abzuberufen, obwohl die Kommission seine Entscheidung zu Gunsten Malietoa Tanus aufrecht gehalten habe. Die Hauptgründe für die Abberufung Chambers' seien, daß die Mataafa-Partei unzufrieden bleibe, den Oberrichter für vornrteiksvoll gegen die Katholiken auf Samoa erachte und abgeneigt sei, seinen Gerichtshof anzuerkennen.
— Die Einführung des Post-Checkverkehrs und die Errichtung von Post-Checkämtern zum 1. Oktober d. I., wie sie von der Postverwaltung in Aussicht genommen war, ist durch die Vertagung des Reichstags bis zum November unmöglich geworden. Die betreffende Etatsvorlage liegt zur Zeit noch dem Bundesrate vor, bei dem noch verschiedene Einzelheiten der Errichtung festzusetzen sind. Nach dem jetzigen Stande der Vorarbeiten dürfte die Vorlage in den Ncichshaushaltsentwurf für das Rechnungsjahr 1900 ausgenommen und mit dem Inkrafttreten des Etatsgesetzes am 1. April 1900 ihre Verwirklichung finden. Erst nachdem die Erfahrungen von einigen Jahren vorliegen, soll die neue Einrichtung durch ein NeichSgesetz festgelegt werden. Das gleiche Verfahren hat man auch mit gutem Erfolge in Oesterreich bei der Uebertragung des Postchekverkehrs an das Hauptsparkassenamt in Wien beobachtet.
M.P.C. Der Widerspruch, in den am vorletzten Tage des Beisammenseins des Reichstags der Präsident des letzteren Graf Balle st rem, mit dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe, Brefeld geriet, wird in Bundesratskreisen verschieden beurteilt. Während einerseits die Ansicht energische Vertretung findet, der Präsident des Reichstages habe überhaupt nicht das Recht, Mitgliedern des Bundesrats eine Rüge zu erteilen und am wenigsten dann, wenn dieselben Verwahrung dagegen einlegen, daß Aeußerungen des Monarchen in die Debatte gezogen werden, stehen andern Mitglieder der hohen Körperschaft auf dem Standpunkte, Kaiserliche Aeußerungen wiederholen sich so oft, daß sie fast ununterbrochen zur politischen Urteilsbildung beitrügen, es müsse deshalb auch erlaubt sein, in den Parlamenten über sie zu diskutieren. Die Unterscheidung, welche Graf Ballestrem dahin gemacht hat, daß Aeußerungen des Monarchen, die im amtlichen Teil des Reichsanzeigers erschienen, parlamentarisch diskutierbar seien, andere hingegen nicht, wird mehrfach als nicht stichhaltig angesehen. Wenn man einen Unterschied machen wolle oder dürfe, könne es kein anderer sein, als der, daß für diskutierbar diejenigen Aeußerungen erklärt würden, die ministeriell gegengezeichnet seien, für indiskutierbar die, bei welchen die ministerielle Gegenzeichnung fehle.
Ausland.
Wien, 26. Juni. Der Kaiser hatte in der Nacht rheumatische Schmerzen. Daher unterbleibt die Teilnahme desselben an der morgigen Barett-Aussetzung des Kardinals Missia.
Wien, 26. Juni. Die Schwiegermutter des deutschen Botschafters Grafen Eulenburg, die Gräfin Sandels, ist gestorben.
Brunn, 26. Juni. In der Marktgaffe wurden in der vergangenen Nacht einige deutsche Ausflügler von tschechischen Burschen überfallen, wobei zwei Personen durch Nevolverschüsse verwundet wurden.
Budapest, 26. Juni. DaS A bgeord netenhaus sowie das Magnatenhaus wird im Laufe dieser Woche die Ausgleichs-Vorlage erledigen und sich dann bis Samstag vertagen.
Paris, 26. Juni. Der Bericht des Generals Duchesne über seine Untersuchung gegen den General Pellieux ist beendet. Derselbe lautet für Pellieux sehr günstig.
Paris, 26. Juni. Die Verwirrung in allen politischen Kreisen über die eigenartige Zusammenstellung des Kabinetts dauert fort. Die Mehrzahl der Abgeordneten ist über die einzunehmende Haltung in der heutigen Kammersitzung noch unschlüssig.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, den 27. Juni 1899.
** Zwei Mitteilungen in der oberhesfischeu Zeitung vom 22. und 24. Juni 1899 über die gegenwärtig in vielen Städten und in vielen Orten Deutschlands herrschende Hundeseuche (Gastro-enteritis haemorrhagica epizootioa) geben mir Veranlassung zu nachstehenden Bemerkungen. Die Hnndeseuche wurde schon im vorigen Jahre in Frankfurt a. M. beobachtet, auch in Stuttgart trat sie auf und ebenso wurde sie in München konstatiert. Auch in noch anderen Städten, z. B. in Marburg, in der Umgebung Darmstadts, in Wiesbaden, Braunschweig, Nürnberg rc. soll sie vorkommen, und sicherlich findet sie sich im westlichen Deutschland ziemlich verbreitet. Wie weit die Seuche bis jetzt nach Osten und Norden vorgedrungen ist, darüber kann ich noch keinen Aufschluß geben, weil mir diesbezügliche authentische Berichte fehlen. — Im Winter vorigen Jahres kamen uns in Gießen die ersten Fälle dieser eigentümlichen Hundekrankheit vor, einer Krankheit, die wir in dieser Art noch nicht kannten. Auf Grund unserer klinischen Beobachtungen und der gemachten Sektionen glaubten wir zuerst, es mit Vergiftungen der verendeten Hunde zu thun zu haben. Wir fanden nämlich regelmäßig in der Leiche eine blutige Magen- und Darmentzündung, bald höher-, bald niedergradiger, bald war mehr der Magen, bald mehr der Darmkanal affiziert, bald waren Magen- und Darm- schlcimhaut höchstgradig verändert — schwarzrot, entzündet. Nachdem uns mehrere derartige Fälle vorgekommen waren und wir uns überzeugt hatten, daß es sich um keine Vergiftung der Tiere handelt, wir aber noch immer gleich kranke Patienten in das hiesige Tierspital erhielten, mußten wir an eine eigenartige, seuchenhaste Krankheit denken. Die Krankheit erinnerte entfernt an die sogenannte Wild- und Rinderseuche, die vor Jahren in mehreren Parks beobachtet und namentlich in den um München liegenden Parkrevieren studiert wurde. Wir fanden auch im Blute der verendeten Hunde einen ähnlichen, bipolaren Micrococcus neben noch verschiedenen anderen Bazillen, konnten aber mit den an-
auch noch keinen Mikroorganismus als Krankheit^-? nachgewiesen. Da die Krankheit nicht ansteckend «u scheint, so dürften Sverrmaüreaeln < . *
Gießen, den 26. Juni 1899.
Vorstand des Tierspitals an Großh. VeterinäraM der Universität Gießen.
scheint, so dürften Sperrmaßregeln gegen Hunde doch ? nicht zu empfehlen (zwecklos) sein und da die Rrantbtit oben dargethan, ziemlich verbreitet herrscht, so ist der
halt für Hunde in Gießen und Umgegend nicht qesähM als an anderen Orten. Erfreulich für Hundebesitzer £ die Wahrnehmung sein, daß gegenwärtig weniger Hunde uns zugebracht werden, als dies noch vor eit Zeit der Fall war, die Seuche scheint im Abnehmen beM zu sein. Leider starben im Tierspital und in der Lu viele Hunde an der Seuche, wir haben aber auch nm geheilt entlassen können. Freßunlust, Mattigkeit, Erbrckk Verstopfung oder auch blutige Diarrhoe, fiorrofianti j» Maule rc. sind die dem Laien auffallenden Kranügi erscheinungen.
gelegten Reinkulturen keinerlei Infektion bei - J Hunden Hervorrufen. Selbst nicht durchBerfjirt 1 krankerEingeweidestücke und von fa.-ccs n 1 sunde Versuchshunde und auch nicht durch Qut I lagern gesunder und kranker Hunde vermochten dre Krankheit auf gesundeHunde zuübertr Die Krankheit ist unzweifelhaft eine Infektionskrankheit Infektionserreger scheint aber ein ectogenes - detz,Tierkörpers entstandenes — Gift zu sein. Die peooan« haben wir trotz vieler Mühen nicht gesunden^
Bad Nauheim, 23 Juni. Vom 16. bis 22. ^uni sind 1303 Badegäste angekommen; verabfolgt W v 18,591 bezahlte Bäder und 511 Freibäder < Zahl der vom 1. April bis 22. Juni ang kommenen gäste beträgt 9556; verabfolgt wurden 92,606 Bäder und 4586 Freibäder.
Vermischtes.
* Die Negierungszeit der Päpste ist gen>öl)nlid) 5 t sehr lange, da fie meistens erst im vorgeschrittene das Pontifikat erhalten. Von sämtlichen 253 Päpste tfr . nur elf den päpstlichen Stuhl länger als zwanM inne gehabt. Die längste Negierungszeit war die'jjuidX des Vorgängers des jetzigen Papstes, der 1846 Mi wurde und 32 Jahre lang sein hohes Amt vhimIi . Dann kommen Pius VI., 1775 gewählt, mit 25 Adrian I, 772 gewählt, mit 23 Jahren, Pius VII., H gewählt, mit 23 Jahren, Sylvester I., 314 gewählt, n: 22 Jahren, Alexander III., 1159 gewählt, ebensallß ir 22 Jahren, Leo 1., 440 gewählt, mit 21 Jahren und frn gleichfalls mit 21 Jahren Regicrungszeit die Päpste Vco ß 795 gewühlt, Urban VIII., 1623 gewählt, und ClemensH 1700 gewählt. Der gegenwärtige Papst, Leo XIII..' ' im Jahre 1878 auf den Stuhl Petri; er hat fein 9fr1.’."' gegenwärtig 21 Jahre inne.
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Verdingung
der Ausführung der Erd-, Fels-, Rod« ungS-, Büschungs- rc. Arbeiten, sowie der Ausführung von Durchlässen, kleineren Brückenbauten u. Futter« mauern der Lose VI und VII, umfassend
rd. 182000 cbm Erd« und Fels« bewegung und rd. 2750 cbm Mauerwerk,
am 12. Juli 1S99, mittags 12 Uhr,
im Amtszimmer des Vorstandes der Bauabteilung.
Beide Lose sollen zusammen an einen Unternehmer vergeben werden.
Bedingungen und Zeichnungen liegen während der Dienststunden hier zur Ein- sicht aus.
Die zu den Angeboten zu benutzenden Vordrucke können gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 1,50 Mark (nicht in Briefmarken) vom Eisenbahn- Betriebs-Sekretär Welker hier bezogen werden.
Zuschlagsfrist 4 Wochen. 4855 Herborn (Hess.-Nasi.), den 21. Juni 1899. Königliche Eisenbahn-Bauabteilung.
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