiger »üchentlich viermal beigelegt.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schnlstraße Ar. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlütter für hessische Ualbslrnnde.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße».
Ferniprecher Nr. 51.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Mit dem 1. Januar 1900 tritt der nachstehend abgedruckte § 15a der Gewerbeordnung in Kraft. Derselbe findet Anwendung sowohl auf bereits bestehende, als auch auf nach diesem Zeitpunkt errichtete Geschäfte.
Wir empfehlen den Gewerbtreibenden und Kaufleuten, die vorschriftsmäßigen Aufschriften für die bestehenden Geschäfte bis zum 1. Januar anbringen zu lassen.
Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk., im Unvermögensfall mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft.
Gießen, den 27. Oktober 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
§ 15 a.
Gewerbetreibende, die einen offenen Laden haben oder Gast- oder Schankwirtschaft betreiben, sind verpflichtet, ihren Familiennamen mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen an der Außenseite oder am Eingänge des Ladens oder der Wirtschaft in deutlich lesbarer Schrift anzubringen.
Kaufleute, die eine Handelsfirma führen, haben zugleich die Firma in der bezeichneten Weise an dem Laden oder der Wirtschaft anzubringen; ist aus der Firma der Familien- «ame des Geschäftsinhabers mit dem ausgeschriebenen Vor- «amen zu ersehen, so genügt die Anbringung der Firma.
Auf offne Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien finden diese Vorschriften mit der Maßgabe Anwendung, daß für die Namen der persönlich haftenden Gesellschafter gilt, was in Betreff der Namen der Gewerbetreibenden bestimmt ist.
Sind mehr als zwei Beteiligte vorhanden, deren Namen hiernach in der Aufschrift anzugeben wären, so genügt es, wenn die Namen von zweien mit einem das Vorhandensein weiterer Beteiligter andeutenden Zusatz ausgenommen werden. Die Polizeibehörde kann im einzelnen Falle die Angabe der Namen aller Beteiligten anordnen.
Gießen, 27. Oktober 1899.
Betr.: Die Aufschriften der Gewerbetreibenden und Wirte am Eingang des Ladens oder der Wirtschaft.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an das Orotzh. Polizeiamt Gießen, die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden «nd die Großh. Gendarmerie des Kreises.
Sie wollen die vorstehende Bekanntmachung mehrmals ortsüblich veröffentlichen und für die Ausführung der frag
lichen Vorschriften von ihrem Inkrafttreten an besorgt sein. Der letztere Auftrag gilt auch für die Großh. Gendarmerie. ____________________v. Bechtold.____________________ ~ Bekanntmachung.
Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Annerod.
In Annerod ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden.
Gießen, den 28. Oktober 1899.
Großh. Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Gefunden:
1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Zigarren-Etui, 1 Universitäts-Kalender, 1 Maaßstab, 1 Kinderschuh, 1 Kinderwagen, 1 gestrickter Geldbeutel, 2 Kindermützen, 1 Kinderkragen, 1 Taschentuch, 1 Handschuh, 1 Paar Strümpfe, 1 Laterne und 1 Kette.
Gießen, den 28. Oktober 1899, Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________Muhl._________________ Zur Reise des Kaisers nach England.
Im Gegensatz zu allen bisherigen Meldungen über die Reise des Kaisers will die „Germania" erfahren haben:
,2) i e angeblich projektierte Reise des Kaisers Wilhelm nach England unterbleibt, so wird jetzt von angeblich authentischer Seite mitgeteilt. Noch im August war eine Reise des Kaisers nach England beabsichtigt, allerdings lediglich als familiärerer Besuch der Königin Victoria. Ehe ein auch nur annähernd feststehendes Programm entworfen werden konnte, wurde das Reiseprojekt aufgegeben. Und zwar geschah das wegen des damals schon drohenden Transvaatkonfliktes. Die in Londoner Blättern verbreiteten Nachrichten über Einzelheiten des Programmes der Kaiserreise nach England beruhen lediglich auf Erfindung, verfolgen allerdings gleichzeitig politische Zwecke. Sowie das Gerücht von einer Zusammenkunft des deutschen Kaisers mit dem Zar auftauchte, und Murawiews Reise nach Paris bekannt wurde, glaubte man in England durch die positive Nachricht über einen Besuch des deutschen Kaisers daraus in politischer Hinsicht Kapital zu schlagen- Die Furcht Englands vor einem Eingreifen des „Zweibundes" in die südafrikanische Krisis bestand damals schon, der angekündigte Besuch des deutschen Kaisers in England sollte deshalb als eine politische Gegenmine gelten. In Kiel glaubt man zwar immer noch an die englische Reise, wo die kaiserliche Aacht „Hohenzollern" für eine Reise ausgerüstet wird. Das stimmt auch, die Reise geht aber nicht nach England, sondern nach Rußland."
Andererseits geberden sich die englanvfreundlichen Blätter so, als ob sie entweder die Reise nach London zu befehlen hätten oder in ganz besonderem Vertrauensverhältnis zur maßgebenden Stelle sich befänden. Eine derartige Auslassung lautet:
In politischen Kreisen wird die Resolution, die der alldeutsche Verband in Hamburg gefaßt hat, aufs schärfste verurtellt. Wenn irgend etwas, so ist sie gerade geeignet, die Reise des Kaisers nach England unvermeidlich |u. machen.
Es ist doch unerhört, daß hier die Meinung ausgesprochen wird, ein Monarch sei direkt verpflichtet, da- Gegenteil von dem zu thun, was zweifellos patriotisch gesinnte Männer wünschen.
Ausland.
Wien, 27. Oktober. Im Abgeordnetenhause wurde Dr. Pacak zum Generalredner gewählt. Derselbe begann seine Rede in tschechischer Sprache. — Nach Beendigung der gegenwärtigen Diskussion dürften morgen die Delegationswahlen vorgenommen werden.
Wien, 27. Oktober. König Alexander von Serbien trifft morgen in Wien em. Derselbe begiebt sich von hier zu 40tägigem Aufenthalt nach Karlsbad und von dort nach der Rtviera.
Wien, 27. Oktober. Das „Fremdenblatt" spricht sich recht abfällig aus über die Haltung der tschechischen Abgeordneten im Parlament und bemerkt zu der gestrigen Rede des Dr. Zazek, derselbe habe vor allem verschwiegen, daß die Behörde nicht gegen die nationalen Demonstranten, sondern lediglich gegen die Plünderer eingeschritten sei. Das Verantwortlichkeitsgefühl eines Ab- gcordneten müffe sehr gering sein, wenn er so wenig Bestreben zeigt, auf die Unterlassung von Ausschreitungen in seinem engeren Heimatlande hinzuwirken.
Paris, 27. Oktober. Der in Untersuchungshaft befindliche Antisemit Guerin ist bedenklich erkrankt. Er suchte um seine Ueberführung in ein Hospital nach. Die Gewährung seines Ansuchens ist wahrscheinlich.
Paris, 27. Oktober. Der hier weilende französische Botschafter in London, Cambon, hat den Wunsch ausgesprochen, die französische Presse möge England gegenüber einen gemäßigten Ton anschlagen, da sonst das Gelingen der Weltausstellung teilweise erheblich geschädigt werden könnte.
London, 27. Oktober. Entgegen den Berliner Blättermeldungen bleiben die englischen Blätter dabei, daß Kaiser Wilhelm demnächst zum Besuch der Königin Viktoria in England eintreffen wird.
London, 27. Oktober. Die Königin Viktoria hat der Witwe des Generals Symons ein Beileidstelegramm gesandt.
London, 27. Oktober. Die Königin hat im Parlament eine Botschaft verlesen lassen, die in ihren Grundzügen folgendes enthält: Die Königin drückt ihre Freude darüber aus, daß das Parlament mit großer Freigiebigkeit die notwendigen Kredite für den Krieg gewährt habe. Sie giebt ihrem „Kummer" Ausdruck, daß so viele tapfere
FeuilletsN.
Theaterverein.
(Matkowsky Abend).
Gießen, 28. Oktober. Unter den Schauspielergrößen der Reichshauptstadt nimmt der Heldendarsteller des königlichen Schauspielhauses, Herr Adalbert Matkowsky, einen ersten Platz ein. Ja man darf ihn, ohne sich einer Uebertreibung schuldig zu machen, getrost als das stärkste künstlerische Temperament bezeichnen, seitdem Joseph Kainz Berlin verlassen hat und dem Ruf an das Wiener Burgtheater gefolgt ist. Kainz stellte in gereiftem Betracht Matkowskys Antipoden dar, obwohl sie bis vor kurzem an verschiedenen Stätten die gleichen Rollen inne hatten. Man hat von jeher zwei Gruppen unter den Schauspielern scharf geschieden, und die Wertschätzung dieser beiden Gruppen in den Augen der Aesthetiker schwankte lang, oft zu gunsten der einen, oft zu gunsten der anderen hinneigend. Die einen waren die Vollblutnaturen, die ausgeprägten Individualitäten, die kraftstrotzenden Temperamente, die immer sie selbst blieben, deren Eigenart keinen Wandlungen und Beeinflussungen unterlegen war. Jede Rolle mußte ihnen auf halbem Wege entgegenkommen, wenn -sie ihrer Herr werden wollten; sie mußte sich an ihr ureignes Fühlen und Denken wenden, wenn sie unter ihren Händen Leben und Gestaltung annehmen sollte. Der Dichter
hat ihnen nur den Rahmen geschaffen, in den sie mit ihrer ganzen Persönlichkeit hineintraken. Die andern waren die Verwandlungskünstler, die vielseitigen Proteusnaturen, die, auf die eigene Person vollständig Verzicht leistend, rastlos in der ihnen vom Dichter vorgezeichneten Figur aufgingen. Mit jeder neuen Rolle stellten sie auch einen anderen Menschen auf die Bretter. Für sie bestand der Grundsatz des Aristoteles, daß Kunst Nachahmung sei, zu rechten und in erster Linie. Und diese beiden Gruppen, die sich vielfach berühren und in einander übergehen, so daß die Grenze nicht immer streng zu ziehen war, bestehen auch heute noch neben einander auf allen Bühnen. Matkowsky ist einer der hervorragendsten Vertreter jener ersten Gruppe, der vollsaftigen Jndividualnaturen. Welche Rolle er immer zu verkörpern hat, ob er Shakespeare oder Schiller oder Hebbel darstellt, er bleibt immer Matkowsky. Mag er in noch so verschiedener Gewandung erscheinen, mag er einen andern Bart umbinden oder eine andere Perrücke aufsetzen, heute den braun geschminkten Mohren Othello, morgen den glatten Höfling Leicester spielen: sobald er die ersten Sätze seiner Rolle gesprochen hat, wissen wir, das ist Matkowsky und kein anderer, das ist der berühmte Heldendarsteller.
Seit geraumer Zeit gehört er dem Verband des Berliner Schauspielhauses an, und bildet eine seiner Haupt- zierden, die ihm noch auf lange gesichert ist. Der Spielplan dieser Hofbühne kommt seinem Talent sehr zu statten, obwohl es in der letzten Zeit nicht immer Gelegenheit zu
voller Entfaltung fand. Aber die Hofbühne ist doch eine Hauptpflegestätte der Klassiker, und hier liegt Matkowskys Größe und Stärke. Wenn das moderne Lustspiel gerade letzthin übergebührlich berücksichtigt wurde, benutzte Matkowsky die unfreiwillige Rast stets zu Gastspielreisen in die Provinz. Es ist merkwürdig und erwähnenswert, daß er, dessen eigentlichste Domäne die Klassiker sind, von der modernen Produktion fast völlig unberührt blieb. Die Erklärung dieser Thatsache liegt einmal darin, daß das Repertoire des Berliner Schauspielhauses an dem zeitgenössische« Drama sozusagen spurlor vorüber geht. Aber die Frage bleibt offen, ob Matkowsky überhaupt bei seiner pathetischen Veranlagung den Nervenmenschen der Hauptmann, Halbe, Schnitzler und wie sie alle heißen mögen, gewachsen wäre. Er ist nur in seinem Element, wenn sich sein Temperament austoben kann, wenn es die Darstellung einer gewaltige« Leidenschaft gilt. Er muß wie ein Sturmwind über die Bühne fegen, wenn er sich wohl fühlen soll. Dann setzt er seine ganze Kraft ein, um in die Tiefen der menschlichen Leidenschaften hinein- und hinabzuleuchten. Gelegentlich läßt er sich im Ueberschwang des Gefühls zu weit reißen; er verliert für Augenblicke die Herrschaft über sich. Aber der willige Zuhörer steht immer im Banne feiner Leistung, die aufs tiefste packt und erschüttert. Und darum zählt maw Matkowsky mit Recht zu den berufensten Vertretern einer großzügigen Schauspielkunst. Uebrigens hat es ihm auch im Ausland nicht an Ehrungen gefehlt, und gerade jetzt


