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wohl selber start von ser beseelt, die Aund- ideutsam. Große Beier Haß gegen Spanien aus seiner Darstellung Auftritte gewesen, die se gegebenen Festmahl auf der Straße bte itten. — Als Grund des so fugt jener Berichtangenommen, daß sie ichen Meinung den Puls der Siirgerfritg hier r nicht im ftanbt ist, en und auch das Land< rren sich fteranshrlsr'n LlmlschMtz Mrvrndig rvnlelbung Kataloniens irses ehemalige Fürsten- >n finden könnte. Thal- ig hier der Idee einer !ie Einverleibungspartei, Gemeindeautonomie er- ingehcuer angcschwoüen. an den spanischen Wn immt, Untiefen sondiert, legen hat, großes Kriegs- b tägüd) in fernen 8«= U jprichl, wobei (8 sch
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** Militärdienstnachrichten. Friese, Oberstlt. z. D., unter Enthebung von der Stellung als Kommandeur des Landwehrbezirks I Darmstadt, mit seiner Pension und der Uniform des Infanterieregiments Fürst Leopold von Anhalt- Dessau (1. Magdeb.) Nr. 26, der Abschied bewilligt. — Zipp, Intendantur-Sekretär von der Intendantur der Großh. Hess. (25.) Division, zum 1. Oktober ds. Js. zu der Korps-Intendantur des 18. Armeekorps, — Bogel, Jntendantur-Baudiätar von der Korps-Intendantur des 9. Armeekorps, zum 1. Oktober d. I. zur Intendantur der Großh. Hess. (25.) Division versetzt.
*• Herr stud. jur. Ludwig Opel aus Rüsselsheim, der gestern am Gymnasium zu Mainz, nach einjähriger Vorbereitung bei Herrn Dr. Noese dahier, eine Ergänzungsreifeprüfung im Lateinischen und Griechischen bestand, wird dem Radsport dauernd entsagen. Die Radtour durch Algier und Tunis, die er in den nächsten Wochen unternimmt, ist lediglich Vergnügungs- und Erholungsreise.
** Gutenbergfeier. Herr Staatsminister Rothe hat nachstehendem Aufruf zur Gutenbergfeier in Mainz, den die „Allgemeine Zeitung" bekannt gibt, seine Zustimmung erteilt: „Am Johannistag (24. Juni) 1900 begeht die Stadt Mainz die 500jährige Geburtstagsfeier ihres großen Sohnes Johannes Gutenberg. Gutenbergs Andenken zu ehren, hat die Geburtsstätte der Buchdruckerkunst das erste Anrecht und die besondere Pflicht. Mit Mainz aber fühlt die ganze Welt an diesem Tage sich eins im Preis der edlen Kunst, die den mächtigsten Fortschritt bildet im Kulturleben der Menschheit. Wie Gutenbergs Werk den Erdkreis umspannt und die Völker verbindet, so muß auch an einer Gedächtnisfeier für ihn, den Wohlthäter der Gesamtheit, die gesamte Menschheit dankbaren Anteil nehmen. Gutenbergs Manen und seiner Kunst zu huldigen, rufen deshalb die Unterzeichneten, Angehörige der verschiedensten Nationen, die ganze gebildete Welt auf und laden zur allgemeinen Teilnahme an dem Fest ein, zu dessen würdiger Durchführung die altehrwürdige Rheinstadt sich rüstet. Der Plan der Feier im einzelnen wird noch bekannt gegeben werden; zur bleibenden Erinnerung ist als Ehrendenkmal für den großen Meister vor allem die Gründung eines Gutenberg-Museums in Aussicht genommen."
Laubach, 25. Juli. Der erst vor wenigen Monaten gegründete „Oberhessische Musikbund", dem bereits neun Jnstrumental-Musikvereine der Provinz angehören, veranstaltete gestern und vorgestern in unserer Stadt sein erstes Verbandsfest. Dasselbe nahm unter vollzähliger Beteiligung der Bundesvereine und vieler Festgäste aus der Stadt und Umgegend einen sehr schönen Verlauf. Die Festrede hielt der Bundes-Präsident, Herr Molkereidirektor Schmidt von Echzell i. d. W., Bundes-Dirigent ist Herr Instrumentenmacher Schwager aus Nidda. Das nächstjährige Musikfest wird in Gettenau stattfinden.
Mombach, 25. Juli. Der Schnellzug Köln-Mainz, der dort abends um 9 Uhr 46 Min. einttifft, erlitt gestern abend zwischen Budenheim und hier einen Maschinen- d ef ekt und blieb längerer Zeit auf offener Strecke liegen. Durch das Maschinenpersonal konnte der Defekt repariert werden, sodaß kein Maschinenwechsel notwendig wurde.
Aus der Zett für die Zett.
Vor 95 Jahren, am 28. Juli 1804, wurde zu Landshut der Philosoph Ludwig Andreas Feuerbach geboren. Sein Einfluß auf jüngere gleichstrebende Genossen war groß, seine Sprache klar, verständlich, oft hinreißend. Hauptwerke: „Die Gedichte der neueren Philosophie", „Das Wesen des Christentums", „Gott, Freiheit und Unsterblichkeit vom Standpunkt der Anthropologie". Feuerbach starb am 13. September 1873 zu Reichenberg bei Nürnberg.______
Vermischtes.
* Zu dem Unglück in Charlottenburg. Das Befinden der durch den Blitz verletzten Personen ist be- friedigend und läßt Hoffnung auf baldige Genesung zu. Einem Schriftsetzer war die Uhrkette geschmolzen, die Taschenuhr aber unversehrt geblieben. Einem anderen Manne wurde ein Schlüssel in der Hand angeschmolzen und ihm dabei die Hand schwer verbrannt. Auch verschiedene Musikinstrumente hat der Blitz vernichtet. Einer der Verletzten erzählt: „Plötzlich schien uns die ganze Umgebung in bläulichsilberne blendende Helle gehüllt, sodaß wir unwillkürlich geblendet die Augen schließen mußten. Es war uns, als ob sich der Erdboden wellenförmig hob und senkte und wir selbst in der Luft schwebten. Es machte sich dabei ein ganz entsetzlicher Schwefelgeruch geltend, der uns fast den Atem benahm. Einige von ufis, die als schwer verletzt oder ohnmächtig von den Aerzten behandelt werden mußten, vermochten zuerst nicht einmal ihren Namen zu nennen, und einige sind auch heute noch nicht im vollen Besitz ihrer Geisteskräfte. Viele Wunden gleichen kleinen Verletzungen durch Kugeln oder Schrotkörnern. Sie liegen zwischen einem Gespinnst von blauen und braunen Streifen, die sich im Zickzack auf der Haut hinziehen."
* In den ersten Tagen seines Aufenthalts in London erregte Zola nicht geringes Aufsehen in den Straßen, ohne daß hierdurch sein Jncognito aufgedeckt wurde. An diesem Aufsehen war vornehmlich die Art seiner Kleidung schuld. Er trug einen weißen Filzhut* einen hellgrauen Anzug und an seiner Hand Prangte ein auffallender Diamat- ring. Außerdem konnte er sich trotz der besonderen Umstände seines Londoner Exils nicht versagen, das rote Band der Ehrenlegion zu tragen. Neugierigen Leuten wurde er von seiner engern Umgebung als Musikdirektor vom Festlande vorgestellt, der nach England gekommen sei, um junge Talente für sein Unternehmen zu gewinnen. Man erwartet mit großer Spannung, wie Zola selbst seinen Aufenthalt in
London, der ihm gewiß eine Menge von Anregungen gegeben haben muß, schriftstellerisch verwerten wird.
Universttäts Nachrichten.
— Berlin. Als Privatdozent an der theologischen Fakuttü« der hiesigen Universität hat sich Lio. theol. Dr. Karl Schmidt mit einer Probevorlesung über das apostolische Zeitalter in Traditton und Legende habilitiert.
— Leipzig. Dr. phil. Ferd. Sommer auS Trier wurde vo der philosophischen Fakultät der hiesigen Univeisiiät die venia legendi für indogermanische Sprachwtsse. schast und keltische Philologie e> t u.
— Würzburg. Geh. Rat Prof. Dr. v. Röntgen ve, äß> bereits zum kommenden Wintersemester unsere Universität, sodah rt, Vorlesungen über Physik im nächsten Semester wahischeinlich von einem Privaidozenten gehalten werden, wenn es nicht bis dahm bn Fakultät gelungen, die Professur neu zu besetzen.
— München. Zum Rektor unserer Universität wurde bet Geistliche Rat Professor für Pädagogik, Apologetik und Dogmin geschtchie Dr. Jos-pb Bach gewäblt.
Ktteratur, Wissenschaft und Kunst.
— Pharmaceutisches Lexikon. Ein Hilfs- und Nachschlage buch für Apotheker, Acrzte, Chemiker und Naiurkenner. Von Dr. et Mag. pharm. Max v. Waldheim. Das Weik erscheint in 20 Lief r- ungen zu 50 Pfg., davon bisher fünf erschienen. Die Ausgabe er folgt in zehntägigen Zwischenräumen. (A. HartlebenL Verlag tn Wien.) Die bisher vorliegenden fünf Lieferungen des „Pharma ceuttschen Lexikons von Dr. Max v. Waldheim gestatten schon einen klaren Einblick in die Art und Weise, mit welcher der Autor seiner Aufgabe, dem Pharmaceuten wie auch dem diplomierten Apotheker, den Aerzten, Chemikern u. s. w. alles in das pharmaceutische Fach einschlagende Wissen leichtfaßlich und kurz zu vermitteln, gerecht zu werden bestrebt ist. Neben der Aufzählung und Behandlung alle, wichtig erscheinenden neuen und neuesten Pflanzendrogen und der neuen chemischen Präparate, sind den Arzneimitteln, die im Arznei bucke für das Deutsche Reich (Pharm. Germ. III.) wie in der Pharm. Austr. VII. als osfizinell angeführt sind, ausführliche Besprechung.» gewidmet, die sich vornehmlich auf die richtige und vorteilhafte Da> stellung, auf die Klarlegung ihrer hervorstechenden Eigenschaften untr endlich auf die Feststellung ihrer Jdentilät und Reinheit beziehe... Da so viele der in Apotheke und Labo atorium verwendeten Ariik.l nicht mehr im Laboratorium selbst, sondern in chemischen Fabriken und im Großen dargestellt werden, ist es für den gewissenhaften Apotheke,, der für alle tn feiner Ofsizin abgegebenen Präparate volle Veranl wortung trägt, eine brr Hauptaufgaben geworben, sich ber Identität und gewünschten Reinheit aller Arzneimittel aus unanfechtbare Weis- zu versichern. Dieser Forderung ist nach dem oben ausgeführten im „Pharmaceuttschen Lexikon" tn weitgehendem Maße Rechnung ge tragen worden. Außer den in Arzneibüchern angegebenen Unter suchungSmethoden sind bet vielen offizinellen und auch nichtossiztni llen Präparaten wie kräftig wirkenden Alkaloiden, Glykosiden rc., Bei Weisungen aus bie für ben betrcffenben Körper wichtigen Proben unb Reaktionen aufgenormmn, welch letztere unter den Namen de« Autoren nachgelefen werben können. Die kurz gehaltenen Angaben über die Wirkungsweise unb ben mebtztntschen Gebrauch der Prä parate bet bestimmten Erkrankungen, sowie auch, rotnn nötig, die Anführung aller Fälle, tn welchen die Darreichung eines Mittels kontrainbiziert ist, bietet bem Pharmaceuten wie bem Arzte einen willkommenen Behelf bei allen so häufig herantretenden Fragen, bte mit ber Pharmacte tn irgend einem Zusammenhänge stehen.
— Ein hochinteressantes Werk erscheint demnächst im Verlage von Rosenbaum & Hart in Berlin unter dem Titel: „Badische Landtagsgeschichte", 1. Teil: „Der Anfang des landständtschen Lebens tm Jahre 1819", von Professor Leonhard Müller, Karlsruhe In scharfen Umrissen und großen Zügen entwickelt der Verfasser b-- ganze Vorgeschichte des modernen badischen Staates vom Anfänge des Jahrhunderts bis zum Jahre 1818, um darauf zunächst im vorliegenden Bande „den Anfang des landfiändischen Lebens im Jahre 1819" aufzubauen. In 4 bis 5 Bänden von gleichem Um: fange — ca. 15 Bogen Lexikon Oktav in vornehmer Ausstattung mit Bildern — soll .das Werk bis zu dem Punkte geführt werden, wo das gegenwärtig lebende Geschlecht mit seiner Arbeit etns.tzt. DaS staatliche Leben in allen seinen Beziehungen zieht an und vo, über: Reichsverfassung, Landesverfassung, Rechtspflege, Verwaltung, Kirche, Schule, Presse, Handel, Staatshaushalt, soziale Fragm, Bauern, Bürger, Warnte, Adel u. s. w. Alle Akkorde, welche unser modernes deutsches Leben bewegen, werden auf diesem ersten badischer Landtage angeschlagen, und Alldeutschland schaut diesem groß r Vorspiele mit immer wachsendem Interesse zu. An der Spitze und im Mittelpunkte des Ganzen steht der Freiherr Ludwig von Lteben- stetn. Hand tn Hand mit dem weltbekannten Historiker Karl von Rotteck fordert er das kleine regierende Geschlecht in die Schranken. Zum erstenmale wird diesem Manne, dem größten Sohne der Badenia, einem der größten Söhne der Germania, das verdiente Denkmal gesetzt. Was bisher über den badischen Landtag veröffentlicht wurde, ist über die notdürftigsten Notizen von hofhistoriograph- ischem Standpunkte nicht htnauSgcdiehen. Niemand hat bis zur Stunde auch nur den Versuch gemacht, die gestellte Aufgabe, wie st- eS heute nach gerade 80 Jahren wohl verdient, tn größerem Sitte und von einem freieren Standpunkte aus zu lösen. Da die Rolle, welche der badische Landtag vor 1848 gespielt hat, in mehr als einer Beziehung vorbildlich für ganz Deutschland gewesen ist, dürste das vorliegende Werk ein allgemeines Interesse beanspruchen und nicht nur Parlamentariern, Politikern und Gelehrten, sondern Gebildeten jeden Standes und aller deutschen Gaue empfohlen werden.
ES starben en: Zusammen
vom
1
Wöchentliche Übersicht der Todesfälle in Gießen.
29. Woche. Vom 16. Juli bis 22. Juli 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (tncL 1600 Mann Militär). Sterblichkettsztffer: 25,47, nach Abzug der Ortsfremden 8,48%o.
Kinder
: Erwachsene: tm
1 —
2 —
Anm. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
Lungenschwindsucht
2 (2)
2 (2)
Knochentuberkulose
1 (1)
1 (1)
Gebt^nhauttuberkulose 1
—
Herzfehler
1 (1)
1 (1)
Nierenentzündung
1 (1)
1 (1)
Bösart. Neubildungen 4 (3)
4 (3)
Altersschwäche
1
1
Unbekannte Krankb.
1
—
Summa: 12 (8)
10 (8)
Schisssnachrichten
Der Postdampfer „Southwark" der „Red Star ßine* in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Juli wohlbehalten tn Nerr- Aork angekommen
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur gemessen am 27. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags
Wasser 17°, Luft 16°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
Verkehr, Kand und Volkswirtschaft.
VUNftotif 26 Juli. Frachtmarkt Roter Wy X 13,50, weißer Weizen u* 13 30, Korn •* 11.17. Berste X 0 00, 0«!<i X 7.48
— Nach den statistischen Ermittelungen des Per ins deutsch,! Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheisenproduktio« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) tm Monat Juni 1899 auf 663 415 Tonnen, darunter Puddetrobeisen unb Lvregeleisen 139 010 Tonnen, Bessemerroheisen 39 655 Tonnen, Ihomasroheisen 371115 Tonnen und Gießereiroheisen 113635 Tonnen. Die Produktion im Mat 1899 betrug 678 566 Tonnen, tm Juni 1898 595 245 Ton n Vom 1. Januar bis 30. Juni 1899 wurden produziert 4 000 424 Tonnen gegen 3 598 741 Tonnen im gle chen Zeiträume des Vorjahres.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 27. Juli. Zum Aufenthalt der kaiserlichen Familie auf Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel werden bereits die nötigen Vorbereitungen getroffen. Voraussichtlich wird die kaiserliche Familie anfangs August auf Wilhelms- Höhe eintreffen.
Berlin, 27. Juli. Der „Lokal-Anzeiger" nimmt von einem Gerüchte Notiz, wonach der Rücktritt des Kriegsministers von Goßler und seine Ernennung zum kommandierenden General des 1. Armee Korps in nicht allzu langer Zeit M erwarten sei. Es wird sogar bereits der Nachfolger des Herrn von Goßler genannt, nämlich General- Leutnant Freiherr von Gemmingen, gegenwärtig Divisions- Kommandeur in Erfurt.
Hamburg, 27. Juli. Eine aus sieben Mitgliedern der französischen Deputiertenkammer bestehende Kommission, welche die europäischen Freihafen-Anlagen studieren will, ist hier eingetroffen und hat unter Führung der Senatoren O'Swald und Burchard sowie der Hafenbeamten die Besichtigung begonnen.
Wien, 27. Juli. Zu jenen oppositionellen Partei- Gruppen des Abgeordnetenhauses, welche mit Protest- Kundgebungen gegen die Anwendung des § 14 hervor- treten, wird in Den nächsten Tagen auch der verfassungstreue Großgrundbesitz treten, der nicht blos zur Notverordnung wegen des Ausgleichs, sondern auch zur politischen Lage überhaupt mit seiner Kundgebung Stellung nehmen wird. Man ist auf diese sehr gespannt.
Prag, 27. Juli. Prinz Max von Sachsen, gegenwärtig Kaplan in Nürnberg, soll laut einer Meldung des hiesigen klerikalen Organs zum Erzbischof von Köln ausersehen sein.
Graz, 27. Juli. Der hiesige Gemein de rat hat einstimmig beschlossen, gegen die gesetzwidrige Anwendung des § 14 auf den Ausgleich und die Steuererhöhung Verwahrung einzulegen. Diejenigen Blätter, welche diesen Beschluß abdruckten, wurden konfisziert und der Beschluß sistiert.
Brüffel, 27. Juli. In der gestrigen Sitzung des Wahlreform-Ausschusses gab der Staatsminister Delantsheere die Erklärung ab, daß er und seine Freunde das Proportional Wahlsystem annehmen werden, um die Krisis zu beseitigen. Die Annahme dieses Systems scheint dadurch gesichert. In diesem Falle treten Ministerpräsident Van den Pcereboom und der Minister des Innern Schollaart zurück, wogegen Denaeyer wieder die Kabinettsleitung übernimmt.
Paris, 27. Juli. In den späten Abendstunden wurde hier das Gerücht laut, die Verhaftung Deroulödes und einiger hundert Nationalisten, Antisemiten und Bonapartisten wegen eines von denselben beabsichtigten Komplottes stehe unmittelbar bevor. — Esterhazy dürfte trotz des Geleitbriefes kaum vor dem Kriegsgericht in Rennes erscheinen.
Paris, 27. Juli. Der Abg. Millevoye hat den Kriegsminister davon verständigt, er werde ihn beim Wiederzusammentritt der Kammer interpellieren über die Gründe, die ihn dazu bewogen haben, Maßregelungen gegen mehrere Generale anzuordnen.
Paris, 27. Juli. Der „Matin" versichert, der Justizminister habe briefliche Erklärungen seitens des Kassations- Hoss-Präsidenten Dazeau über die im „Echo de Paris" erschienenen Aeußerungen erhalten.
Paris, 27. Juli. Der frühere Präsident Casimir Peri er wird als erster Zeuge im Dreyfus-Prozeß in Rennes vernommen werden, weil er gleich nach seinem Verhör in die Sommerfrische abzureisen gedenkt.
Paris, 27. Juli. Wie verlautet, sind bezüglich der Vorsichtsmaßregeln bei dem Dreyfus-Prozeß Differenzen zwischen den Zivil- und Militärbehörden in Rennes entstanden.
Paris, 27. Juli. „Siecle" versichert, die Erklärungen des Generals Negrier seien nicht nur mündlich abgegeben worden, sondern dieselben befänden sich auch schriftlich im Besitz der Regierung. Letztere werde davon Gebrauch machen, wenn sie über diesen Fall interpelliert werden würde.
Paris, 27. Juli. Einer offiziellen Meldung aus Rennes ist der G e snndheitszustand Dreyf us ’ ein guter.
Paris, 27. Juli. Die strenge Bestrafung Negriers bedeutet die erste wirklich energische That des Ministeriums Waldeck und ruft einen heilsamen Schrecken in den Kreisen der faktiösen Offiziere hervor. Gallifet kündigt an, daß fortan jeder Offizier, welcher sich herausnehmen sollte, die Regierung zu kritisieren, schonungslos kassiert werden würde. Die Patriotenliga bemächtigt sich natürlich dieser Angelegenheit und organisiert zahlreiche Protest-Meetings, denen aber die Regierung nicht die geringste Bedeutung beimißt.
Petersburg. 27. Juli. Laut Verfügung des Unter« richtsministers dürfen an der Petersburger und Moskauer Universität nunmehr nur solche Studenten inskribiert werden, welche in Petersburg oder Moskau bestehende Mittelschulen absolviert haben.


